Oktober (Analog)

Oktober (Analog)

Kleine Katzen, Neuseeland und ein bisschen Herbst in Berlin. Übrigens ist der Return beim analogen Fotografieren nicht unbedingt besser, aber diese Stunde Spannung bei einem abgegebenen Film ist ein kleines bisschen menschliches Restvergnügen, an dem ich mich festhalte so lange es noch da ist.

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October 24th, 2013 Posted in Berlin, Urlaub | 3 Comments »

Lucky Charmed

A Dream Come True (auch wenn es zeitweilig ein einsamer ist): kein Tag wie der andere. Raus aus der Routine und noch ein paar Jahre Jugend genießen. Zeit zum Lesen und Serien gucken, für Filme und für Löcher in die Luft starren. Für Freunde und für entspannte Abende, für Ausflüge und für die Verwirklichung von kleinen Träumchen. All das zum Preis für die Unsicherheit. Offiziell Studentin, inoffiziell Herumtreibende. Wieder einmal prägt sich nur ein einziges Gefühl mit Gänsehaut ein: ich habe keine Ahnung, wo es hingeht. Ob es mich beunruhigt? Mit Sicherheit. Aber es ist eine gute Unruhe. Und wie, um das alles noch mal zu untermalen, ist auch bald schon wieder der 1. Mai, der Marker für den Sommer, für wochenlange Spannung und unglaublich viele unvorhergesehene Momente. Ich liebe das. Neue Menschen ins Herz lassen und alte Menschen noch fester halten. Und nebenbei auf dem Plan: Selbstdisziplin, autodidaktisches Lernen und größere Träume planen, um irgendwann wieder einen Masterplan zu haben. Eines Tages vielleicht von all diesem hier verabschieden und etwas ganz anderes machen. Eines Tages die Welt bewegen.

Aber bis dahin habe ich hoffentlich noch ein paar Jahre.

April 11th, 2012 Posted in Gangster | 2 Comments »

Hässliche Ichs

Irgendwann, ich schwöre euch, explodiert mein konfliktscheuer Magen direkt aus der Bauchdecke heraus in die Fresse der mich ankotzenden Menschen. Man, ich bin ein netter Mensch. Ich bin so nett zu jedem, ich lasse meine schlechte Laune selten an unschuldige Beteiligte raus. Selbst wenn ich den beschissensten Tag aller Zeiten hatte, sage ich noch “bitte” und “danke” und hinterfrage nicht die Welt in ihrer Abscheulichkeit. Ich kotze den bemitleidenswerten Fotzen in der Drogerie nicht ins Gesicht, nur weil mir grade der kleine Fingernagel abgebrochen ist. Man, nicht mal wenn ich dreihundert Euro für ne Steuerberaterin latzen muss aufgrund eines Problems, dass ich eigentlich nicht haben durfte, selbst wenn ich danach humpelnd durch achtzehn Kublikliter Regen auf einem Quadratcentimeter nach Hause schleichen muss, selbst dann bin ich noch nett, und lächele freundlich, und wünsche eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Feierabend.

Manchmal, da kotzt mich mein Gutmenschsein an, da will ich einfach auch mal unbeteiligte Menschen mit nem Roundhousekick vom Fahrrad runtertreten und ihnen schön ins Gesicht scheißen. EINFACH SO. Oder kleine Kinder vor den Zug werfen. Oder Rentnern die Kehle aufschlitzen und ihr Blut in Geisteswahn trinken. So scheinen es nämlich alle anderen zu machen, wenn sie einen schlechten Tag hatten: Hauptsache noch ihrem Umfeld so richtig schön nen miesen Spruch reindrücken, als ob nichts anderes mehr ihrem Leben einen Sinn geben kann. Wie die Frau heute am Bahnhof. Ich bestellte zwei Sachen. Für die erste Sache brauchte sie ungefähr dreitausendmillionen Stunden, so lange, dass ich tatsächlich meinen Zug verpasste. Die zweite vergaß sie. Als ich sie darauf hinwies, bretterten ihre Eierstöcke bis ins Gehirn und durchlöcherten ihr regulierendes Über-Ich. Das Monster fing an zu schreien, was ich mir eigentlich erlauben würde, “so mit ihr zu reden”, dabei hatte ich freundlich gelächelt und nur gesagt: “Entschuldigung, da fehlen noch die Pommes.” Sie hätte es ja nicht vergessen, aber sie war ja auch mit der ersten Bestellung noch beschäftigt, und was das jetzt eigentlich soll.

Anstatt ihr zurück in die hässliche Visage zu entgegnen, dass sie sich mal ordentlich ins Knie ficken und lieber einem Beruf auf dem Land nachgehen sollte, am besten als fette, hässliche, bald zu schlachtende dumme Kuh, bat ich sie um Entschuldigung. Nein, ich schwanzloses, dummes Ding bettelte förmlich, stotterte ein “sorry” ab, ließ mich noch drei weitere Sekunden ungerechtfertigt von ihrer schlechten Laune und ihren absolut untragbaren Beschuldigungen übergießen und verzog mich wieder in den seidigen Kokon meines Ichs, der solche abstrakten Begriffe wie “Ego”, “Stolz” und “Würde” nicht kennen muss.

Eines Tages werde ich wegen genau solchen Menschen, die ihr jämmerliches Leben auf andere abwälzen müssen, meine Hoffnung in die Menschheit verlieren und selbst so jemand sein, und wenn auch nur, weil man das anders überhaupt nicht aushalten kann.

December 21st, 2011 Posted in Gangster | 3 Comments »