Zeitmanagement

Dinge, von denen ich glaube, dass ich sie tun würde, wenn ich mehr Zeit hätte:

Mehr Zeitschriften, Romane und verpasste Klassiker lesen, mehr Serien schauen, exotische Filme und beliebtes Kunstkramzeugs nachholen, mehr Ausstellungen besuchen, mich mehr mit Kameras und Fotografie beschäftigen, ein paar Wörter auf Thai lernen, mehr kochen und lernen, wie man einen Kräutergarten züchtet, alte Freunde auf einen Kaffee treffen in einem Stadtteil, den ich nicht kenne, neue Freunde machen, Ideen für bestehende Projekte umsetzen, joggen, mit entfernten Verwandten telefonieren, Bilder bearbeiten, lernen wie man Videos schneidet, lernen wie man Komplimente mit Würde annimmt, mehr mit Politik beschäftigen, mich ehrenamtlich engagieren, Alben, die ich herunterlade, einmal am Stück durchhören, Animal Collective Hype nachvollziehen können, Fixie fahren lernen um auf Menschen jeglichen Geschlechts attraktiv zu wirken, Zähennägel lackieren um auf Menschen jeglichen Geschlechts auch nackt noch attraktiv zu wirken, Sex haben.

Dinge, die ich tatsächlich tun würde, wenn ich mehr Zeit hätte:

Nichts, und schon gar nicht Sex haben.

August 16th, 2010 Posted in Uncategorized | 2 Comments »

Contemporary Art

Das langweiligste ‘Meme’ im Internet ist mit Sicherheit das TumblR-Helvetica-Weisheiten-Ding- ihr wisst schon, Vintage Bild mit Helvetica-Zitat von einem weisen Menschen. Aber ich bin kein Hater- ich fühle mich nur unterrepräsentiert und werde mit den Sprüchen nicht direkt getroffen. Um also die zeitgenössische Kultur auch in meinem Haus willkommen heißen zu können, habe ich mich mal selbst an die Arbeit gemacht und meine mir liebsten Lyrics bekannter Songs verwendet, um bestimmte Messages, Lebensmottos und clevere Phrasen unter meine Peer Group, die sich sonst nicht angesprochen fühlt, zu bringen.

August 12th, 2010 Posted in (Pop)Kultur | 6 Comments »

N2Gether Now

Shut The Fuck Up. Limp Bizkit, posen, blenden, Skate Parks, mit Headphones am Coolsten durch die Straßen laufen (im kleinen Dorf, versteht sich), und sich über diese Wörter freuen, die man gar nicht sagen durfte (wegen den Eltern und so). Musik, die von der eigenen Generation geprägt wurde. Ein erster Schritt Richtung Erwachsensein. Ein Step. Beats. Smoke. Hoodies. Tips. Pizza. Der Bass im ersten Auto (wobei, das kam so unendlich viel später, eigentlich waren es die Autos von den älteren Kernasi-Freunden, die man sich angelacht hatte, um DRIN zu sein).

Und dann die Spiele, die wir damals gezockt haben – Dimensionen und Welten der unendlichen Langweile haben wir durchbrochen – Snake, Pacman, Minesweeper – auf dem Klo haben wir unsere eigenen Rekorde gebrochen und für anhaltende Probleme mit Hämorrhoiden gesorgt.

Ich habe diesen Song einfach so abgöttisch geliebt. So oft mit dem Kopf dazu genickt. Mit meinem klobigen Skaterschuhen und der ausgeleierten BRAUNEN CORD HOSE (!!!), und dem Edding in der Hand, und den aufgemalten Körpertattoos, die dann in der Sonne auf der Haut geschmolzen sind. Einfach nur Asi-Feierei. Morgens an der Trinkhalle Besoffene ärgern. Ich habe mich so bad ass gefühlt. Wenn ich so ein Kid heute sehe, dann überlege ich immer hin zu gehen und zu fragen, ob er schon mal ein Foto von seiner Coolness gemacht hat- man muss es eigentlich aufheben, und sich immer an diese fantastisch-düster-distanziert-kalte und gleichzeitig so zerbrechliche Zeit erinnern. Und außerdem würde ich gerne wissen, was da für ein Sound aus seinen Ohren dröhnt, und schlage ihn zusammen, weil cool sein heute wohl irgendwas mit Revolverheld zu tun hat, und das kann ich nicht tolerieren, da muss ich einfach dick drauf schlagen. Und dafür zieh ich mir auch gerne wieder die hässlich-traumatisierenden Cordhosen und die Buffallo-Plateau-Absätze an.

Fred Durst ist aber auch einfach so ein behinderter Vollspast, wenn man den nicht zum Vorbild hatte, dann weiß ich auch nicht. Aber ‘ne schöne Jugend war das dann nicht.

August 6th, 2010 Posted in Musik | 9 Comments »

Old Economy Marketing 2.0

Woher weiß man, dass alte Menschen plötzlich das Internet für sich entdecken? Auf einmal werden Manifeste geschrieben, Gesetze abgesegnet und Grundsatzregeln veröffentlicht. Hach. Die Zeit der grenzenlosen Rebellion ist vorbei, und alles, was vorher soetwas wie einer flüssigen Entwicklung gleichen konnte, soll heute in steife Formen gegossen werden.

Wahrscheinlich, weil alte Menschen mit Veränderungen nicht mitkommen. Frei nach dem Motto: OK, jetzt haben wir schon sechs Jahre gebraucht, um das Internet zu verstehen, jetzt soll die Scheisse nicht von vorne anfangen, lasst uns das alles mal zusammenfassen.

Bestes und jüngstes Beispiel ist ja dieses eEtiquette-Ding, das im schönen Telekom-Pink gestaltet wurde. Es ist wie eine Anleitung zum Atmen: irgendwie selbstverständlich und nutzlos, außer für die, die es schon lange nicht mehr können und am Sauerstoff-Tropf hängen. Gucken wir uns das vermeindliche Regelpaket der Netzhöflichkeiten einmal an:

Ich meine, das ist wirklich liebevoll, dieses Ding, aber, wirklich? Gibt’s jetzt wirklich Menschen, die sagen, oh ja, das ist das, was das Internet gebraucht hat! Endlich ein paar Grundsätze, wie man sich auf Facebook, Twitter und Blogs zu verhalten hat! (Dat sind bestimmt wieder diese zerschossenen iPad User, die das geil finden. iPad User sind das neue Streber, die man verprügeln muss).

Ahahahaha. Wer kommt auf solche Ideen? Sind das junge Menschen, die sich krampfhaft irgendetwas ausdenken müssen, um ihre Chefs zu befriedigen, oder sind das wirklich die Ungeheuer der Mitte-Vierzig, die glauben, dass das genau das ist, was die Welt braucht? Ich meine, wenn das wenigstens lustig wäre. Ich kenne es ja von meinem Job, dass man manchmal irgendwie versuchen möchte, die Zeichen der Zeit zu treffen, und sich dabei in irgendetwas verstrickt was so offensichtlich konstruiert ist. Das ist in etwa genau so mit “Fail” bestempelt wie Unternehmen, die sich auf Street Art versuchen um Jugendliche “in ihrer Sprache/Kunst” anzusprechen. Der Kanal mag ja genau der richtige sein, aber die Umsetzung schreit einfach “oh man ich bin geistig so alt, ich hatte als Kind einen Dickkopfdinosaurier als Haustier”. Sicherlich jetzt keine Anklage an “alte” Menschen, aber eher so diese typische PR-Methodik, die mich immer wieder verblüfft.

Am besten ist natürlich die Tatsache, dass es diese Grundsätze als Buch zu kaufen gibt. Als Buch, versteht ihr. Ein Buch über das Internet. Ich weiß nicht, dagegen sieht BP fast schon wieder wie ein Vorbildunternehmen aus, wenigstens haben die ihren Scheiss nicht mit Absicht fabriziert.

Vielleicht bin ich auch einfach nur nicht die Zielgruppe für soetwas, und mein kleiner Bruder findet’s dann wieder toll. Oh Gott, vielleicht bin ich einfach zu alt, vielleicht brauche ich keine Regeln, weil ich sie gemacht habe. Mein Kopf ist gerade explodiert.

(Übrigens macht das die Telekom für mich jetzt nicht unbedingt unsympathischer. Es ist wie, als hätte ich plötzlich Lust bekommen, meine Oma über den Kopf zu streicheln und sie langsam ins Altersheim zu bringen)

July 22nd, 2010 Posted in Uncategorized | 5 Comments »

Awkward Family Photos

Heute ist wieder so eine Nacht, in der das Schlafen unmöglich ist- wie die letzten einhundert Nächte ungefähr es auch waren. Keine Ahnung, wieso. Aber wenigstens habe ich etwas gefunden, dass mir die nächsten Stunden Gesellschaft leisten wird. Awkward Family Photos.

You Can Only Eat So Much Dip

"You Can Only Eat So Much Dip"

December 12th, 2009 Posted in Uncategorized | 1 Comment »