Writersblock

Wenn ich mir anschaue, was ich so für Posts vor genau einem Jahr auf DragstripGirl veröffentlicht habe, dann frage ich mich ja schon ein bisschen, wieso ich hier mittlerweile mehr Leser habe als damals. Nicht, dass ich damals qualitativ anspruchsvollere Texte gebracht hätte, aber immerhin war es abwechslungsreicher (und hat viel mehr dem Zeitgeist entsprochen). Heute findet man hier hauptsächlich persönliche Anekdoten und pseudo-erwachsene Weisheiten die sich alle nur um mein Leben drehen. Klar, ist ja auch ein Tagebuch, so ein Blog; aber ich erzähle euch ja nicht mal, was ich den ganzen Tag eigentlich mache.

Ich beschwere mich nicht, ich finde es ja toll, dass so viele Menschen anscheinend Lust haben, daran teilzunehmen (so oft ich auch selber gerne nicht daran teilnehmen würde). Aber ich stehe gerade vor einem Problem, das mit dem Schreiben zusammenhängt, und jetzt brauche ich mal die Hilfe von den Menschen, die hier schon öfter mitgelesen haben (vom Rest natürlich auch). Und zwar schreibe ich gerade spaßeshalber eine etwas längere Geschichte. Sie geistert mir seid Monaten schon im Hirn, aber nie hatte ich die Zeit, sie wirklich auszuformulieren. Nun bin ich fast fertig, will sie aber wieder komplett verwerfen, weil sie mir stilstisch (nicht inhaltlich) überhaupt nicht gefällt. Ich langweile mich selber an meinem eigenen Stil, kann aber nicht wirklich identifizieren, was ihn ausmacht.

In vollem Wissen darüber, dass ihr natürlich nicht alle Sprach- und Literaturkritiker sein könnt, brauche ich eben einen kurzen Arschtritt. Was fällt euch an meinem Schreibstil auf, was euch überhaupt nicht gefällt, was euch sehr gut gefällt, was man besser machen könnte? Das können auch so Sachen wie “zu viele Kommas, zu viele Fremdwörter, hör auf zu fluchen” sein. Wenn euch was aufgefallen ist, wäre ich euch sehr dankbar. Und Bonuspunkte, wenn ihr mir sagen könnt, ob es eine Entwicklung gab.. also ob ich letztes Jahr auch stilistisch und nicht nur inhaltlich anders geschrieben habe.

(Ihr dürft mich ausnahmsweise auch mal inhaltlich zerreissen, aber seid nicht zu hart, meine Seele verkraftet so viel Hate nicht auf einmal) — Danke.

April 13th, 2011 Posted in Gangster | 11 Comments »

59

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe – mit Sicherheit aber nicht die Zahl 59. 59 Geschichten, mal aus eurer Perspektive erzählt. 59 Mal hören, was einen dazu bewegt, einen Blog zu lesen, 59 und davon 7 Emails, die mich absolut bewegt und gerührt haben (und auf die ich irgendwann auch noch antworten werde). Es gibt eigentlich gar keinen Ausdruck dafür, wie dankbar ich euch dafür bin. Die, die mir etwas über sich erzählt haben- für diese Menschen schreibe ich hier. Gewidmet an 59 Leute, die es für wichtig genug erhalten, eine Art Leserbrief an mich zu verfassen. Da fühlt man sich ganz schön bescheiden.

Und wie versprochen gehen 59 € auch an Reporter ohne Grenzen, wohl aber erst am Ende des Monats. Ich komme darauf zurück. Bis dahin: hdgdl, Sara.

March 15th, 2011 Posted in Ohne Worte | 1 Comment »

Amy&Sara

Dieses Jahr bekommt mein Lebenslauf einen neuen Punkt, nämlich “Projekte/Magazine/Blogs/Zeitungen/Zeitschriften für die ich schon geschrieben habe”; dieses Jahr wird dieser Liste widerrum Amy&Pink hinzugefügt. Ja, ich weiß. Hätte ich auch nicht gedacht. Aber es macht Sinn, schließlich haben Marcel und ich das Internet ganz am Anfang alleine bewohnt was die deutsche Sprache anging. Er borgt sich mein Talent aus, und ich gucke mal wieder durch den Gullideckel nach oben um zu sehen wie es wäre, berühmt zu sein.

(Danke für eure Unterstützung. DragstripGirl rückt seinem 2. Geburtstag entgegen, mit SeptemberRave sind das schon 5 Jahre. Mir bedeuten eure Kommentare und E-Mails (immer noch) mehr als ihr euch je vorstellen könntet. Ich bin keine Schriftstellerin, ich teile mich auch nicht mehr als andere gerne der Welt mit; ich schreibe. So wie andere Leute Sport machen. Meine unreifen Gedanken im Internet zu veröffentlichen und mich dabei selber bloßzustellen ist nicht immer einfach oder vernünftig. Jedes Mal, wenn ich überlege, das Schreiben auf Papier und Stift zu beschränken, kommen von euch die großartigsten Worte und Antworten und Rückmeldungen. Und jedes Mal ist es mir den ganzen Stress wieder wert zu wissen, dass es Menschen gibt, die meine unausformulierten, verqueerten Gedanken tatsächlich nachvollziehen können. Ihr seid doch alle auf Crack! Danke.)

February 13th, 2011 Posted in Ohne Worte | 1 Comment »

Today, a year ago

Heute vor einem Jahr veröffentlichte ich den ersten Post auf DSG.

– 2009

DragstripGirl hat absolut keine Bedeutung. Auf der Suche nach einem wahllosen Domainnamen bin ich über einen ziemlich eintönigen, aber trotzdem ohrwurmigen Song gestoßen. Dragstrip Girl. Dabei hat dieser Blog gar nichts mit einem Girl zu tun oder mit einem Dragstrip. Vielmehr mit einer gewissen Schnelligkeit und Brisanz an Neuigkeiten und Dingen, die irgendwie, irgendwo, irgendwann passiert sind oder passieren, und nicht zuletzt, noch passieren werden.

Vielleicht passt es also doch. Auf dem Weg dahin werden wir entdecken, was dieses Medium eigentlich darstellen soll. Wer mitmachen möchte, ist dazu eingeladen und aufgefordert. Diese Metadiskussion ist völlig überflüssig, nun, da wir alles wissen. Later skater.

— 2010

Ich wollte mich davon trennen – von Lyrik und von Ambivalenz, von Persönlichkeit und Pseudo-Schreibkraft. Ich ließ mich auf Medien ein, auf Bilder und auf Videos und vor allem auf Musik. Ich lies mich auf ein Projekt ein, auf Kollaboration, ich ließ mich auf neue Eindrücke ein, ich quetschte alle Inhalte meines Kopfes auf ein dreckiges Blatt Papier, und der restliche Input landete auf DragstripGirl.

Aber es wollte so nicht, und die Dinge änderten sich, und mein Leben änderte sich, und jetzt sind wir hier wieder an einem Punkt der Unordnung gefallen. DragstripGirl ist keine Sperrmüllsammelstelle für glitzerndes Nippes aus dem Internet, sondern mein Scrapbook, meine Lieblingsbucht im Ozean der Worte.

Für das nächste Jahr wird DSG wohl die Form eines Travel Diarys annehmen, Bebilderung, Beschilderung, und so weiter. Ich hoffe, ihr seid dann auch wieder am Start. Und mal sehen, wo es uns dann hinführt.

Danke.

August 16th, 2010 Posted in Ohne Worte | 3 Comments »

(absender unbekannt)

Dogmatische Grundsätze eignen sich nicht für mich. Nicht virtuell, nicht real, nicht im Leben, niemals. Alles ändert und dreht und verformt sich in meinen Händen und die Bedeutung vieler Dinge nimmt gerade einen großen Anlauf um in ein Becken voller NICHTS zu springen.

So ändert sich das alles ganz schnell, und plötzlich wird aus einer Bekanntschaft eine Freundschaft, aus einer Freundschaft eine Beziehung – zu zweit steht man dann da, sich an den Händen haltend, während die Menschheit, die Welt und alle ihre Bewohner im Zeitraffer hinter diesem Portrait vorbeigespult wird, völlig belanglos. Menschen kommen und gehen, gute Dinge und schlechte Dinge passieren. Aus einem kleinen Projekt, dass als Aggregator von Vorlieben dienen sollte, wurde ein persönliches Output und ein kleines Lager mit viel Platz für Erinnerungen. Und Erlebnissen. Und Liebe. Und vielvielviel Krimskrams.

dragstripgirl. restrealität. basti und nico (die nicht mehr da sind). freunde. spreeblick. republica. stammtische. ganz viel berlin. ganz viel frust. ganz viel musik. ARBEIT/WORKAHOLIC. ganz viel persönliches. das alles wurde hier aggregiert, in weniger als einem jahr. back to the future wurde back to the past. ein stück quarterlife-crisis, ein stück erwachsenwerden hier. immer mehr text, immer weniger inhalt.

die subtilität und das nichts-sagen wurden radikal vernichtet, obwohl ich beides so liebe.

Marcel fragte mal: was ist, wenn das, was man gestartet hat, nicht mehr das ist, was man will? Was ist, wenn man selbst nicht mitgewachsen ist? Und ich sage: dann mach ich es wieder so, dass es mir gefällt. So, wie es ich will. Hatte allerdings nicht gemerkt, dass ich’s dann doch nicht so gemacht hab. Weil es sich in Stein gemeißelt fühlte.

Ist es aber nicht. Ich weiß nicht, was hier in Zukunft stehen wird, ich weiß nicht, ob es diese Ankündigung wert ist. Vielleicht ändert sich nichts – vielleicht aber doch. Ich möchte nur sagen: es beginnen bald vielleicht zwei Reisen. Mit viel Beschallung und Belichtung. Vielleicht.

(und auch: danke.)

July 24th, 2010 Posted in Ohne Worte | 3 Comments »