Ich mache mir für neue Jahre immer nur maximal Meta-Vorsätze. Sehr beliebt sind die Varianten “Dieses Jahr mache ich mir einen Vorsatz, den ich halten kann” oder “Dieses Jahr habe ich bis zum 6. Januar Zeit, 3 Menschen von ihren Vorsätzen abzubringen“. Ja, ich bin ein schlechter Mensch, aber wir hatten ja jetzt schon genug Zeit herauszufinden, dass schlechte Menschen sexy sind und auch in der Hölle noch mehr Spaß haben werden als die ganzen dahervegetierenden Pimmel da draußen. Ups, hat jemand Pimmel gesagt?

Dieses Jahr startete dafür Abseits jeglicher Norm. Nein, ich war nicht plötzlich gut gelaunt und fand mein Leben schön. Es war auf eine andere Art und Weise.. anders. Am 31. Dezember 2009 wachte ich mit Herzklopfen auf (ich weiß, ich habe das jetzt schon sehr oft erwähnt, aber ich bin wirklich mit Herzklopfen aufgewacht und das ist nicht nur ein stilistisches Mittel, welches die Dramatik meiner Entscheidung & Gefühle betonen soll, nein, es war tatsächlich so und ich dachte ich müsste sterben vor Anstrengung), ich war schweißgebadet von einer wahnsinnigen Eingebung.
Das letzte Mal, dass ich soetwas empfand, war der Tag, an dem ich plötzlich wusste, dass Cumin die geheime Zutat für alles war, was Hackfleisch beinhaltete. Mein Leben war schlagartig nicht mehr freitodgefährdet. Außerdem ist mir das auch mal passiert, als ich eines morgens wusste, dass ich meine Sachen packen und einfach so nach Berlin ziehen würde, mit Sicherheit eine der besten Entscheidungen meines Lebens, auch wenn das vielleicht auch damit zusammenhängt, dass ich nicht mehr so viele behinderte Emos um mich herum habe. Vielleicht.
Und so war es auch dieses Mal: ich wachte auf und wusste, ich würde eine Weltreise machen. Endlich. Jetzt, ja. Es war ein Vorsatz, und mein Herz brannte. Es geht nicht darum, dass man auf einmal überraschend einen völlig absurden Traum verfolgt, nur weil man gelangweilt ist von seinem Leben. Ich bin ganz und gar nicht gelangweilt. Ich bin müde, gestresst, ich renne von einem Menschen zum nächsten, ich habe Spaß, ich bin gut gelaunt (meistens) und erst vor einigen Tagen musste ich feststellen, dass ich doch kein Block aus Schokoeis bin, sondern sogar in der Lage sein kann, Gefühle für jemanden zu hegen. Ok, und manchmal bin ich auch gelangweilt. Aber so war das nicht.
I mean, lol?
Es war ein Moment, in dem ich wusste, dass ich es schaffen könnte. Nicht der Traum war neu, sondern lediglich die Motivation dahinter. Worauf ich die ganze Zeit gewartet habe – ein innerlicher Arschtritt und, so schmerzhaft es auch wird, die finanziellen Möglichkeiten – ist endlich eingetroffen. Ich habe jetzt schon bestimmt 10 verschiedenen Menschen versucht zu erklären, wie das ist. Ich dachte, jeder hätte diesen Moment, einfach aufwachen und wissen, was zu tun ist, aber alle gucken mich immer an als wäre ich Gilbert Grape und hätte es nur noch nicht gemerkt. Banausen, das alles.
… am gleichen Tag noch verbrachte ich 12 Stunden damit, mich über diese Weltreise zu erkundigen, Pläne zu schmieden, mich einzulesen. Sylvester ging irgendwie an mir vorbei, meine Gedanken galten nur der Reise (übrigens war der Kommentar meiner Mutter dazu original (mit Grammatikfehlern weil sie erst seit 25 Jahren in Deutschland lebt, zwei Studiengänge und eine Ausbildung hinter sich hat und das mit der Sprache immer noch nicht hinbekommt), ich schwöre bei meinen ungeborenen Kindern, “du bist wie der schwulen Junger von dieser Fernsehen, der lebt nuuur in seinem Kopf, warum musst du reisen, hä? ICH BRINGE DICH UM!!“). Ich hab schnell tausend Seiten vollgetippt und so viele Informationen zusammengetragen, die schlussendlich sortiert werden müssen, und ich habe immer noch nicht den Grund der Recherche angekratzt. Das auf diesem Blog für mich auseinanderzufriemeln wäre nur zum Leidwesen aller Leser. Aber weil die Infos und der ganze Prozess auf jeden Fall trotzdem interessant sind, habe ich einfach einen anderen Blog gestartet:
Have Love Will Travel (übrigens auch der Titel eines sehr cooler Songs). Ja, das Layout ist hässlich, aber ich habe es meine Mutter aussuchen lassen, weil die ihn ja dann irgendwann lesen muss während sich alle von meinen Postkarten-Posts langweilen. Ich werde meinem Schreibstil trotzdem treu bleiben und hin und wieder mal das Wort “ficken” einschmeissen, for the kicks.

DragstripGirl.de bleibt dann wohl für’s Erste weltreisefrei, während Have Love Will Travel ein Wochenendprojekt wird. Es wird nicht so langweilig, wie man es sich vorstellt, aber es wird vor allem hoffentlich auch noch ein bisschen Kohle bringen, damit ich in den nächsten 10 Monaten nicht vollständig hungern muss. Ich bin ja kein Fan von Selbstmarketing, aber ich weiß, dass manche Menschen sich für das Thema interessieren, daher würde ich mich freuen, wenn ihr den Feed abonniert und hin und wieder für ein bisschen Traffic sorgt (ihr wisst schon, Dinero muchacho). Außerdem gibt’s da auch bestimmt irgendwann Titten. Und wer einen Werbeplatz braucht sagt Bescheid.
Ich erlaube außerdem ausschließlich in diesem Beitrag hier, dass man sich über mich und meine Träume lustig macht. Dann hat jeder mal seine Zweifel geäußert und mit dem Finger auf die fette Trulla gezeigt, die glaubt, irgendwie genug Kohle sammeln zu können und dann echt alleine durch die Pampa zieht, obwohl sie noch nicht einmal in ihrem Leben in einem Zelt übernachtet hat und nicht aus dem Haus gehen kann, ohne sich die Haare zu glätten. Das dürft ihr alles hier in den Kommentaren hinterlassen. Aber danach: danach haltet ihr entweder die Fresse und lasst mich alleine in meinen wahnsinnigen Vorstellungen versagen, oder ihr gebt mir alle Informationen, Tipps, Hinweise und gebrauchten Dingen, die man so benötigen könnte, die ihr habt. Ja, verdammte scheisse, ich nehme auch Visa und Schecks an.