Whatever I Want

Nachdem ich also auf meiner bisherigen Reise durch Suedostasien feststellen musste, dass die Welt langweilig ist, die meisten Menschen gleich sind und nichts aufregendes passiert, wenn man es nicht selbst initiiert, komme ich zu dem Schluss, dass das Unterwasser-Vegetieren auch eher auf der Liste von Dingen steht, die mich nur arm machen und kaum begeistern. Nicht, dass es nicht ein aufregendes Gefuehl waere, mal richtig abzutauchen und ueber Korallenriffe zu gleiten und dabei zu versuchen, sich nicht in den Sauerstoffregulator einzusabbern und sich das Salzwasser nach dem Tauchgang von den Augen zu kratzen; es ist nur alles eher so repetitiv strunzdumm in den Plan eingebaut, dass es keinen Raum laesst fuer Ueberraschungen. Hier seht ihr einen Nemo. Hier schwimmt normalerweise eine riesige Schildkroete, die gerade nicht da ist. Das ist ein Barrakuda. Wenn du nicht richtig atmest beim auftauchen, koennen deine Lungen platzen (was bei Normaldruck dank extrem billiger Nikotinversorgung wohl auch nicht mehr lange dauern wird).

Alles in allem sind sportliche Betaetigungen nicht wirklich was fuer mich, und da ich auch nicht mehr braun werde in diesem Leben (weil, signifikant geprueft und bestaetigt, Gott mich hasst), werde ich nach dem Tauchkurs endlich dem droegen Inselleben zwischen Vollidioten und Totaldebilen Lebewohl sagen und stattdessen wieder in den 26 Grad kalten Norden verschwinden, wo es keine Dengue Fieber Moskitos gibt und ich niemanden kenne und mich alle in Ruhe lassen und ich voll und ganz darauf konzentriert sein kann, meinen Weltschmerz und generell anwachsenden (regelrecht aufkeimenden!) Zynismus in eine vollstaendige Depression umzuwandeln. Ihr unterschaetzt den Wert dieser Aufgabe, normalerweise bedarf es mindestens einer zebrochenen Liebesbeziehung, entweder in meinem Leben, oder in einer Folge von Gossip Girl, um es so weit zu bringen, aber diesmal war es ganz und gar die Menschheit, das touristische Leben und die Tatsache, dass ich seit fast sechs Wochen nur noch Wasser scheisse. Ich denke, ich streiche damit Indien von meiner Liste an Laendern, die mich eventuell gluecklich machen koennten.

Aber die Entscheidung, jetzt alleine weiter zu machen, die wurde mir abgenommen, denn so einfach ist es nie. Der hochanteilige Prozentgehalt an Drama, der mich in den letzten Tagen innerhalb der Gruppe an Mitreisenden umgab, wird mich fuer die naechsten sechs bis zwoelf Jahre (mit Ausnahme aller Gossip Girl Folgen) wohl vollstaendig befriedigen. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe wirklich nicht, wie man wegen dem kleinsten Scheiss ausrastet, zwischenmenschliche Beziehungen zerstoert und dann die Schuld auf mir ablaedt, obwohl ich gerade erst von meinem Valiumkoma aufgewacht bin und nicht mal mehr weiss, wer wer ist und wieso ich hier bin und woher ich komme und gar nichts getan habe. Gut, ich habe was getan: ich bin fett geworden, und ich brauche sieben Kilo Gewichte, um beim Tiefseetauchen zu sinken, aber das tut nichts zur Sache. Es geht um die fundamentalen Dinge, die mich mal interessiert haben, namentlich “ein guter Freund sein”, oder “das tun, was richtig ist”, aber entweder ich umgebe mich hier mit Menschen, die meinen Vorstellungshorizont nicht teilen, oder ich bin ein Alien in menschlicher Haut, voellig falsch hier, absolut fehl am Platz.

Egal; ich kann ja eh nicht darueber schreiben, weil ich nicht alleine auf dieser Welt bin, und sich wieder jeder Depp angegriffen, verurteilt und ungerecht behandelt fuehlt. Ueberhaupt scheint auf dieser ganzen Reise das Motto “Egoismus” dienlich zu sein, die Eltern sagen ich bin egoistisch, weil sie ja in meiner Abwesenheit sterben koennten, meine Freunde sagen ich bin egoistisch, weil ich sie alleine lasse, meine Mitreisenden sagen ich bin egoistisch, weil ich nicht ihre Leben oder Wuensche oder was auch immer es ist beruecksichtige. Ich weiss nicht, ob das an meinem State of Mind liegt oder ob ich von Natur aus so bin oder ob es nur eine Frage der Zeit war, bis es sich da hin entwickelt, aber um ehrlich zu sein: es ist mir egal. Ich werde keinen Roman schreiben, ich werde keine grossartigen Fotos machen, ich werde nicht hart arbeiten, ich werde nicht die groessten Epiphanien auf diesem Trip erleben, ich werde einfach nur achselzuckend die Welt bereisen und allen den Fickfinger zeigen und vielleicht wird dann eines Tages endlich aus dem Egoismus-Vorwurf eine Einsamkeitsbekenntnis, dann ist das alles kein Ding mehr, dann kann ich zurueck zu den Rochen und den Haien und den Shrimps die gluecklich und zufrieden in 20 Metern Tiefe vor sich hin duempeln und endlich das geniessen, was ich die ganze Zeit geniessen moechte, aber nicht kann, naemlich dass ich nicht nachdenken muss.

Allerdings wurde immerhin in dieser ganzen Gruebelphase, die ich ohne meinen grossartigen Gedankenpartner B durchstehen muss, ein Plan gefestigt: dass ich in meinem Apathiezustand weitermachen werde. Ein eleganter Gaensehautschauer duscht meinen Kopf und meinen Ruecken bis in die Fusszehen herunter, wenn ich mir vorstelle, dass ich in einigen Wochen schon wieder wo anders bin, wo vielleicht alles anders ist, aber nichts anders sein wird, aber das bewusst wohl die einzige Illusion ist, an die ich noch glaube, und bis diese sich erfuellt, kann ich nicht aufhoeren. Vielleicht wissen die anderen in ihrer Reiseunruhe ja auch nicht wirklich, was sie suchen… vielleicht bin ich doch normal. Vielleicht bin ich einfach nur nicht begeisterungsfaehig genug. Euphorielos. Unberuehrt. Aber das haben wir ja schon durchgekaut.

Falls auf diesem Blog Anzeichen von Manischer Depression vorhanden sind, dann ist das gut moeglich. Ich haette gerne den Bundesligistenplatz bei White Whines, und ausserdem gibt es ab sofort keine Kommentare mehr (wenn ich nicht gleich vergesse, das so einzustellen), denn nur weil euch meine Luxusprobleme und die fluktuierenden Stimmungen nicht in das Konzept vom romantischen Backpacker passen, muss ich mir ja nicht das Schwachsinnsgelaber vorwerfen lassen, dass dann dabei rumkommt. Gosh.

November 28th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Hoi An

Viel zu teuer, alles viel zu teuer hier. Vietnam macht mich arm. Kleiner Trostpreis: nach mehr als einer Woche Regenwetter und quälenden 15-Stunden Busfahrten, bei denen wir die komplette Modern Talking Diskografie erleiden mussten, sind wir endlich am Strand angekommen. Und die Sonne scheint. Es könnte ein guter Tag werden… der letzte Tag im vietnamesischen Outback, und ab übermorgen dann Saigon. Aber hauptsache, wir haben Hoi An erst einmal überlebt..

November 5th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Hanoi Hustle

In Hanoi haben wir dann zum ersten Mal seit Langem wieder Deutsche Touristen getroffen. Das sind übrigens die schlimmsten: die arbeiten den Reiseführer regelrecht ab, von Frommers bis Lonely Planet wird nichts unangetastet gelassen. Das sind die, die an völlig nichtigen und uninteressanten Stellen der Stadt stehen bleiben und nachlesen, dass an just diesem Ort mal irgendwas so unwichtiges war, dass selbst die Vietnamesen keinen Bock mehr drauf hatten. Für die ist das kein Urlaub, für die ist das Studium! Und bloß kein Kapitel auslassen! Alles mit Fähnchen und verschiedenen Farben markieren! Wir müssen alles sehen hop hop hop hop hop.

Spaß haben die jedenfalls nicht, zeee Dschermans. Die sind auch definitiv Schuld daran, dass wir immer mit den tempelgeilen Brillenschlangenopfern in einem Zimmer landen, weil die stilvollen Spanier, die easy-going Franzosen und die coolen Schweden nämlich sehr viel Abstand von den überkorrekten, humorlosen und biederen Deutschen nehmen. Deshalb sage ich auch nicht, dass ich aus Deutschland komme. Ich sage immer, ich hätte mein Gedächtnis verloren und suchte jetzt meine Vorfahren (mein südostasiatischer Look spricht eindeutig für diese Ecke der Welt). Im Notfall tu ich so, als käme ich aus der Schweiz. Neutraler geht es nicht mehr.

Aber wenigstens sind die Deutschen harmlos. Sie mögen mich auf die Palme bringen, aber sind im Nervfaktor nicht zu vergleichen mit anderen Nationen. Amerikaner sind zwar seltener in diesen Gefilden anzufinden, aber wenn sie kommen, dann direkt in einem Rudel von sechs bis fünfzehn Mann und Frau die alle laut rumkreischen, “like, uh, like” stottern und eigentlich immer alles falsch machen, was es falsch zu machen gibt. Es ist zwar immer lustig, aber nur, weil man über sie und nicht mit ihnen lacht. Gott, wie naiv diese Kids sind, und in welche Fallen die immer tappen, kein Wunder, dass die den Krieg verloren haben, da musste ja nur ne pralle Vietnamesin drüberrutschen damit die alle mal keinen Bock mehr auf Geballer hatten.

Am penetrantesten dürften dafür die Engländer versus die Australier sein (ich kann mich wirklich nicht entscheiden, wer schlimmer ist, obwohl es auf beiden Seiten bisher auch angenehme Ausnahmen gab). Auf einer einsamen Insel von allen kulturellen Einflüssen abgeschottet aufzuwachsen muss schwierig sein, denn alles, was die machen, ist saufen. Saufen saufen saufen saufen saufen. Saufen saufen. Drölftausend Trinkspiele kann man mit denen spielen, und alle enden damit, dass man nackt ist. Und betrunken. Und überhaupt: ich habe auf dieser Reise mehr Engländer getroffen, als in meinem ganzen Leben zuvor in Europa, inklusive Kurztrip nach jolly britain. Und die zwanzig Australier, die es einst mal im fernen Pazifik gab, haben sich auch in Rotation mit ihren Vorfahren auf dem Restplaneten verteilt. Was wird mich dort eigentlich erwarten, eine Horde deutscher Work&Travel Besucher, alle auf der Suche nach dem letzten Australier? Gibt es überhaupt noch Engländer und Australier in ihren respektiven Ländern? Sind noch welche da geblieben, oder begnügen die sich jetzt alle damit, thailändisches Billigbier zu saufen und Ladyboys abzuschleppen?

Am unentschlossensten bin ich immer noch bei Holländern und Israelis. Holländer sind ganz ganz fantastische Menschen, aber ich spüre immer ein starkes Verlangen, denen in einen Becher zu pinkeln, wenn sie nach Heineken fragen. Noeken in de Koekn. Israelis sind einfach nur schwierig, weil bisher zwar alle nett waren, aber jeder direkt die Politikschiene mit meinem arabischen Hintergrund einfahren wollte, und dann bin ich ja auch noch Deutsche, eigentlich geht es gar nicht schlimmer, und dann reden die den ganzen Tag auch über nichts anderes mehr außer das und wenn man abhauen will verfolgen sie einen. Aber wenigstens sehen sie meistens sehr, sehr gut aus. Auf einer Skala von Eins bis “Er darf ihn auch mal reinhalten” im Durchschnitt auf dem besten Platz.

Also, ich weiß nicht wie eure Weltreise so ist, aber meine schürt die Vorurteile sehr gut. Jeder tolerante Mensch sollte so eine Reise machen, wenn er mal öfter in Schubladen denken möchte! Wenigstens kommen die armen Vietnamesen bei meiner Abrechnung ganz gut weg. Im Prinzip tun die keinem was Böses, aber das Essen, das kann man nicht mehr retten, das ist ein absoluter Horrortrip und ganz weit weg von den kulinarischen Genüssen, die unsere Gaumen aus Thailand gewohnt waren. Überall Schweinefleisch, Schweinefleisch, Schweinefleisch, ODER Rindfleischsuppe, und egal wie gut die sein mag, ich kann es nicht mehr sehen. Gott, dieses Schweinefleisch macht mich fertig.

Im Übrigen merkt man den Vietnamesen an, dass sie Freude am Aufbau haben. Alle arbeiten, aber wirklich alle, ich habe noch nie so ein arbeitswütiges Volk gesehen. Jeder ackert sich Tag und Nacht den Arsch ab. Die einen verdienen ihr Geld vor allem durch mich, weil ich zu blöd bin, die 10.000 Dong von den 100.000 Dong zu unterscheiden, und die anderen verdienen ihr Geld damit, Schweinefleisch zu verkaufen. Und dann gibt’s ja auch noch die Moskitostämme, die ich ganz alleine mit meinem Körper durch den harten Winter gebracht habe, ja, ich alleine bin verantwortlich für eine Horde wilder Moskitobabies…

Alle haben gesagt, wir sollen uns vor dem Verkehr in Acht nehmen. Und zugegeben ist er ein bisschen anstrengender als in anderen Städten, aber wer sein halbes Leben in Damaskus verbracht hat ohne draufzugehen, der hat’s auch in Hanoi nicht schwer. Nur dass es in Damaskus den Durchfall für weniger Geld gibt, verhurter Wechselkurs. Zurück zum Verkehr: es ist wirklich nicht so schlimm, wie alle immer rumheulen. Hier ein Beweisvideo.

Es wurde auch schon öfter angesprochen, dass ich mich hier sehr oft beschwere und damit diese vom Tourismus abhängigen Länder nicht gerade schön darstelle. Aber oh meine Fresse, wer einen ausgeglichenen Reisebericht lesen möchte, der kann ja Donnerstags und Samstags VoxTours einschalten, oder Die Auswanderer, Top-Qualitätsfernsehen, und wem das auch nicht reicht, der kann sich ja das Lonely Planet Forum zu Herzen nehmen, das macht auch ganz ganz viel Spaß, und wenn das immer noch nicht genug ist, dann spart euch die paar Cent selbst zusammen, schießt euren eigenen Fotos und spritzt am Ende schön auf euren wunderbaren Erfahrungen ab. HABT IHR MEINEN BLOG ÜBERHAUPT SCHON MAL GELESEN? WENN ICH MICH HIER NICHT BEKLAGEN KANN, JA WO DENN DANN? LECKT MICH DOCH AN MEINER HAARIGEN VOLUMINÖSEN RECHTEN TITTE IHR GEIER.

October 31st, 2010 Posted in Urlaub | 14 Comments »

Chiang Khong Mortal Kombat

Die Ueberlandfahrt von Thailand nach Laos hat uns bis an unser Lebensende traumatisiert. Eigentlich haetten wir noch mal eine aehnliche, aber 24-stuendige Fahrt von Ventiane nach Hanoi machen sollen. Mittlerweile tut es nicht mehr so weh, fuer ein sicheres Ueberleben viel Geld zu bezahlen, weshalb wir 130 Euro fuer einen einfachen Flug latzen muessen. Gut, dass wir das fruehestens in Australien bereuen werden.

Ein Zwischenstop auf unserer Fahrt war das beschauliche Chiang Khong. Es waren die bis dato teuersten Zimmer, die wir je gebucht haben, und gleichzeitig auch die schlechtesten. Da wir die Strecke mit unserem Guesthouse organisiert hatten, hatten wir eigentlich null Einfluss auf das, was geschehen wuerde. Riesenkakerlaken, Geckos und Spinnen im undichten Zimmer ohne Ventilator. Zu dritt. Noch nie hat man uns so in Angstschweiss und Ekel kuscheln sehen.

Von Chiang Khong ging es dann nach Huay Xai, der Grenzstadt auf laotischer Seite. Von dort haetten wir EIGENTLICH ein Slowboat ueber den Mekong nach Luang Prabang nehmen sollen. Eigentlich. Als wir naemlich auf unsere Stempel warteten, erzaehlte uns der Orgaisator, dass es ja auch einen Bus gaebe. Der wuerde auch nur 10 Stunden und nicht 2 Tage brauchen, und man muesste nicht noch wahlloserweise eine Nacht in einem Dorf voller Diebe verbringen. Und ueberhaupt, das Slowboat waere furchtbar, der Bus aber immerhin voll klimatisiert und… alle fielen darauf rein und buchten den Bus.

Wann genau eine 10 stuendige Busfahrt durch die unasphaltierten BERGE von Laos je genau attraktiv schien ist mir bis heute noch unklar. Als wir im Regen mit einem Reifen ueber die Klippe rutschten wusste ich, dass mein Leben vorbei war. Ich rief meine Mutter an und sagte ihr, dass ich sie liebte. In ihrer unantastbaren Coolness sagte sie nur: “Kind, hoer auf rumzujammern, sterben wirst du erst, wenn ich dich mit meinen eigenen Haenden dafuer erwuergen darf, dass du je weggegangen bist”. Wir haben tatsaechlich ueberlebt, aber nicht, ohne einen immensen Schaden davon zu tragen. Hier noch einige Dinge, die ganz interessant waren:

- Die Busfahrt dauerte 16 Stunden. Wir kamen erst um 5 Uhr morgens in Luang Prabang an und mussten samt Gepaeck erst mal alle Guesthaeuser wach klingeln und fuer viel zu viel Geld uebernachten.
- Der Bus hatte keine Klimaanlage
- Die Sitze waren aus durchgedruecktem Plastik.
- Es gab null Beinfreiheit, und die behinderten, fotzenfruehstueckenden Englaenderinnen vor mir mussten ihren Sitz auch noch zurueckklappen. Oh Gott, ich haette denen sowieso am liebsten so hart ins Gesicht getreten, diese unfaehigen, vollgeschaedigten, durchgefickten, abgeleierten Hurenstuecke von Menschen, sowas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen, Tussis, die einfach nur zurueckgefickt und abgetrieben gehoeren, alle beide. Und dann sind die uns auch noch immer hinterhergelaufen, und haben immer unseren Scheiss mitgebucht, mir waren schon die Aederchen im Auge geplatzt, so sehr tat es weh.
- Wir hatten Huehner im Bus
- Es kamen staendig mehr Leute in den schon vollgepackten Bus. Die sassen dann entweder auf Plastikstuehlen im Gang, oder standen einfach ein paar Stunden.
- Der Busfahrer trank bei jeder Pause erst mal ein paar Bier, wahrscheinlich, um sich besser auf den Weg konzentrieren zu koennen.

Leider gibt es von dieser Reise keine Beweisfotos, weil ich mich zu stark darauf konzentrieren musste, die unkontrollierbare Durchfallexplosion zu zaehmen. Am Ende hat es sich natuerlich fuer Luang Prabang gelohnt. Es gab bisher wirklich keine Stadt, die mich so um den Finger gewickelt hat, so viel Charme und Sexyness. Und die Laoten selbst, staendig nur am Opium chillen und smilen, als ob es sonst nichts gaebe. Sowas zerbackenes, da steht quasi mein Name drauf… aber dazu spaeter mehr..

October 24th, 2010 Posted in Urlaub | 5 Comments »

Vang Vieng – My Party

Ich würde gerne davon berichten, wir wir heute tuben waren, uns danach Joints und Happy Shakes rektal einführten und glücklich im Sonnenlicht dem Hedonismus fröhnten um dann im Siffwasser von Vang Vieng mit fremden Menschen Liebe zu machen. Stattdessen berichte ich euch lieber davon, wie es mir geht. Man kann es mit einem “mittel bis DU VERDAMMTER HURENSOHN VON KÖRPER” zusammenfassen. Seit gestern tun mir die Glieder furchtbar weh, und ich empfinde nichts außer Übelkeit. Ich kann mich kaum bewegen, aber schlafen kann ich auch nicht. Wir liegen hier in der Chill-Out Area unseres Guesthouse und lassen uns mit Family Guy berieseln, und immer, wenn der Fleischgeruch der gegenüberliegenden Ad-Hoc Grillerei rübergeweht wird, muss ich würgen.

In Chiang Mai haben wir einen Hund erbrechen sehen. Er lief neben uns her, machte langsam halt, und ließ weißen Schaum aus seinem Mund hinauslaufen. Kein großes Würgen, kein Maulen, nichts. Ich habe noch nie in meinem Leben – weder Mensch noch Tier – jemanden so resigniert kotzen sehen. Und so weit ist es jetzt auch mit mir. Ich würde wohl glücklich und zufrieden in meiner eigenen, breiigen Lache vor mich hin zittern.

Jedenfalls ist Vang Vieng wohl von Satan höchstpersönlich geschaffen worden. Hier vegetieren alle Touristen zombiemäßig in den Lobbies ihrer Gästehäuser, wo nur Family Guy oder Friends läuft, rauchen ihr Weed oder Opium und lassen es sich gut gehen. Viele müssen leider aber auch ihr Leben hier lassen, weil sie so bescheuert sind, volldruff oder druckbetankt in den Sifffluss zu springen. Traurig, traurig. Wir haben, während wir rumleichen, nicht viele Touristen getroffen, deshalb kann ich mich noch nicht zu sehr über diese mallorcaartigen Zustände beschweren. Aber glaubt mir, die Motzerei wird noch kommen (aber erst nach der Party, mich endlich wieder herablassend über polohemdentragende Spastitouristen aus England und Amerika zu beschweren lasse ich mir hier mit sicherheit nicht entgehen).

In der Zwischenzeit bin ich ja glücklicherweise nicht alleine. Mein Mitreisender, JJ, hat seit gestern Denguefieber-Symptome. Wir waren im Krankenhaus und haben ihn durchchecken lassen, aber es wäre wohl noch zu früh, um hektisch nach Bangkok abzureisen. Deshalb werden wir heute noch abwarten, was sein Fieber so zu berichten hat. Allerdings wird mit Sicherheit keiner von uns Vang Vieng verlassen, denn wenn wir wirklich wegen ihm nach BKK zurück müssen, bringe ich ihn einfach um und mache weiter.

Für so viel Partystimmung habe ich sogar auf der Horrorbusfahrt von Chiang Khong nach Luang Prabang (kommt noch) ein passendes Mixtape zusammengestellt. Mal sehen, wann ich das endlich auspacken darf. Und wer die Songs dazu online findet bzw. die entsprechenden YouTube Videos, darf sie gerne in den Kommentaren posten, ich kann hier nämlich nada hochladen und YouTube reagiert hier fast nicht..

3 6 Mafia – I’d Rather (Arthur King Remix)
Prince – Erotic City (Morsy Mix)
Telephoned – Pop Champagne
Major Lazer – Keep It Going Louder
Gucci Mane – Break Yourself (Diplo Remix)
Too Short – Blow The Whistle
The Dream – I Luv Your Girl (Morsy Mix)
M.I.A. – U.R.A.Q.T (Konrad Remix)
M.I.A. – Death To The Throne
Cidinho e Doca – Cidade de Deus
Laura Branigan – Self Control
Shannon – Let The Music Play
Oh Snap! – I’m Too Fat To Be A Hipster
Spank Rock – Loose (ft. Amanda Blank)

Ach ja, und Fotos gibt es auch nicht. Suck on it, faggot.

October 23rd, 2010 Posted in Urlaub | 2 Comments »

Chiang Mai Province – Waspy

Das mit dem Trekken durch den Dschungel war mir ja bereits vor der Reise sehr suspekt. Möchten sich Menschen wirklich in ihrem Urlaub aktiv, gar sportlich betätigen? Ich gebe mir hier redlich Mühe, sogar vom Reis noch Fett zu werden. Dazu kommt mein derzeitiger Anblick: behaart von Kopf bis Fuß inklusive Medusahaaren, zerstochen und zugeschwollen von wütenden Mücken, halb verbrannte, sich abpellende Schlangenhaut in chamäleonartig sich ändernden Farbtönen, Bangkokschmockpickel im Gesicht, ständig sonnenbedingt schielende Augen, ein kauerndes Humpeln vom tonnenschweren Rucksack und der ewige Gestank, der sich nicht mehr abwaschen lässt. Zu groß also die Gefahr, im Urwald für einen selten hässlichen Big Foot gehalten zu werden. Scheisse, sogar die Ameisen machen mittlerweile einen Umweg, wenn sie mich rollen hören.

Anyway. Trekking. Wenn man denn schon mal in der Nähe von Käfern, Spinnen, Moskitos und anderen wilden Viechern ist und sich noch nicht verausgabt genug fühlt, dann ist es ja nur selbstverständlich, dass man das bequeme Hotel für eine Holzpritsche und akuter Verstopfung aufgibt. Zumindest ist das der allgemeingültige Konsens wenn man Backpacker vom Fach fragt. Das sind übrigens die gleichen Typen, die auch damals in der Schule gefragt haben, ob man denn jetzt endlich die Hausaufgaben abgeben könne, und damit alle anderen in die Scheisse ritten, die sie nicht gemacht hatten. Scheiss CDU-Wähler sind das, elendige.

Zudem kommt, dass “Trekking”, der Begriff selbst, in Thailand verschiedenen Interpretationen geläufig ist. Es kann bedeuten, dass man im Dschungel mit dem Auto durchgekarrt wird, zwischendrin anhält, um einen besonders langweiligen Baum zu betrachten um dann ins hässliche Hotel verfrachtet zu werden oder die strunzdumme Bootsfahrt zu machen. Trekking kann bedeuten, dass man zwanzig Minuten von A nach B läuft um dort seltene Tiere zu sehen, Tiger oder Affen oder Spiderschwein, also irgendwie eine Art Safari in anstrengend. In unserem (gebuchten) Fall hieß Trekking tatsächlich Wandern und wir sahen uns plötzlich mit Schlamm, Bergen und gefühlten zweihundert Kilo auf dem Rücken konfrontiert.

Kurze Story: Hoch und runter, durch Matsch, durch Lehm, wir sind ausgerutscht und haben uns gegenseitig angefaucht und das Wasser in unsere Rachen gekippt, darauf wartend, dass sich diese Qual lohnen würde. Leider blieb der ersehnte Moment aus. Bei so einer verdammten Anstrengung bleibt nicht viel Zeit, sich der Natur zu erfreuen, und wenn man nicht gerade in der Vogel- oder Gekrabbelkunde bewandt ist, kann man mit der Flora und Fauna auch nicht viel anfangen. Die Szenerie wiederholt sich nach wenigen Stunden bereits. Die Wasserfälle sind zwar schön und angenehm kühl, wenn einem die Brühe gerade den Arsch langläuft, aber in diesem speziellen Fall hätte ich mich auch in Elefantenpisse gewälzt und es wäre gut gewesen.

Weiter im Trekkfieber erwartet einen im Dorf auf dem höchsten Berg, den sich die bekloppten Nomaden je aussuchen konnten, das völlig ausgeleierte und bereits zerfressene Moskitonetz über der Knastpritsche, Streunerhunde mit Krätze und lauwarmes Bier. Und dann betankt man sich mit dem Dorfobersten, weil es nichts anderes zu tun gibt, wenn es um 6 Uhr stockeduster wird und man wirklich keine einzige andere Quelle der Unterhaltung findet. Der Dorfoberste ist ein alter Mann in kulturell relevantem Gewand und einer Pfeife im Maul. Ich bin mir nicht sicher, ob die wirklich so rumlaufen (immerhin fahren die auch Roller), oder ob das nur für uns so aufgemacht wurde. Und da fängt für mich die ganze Problematik auch schon an. Man soll die Ureinwohner kennen lernen und verstehen, man kriegt viele Geschichten erzählt, wieso und weshalb und am Ende darf man sogar (!) dem ehrenwerten Herren eloquente Fragen stellen, wie etwa “wieso wohnen Sie eigentlich auf dem Dorf am Sack von Herkules und nicht in der Stadt”? Dabei fällt mir leider bisher immer noch keine gute Begründung dafür ein. ER geht ja auch nicht runter in die Stadt und begafft den modernen Homo Behindertus bei seinem täglichen Kampf gegen das Leben selbst. Der Tourismus spült nötiges Geld ins Dorf, aber ich frage mich, welche Lehre ich für mein persönliches Seelenheil daraus ziehen soll. Mein Gott, ich frage ja auch nicht Frau Hildebrandt aus Villingen-Schwennigen, wieso sie lieber mit Neandertalern zusammenlebt als mit den feschen Leuten aus der Metropole. Ich wander auch nicht durch den Schwarzwald und sammel auf dem Weg interessante Steine. Nennt mich einen Kulturbanause; aber wieso ich das alles jetzt auf einmal in Thailand machen muss, das kommt mir nicht in den Schädel. Ungeachtet dessen war es natürlich eine interessante Erfahrung. Und immerhin weiß ich jetzt, dass ich nicht im Dschungel leben werde. Wenn ich da mal nichts über mich selbst gelernt habe, dann weiß ich auch nicht.

Erwähnenswert ist auch der Ritt auf Elefanten, den wir dank falscher Buchung nun schon zum zweiten Mal machen durften. Lasst euch eines gesagt sein: Elefanten sind keine Gazellen, und bequem sind sie auch nicht, und wenn man auf einem Elefant schon mal geritten ist, hat man alle Elefanten schon mal geritten. Und Kamele, und andere Packtiere. Zumal die Tour nicht gemacht wurde, um als Teil des Trekks von A nach B zu kommen, sondern um halt mal auf Elefanten im Kreis zu reiten. Wie authentisch. Instant-Eingeborene, ein voyeuristischer Einblick in ein Leben, das es nicht gibt, das nur angelehnt an die Vergangenheit konstruiert wurde, um als Abenteuer auf meiner Lebens-To-Do-Liste abgehakt werden zu können. Nicht traurig… aber irgendwie eine sehr nüchterne Erkenntnis.

Um dem ganzen doch noch etwas Positives abzugewinnen (ich habe mich übrigens entschieden, diese Reise durchweg negativ darzustellen, damit ihr nicht so neidisch werdet): zwei Nächte in absoluter Hilflosigkeit zu verbringen schweisst sogar die fremdesten und verfeindetsten Menschen, wie etwa Deutsche und Engländer, zusammen. Und so wundert man gemeinsam bei Trunk und Tabak, wieso man sich freiwillig durch die Pampa führen lässt (und sogar dafür bezahlt). Man schmiedet gemeinsame Reisepläne, bewundert sich gegenseitig für die Ekelresistenz und hat am Ende der Nacht, wenn auch die letzte Dose ausgetrunken wurde, sogar Blutsbrüderschaft geschworen. Best Friends Forever. Das Leben ist schön.

If real life hit her she wouldn’t know what it was…

October 16th, 2010 Posted in Urlaub | 11 Comments »

Kanchanaburi Train Rides

Der Ausblick auf Kanchanaburi ist wunderschön. Berge, Dschungel, Elefanten und ein brauner Fluss, der sich durch die Pampa zieht. Ein Motiv für Postkarten, sozusagen, denn wer das mit eigenen Augen sehen möchte muss das mit Haut und Haaren erleben. Zerfressen von Moskitostichen, Kacke von Darm bis Rachen weil‘s kein Klopapier gibt, Ausschlag an diversen Körperstellen weil der Sprung in den River Kwaeh bewies, dass die Toilettenspülung doch direkt dort endet.

Aber ja, wir sind ja nicht zum meckern hier: im touristischen Urwald von Thailand zu trekken, oder eher zum sight-seeing (hier kosten sogar wildfließende Wasserfälle Eintritt in sogenannte „Nationalparks“. Später findet man dann heraus, das einfach alles ein Nationalpark ist, was mehr als drei Heuballen und einen Affen zu bieten hat), ist ein Privileg. Und für das einmalige Durchatmen an der Spitze des Berges und den Blick auf die sterblichen Überreste der Großsstädte krachen zu lassen hat auch etwas. In jedem Fall schon mal gesünder als den ganzen Abgasdruck aus Bangkok in den Arsch geblasen zu bekommen. Nur bequem ist das Leben am Fluss nicht. Für jemanden der noch nie zelten war und maximal mal im Schwarzwald eine Jugendherberge von innen sah, habe ich mich allerdings sehr gut geschlagen. Geckos, Ameisen, Mücken, Warane, Frösche, Fische, und ich lebe noch. Schwer traumatisiert vielleicht, aber nichtsdestotrotz. Jetzt kann alles kommen.

Chiang Mai beispielsweise. Dort, wo die Massage quasi geboren wurde, werden wir statt einem dicken Lenz nur weitere Trekkingtouren vorfinden. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, so lange durchzumachen, bis wir fast tot umfallen. Und das dann hoffentlich auf einer wunderschönen Insel mit vielen Palmen und halbnackten, gut gestählten Männern bzw. Ladyboys. Hauptsache, wir sterben nicht an laotischer Malaria, vietnamesischen Parasiten, kambodschanischen Räubern oder der thailändischen Pest. Oder an Überfressung von Mango mit Sticky Rice. Oder Mückenstichen. Oder Heimweh, das dringt auch noch ab und zu durch, wenn beispielsweise Musik läuft.

(Die Thais sind übrigens fantastische Menschen, solange man nur krampfhaft lächelt und mit ihren Kindern spielt. Und außerhalb von Bangkok sollte man sein. Und Bier dabei haben. Hach, fast schon wie in Deutschland)

Jedenfalls möchte ich einen ganzen Absatz an dieser Stelle auch noch dem Stuhlgang widmen, denn der wird hier grob vernachlässigt. Werden uns viele andere Reisende ständig von ihren Flitzekacke-Leiden erzählen, sitzen wir hier zu dritt mit akuter Verstopfung, weil wir geborene Heimscheisser sind, die sich vom Kot-Ambiente leider etwas abschrecken lassen. Ich meine, wir können hier offen reden, oder? MIR STEHT DIE SCHEISSE BIS IN DIE WEISHEITSZÄHNE, LEUTE. Und das jeden Tag. Und dann ist man im Nachtzug und muss wirklich, wirklich diesmal ganz ganz dringend, und sieht nur ein Loch und darunter den vorbeiziehenden Schlammboden. Ein Traum wurde wahr: endlich mal auf Schienen kacken.

Aber andererseits, diese Plumsklos.. wenn man  dann mal muss, dann setzt man sich schön im Monkey-Style hin und anders als bei herkömmlichen Porzellantoiletten kommt da der Darm gleich mit raus. Eine exquisite Angelegenheit, meine Lieben, und ich freue mich, dass ihr das jetzt auch wisst.

Ich bleibe übrigens vielleicht sogar in Chiang Mai. Wir haben hier das erste Mal ein Budget Hotel erwischt, dass durchgängig Wi-Fi bis in die Zimmer anbietet, und ich merke schon, wie es an meiner Haut kratzt, wenn ich das Internet nur rieche. Ich empfange die Wellen schon in meinen Ohren. Mir ist es auch egal, dass in unserem Bad ein Gecko einsam vor sich hin tobt. Soll er doch. Ich hab Internet, HEIL WI FI!

October 13th, 2010 Posted in Urlaub | 6 Comments »

Bangkok

Morgen verlassen wir endlich die Schmockglocke unter Bangkok. Jeden Tag drei Mal duschen, weil man sich den Filz von der Haut schrubben muss, den diverse hundertmillionen Autos und Tuk Tuks hinterlassen, macht auf Dauer auch keinen Spaß mehr.

Schmockibangkokki alter. Ein einziger Kopfschmerz ist das hier. Von Khao San bis Chattuchak lauter kotzender, britischer Touristen, die alle mal ihren Schwanz in ne Thaimuschi reinhalten wollen (und wohl noch nie gehört haben, dass das in Pattaya einfacher geht). Jedenfalls ist Bangkok eine ziemliche Baustelle, einerseits voll überwältigend und interessant und flashig und so, andererseits auch ein einziger Durchfall. Hier kann man nur ankommen, aber bleiben geht überhaupt nicht.

City of Schmock. Das Tuk Tuk fahren, trotz seiner Umweltbelastung, macht am meisten Spaß, und ich ernähre mich grundsätzlich nur noch von Sticky Rice mit Mango. Generell ist das ein fairer Kompromiss, die schwarze Lunge im Tausch für frische Früchte jeden morgen: Mango, Ananas, Kokosnusssaft, es ist ein einziger Himmel. Noch nie habe ich mich so gesund ernährt wie in diesen Tagen.

Khao San ist so ziemlich das Epitom meines Weltschmerzes. Alles, was an dieser Welt zynisch und kaputt ist, versammelt sich auf der Straße da und versucht die behinderten Touristen abzuziehen. Hier Ping Pong, Ping Pong. Von wegen nette und immer lächelnde Thais. Hier lächelt niemand, wenn du weiss bist und einen Rucksack an hast, es ist ein Handel: du bist hier um zu ficken und zu saufen und billig einzukaufen und unsere Kultur zu zerstören, und wir brauchen das Geld, also helfen wir dir dabei. Herrlich ist das.

Aber es ist nicht alles negativ: wenn man sich hervortraut aus dem ganzen Schmock und die touristischen Ecken verlässt (oder eher die nicht-touristischen Ecken findet), und man zufälligerweise noch jemanden dabei hat, der Thai ist und sich auskennt, dann läuft das ganze schon ein bisschen runder ab. Billiger und leckerer wird’s auch. Bis auf die Heuschrecken, die werden wohl nicht mehr lecker (yep, erster Abend, komm, wir essen eine Heuschrecke. Schmeckt wie Grillhähnchen, aber in schlecht und Chipskonsistenz).

Und dann war ja auch noch der wunderschöne Tag am Strand von Pattaya. Pattaya selbst ist genauso wie das Klientel: alt, hässlich und unfrewillig durchgefickt. Da gibt’s nichts von zu berichten außer ein dickes oh mein Gott ich will hier raus. Der Strand aber war einigermaßen zumutbar, und ich habe mir die besten Freunde zum Reisen ausgesucht, Freunde, die mich nicht wecken, wenn ich halbseitig zur Sonne liege und einschlafe und dann mit eitrigen Brandblasen wieder aufwache. Ich sehe jetzt aus wie Two-Face und genieße die erstaunten Blicke von thailändischen Kindern. Manche müssen dabei auch weinen. Ich muss auch weinen.

Auf jedenfall ist hier völlige Erschöpfung angesagt. Heute ist unser letzter Abend, morgen startet unser Trip nach Konichibura oder irgendwie sowas. Da gibt’s Tiger und Wasserfälle und ach, worauf habe ich mich da nur wieder eingelassen. Danach nach Chiang Mai und da dann Trekking Tour. Danach über den Mekong auf dem Slowboat nach Laos. Das wird prickeln in meine Bauchnabel. Und prickeln an meine Beine, da, wo sich die Moskitos schon seit gewisser Zeit glücklich austoben.

Ihr Vollpfosten habt mir übrigens versprochen, mich mit Musik durchzufüttern, und keiner hat sich bisher die Mühe gemacht mir mal einige neue Tracks vorzuspielen. Muss man sich hier denn um alles selber kümmern? Heute schickt mir jeder von euch seine aktuelle Lieblings-MP3 per E-Mail, wenn es sein muss. Zur Strafe. Bitte?

Mehr Bilder gibt’s entweder später oder morgen bei FindingBerlin, also bleibt dran. Und falls ihr mehr erwartet habt von meinem Reisebericht, beschwert euch bei meinem lädierten Körper und der Tatsache, dass es hier keine Steckdosen gibt. Echt jetzt. Ein ganzes Hostel ohne Steckdosen, mein Akku ist glei

October 9th, 2010 Posted in Urlaub | 6 Comments »

AUH/BKK – Christian Dior Denim Flow

System Overload, dieses Bangkok.

‘I Got The World In My Hands / The Master Plan / But I Don’t Know Why I Keep Calling, Why I Keep Calling You…’

Die Connection ist extrem beschissen, mal sehen, wie das mit dem Foto-Upload funktionieren will, so in der Zukunft. Weitere Stichworte: Mom I’m fine. I miss you. 1000 € Kamera liegt zu Hause, weil kein Platz dafür war. Tuk Tuk fahren macht Spaß. Im Flugzeug sitzen und hoffen, dass sich bei der Ankunft alles verändert, hat viel von romantischer Traummalerei. Kanye West wird mit jedem Freitag besser. Heuschrecken essen – schmeckt wie Hähnchen. Vier Sterne Hotel für mich, Minus drei Sterne Hotel für mein Gepäck. Mehr gibt’s später.

October 5th, 2010 Posted in Urlaub | 3 Comments »