Generation Un-Kultur, Generation Fashionvictim, Generation Bloghouse-Hype, Generation post Post Merriweather Pavillion, Generation Hipster. An Bedeutungslosigkeit, Lethargie und Ironie kaum zu überbieten. Wenn man das alles auf einen Haufen schmeissen und definieren wollen würde, wäre eben die Abwesenheit einer klaren Aussage genau das, was es ist.
last year i used to live with my girlfriend in her dealer’s basement. i paid no rent, and slept all day, and on the nights when we didn’t have enough money to score yay from upstairs i’d drink cough syrup and listen to french house records with the lights off and the bass way up.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich gerade den nächsten Knüller des Sommers und vielleicht auch des Jahres 2010 in meiner Musikbibliothek gefunden habe ((wie immer habe ich nicht den leisesten Hauch eines Schimmers, wie es da reingekommen ist. Ein Geist? Ein großartiges Mixtape? Eine Eingebung? Gekauft? Ich weiß es nicht)). Vielleicht sogar das neue MGMT in leicht abgewandelter Form (nachdem die ja den Popnerv mit dem zweiten Album nicht mehr ganz so gut getroffen haben, ist der Platz zumindest wieder frei):
Ich liebe Berlin, aber hey, wer hätte es gedacht. Aber weil ich mich immer noch sehr fremd fühle und mich erst noch mit dieser Vielfalt an Möglichkeiten auseinandersetzen muss, mache ich mir momentan Freizeitstress und erkunde die Stadt auf eigene Faust.
Erst vor einigen Wochen habe ich eine Tour durch die Street Art Ecken des dicken B gemacht, um meinen Touristenstatus etwas zu verfestigen (nicht, dass ich schon seit mehr als einem Jahr hier wohnen würde oder so). Anyway: irgendwie bin ich auch ganz lokalpatriotisch geworden, was die Berliner Street Art Szene angeht und freue mich immer wenn ich im internationalen WWW etwas Tolles entdecke um dann festzustellen: oha, der kommt ja aus Berlin, HAB ICH’S DOCH GEWUSST!
photo by evol
So heute auch passiert mit Evol: großartig, großartig, großartig. Noch ist mir keines seiner Werke begegnet (wahrscheinlich hab ich schon tausende dieser Teile gesehen, sind mir aber nie aufgefallen. Das ist halt so bei mir. Man muss mich schon mit dem Gesicht in die Scheisse drücken damit ich merke dass es hier irgendwie stinkt), was auch daran liegen kann, dass solch Zeug ja immer in F-Hain oder X-Berg passiert und ich die meiste Zeit im Wedding schimmel oder am Gendarmenmarkt pimmel (nicht, weil ich dahin gehöre, sondern weil ich da arbeite, ihr Penners!).
Eine 8-Bit-Invasion von Kreaturen wütet in New York City, wo das Video gedreht wurde. Wie eine Infektion fällt die 8-Bit-Pixel-Armada in Manhattan ein und verpixelt alles, das sich nicht retten kann. Well done:
Es sind die kleinen Dinge des Lebens. In der U-Bahn stehen und von einem Baby aus dem Kinderwagen angelächelt werden. Oder immer noch alte Videospiele auswendig zocken können. Oder das Verhältnis von Milch zu Cornflakes richtig hinbekommen. Oder die nicht schon vollgesabberte Seite des Kissens aufdecken. Oder die Fötus-Position in ganz verzweifelten Momenten einnehmen. Oder eine Aufgabe echt beschissen erledigen und trotzdem damit durchkommen.
Uh, es ist mal wieder so weit: meine Temporäre Favorite Tracks Playlist (die ich in iTunes mit dem spirituellen Namen “Momentum” belegt habe) beinhaltet mehr als (nur) irgendwelche R&B-Rotze, die mir immer im Gehör kleben bleibt. Anders ausgedrückt: eine Version der Favorites, die mir nicht (nur) peinlich ist. Die Songs, die ich finden konnte, habe ich bei Grooveshark in die Playlist gehauen. Let it roll, baby.
Heute ist wieder so eine Nacht, in der das Schlafen unmöglich ist- wie die letzten einhundert Nächte ungefähr es auch waren. Keine Ahnung, wieso. Aber wenigstens habe ich etwas gefunden, dass mir die nächsten Stunden Gesellschaft leisten wird. Awkward Family Photos.
Kann sein, dass es an der derzeitigen Jahreszeit liegt, aber zunehmend suche ich nach geschmeidigen Sachen, wobei mir Mayer Hawthorne den Einstieg in den Herbst schon erheblich erleichtert hat. Durch einen Freund wurde ich heute auf Jonathan Jeremiah aufmerksam (siehe auch die wirklich nette Website). Und da kann ich nur von Dankbarkeit sprechen.
Dieses Jahr war irgendwie ein gutes Jahr für smoothe Besänftigungsmusik – Broken Beats. Und Jonathan Jeremiah, dessen ersten beiden EPs bei Island Records erschienen (ehemaliges Independent-Label aus Jamaika, das unter anderem auch Bob Marley hochzog), trifft diesen ganz besonderen Nerv. Vor allem der großartige Song „Happiness“, der vor kurzem als EP erschienen ist, klingt wie eine bittersüße Hommage, wie ein Liebesbrief an die geschmeidige Seite des 70er-Jahre-Radio-Pops. Empfehlenswert sind in dem Zusammenhang auch die Remixes des Tracks (Quite Village Remix & Morgan Geist’s Port Authority Remix). Großer Stoff.
Auf die erste LP, das Debut, warte ich jedenfalls gespannt. Klingt auf jeden Fall nach wirklich geilem Scheiß. Und auch wenn der Dude aussieht wie Jesus, tut es! Hört es euch an!
Ein bisschen beneide ich ja schon die Leute, die das Glück hatten ihn dieses Jahr auf dem Haldern Pop zu sehen. Bängeräng.
S liegt mit Tanga in Spanien in der Sonne, trinkt aus Eimern Sangria und knallt betrunkene Briten. Und ich war vor einer Woche da, wo man vor einer Woche auch hätte sein müssen: in Berlin beim Mayer-Hawthorne-Konzert. Und weil man bei seiner Musik prinzipiell erstmal eine Errektion bekommt bzw. feucht wird, dachte ich, es wäre nur passend, wenn ich mir gut aussehende Menschen suche, die schick anziehe und mich auch, und da einfach hingehe. Am 17. Dezember werde ich zwar schwer bei Rammstein im Velodrom ausrasten, aber ich kann jetzt schon sagen: Mayer Hawthorne – musikalisch mit das Beste, was mir 2009 live passiert ist.
Da stand ich dann also vor dem Bohannon, in einer Schlange, die bis zum Hackeschen Markt reicht, gefühlt bis Hannover. An der Seite Freunde und Miniheldin. Hunderte von Menschen in Stoffhosen, Kleidern, mit Fliegen, Westen, Krawatten, Hemden, Hüten, Schweißbändern und so. Wäre nur alles ohne Farbe gewesen: 20er Jahr und alle hübsch.
Im Bohannon mindestens 35 bis 40 Grad. Dicht gedrängt aneinander. Langes Warten und R’n'B-Musik. Aber nicht die Scheiße, bei der die Kragen der Polohemden hochgeklappt werden und Genitalien nach vorne gestreckt werden, damit Bitches ihre Ärsche daran reiben können, nein, richtigen Rythm and Blues, der aus dem in der weißen Version früher der Rock’n'Roll entstand. Vom allerfeinsten. Mein Herz ist auf Electro geeicht, das habe ich an dem Abend festgestellt. Es war also mal eine kleine Offenbarung, dass dem auch entgegengewirkt werden kann.
Dann mit großer Verspätung: Die Band betritt die Bühne. Alle haben Augenringe und sehen verflucht gut gekleidet und cool aus. Augenhöhe mit dem Publikum. Mayer Hawthorne geht ans Mic. Der Saal kocht. Alle sehen verschwitzt aber immer noch verflucht gut aus. Erster Track: Bewegung, geschlossene Augen und Herzklopfen. Alle wissen, wieso sie heute hier sind.
Es folgt „Maybe So Maybe No“, absoluter Burner, uralt-Cover von The New Holidays. Niemand kann seine Erektion zurückhalten, ich weiß es (Achtung: absolutes Killer-Video):
Knapp anderthalb Stunden später sind 80 Grad im Bohannon, alle haben mindestens zwei Liter Wasser über die Poritze ausgeschwitzt, viele Glückshormone schwingen durch den Club, viele Erektionen klingen ab. Es war großartig.
Absoluter Newcomer deluxe: Mayer Hawthorne. Du coole Sau, du. Und im Übrigen kann ich nur sagen, dass sein Debutalbum “A Strange Arrangement” wirklich allererste Sahne ist.
Ja, er ist jetzt noch nicht soo bekannt, aber wenn sogar schon britische Radiomoderatoren feuchte Träume bei seiner Musik bekommen, dann lohnt es sich mal reinzuhören. Dem bin ich gefolgt. Es war eine großartige Entscheidung: Mayer Hawthorne.
Was Soul angeht, bin ich jetzt eigentlich nicht so der Groupie. Aber wenn das Independent-Label Stones Throw Records (aus L.A., Kalifornien) was mitnimmt, dann wird auch mein Interesse geweckt. Am 21. November legt Mayer Hawthorne in Berlin im Bohannon auf und ich werde da sein, mit Fliege, Hosenträgern, Hemd, Tickets und Heldin. Weil sein Debutalbum „A Strange Arrangement“ einfach mal verdammt über-sweet ist. Der Junge ist so verdammt awesome… unbedingt ansehen: