"Girl gone wide."


Info

Posts tagged action

B. ist in Berlin. Wenn B in Berlin ist heisst das Halli Galli und Atombombe. Wir legen unsere Eier auf den Tisch und spielen russisches Roulette mit Panzerfäusten. Es macht Bäm und plötzlich klatscht es Gehirnmasse an die Wände. Wir feiern wie Rockstars und zerlegen Gebäude in tausend Teile.

Jedenfalls fühlt es sich so an. Meistens ist es dann nämlich doch so, dass wir eine lauwarme Lasagne genießen, Familienfernsehen gucken und dann sabbernd auf der Couch einschlafen. Am nächsten Tag wachen wir mit Rücken auf und erzählen anderen, was wir doch für geile Partys gefeiert haben. B. und ich nicken uns dabei verschwörerisch zu: wir wissen Bescheid.

Der Plan

So oder so ähnlich war auch unsere kleine Hotelexkursion am Samstagabend. Geplant war eine Orgie im Hotelzimmer, drei Meter Koks auf der Theke, nackte Weiber auf dem Bett, und wir, wie wir gelangweilt bei der Action zuschauen, wartend auf den nächsten Kick. Das war zumindest der Plan.

Es verlief dann aber doch ein bisschen anders, als wir feststellen, dass das Adagio City Aparthotel ((was auch immer “City Aparthotel” heissen soll. Ein apartes Hotel? Ein Apartement-Hotel? Und wieso dieses unnötige “City” davor? Und heisst nicht ein schäbiger Laden am Potsdamer Platz Adagio?)) am anderen Ende des Ku’Damms ist (das Ende, das man vom Zoo aus im Impaktwinter nicht unbedingt zu Fuß erreichen will) und wir bis zur Ankunft schon völlig ermüdet waren. Wir befanden uns im Westen Berlins: das alleine war schon neu für uns. Die Straßen waren uns unbekannt, wir fühlten uns wie Touristen. B. hielt krampfhaft seinen Brustbeutel fest. Als wir unsere Herberge endlich entdeckten, überfiel uns eine Art Wehmut und Heimweh. Wir hofften auf eine warme Willkommensumarmung.

(more…)

by yeahs in Berlin


FUCK MICHAEL BAY! Hier ist es, das Weltuntergangsspektakel von MC Emmerich, zwei Stunden Klischee-Tsunami, Dolby-Surround-Fremdschämen und eine Achterbahnfahrt in alle Hollywood-Filme, die seit 1980 gedreht wurden! Und glaubt mir, es wäre jetzt einfach VIEL zu einfach, diesen Film in alle Kleinteile zu zerreissen, aber für das, was es war, war es perfekt. My mind: blown! Endlich finde ich meine Hoffnung in Hollywood-Blockbuster wieder, endlich versuchen die gar nicht mehr, einen auf Anspruch zu machen. EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN, MAN!

2012

[Im Folgenden einige willkürliche Gedanken, die man auch als Spoiler empfinden könnte, wenn man noch nie einen Action-Film gesehen hat]

  • Wie lange muss ich eigentlich noch warten, bis CGI echt aussieht?
  • DIE LEGENDE DES INTERNETS WURDE FÜR EINE SCHÄNDLICHE NACHAHMUNG MISSBRAUCHT!
  • Im Making Of war zu sehen, dass Emmerich extra ein Katapult für Autos gebaut hat, die er auf die Straßen krachen ließ. Damit das realistischer aussieht. Die Szene war genau 4-5 Sekunden im Film zu sehen. Da frage ich mich: Oh Gott, was kann man noch für 200 Millionen machen?
  • Amanda Peet als leichenblasse, abgemagerte MILF. GEBT DER FRAU SONNE UND WAS ZU ESSEN, VERDAMMT NOCHMAL!
  • Abspannmusik. Ein richtiger Männerfilm. :D

Weiterin: einige der Klischees, die Verwendung fanden:

  • Ein Auto, dass es gerade so über die sich auftuende Schlucht schafft (in der Autoolympiade unter “Weitsprung” kategorisiert)
  • Ein Mann fällt über den Rand in einen tiefen Abgrund hinein, und jeder denkt er ist tot, aber es ist okay weil dann plötzlich eine Hand erscheint und er sich über die Klippe hochziehen kann
  • Ein Flugzeug, dass vor den Explosionen zu fliehen versucht, im Rauch verschwindet und dann mit unglaublicher Geschwindigkeit wieder aus der Wolke hinausrast (und dann “cut”)
  • EIN COUNTDOWN BIS ZUM ENDE DER WELT!! MAN!!
  • Die Geschiedenen, die sich doch wieder ineinander verlieben, weil sie merkt, was für ein großartiger, selbstloser Mann er ist
  • Der Russe! DER RUSSE! Ich bin so stolz auf E, der hat echt den Russenschrank wieder aufgemacht! Endlich wieder Rassismus im Kino!
  • Der obligatorische Typ, der irgendwann in seinem Leben gelernt hat, wie man ein Flugzeug fliegt. Seriously, wenn ich jetzt vor einem Flugzeug stehen würde und hinter mir auf der Erde der Massenvernichtungsherpes ausbräche, ich würde mich vor das Flugzeug hinlegen,  in Fetusposition einkugeln und leise schluchzen.

… oh, man. 2012. Da werden erstmal viele mit ihrem Gewissen kämpfen müssen, weil ja, ja, der Film ist furchtbar, und es tut weh, aber ich bezweifle, dass auch nur einer gestern im Kino tatsächlich gelangweilt war. Jeder Gag war einfach so gut abgestimmt mit allen anderen Action-Schinken-Gags, man wusste einfach schon, was kommt. Und dann ist das ja nur noch wie das Lieblingsessen, das man zu sich nimmt: nix neues, aber oh so good. Diese grandiose Achterbahnfahrt kann man dahingehend auch nicht mit einer furchtbaren Transformers II Katastrophe vergleichen, wo zwar vergleichsweise viele Sachen in die Luft geflogen sind, der Charme und der amerikanische Emotionslastwagen aber einfach mal gefehlt haben. Aber so eine Kartoffel kann das ja eh besser. Und Emmerich, mit dem kann man bestimmt viel Spaß haben.

Das ist zu gut, um nur für Twitter verballert zu werden: “Fuck My Life” auf einer ganz neuen Dimension.

I’m just gonna jog across the street while the light OOOOOHHHHH SHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIITTTT!!!!!!!!!!!!

(via)