Going Back To Capi

Der Ausblick der letzten drei Tage war der reinste Wahnsinn. Ich habe weiße Löwen gesehen. Ich bin seit dem 15. 05. 2012 nicht mehr hungrig gewesen. Südafrika ist ein Traumland ohne auf einen Maßstab zu passen. Es kann sein, dass mir diese Reise die Natur ins Herz geimpft hat. Es gibt keine Worte die den warmherzigen Menschen hier gerecht werden könnten. Gerne hätte ich noch mehr von den Leuten gesehen, aber ich weiß auch, dass mich das schon bald für eine nächste Reise hierher motivieren wird – möglicherweise mit einem Backpack und sicherlich ohne Programm. Hier ist zwar der Winter angebrochen, aber dafür lass ich den Sommer gerne kurz warten. Ich würde mich bei einem apokalyptischen Stillstand der Zeit gerade jetzt während ich dies in Hermanus tippe nicht beschweren. Mein Leben in einer Endlosschleife von Meeresgeruch und breit grinsenden Menschen an einem Ort, der kein vor und kein zurück kennt. Hier will jeder gerne stranden. Ich würde mich auch nicht beschweren, wenn der Mini mit mir hier bleibt. Er ist eine treue Seele, die kleine Ratte.

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May 21st, 2012 Posted in Urlaub | 1 Comment »

Good Hope Under My Cape

Kapstadt. Mein Durst nach urbaner Kämpfergroßstadt mit exotischem Twist wird nicht gestillt, stattdessen werde ich nur von allen Seiten mit einem paradiesischen Anblick verblüfft. Alles ist süß und charmant – nicht dirty, nicht hochgefährlich, sondern erquickend und reich an Gelegenheiten zum Lachen. Die schönsten afrikanischen Klischees (bunt, warmherzig, verschmitzt und kontrastreich) treffen auf einen mitteleuropäischen roten Faden (Kolonialstil, nette blonde Männer, reiche Touristen in Luxusbuden). Wir sind in Südafrika, wo Erwartungen und Realität zugleich übertroffen werden und verblüffen können. Ein einziger Melting Pot an Hautfarben, Sprachen und Kulturen – und doch ist alles anders, als gedacht, zumindest was meine rudimentären Vorstellungen betraf.

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May 19th, 2012 Posted in Ohne Worte, Urlaub | 4 Comments »

Mitumba

Dass das Deutsche Rote Kreuz nicht ganz der Samariter ist, den man sich als hilfsbereiter Deutsche vorstellt, weiß ich schon seit dem Jahre 2008. Objektiv gesehen kann man dem DRK nicht vorwerfen, dass es seine Arbeit nicht machen würde, darum geht es hier auch nicht. Aber persönlich bin ich schon häufiger über Stolpersteine gestoßen, die mich grundsätzlich überlegen lassen, wie moralisch wertvoll unsere Spenden und unser Mitwirken für Hilfsorganisationen ist. Ich bin in den Sommerferien zwischen Abitur und Studium für eine Marketing-Agentur in die Eifel gereist. Es hat gestunken, es war weit weg von der Zivilisation und die Sprache, die dort gesprochen wurde, habe ich nicht verstanden.

Meine Aufgabe bestand darin, von Hügel zu Hügel zu marschieren und in der prallen Mittagssonne oder wahlweise im strömenden Regen zwischen Fliegen und Kuhfladen Abos zu verkaufen. Spendenabos, um genauer zu sein. Für das Rote Kreuz. Motiviert wurde ich hauptsächlich durch die Provision. Ein Abo wurde auf einen Jahr abgeschlossen. Ab fünf Euro im Monat profitierte auch ich davon. Mein Ziel lag also weit darüber: am liebsten zwanzig.

Die Zeiten waren ganz schön hart. Man stand um 8 Uhr morgens auf und kam um 8 Uhr abends nach Hause. Ich muss nicht erwähnen, das Klinkenputzen ein ziemlich beschissener Job ist, selbst wenn man sein Dekollté bei den Hausmännern weit rausreckte oder sehr, sehr oft die Karamellbonbons der Rentner annehmen musste. Es gab sehr viele Rentner. Jeden Tag besuchten wir einen anderen Ort. Ich hielt es nicht lange aus – zwei von sechs Wochen, danach ging ich nach Hause.

Der Job selbst war es aber nicht, der mich so erschütterte, sondern die regelrechte Abzocke, die stattfand. In einer Unterhaltung mit unserer Teamführerin kam einiges ans Licht: das erste Jahr der Spenden geht an die Agentur, das sind Marketingkosten. Erst, wenn die großzügigen Rentner, die an die kleinen, hungernden Kinder in Afrika denken, vergessen das Abo zu kündigen, geht das Geld auch tatsächlich an das Rote Kreuz. Und von dort geht es auch sehr selten nach Afrika; vielmehr werden vor allem Verwaltungskosten durch die Abos gedeckt. Das diese Regiekosten auch gedeckt werden müssen, um eine Hilfsinfrastruktur aufzubauen, ist natürlich klar. Aber im Großen und Ganzen weckt diese Organisation dennoch meine Skepsis, immerhin wird ja auch aus dem Verkauf von Blutspenden Profit gemacht (wer sich ein eigenes Bild dazu machen möchte, kann das vor allem hier tun, wo ein Vorwurf von der DRK beantwortet wird).

Ob schwarz oder weiß lässt sich nicht sagen. Ich bin dem DRK gegenüber auf jeden Fall sehr skeptisch eingestellt. Das NGOs und Hilfsorganisationen Marketing machen und wirtschaften müssen ist einerseits verständlich, und andererseits auch widerlich. Aber nichts irritiert (und entsetzt mich zugleich) so sehr wie der Umgang mit den Kleiderspenden. Jedes Jahr wieder ist es ein großes Thema, das von Zeitungen oder TV-Produzenten aufgegriffen wird, und jedes Mal wieder frage ich mich, wieso Leute noch ihre Kleider spenden. Auch die Zeit hat das Thema in ihrer aktuellen Ausgabe (KW 44) beschrieben.

Es läuft folgendermaßen ab: die DRK ist eigentlich nur Namensgeber für die Spendencontainer. Die eigentliche Firma Soex, die die Ware abholt und sortiert, verschenkt sie allerdings nicht kostenlos an die ärmsten Regionen unserer Welt. Die Klamotten werden zu Spottpreisen verkauft und bremsen somit die eigenheimische Textilindustrie aus.

Godfrey Mwenda steht auf dem Ubungo Big Braza Market in Dar es Salaam und greift nach einem Stapel Shirts: »Diese Kinderkleidung hier? Ich bin sicher, dass die Menschen, die sie gespendet haben, etwas Gutes tun wollten. Sicherlich rechnet keiner damit, dass sie uns in eine schreckliche Katastrophe gestürzt haben.« 24 Jahre hat Mwenda in der tansanischen Textilindustrie gearbeitet, bis sie aufhörte zu existieren. Mwenda kann seinen Zorn kaum verbergen: »Vor 20 Jahren haben wir solche Hemden selber produziert. Aber unsere Fabriken hatten keine Chance, vergleichbare Ware zu einem so niedrigen Preis herzustellen.« Inzwischen ist Mitumba konkurrenzlos. Godfrey Mwenda führt aus Dar es Salaam hinaus Richtung Morogoro. Hier stand einmal die größte Textilfabrik Tansanias. Alle 9.000 Beschäftigten mussten gehen, inzwischen steht nicht einmal mehr das Fabrikgebäude, denn die verarmten Textilarbeiter zerschlagen die Mauern zu Schotter, den sie für einen Hungerlohn an den Straßenbau verkaufen. Etwas anderes bleibt ihnen nicht. Quelle: Zeit Online

Jedes Jahr wieder geht dieses Thema sang- und klanglos unter. Wir spenden für den Aufbau und die Entwicklungshilfe, um dann innerhalb weniger Sekunden wieder alles zu vernichten. Wir sind die Vereinten Nationen der Klugscheisser und Selbsthelfer. Und wir sind eine gutherzige Gemeinde, die blindlings für ein System arbeitet, welches dann die eigenen Taschen wieder füllt. Herzlichen Glückwunsch.

November 4th, 2011 Posted in Gangster | 3 Comments »

Bouncing Cats

Heute ist so ein Tag wo ich nicht nur besonders emotional bin, sondern wo auch alles, was ich finde, auf den Blog muss- damit ich es nicht vergesse, und weil es das echt wert ist.

Bouncing Cats is the inspiring story of one man’s attempt to create a better life for the children of Uganda using the unlikely tool of hip-hop with a focus on b-boy culture and breakdance. In 2006, Abraham “Abramz” Tekya, a Ugandan b-boy and A.I.D.S. orphan created Breakdance Project Uganda (B.P.U.). The dream was to establish a free workshop that would empower, rehabilitate and heal the community by teaching youth about b-boy culture. Based in Kampala, Uganda, B.P.U. has recently expanded to include permanent classes in Gulu, Northern Uganda. Abramz teaches classes three times a week to more than 300 kids from all parts of the country. Many of the children are homeless, victims of war and poverty, and few can afford proper schooling yet they walk from miles away to attend the B.P.U. classes. As Abramz says, “This is where many people’s pride is. It’s a skill that no one can take away from us.”

(via)

August 11th, 2010 Posted in Uncategorized | 3 Comments »

Tombouctou

Amateurs In Africa

Ich fasse es immer noch nicht, das mein Ex-Mitbewohner, liebevoll “der Australier” genannt ((er heisst Ben, was jetzt auch nicht unbedingt für die Kreativität dieser Australier spricht… alle Australier heißen Ben. Es ist WIRKLICH so!)), noch nicht voll am Alkohol zergangen ist. Am Vorabend seiner Abreise nach Osteuropa hat er sich 36 Jägermeistershots (und hier und da ein Bier nebenbei) reingefahren und sich einen Rekordhelden nennen dürfen. Ich weiß nicht, ob das so gut sein kann für die Leber, aber er kann’s. Noch.
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May 7th, 2010 Posted in Uncategorized | 2 Comments »