"Girl gone wide."


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Ich bin die Nummer 49 beim Proust-Fragebogen für Blogger auf der ZeitOnline Webseite. Richtig witzig: die Fragen könnten aus dem Jahr 1995 sein, als man noch nicht genau wusste, wie sehr das Internet und die “Bloggerkarriere” eigentlich die Gehirnzellen beschädigen können. Damals, als noch nicht klar war, dass Blogger keine Hexen sondern normale Menschen sind. Ich verdrehte leicht die Augen, beschloss aber dann doch, mitzumachen und endlich über meine tiefsten Wünsche zu schreiben. Falls ihr mich vorher nicht für einen witzlosen Idioten gehalten habt, werdet ihr es mit diesem Interview hoffentlich checken und mich endlich in Ruhe lassen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen? Ich würde echt gerne Krumpen können. Die meisten halten das für einen totenTrend. Ich finde aber, dass Krumpen – eine Mischung aus Bodypaint und Unterleibsschmerzen, die man auch tanzen kann – eine reine Form der emotionalen Alltagsbewältigung sein kann. Leider habe ich weder das Talent zum Malen, noch zu einheitlichen Körperbewegungen, es reicht also nur zum Bloggen.

by yeahs in (Pop)Kultur Crystal Meth State of Mind

Dieses Jahr bekommt mein Lebenslauf einen neuen Punkt, nämlich “Projekte/Magazine/Blogs/Zeitungen/Zeitschriften für die ich schon geschrieben habe”; dieses Jahr wird dieser Liste widerrum Amy&Pink hinzugefügt. Ja, ich weiß. Hätte ich auch nicht gedacht. Aber es macht Sinn, schließlich haben Marcel und ich das Internet ganz am Anfang alleine bewohnt was die deutsche Sprache anging. Er borgt sich mein Talent aus, und ich gucke mal wieder durch den Gullideckel nach oben um zu sehen wie es wäre, berühmt zu sein.

(Danke für eure Unterstützung. DragstripGirl rückt seinem 2. Geburtstag entgegen, mit SeptemberRave sind das schon 5 Jahre. Mir bedeuten eure Kommentare und E-Mails (immer noch) mehr als ihr euch je vorstellen könntet. Ich bin keine Schriftstellerin, ich teile mich auch nicht mehr als andere gerne der Welt mit; ich schreibe. So wie andere Leute Sport machen. Meine unreifen Gedanken im Internet zu veröffentlichen und mich dabei selber bloßzustellen ist nicht immer einfach oder vernünftig. Jedes Mal, wenn ich überlege, das Schreiben auf Papier und Stift zu beschränken, kommen von euch die großartigsten Worte und Antworten und Rückmeldungen. Und jedes Mal ist es mir den ganzen Stress wieder wert zu wissen, dass es Menschen gibt, die meine unausformulierten, verqueerten Gedanken tatsächlich nachvollziehen können. Ihr seid doch alle auf Crack! Danke.)

by yeahs in Ohne Worte


Wenn man den Hipster-Fantasien nach Berlin folgt sieht man sich schnell in einem Strudel der Enttäuschungen konfrontiert mit all den Dingen, die nicht so laufen wie vorgestellt. Altbau Wohnung, Ost-Charme und Szene-Parties werden schnell abgeschrieben, der Kampf um das nackte Überleben in der Anonymität beginnt und wenn man nicht gerade professionelles Trust-Fund Baby ist, dann sieht man sich als armer Student die Chinanudeln von letzter Woche essen. Denn das ist Berlin. Ein Freizeitpark für die ganz Harten.

So habe ich in Berlin auch den Netto kennen gelernt. Der Netto an der Ringbahn und damit das Portal in die Vorhölle, die sich Wedding nennt. Allerdings müssen wir von Anfang an ein Missverständnis aus dem Weg räumen: es geht hier nicht um den kürzlich von Edeka übernommenen Plus, der dann in “Netto” umbenannt wurde. Bei Mohammad, nein. Nein. Es geht um den “Netto Supermarkt” mit dem Hund. Dieses Teil kommt aus Brandenburg und hat in den alten Bundesländern keine einzige Filiale, Gottseidank, denn die bloße Anwesenheit dieser Pufflobby hätte mich schon in jungen Jahren komplett verstört und erklärt auch die Bilanz an Drogenabhängigen und Nazis in ostdeutschen Großstädten. Sorry, man, wäre das in meiner Jugend die einzige Option gewesen einzukaufen, ich hätt’ mir auf jeden Fall ‘ne Platte rasiert und nach der Vergangenheit geschrien!

Ich könnte mich nun über das dubiose Klientel und die Freakshows, die Spritzen am Eingang und die unfähigen Kassierer auslassen. Stattdessen möchte ich erwähnen, dass Netto Stierbier nur 23 Cent pro Flasche kostet und es in diesem Laden nicht ein einziges Lebensmittel gibt, dass nicht auch als ABC-Waffe genutzt werden könnte. Es macht keinen Spaß, dort einkaufen zu müssen, denn man hat Angst Opfer eines Drive-By Shootings zu werden oder an den Gerüchen in diesen Hallen des Todes zu ersticken.

Selbstverständlich muss man das als Herausforderung ansehen.

Mehr Netto im Ghetto

In unauffälliger Tarnung (dunkle Jogginghosen und Plastiktüten mit Pfand) machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Im folgenden werde ich die Bilder unserer Einkäufe sprechen lassen, denn keine Worte können beschreiben, mit welchen Würgereizen wir kämpfen mussten…

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by yeahs in Berlin