Cyril Hahn Guest Mix For Rob Da Bank

BBCs Radio 1 setzt die Messlatte für gute Musiksendungen im öffentlichen britischen Radio – oder generell überall – ziemlich hoch. Immer wieder holen sich die Moderatoren für ihre Sendungen die angesagtesten und heißesten DJs ins Studio, die ihre raffinierten Tanzmusik-Selektionen für die Ohren ungeschulter auflegen. Ich bin ein großer Fan vieler dieser Mixe – man erinnere sich an James Blake, Jamie XX und viele andere Sendungen, die es regelmäßig in den Umlauf schaffen.

Für Radio 1s Rob Da Bank durfte nun Cyril Hahn seine Kunst zum Besten geben. Eine halbe Stunde gut komponierte House-Exzellenz! Whoop Whoop! House hat sowieso derzeit sein großes Comeback. Man denke da an Bicep, die mit ihren 90er Jahre Synth wieder ein bisschen die Stimmung aufpeppen. Cyril Hahn bleibt allerdings klassisch ruhig und gewohnt uneklektisch: stringente Beats und magische Vocals.

Cyril Hahn hat mit seinem Destinys Child Bootleg “Say My Name” vor einigen Wochen einen Monster-Hit für alle House-Besessenen erschaffen. Immer häufiger werden die klassischen R&B- & Popsongs der frühen 2000er gesampelt, sodass der Erinnerungswert, Mitsinggehalt und Eingängigkeit der bereits erfolgreichen Stücke in das House-Genre transportiert werden. Cyril Hahn perfektioniert dieses Anliegen, und sein neuester Mix kann sich – überraschenderweise ohne die kontemporäre EDM-Trap-Bass-HipHop Schiene zu fahren – voll und ganz sehen lassen. Schade, dass die meisten Club DJs nicht so richtig wissen, wie man abwechslungsreiche und spaßbringende House-Musik auflegt. Ich wäre mit Sicherheit wieder öfter beim Tanzen zu finden.

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January 7th, 2013 Posted in Musik | Comments Off

TERRA X

TERRA X BBC ZDF Doku Eisige Welten

Ich spüre, wie sich das Universum ausdehnt, wie sich Raum und Zeit in alle Richtungen erstrecken. Diese mir sonst versperrte Vorstellung wird greifbar, denn ich habe mich in den letzten Tagen sehr ausführlich mit der Ruhe und der Beständigkeit der tiefsten Punkte meiner Seele auseinandergesetzt. Mir ist richtig beschissen langweilig. Die Grenzen zwischen Langweile und Depression können an Weihnachten schon mal verschwimmen- mir bleibt nichts anderes übrig, als fest an das Ende dieser Tage zu glauben.

Denn an Weihnachten bleibt die Zeit in diesem Haushalt stehen. Gemessen werden keine Stunden oder Minuten, sondern nur die Momente, an denen man sich nicht vor Langweile umbringen möchte. So friedlich und still das kollektive Nichtstun auch sein mag, wenn sich der aufgewirbelte Staub denn erst Mal legt, erkennt man auch, wie dreckig der Boden eigentlich ist. Und dann bindet sich dieses widerliche Gefühl davon, wie das Universum nicht aufhört, noch größer und mächtiger zu werden, an das Gefühl, bei den Eltern zu Hause zu sein. Das sorgt dann für dieses trügerische Heimweh, eine Art Kausal-Wahnsinn der sagt: hier bist du nicht zu Hause, und wenn nicht hier, dann kannst du dir ja auch irgendwo einen Ort aussuchen, und an dem wirst du definitiv glücklich.

So denke ich an das letzte Weihnachten, welches ich mit meinem Arsch nach oben auf dem Grill von Bali verbrachte; an eine Reise, die in mir genau dieses Gefühl der Einsamkeit manifestierte, dieses “nicht klarkommen”, wenn man nicht ständig NOISE NOISE NOISE um sich herum hat. Alltag, Stress, Freunde, das ständige Gelaber, To Do Listen. So widerlich diese Routine auch sein mag, sie überdeckt die eigenen Schreie. An Weihnachten kann man es rein aus Gründen der Infrastruktur nicht umgehen. Und wenn man selbstständig auf sein eigenes Hotelzimmer in Kuala Lumpur geht, nach erfolgreichem Tag im Ausland, nach unheimlich vielen tollen Begegnungen, und nichts mehr außer kahlen Wänden und einem nicht ausreichend funktionierendem Ventilator existiert, dann verkrampft sich alles und man erkennt, dass man sein zu Hause mit Sicherheit nicht alleine finden wird. “Alleine” ist ein Trugschluss, und die Einsamkeit in diesen Momenten im Keller aller Gedanken sorgt dafür, dass ich das weiß.

Anders gesagt: die Länge meiner bewusstseinserfüllten Tage richtet sich danach, wie gut oder schlecht das Fernsehprogramm ist. Der ZDF zeigt gerade die Terra X Doku über unseren eiskalten Planeten, die man sich auch online angucken kann. Die Bilder sind wie ein Traum, den man nicht verpassen sollte. Über die Mediathek-App kann man sich die Folgen sogar runterladen, sobald sie ausgestrahlt wurden. Weihnachten ist also auch nächstes Jahr für 3 Stunden gerettet.

December 26th, 2011 Posted in Gangster | 2 Comments »