Melbourne – My House

Es gibt kaum eine Möglichkeit, das irgendwie charmant, eloquent oder gar weise auszudrücken, deshalb werde ich es hier in den simpelsten Worten einfach niederwerfen, so, wie es sich nämlich anfühlt: alleine reisen ist nicht so toll. Wenn erst einmal die größten Hürden überwunden sind, die Erfahrungen, die neuen Menschen im Umfeld, die Eindrücke und das Geschehene sorgfältigt eingeordnet und ordentlich katalogisiert wurden, bleibt einem nichts anderes mehr übrig außer sich geschlagen zu geben, frische Luft einzuatmen und trotzdem noch alleine zu sein. Fotografieren macht kaum Spaß, wenn man alleine – der verlassene Tourist – auf der Straße steht und die Leute einen anglotzen, als sei man ein Alien, weil man völlig entzückt ist von einer bemalten Wand. Es macht keinen Spaß, ganz viele, großartige Bars zu sehen, in die man sich nur mit seinem imaginären Freund setzen kann. Shoppen, ohne am Ende jemanden zu haben, der einem zu den großartigen Schnäppchen gratulieren kann. Selbst wenn man Menschen trifft, die nicht ganz so schlimm sind wie das herkömmliche Hostelpack, selbst dann muss man sich ein bisschen dazu zwingen, nicht an die Wärme und das Verständnis und den Humor seiner liebsten Menschen zu denken. Selbst in den Momenten, wo alles nicht richtig läuft und man sich nur mal kurz aufregen möchte, muss man eine E-Mail schreiben um zu vermitteln, was eigentlich gerade passiert.

Melbourne wirft mich in einen seltsamen Zustand zurück, ja, katapultiert mich geradezu wieder in eine Zeit, die ich so nur aus meinen ersten Monaten aus Berlin kenne. Ich erinnere mich daran, wie ich die Leute beneidete, die in dieser großen Stadt einen Zufluchtsort gefunden hatten. Ich würde in Kreuzberg durch die Straßen schlendern und zusehen, wie die wunderbaren Kaffees von schnatternden Menschen bevölkert wurden und traute mich nicht, mich alleine hinzusetzen und meinen Kaffee alleine zu genießen. Ich hasste es, in meiner Küche zu stehen und für mich alleine zu kochen, niemanden anrufen zu können, der mal schnell vorbeikommt um einen Film zu gucken. Niemand, mit dem ich mein Leben teilte.

Genauso wie Berlin ist eben Melbourne eine wunderbare Stadt, in der ich sicherlich Monate, wenn nicht sogar Jahre verbringen könnte und jeden Tag eine andere Ecke mit Faszination betrachten würde. Hier scheidet sich natürlich der Wille zum Reisen von dem Gedanken an das Bleiben, und hier stelle ich auch fest, wie sehr sich meine Motivation in den letzten Monat grundlegend geändert hat. Das erste Mal von zu Hause auszuziehen um mir ein bisschen “eigenes Leben” in der Fremde zu erwarten war nicht einfach, aber ich habe es irgendwie durchgezogen – nicht ohne durchpeitschende Tiefmomente, nicht ohne irgendwann kurz vor dem Ausrasten zu sein, nicht ohne mich unter Arbeit zu vergraben und nicht ohne charakterliche Hürden, aber man verzeiht sich selbst, wenn man jung ist. Es hat am Ende geklappt – am Ende, bevor ich reisen gegangen bin.

Viele Backpacker, die in Australien sind, waren vor Kurzem noch zu Hause und haben mit ihren Eltern eine Abiturabschiedsgrillparty gefeiert. Sie sind das erste Mal von zu Hause für längere Zeit unterwegs, frische 19 oder 20 Jahre alt, in vollem Willen, sich irgendwo niederzulassen und zu arbeiten und ein neues Land zu erkundigen, vielleicht eine neue Heimat zu finden, glücklich zu werden, Abenteuer zu erleben. Das alles scheint wie eine Illusion für mich, nicht, weil ich das nicht auch haben könnte, sondern weil ich durch und durch zu faul, zu müde bin, das noch mal durchzumachen. Ich will mich nicht auf das festlegen, was ich in Berlin verlassen habe, das Reisen hat mir gezeigt, dass es durchaus möglich ist, sich woanders zu Hause fühlen zu können. Aber in Asien hatte ich zwei komplette Vollidioten, die das mit mir geteilt haben, also zumindest ein Stück Heimat. Hier bin ich, mit gewisser Ausnahme, alleine. Ich suche mir alleine ein Hostel, ich ziehe tagsüber alleine durch die Gegend, ich lerne Menschen kennen (aber was für welche) und erschaudere bei der Vorstellung, mir wieder in einer neuen Stadt einen Job, eine Wohnung, einen Freundeskreis suchen zu müssen. Ein Grund dafür, wieso ich Australien bald den Rücken kehren werde. Finanziell gesehen ist Australien ein Ort, an dem man für längere Zeit bleibt. Ohne die oben genannten Faktoren ist das Bleiben aber nicht einfach. Here’s a thing: ich will reisen. Nicht bleiben.

Das ist einerseits befreiend und andererseits niederschmetternd, weil ich genau weiß, dass ich mir Berlin momentan nicht aussuchen kann. Ich möchte nicht sagen, dass es langsam Zeit wird, ernst zu werden und mal an die Zukunft zu denken, denn die Zukunft wird gerade jetzt in diesem Augenblick gelebt; aber es gibt Dinge, die ich machen möchte und auch durchziehen will, geistig verdummende Dinge wie etwa “studieren” (Gänsehaut), und auch, wenn ich Glück mit den Noten und Wartezeiten und so weiter hatte, Berlin ist nicht gnädig. Jeder will ein Stück von dem, was ich mal hatte, und ich habe mich aus diesem Mittelpunkt wieder in das Greencard-Roulette geworfen, weil die Reise jetzt erst einmal wichtiger war (oder ist).

Von Null anfangen lässt mich fast in Tränen ausbrechen, denn ich vermisse (!) meinen alten Trott tatsächlich. Oder vielmehr mein altes Leben in Berlin. Allerdings weiß ich auch, dass mein altes Leben nie wieder aktuell sein wird, mit oder ohne Berlin. Langsam muss ich mich wohl an den Gedanken gewöhnen. Es wird wohl bedeuten, dass ich schweben muss, in Unsicherheit, und in Neuanfängen. Schon wieder. Vielleicht sollte ich einfach für immer Reisen. Und plötzlich verstehe ich es, wenn manche Backpacker mich mit traurigen Augen angucken und sagen, sie könnten nie wieder nach Hause gehen, aus Angst, langsam zu verschwinden.

January 20th, 2011 Posted in Urlaub | 10 Comments »

Flood Me

Die meisten Leute würden sich schwer über eine 3 Stunden Flugverspätung auf Kurzstreckenflügen aufregen. Sie würden Gerechtigkeit, Revolution, mindestens aber einen Essensgutschein verlangen. Die meisten Leute sind aber auch hässlich und dumm, wäre also nicht der erste Unterschied zu meiner wunderbaren Persona. Ich nämlich, ich nutze die Gunst der Stunde(n) und vor allem das kostenlose Wi-Fi, das nicht nach MB-Verbrauch limitiert ist und downloade gerade alles, was mir zwischen die Finger kommt. Die Dropbox synchronisiert, die Torrents werden wahllos angeklickt, der Reader wird durchgelesen und dabei rein aus Prinzip alles gesaugt, was auch nur anseitsweise saugbar aussieht.

In der Zwischenzeit läuft im Fernsehen am Gate ein Live Bericht über die Überschwemmungen an der Ostküste; ich habe viele Freunde und Bekannte, die dort wohnen oder zur Zeit sich dort aufhalten, und mache mir ein wenig Sorgen, was das für Auswirkungen haben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Deutschland viel davon ankommt, aber hier in Australien, wo generell eigentlich nichts passiert aus schwere Cricket-Fails und hin und wieder ein Krokodiltoter, da ist das natürlich ein großes Ding. Es ist ja auch ein großes Ding, da stehen tausende Häuser unter Wasser, und selbst der Damm, der nach der letzten Flut vor dreißig Jahren prophylaktisch dahingeklotzt wurde ist schon übergelaufen.

Bis jetzt bin ich davon nicht wirklich betroffen. Ich hatte sowieso nicht vor, die Ostküste hoch zu reisen. Zu viele neunzehnjährige, fickgeile Spastenkinder auf dem Weg. Vielleicht fliege ich über Brisvegas raus und schaue mir auf dem Weg noch ein paar Sachen an, nur so, um da gewesen zu sein. Aber bisher hat die Ostküste nur negativ-Schlagzeilen im meinem Kopf gedruckt. Größte Flutkonsequenz ist ja das Fehlen von frischem Knoblauch in Sydney (fragt mich bitte nicht, wieso). Außerdem habe ich eine eher berechtigte Angst vor Krokodilen, und die mussten im Zoo die Dinger wohl anketten damit die nicht in den Fluten mitgetragen werden und irgendwelche Menschen in der Rutschpartie mitnehmen. Da säuft man schon in seiner eigenen Stadt fast ab, muss sich vor herumgeworfenen Autos ducken, und auf einmal kommt da ein Krokodil an. Na herzlichen Glückwunsch.

Ich weiß eigentlich sowieso nicht, wie es genau weiter geht. Ich fliege jetzt nach Melbourne und habe genau zwei Optionen, die irgendwie interessant erscheinen: entweder, ich finde einen Job, für den ich mir nicht zu schade bin und kann mir so noch ein bisschen Geld zusammensparen und wie geplant weiterreisen. Oder, ich finde keinen Job und bin dann auch zu faul um mich mit meinem Restkleingeld durch die Welt zu hustlen und fliege heim, wo mich hoffentlich bis dahin der knackende Frühling erwartet.

Aber eigentlich weiß ich von nichts, und vielleicht ist das auch mal ganz gut so.

January 12th, 2011 Posted in Urlaub | 1 Comment »

Sky, Sand, Sydney

Wenn man Sydney irgendwie zusammenfassen müsste, wäre wohl ein komprimiertes, kleines aber feines Europa mit einem riesigen Chinatown dazwischen die angemessenste Beschreibung. Von Newtown über Surry Hills bis Darlinghurst findet man sich in einem klassischen Bild von Londons hipsten Stadteilen wieder, die einen von Thai bis Italiano mit den fantastischsten und vielfältigsten Auswahlmöglichkeiten an kulinarischen Delikatessen, großartigen Cafés und schönen Plätzen beschenken. Zugegeben, CBD – das, was man von Sydney aus dem Fernsehen kennt, der Central Business District – lehnt sich eher der amerikanischen Kultur an, große Malls und spiegelnde Skyline, aber all das passt genauso hier hin wie es nun mal gerade ist. Zweifellos, und endlich wieder, eine ur-europäische Großstadt. Genau das, was ich seit drei Monaten so schwer im südostasiatischen Urwald zwischen Moskitos und hässlicher Psytrance Musik vermisst habe.

Eine europäisch-amerikanische Großstadt, zweifllos, wären da nicht diese kleinen, leicht irritierenden Dinge, die mich von einem ausgeprägt erleichtertem Heimatgefühl plötzlich wieder in absolute Befremdlichkeit werfen.

Da wäre vor allem, nicht zuletzt und gar hauptsächlich: das Wasser. Sydney ist weniger eine Stadt im ursprünglichen Sinne als eine monströse Bucht. Nicht nur die ihrer Zeit voraus entworfene Oper prägt das Bild, sondern auch die weißen Segel herumdümpelnder Boote, die Fähren, die im Berliner S-Bahn Takt von einem bis zum anderen Ende der Stadt pendeln, die Strände, an denen man sich wie auf den schönsten Inseln fühlt und von Surfern belagert werden. Hier ist etwas, dass ich noch nie so erlebt habe und wofür ich unendlich dankbar bin, irgendwie ein Hoffnungstropfen in meiner urban angehauchten Psyche: eine Stadt am Meer. Im Meer, tatsächlich.

Man verliert sich sehr schnell an diesem magischen Ort, der irgendwie alles zu sein scheint und sich doch nicht richtig entscheiden kann; Touristenmagnet, Strandidylle, Hipsterparadies oder kommerzieller Mittelpunkt. Ich möchte gar nicht erst versuchen, Sydney mit irgendeiner anderen Stadt auf der Welt zu vergleichen; es geht nicht. Und gerade bei dem Gedanken daran, Berlin daneben zu stellen und Pros/Kontras zu formulieren, erschauert es mich am ganzen Körper: ihr müsst verstehen, man kann Berlin nicht wirklich vergleichen, weil es immer der Ort sein wird, an dem ich meine Restjugend verbringen möchte. Aber man kann genauso wenig Sydney vergleichen, denn dieses Stück Erde ist mindestens genauso einzigartig.

Wie bereits formuliert, sind es vor allem die kleinen Dinge, die einen so irritieren – das Wasser ist keine Selbstverständlichkeit, aber man gewöhnt sich daran, jeden morgen den wunderschönsten (und traumhaftesten) Ausblick auf einen der berühmtesten Häfen der Welt zu werfen. Nein, es sind die kleinen Dinge, an die ich mich nicht gewöhne. Dass die Australier alles wie eine Frage formulieren und mich damit in ihrem Englisch komplett in den Wahnsinn treiben. Oder dass man im botanischen Garten Kakadus von Baum zu Baum fliegen sieht und sie noch bis in die Nacht hinein so lange kreischen hört, bis man selbst zur Shotgun greifen will. Oder dass man im Museum of Contemporary Art kopfkratzend vor nichtsaussagender (weil völlig neuer!) Aboriginal Kunstwerken steht und sich fragt, wo denn jetzt die Picasso-Wannabes hängen.

Dinge sind anders. Die Tickets für den Bus kauft man bei 7-11, in Convenience Stores ist alles teurer als in den Supermärkten und die Clubs machen generell um 2 Uhr morgens zu (was ehrlich gesagt besser für alle Beteiligten sind, da Australier in diesen Gefilden leider auch noch nichts von elektronischer Musik gehört haben und wenn, sich dann lieber auf gehirnschädigende Hip Hop House Remixe beschränken und ich anschließend gerne mal mit einem befreienden Sprung von der massiven und eindrucksvollen Harbour Bridge flirte). Es gibt unglaublich viele Asiaten hier, nach einer Stichprobenzählung konnte ich mehr ausmachen, als ich in Vietnam insgesamt zählen konnte. Seltsam fühlt man sich hier, wenn man zwischen Reihenhäusern, die eher an einsame Orte im Nirgendwo erinnern, plötzlich das Meer und die Wellen aufbrodeln sieht. Strahlend blauer Himmel, die Sonne brennt einem den Hautkrebs direkt unter die ersten Schichten, und dann ist das auch noch der schlechteste Sommer Australiens (es regnet alle drei Tage).

Kleine Märkte in alten Stadtteilen, Bars, in denen man nicht Rauchen darf, völlig desorganisierter Verkehr und dann sitzt man zwischen sechs Leuten in einer chinesischen Bude mit seinen Freunden wo man sich für 50 Dollar die Woche ein Zimmer teilt das eigentlich für maximal 3 Personen gemacht ist am Fenster und sieht einen verdammten Schwarm riesiger Fledermäuse am Himmel. Gotham Fucking City.

Oder man trinkt Flat White (Kaffee in Australien zu bestellen ist auch erst mal eine Kunst, für die man ein Lexikon braucht) im Draußen-Café des NSW Museum of Art und sieht einen Ara (oder jedenfalls einen bunten, kleinen Papagei) den Tisch langspazieren. Einfach so. Das sind dann so die Momente, wo man rafft, dass man nicht in Europa ist, sondern in Australien, auf der anderen Seite der Welt, wo jede Sekunde ein Känguruh ins Bild springen könnte, und wo alle drei Minuten jemand wegen Krokodilen, Quallen, Haien, Spinnen oder Schlangen stirbt. Zumindest sagt man das so. In Australien kann man an vielen Dingen sterben.

Der massivste Unterschied, den ich aber bis jetzt festnageln konnte, ist das Internet. Nicht, dass das Internet sich am anderen Ende der Welt anders verhält, aber die Leute spinnen hier. Die sind absolut rückwärts. Es gibt keinen unlimitierten Data Plan. Anders ausgedrückt: man bezahlt hier per Gigabyte an Download. Und dann läuft das im Pre-Pay Plan auch noch ab, meistens schon nach einem Monat. Nicht, dass das bei mir irgendwas ausmachen würde, immerhin knall ich die zwei Gig, die mir im Monat zustehen in zwei Tagen runter, aber ach du Scheisse, sind die denn komplett bescheuert? Dass man da nicht auf die Barrikaden geht und Randale macht und absolute Revolution ankündigt. Ich fange damit jetzt mal an, indem ich offline gehe. Wir sehen uns in Melbourne wieder, wo ich mit genauso wenig Plan herumdümpel, bis ich einen Job finde. G‘day mate.

January 8th, 2011 Posted in Urlaub | 3 Comments »

Look At Me Now

Es ist aber auch schwer, es besser als Diplo zu machen.

Übrigens, hey, wer hätte es gedacht, Australier haben in jeglicher Hinsicht einen ganz eigenen Musikgeschmack, und wie in jedem Land wird Diplo auch hier einfach vernachlässigt. Ich werde diese Mauer durchbrechen, ihr müsst mir nicht danken.

January 6th, 2011 Posted in Musik, Urlaub | Comments Off

Sydneysiders

Es ist der 1. Januar 2011, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es schwierig wird, das letzte Jahr zu überbieten. Berlin, die Crew, die Familie, die Reise. Ich. Das kann man nicht überbieten, dieses unschlagbare Gefühl von “seinen Platz im Leben einnehmen, obwohl man ihn gar nicht gefunden hat”. Planlosigkeit und Langweile richtig schön genießen, aber niemals alleine, sondern immer umgeben von Menschen die eine bedeutsame Rolle in der eigenen persönlichen Entwicklung spielen. Wenn man das Entwicklung nennen kann.

Die Orte ändern sich, aber mein Gefühl ändert sich nie: ich habe letztes Jahr irgendwie alles richtig gemacht, auch wenn es sich nicht immer richtig angefühlt hat. Ich schreibe euch Feiernden (und Frierenden) aus der Zukunft, der 1. Januar aus der prallen Sonne, und alles fühlt sich okay an. Natürlich. So als ob man nur so, und niemals anders, irgendwie Silvester gefeiert hätte. Am Wasser mit einem riesigen Feuerwerk, auf das man 12 Stunden lang dank Sandwichversorgung gewartet hat.

Aber so einfach ist das natürlich auch wieder nicht. Im Gegensatz zu den anderen Profi-Deutschen habe ich es nämlich noch nicht geschafft, mir einen Kopf darüber zu machen, wie es weitergeht. Und obwohl ich es auch gar nicht wirklich möchte, hat das fehlende Geld mir einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Flug nach Melbourne geht am 11. Januar, bis dahin sitze ich in Sydney fest. Oder: ich quetsche mich in einen Van mit MRTNKU und seinem Bruder und wir bieten unseren Leuten zu Hause von Küste zu Küste die Auslandsaußenstelle Berlins an, immer da, wenn die Wellen da sind, und niemals haben wir es eilig. Egal wie, das Geld spricht. Soll ich arbeiten? Werde ich hier einen Job finden, der mich nicht in den Wahnsinn treibt (in den wirtschaftlichen Wahnsinn, weil arbeiten in Australien zwar lukrativ ist, aber nicht arbeiten in Deutschland und arbeitslosengeldberechtigt sein auch nicht so schlecht ist), oder werde ich innerhalb der nächsten 1,5 Monate wieder meine Sachen packen und nach Hause fliegen, weil ich in Asien wirklich alles kaufen musste, was es auf den Straßen zu kaufen gab (no regrets, aber Asien hätte nach Australien sicher besser geklappt)?

Ich weiß das nicht. Ich weiß gar nichts gerade. Ich weiß, dass ich ab dem 3. Januar kein Hostel mehr habe und mich deshalb jetzt bei Couchsurfing anmelde. Ich weiß, dass ich in Melbourne für die ersten Tage einen Schlafplatz habe und dann wieder weiterziehen muss. Ich weiß, dass ich Lust habe, nicht nachzudenken, aber tatsächlich wieder den gleichen bürokratischen Stress erlebe, wie ich ihn zu Hause auch hätte. Tax File Number, Bank Account, Job finden, Kleinanzeigen, für eine Couch bewerben. Es könnte alles so einfach sein, und für viele Leute ist es das auch. Nur ich, ich habe darauf nicht wirklich Lust gerade. Und es stellt sich die Frage, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für 2011 ist.

January 1st, 2011 Posted in Urlaub | Comments Off

Pass Out

Es gäbe so viel über Sydney zu erzählen, aber das Geld ist mir zu schade um für’s Internet zu verballern, und ich kann nicht den ganzen Tag bei McDonalds chillen um das (absolut langsame, aber immerhin kostenlose) Wi-Fi zu nutzen. Now wait for it.

December 30th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

neulandsehen

Wie anders unsere Leben jetzt sind. Und bald tauschen wir unsere Rollen – vielleicht.

Nach sieben Wochen bin ich nun bei Buch Nr. 5 angelangt. All denjenigen, die diese Lesegeschwindigkeit als normal ansehen, möchte ich an dieser Stelle für ihr Leserleben gratulieren und mitteilen, dass sie sich ihre Kommentare zu meiner bisherigen leserlichen Leistung sonst wohin stecken können. – neulandsehen

December 5th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off