Ab sofort findet ihr mich auf dem neuen adidas Projekt “News For Original Girls” als Berliner Außenstelle. Ich weise explizit darauf hin, dass vor allem viele meiner Kolleginnen großartige Persönlichkeiten verkörpern und ein drüber lesen wert sind. Danke für diese Gelegenheit, die immerhin schon alte Freundschaften hat wieder aufleben lassen (“Ey! Kennste mich noch? Wir haben mal zusammen studiert! Ich hab dein Bild auf dem Blog von Palina gefunden! Schön dich wieder zu sehen!”).
Unser Netzwerk an Autorinnen, die aufmerksam und kreativ durchʼs Leben gehen, ermöglicht uns, täglich frische News, herausragende Artikel und einzigartige Reportagen zu servieren. Wir nehmen euch mit hinter die Kulissen von Events, Festivals und Shootings, sorgen für authentische Looks und sprechen mit jungen Künstlern, die etwas zu sagen haben. Dazu zeigen wir die schicksten Pieces aus der aktuellen adidas Originals Women Kollektion, kombinieren Tagesoutfits und setzen sie in stilvollen Fashion-Shoots in einen neuen Kontext. Wir haben keine Angst vor Ironie und das im Auge, was andere übersehen.
Die Macher der Plattform haben sich auf jeden Fall hohe Ansprüche auf die Stirn geschrieben – ich hoffe, durch meine Teilnahme genau dazu beitragen zu können. Ich freue mich über euer Feedback dazu. Dieser Versuch meinerseits hat mich auch lange ins Grübeln darüber gebracht, inwiefern man seinen Namen auf einem gebrandeten Vertikal zur Verfügung stellen sollte, aber die Gedanken darüber möchte ich an einer anderen Stelle noch mal betonen. Hebt euch also was das betrifft euer Feedback erst mal auf. Erst Mal muss ich nämlich noch mal in diesem Leben dazu kommen, für anstehende Klausuren zu lernen…
Wer sagt mir eigentlich, was sich lohnt, und was aussichtslos ist? Wer ist überhaupt berechtigt dazu, mir zu sagen, was ich tun sollte und was nicht? Wer kann mein Werk – nicht meine Arbeit, sondern mein Werk – tatsächlich so beurteilen, dass ich es ernst nehmen kann? Wessen Kritik sollte ich mir anhören – und was ist die Kritik eines einzelnen wert, wenn dafür tausend andere unkritisch Beifall klatschen?
Wer hat Exzellenz, die Brillianz, aber auch die Fähigkeit, die Bildung, solche professionellen Urteile zu fällen, die einem den Grund unter den Boden nehmen und klipp und klar vermitteln: du solltest lieber etwas anderes tun, denn du bist keine Bereicherung für a) die Gesellschaft und b) für deine individuelle Gegenwart. Oder auch: genau das, was du tust, ist das, was wir brauchen. Es ist eine positive Änderung, oder mindestens eine Erweiterung, ein Aufbau, eine Glanzleistung- vielleicht einfach nur “berechtigt”.
Wie viele Menschen können ein architektonisch und handwerklich einwandfreies Haus erkennen und beurteilen? Wie viele Menschen können in einer Jury sitzen und die Figuren eines Klippenspringers nach Konzept, Umsetzung und Ästhetik einschätzen? Viele Menschen können sich begeistern. Sehr wenige haben ein geschultes Auge. Und wie notwendig ist ein geschultes Auge eigentlich? Warum sollte es eine Bestimmungshoheit über Kultur oder Kunst geben, wenn uns die Demokratie in die Wiege gelegt wird? (Vielleicht, weil es auch eine Bestimmungshoheit darüber geben sollte, wie man ein Flugzeug fliegt oder ein Haus baut. Weil Menschenleben, aber auch die Art menschlichen Lebens, auf dem Spiel stehen)
Auf wen muss ich hören, wenn ich frage: sollte ich schreiben? Auf meine Freunde? Auf meine Leser? Wer sind diese Menschen, warum finden sie das, was ich mache eigentlich gut, und warum zählt ihre Meinung, und wenn nicht ihre, wessen sonst? Wie viel Gehör hätten meine Worte bekommen, wenn diese unmittelbare Do It Yourself Möglichkeit des Internets nicht gegeben wäre – wie viel hätte ich geschrieben? Wie viel Brillianz und Intelligenz gehen unter, weil sie nicht den populären Geschmack einer Masse treffen – wie viele Trial & Errors darf man sich erlauben, wenn man kein Fachgebiet, sondern nur ein “Hobby” hat?
Wir reden von Professionalisierung und Paradigmenwechsel, aber kaum einer spricht mehr von Authorität und Elite. Die Frage, die sich stellt, ist ob durch diese Umstrukturierung unserer Kreativwelten auch unser Anspruch verwaschen wird. Ob das generelle Halbwissen, welches jeder hat, das gänzliche Fachwissen eines einzelnen egalisiert. Gibt es einen Weg, beide, sich gegenüberstehenden Welten zu vereinen?
Viele Gedankenanstöße kamen bei der schwedischen Gegenwartsaufnahme “Press.Pause.Play.“, viele Fragen wurden in den Raum geworfen, nicht viele wurden beantwortet. Es bleibt spannend, sowohl gesellschaftlich als auch aus individuellem Standpunkt. Dieser Film hat großartige Standpunkte zu vielen Themen der digitalen Welt zusammengesucht und Menschen sprechen lassen, die sich dieser Welt bedienen. Unabhängig von den Inhalten ist er auch wunderschön gemacht. Wird hiermit ans Herz gelegt.
Seitdem ich in Berlin lebe, ist das Bloggen zu mehr als nur einer “fiktiven” Internetgeschichte außerhalb der realen Welt geworden; es ist ein Kommunikationsmittel, welches mir ermöglicht hat, viele meiner jetzt besten Freunde kennen zu lernen und ein fantastisches Werkzeug um Kontakte zu finden, die einen im Leben weiterbringen. Selbstverständlich liegt das an der Größe von Berlin, hier findet man eben viel mehr Blogger (und auch Leser), als in einem kleinen hessischen Städtchen.
Ich lese auch viele Blogs, aber manchmal lerne ich eben auch Leute kennen, die wissen, wer ich bin, selbst aber gar nicht “öffentlich” im Internet erscheinen. Das irritiert mich. Ich lese nicht jeden Tweet, und manchmal fragen mich Follower, ob ich da und dort sein werde, weil sie auch hin gehen, und ob man nicht einen Kaffee trinken gehen möchte. Huch, ja, gerne… aber ich habe keine Ahnung, wer du bist. Die Zeiten haben sich geändert und nicht jeder ist ein Psychopath, klar, aber ich bleibe trotzdem immer sehr skeptisch: was willst du von mir? Ich weiß doch nicht mal.. hast du denn einen Blog, damit ich mal nachlesen kann, und so?
Meine regelmäßigen E-Mail Kontakte und Kommentatoren kann ich irgendwie schon zuordnen, aber es bleibt immer dabei: ihr kennt mich, aber ich habe keine Ahnung, wer ihr seid. Daher möchte ich euch auffordern, mir zu helfen. Ich will wissen, wer mich kennt. Ich will wissen, wer ihr seid. Ich will Geschichten lesen. Ich will wissen, wie alt ihr seid, wo ihr lebt, wie ihr heisst, was ihr gerne macht, wer eure Lieblingsmusiker sind, wohin ihr geht, was eure Pläne sind, warum ihr das überhaupt lest, was euch inspiriert, was auch stresst, egal was. Ob ihr einen Blog habt oder nicht, ich bin an jedem interessiert, der sich die zwei Minuten in der Woche nimmt, um irgendwie an meinem Leben teilzuhaben. Ich weiß, wie viele Leser ich habe — und das sind durchaus mehr als drei – aber ich verstehe auch, dass das eine ätzende Aufgabe ist, sich selbst preiszugeben. Aber vielleicht habt ihr doch ein bisschen Lust darauf. Ihr könnt in den Kommentaren schreiben oder auch eine E-Mail schicken. Egal was. Ich will es wirklich wissen.
Aber ich will es nicht dabei belassen. Ihr sollt einen (guten) Grund haben, das zu tun. Ich möchte für jeden Kommentar (oder E-Mail) einen Euro an Reporter ohne Grenzen spenden (ich werde zwar sowieso spenden, aber ihr könnt den Wert sozusagen erheblich verbessern). ((Weil ich nicht unendlich reich bin, werde ich es folgendermaßen machen: bleiben die Kommentare unter 100 Stück, werde ich den Gesamtbetrag spenden. Wenn es nicht mindestens 20 Kommentare gibt, spende ich trotzdem 20. Wenn es mehr werden als 100, werde ich jeden Monat für die nächsten drei Jahre 20 Euro spenden. Und die Quittung kriegt ihr selbstverständlich auch.))
Erzählt mir eure Geschichte und tut was Gutes damit. Ich freue mich darauf. Ihr habt eine Woche Zeit.
Wie anders unsere Leben jetzt sind. Und bald tauschen wir unsere Rollen – vielleicht.
Nach sieben Wochen bin ich nun bei Buch Nr. 5 angelangt. All denjenigen, die diese Lesegeschwindigkeit als normal ansehen, möchte ich an dieser Stelle für ihr Leserleben gratulieren und mitteilen, dass sie sich ihre Kommentare zu meiner bisherigen leserlichen Leistung sonst wohin stecken können. – neulandsehen
Einer der hervorragendsten Blogs den ich dieses Jahr entdeckt habe, der mich immer wieder völlig aus der Bahn wirft und breitgefächert fasziniert, ist “You Are Not So Smart”. Der aktuellste Artikel hat einen wunden Punkt bei mir getroffen, weil es um eines der vielen Dinge geht die mich dazu zwingen mich aus der Arbeitswelt zu verabschieden: Groupthink.
It turns out, for any plan to work, every team needs at least one asshole who doesn’t give a shit if he gets fired or exiled or excommunicated. For a group to make good decisions, they must allow dissent and convince everyone they are free to speak their mind without risk of punishment.
It seems like common sense, but it isn’t. You are not so smart.
How many times have you settled on a bar or restaurant no one really wanted to go to? How many times have you given advice to someone you knew wasn’t really your honest opinion? How many times does everyone decide to do Secret Santa and everyone gets crappy presents?
Uncool ist das neue Cool. Gestern auf den Dächern von Weißensee rumgeturnt, heute schon als Promi abgelichtet – aufgrund von Accessoires, vor allem. Man mag es kaum glauben. Geht mal hier rüber und guckt’s euch an, nur, falls ihr heute noch nicht gelolt habt.
(Und danke! Ich liebe diese Schuhe! Die kommen mit auf Weltreise und haben dann schon 3 Jahre auf dem Kasten. Yeah!)
Wenn man erst mal versteht, dass alles so berechenbar ist, und das Selbstbestimmung fast schon ein Witz ist, sobald man mal alles an Äußerlichkeiten addiert. Wie es zu dieser Erkenntnis kommt kann auf viele mögliche Arten passieren. Man kann das brutal vorgehalten bekommen (Standpauken oder von Nazis und anderen Hatern verprügelt werden), oder man kann sich einfach selbst als Klischee wiederentdecken, in einer absolut perfekten Illustration, ja, geradezu einer Karikatur seiner selbst. Oh hai, ich bin ein KLON.
The Hipster Runoff mag literarisch gesehen vielleicht ein anstrengend zu lesendes Werk sein, trifft aber – konkurrenzlos – alles, was unsere derzeitige Szeneentwicklung angeht, den Nagel immer auf den Kopf. Nicht immer ist alles unbedingt relevant und auch keine Kausalität, aber wie gesagt, ich erschrecke mich schon hin und wieder (und fühle mich ertappt), wenn ich mich so schön in den kategorischen Schubladen der Authoren wiederfinde.
Ein schönes Beispiel ist der neueste Artikel zu den Persönlichkeiten der derzeitigen Festivalbesucher/Blogger:
I remember when the festival bro was first invented, he represented a simpler, chiller bro in an Incubus/raver kind of way [link]. It seems like the modern festival bro might be more of a bloggy bro–a hyperconnected bro with high level opinions on indie music who ventures out into the real world several times per year for relevant shows and music festivals. He ‘creates his own merch’, making it clear that he ‘gets’ the ’scene’, hopefully looking to attract the attention of an entry level blog reader lil slut who giggles at his shirt. If that plan doesn’t pan out, ‘being blogged about by a festival blogger’ seems like a ‘decent consolation prize’ [via getting to share it in your facebook feed.’ (alt report)
Hehehe. Ja, die Zeiten der kleinen journalistischen Ambitionen sind eigentlich vorbei, heute will jeder Blog ein kleines (anderes) Magazin mit eigener Brand (Persönlichkeit) werden, mit Eventeinladungen und Ansehen und Reputation und VIP-Status. Will in seinen Nischen vertreten sein, am besten ganz oben, auch wenn die Nische mir manchmal selbst nicht wirklich transparent erscheint (das einzige, was wir auf diesen Parties dann alle gemeinsam haben, ist wahrscheinlich dass wir uns selbst feiern und dabei angähnen).
Und jetzt muss ich doch ein bisschen lachen, weil ey, besser hätte ich mich und 3/4 meiner Markennamen-Freunde auch nicht beschreiben können. Ich freue mich wirklich auf meine Weltreise und den Austritt aus diesem Pseudo-”Ich bin was wirklich wichtiges“-Leben. Nicht, weil ich so zwingend anders und toll und “auf dem Boden geblieben” sein möchte, sondern weil ich es mir, wenn überhaupt, doch immerhin das Abheben auch verdient haben möchte.
Nee, so schlimm ist das aber auch gar nicht, es ist nur bemerkenswert, dass mich vor allem der Blog, nicht Berlin in diese bestimmte “Ecke/Szene” gedrängt hat. Wie war das? Born To Be A HIPSTER. Oder eben auch Born to be a hipster influenced blogger in Berlin, wobei das wahrscheinlich sowieso auf dasselbe hinausläuft (nur die Musik, die lass ich mir nicht nehmen: das kann ich. Musik hören, meine ich). Ein Hipster bin ich nicht, ich bin nur ein Spasti mit Röhrenjeans und bekomme Dinge von Unternehmen geschenkt, die wissen, dass ich für drei Leute (meine Mutter, ein Stalker und ein fettes Kind) sowas wie ein Meinungsmacher bin. Könntet ihr mal bitte anfangen, mich zu feiern?
(Überhaupt, dieser ganze Meta-Circlejerk-Haufen aus dem Internet, der sich dann in Berlin versammelt – nicht vergessen, ich zähle mich bei dieser Kritik mit dazu – ist doch auch nur ein Haufen Kids, die sich von Marketingmenschen durchficken lassen, oder? Ich meine, klar, wir sind die Endkonsumenten und wir lieben die glitzernden Produkte und wir tun gar nicht erst so, als wären wir keine Fashionhuren, aber irgendwie ist das doch ganz schön amüsant wenn man das mal so großflächig betrachtet. Schön ist auch, wenn man sich als Individuum nahtlos in eine Masse gleichdenkender Leute einfügt, die dann aber alle gegeneinander arbeiten und sich immer weiter “hochkraxeln” wollen. Hat eigentlich jemand darüber nachgedacht, was “oben” eigentlich ist? Was ist oben? Der rote Teppich? Konfus, Konfuser, Konfuzius!
Bei findingberlin hatte ich das glaube ich auch mal treffender verpackt, auch wenn nicht direkt im Zusammenhang mit Blogs oder der eigenen Brand. Selbstmarketing ist ja auch nichts schlechtes, im Gegenteil, es ist das einzige. Nur ja, wofür, wenn man nicht gerade eine super Dienstleistung anbietet oder in eine Kooperation fallen möchte?)
(Ich kann nicht aufhören, darüber nachzudenken, deshalb noch so ein Absatz: es überrascht mich, dass es vor allem die “kreative Elite” dahin geschafft hat, solche Scenester-Schoßhündchen für Unternehmen zu werden, say American Apparell oder ach, von mir aus auch Nike und Adidas. Vielleicht, weil man sich dort gerade die kreativsten Menschen leisten kann, die den eigenen Konsumgeschmack, die Zeichen der Zeit sozusagen, ganz gut verstehen? Vielleicht ist es auch an dieser Stelle genau notwendig, zwischen SCENESTER und HIPSTER zu differenzieren, wobei sich Hipster ja aussuchen, wem sie das Geld/die Liebe/das Verständnis entgegenbringen (gerade im Wirtschaftssektor wird ja eher von Hipsteria profitiert als es die Kunst tun würde, mal ganz ehrlich), und Scenester einfach den “trendschaffenden”, also markierenden Hipstern hinterherrennen. Wenn man mich mal so fragen würde: 10% aller Röhrenjeanstragenden gehören damit also der Hipsterkategorie an, die restlichen 90% waren mal Emos, die sich weiterentwickelt haben. Was jetzt auch nicht so schlimm ist, weil es dafür weniger Emos gibt. Aber man muss es halt auch schon mal so sagen: Scenester = Blender. Hipster = irgendwas macht ihn einzigartig, auch wenn es nicht immer unbedingt ersichtlich ist. Bei den Scenestern kommt übrigens auch dieses mit der Fremdbestimmung zum tragen: sie laufen den Hipstern ja nicht hinterher und denken “iih ich will nicht so aussehen/diese Musik hören, aber ich tu’s trotzdem weil’s angesagt ist”, sondern sie finden das ja WIRKLICH gut, aber die Frage ist halt: findet man es selber gut oder findet man das als manipulierter Mensch gut? Und dann muss man ja auch davon ausgehen, dass der Hipster selbst nicht manipuliert wurde, weil er sich ja frei etwas “ausgedacht” hat. Was ja so aber niemals sein kann. Ach, irrelevant. Ob sich Gesellschaftspsychologen mit soetwas auseinandersetzen?)
Keine Ahnung, was ich ursprünglich mal sagen wollte. Ich freu mich schon darauf, wenn ich die +50 erreicht habe, und diese Gedanken und diese Belanglosigkeiten belächel und mir sage, “Dude, du hättest einfach machen, und niemals darüber nachdenken sollen, wie das wirkt oder ob das Spaß macht, denn ändern kannst du das, was du augenblicklich fühlst, sowieso wohl kaum, und ändern kannst du irgendwelche Fremdeinflüsse, die dich dann bewegen, ja auch nicht”. Aber ey: ich bin jung. Ich darf noch spinnen und philosophieren, ich hab in meiner Pubertät schon genug Menschenhass und Depressionen geschoben. Jetzt? Erwartet nicht zu viel von mir. Erwartet gar nichts außer ein Lachen (aber immerhin sowas wie ein glückliches Lachen, mit Ausnahme von diesen genauso hipsterigen We Fly High Momenten) und die Illusion, dass nichts Schlimmes passieren kann, wenn man die Augen nur fest genug schließen kann… denn früh genug schon wird mich das blaue Wunder wieder wecken, habe ich das Gefühl…
Wahrscheinlich bin ich die letzte, die wieder davon was mitgekriegt habe, aber ich habe mich seit gestern verliebt. In ein Mädchen. Oder viel mehr, in ein Ghettochick, und noch genauer, in ihre Fotos. Kein State of the Art Wunderwerk, aber mit kompositorischem Fingergefühl und einer ständigen Gegenwart von Märchen und Feenstaub im Bilde…
Zauberhaft schön und ich könnte den ganzen Tag durchscrollen. Wieso hat mir keiner etwas vom eppendorfghettochick bisher erzählt? Wieso darf ich immer an den guten Sachen Jahre später erst teilhaben? Wieso? WIESO?!
Ich habe da etwas entdeckt, dass ich eigentlich für mich behalten wollte. Ein kleines, glitzerndes Geheimnis- ein Geheimnis, wie es der erste Kuss war, von dem man noch nie jemandem erzählt hat. Ein Geheimnis, so wie den ersten Liebesbrief, den man nach zwanzig Jahren immer noch besitzt. Ein kleiner Schatz, der ein Lächeln erzeugt.
Aber natürlich kann ich es nicht für mich behalten. Es wäre nicht fair ((ok, abgesehen davon, wahrscheinlich kennt den eh schon jeder)).
Es heisst Le Love, ein TumblR, der sich als Blogspot verkleidet hat. Ein Scrapbook voller Geschichten, Bilder, Erfahrungen- gut und schlecht. Es ist kitschig, ja. Vor allem für einen Eisblock wie mich sehr waghalsig. Und trotzdem: wunderschön. Ein Thema, das so oft durchgekaut wurde, dass man nichts mehr damit zu tun haben möchte. Und trotzdem: fesselnd. Ich habe mich noch nie bis auf den Grund eines Blogs durchgeklickt. Bis jetzt.
Hier liegt noch ein Brief herum, der niemals verschickt wird- überflüssige Worte. Nichts, was ein bloßer Augenblick nicht auch vermitteln könnte. Aber vielleicht ist es wichtig, diese Dinge einmal auszusprechen. Nur um mal zugegeben zu haben, dass der Eisblock schmelzen kann. Nur um mal sich selbst zu erlauben, dass es sich gut anfühlt. Um einmal einfach zu sagen: das stimmt schon so.
Z. Thank you.
Thank you for inspiring me to do what I have always dreamed of. Thank you for your amazing and huge smile that warmed up my heart in the cold snowy weather. Thank you for being the most pleasant guy I have met in a long time. Thank you for being, not simple as you like to call yourself, but for being satisfied.
From all my heart, I mean it when I say: I hope you’ll always be happy.
Featuring: (Blog’s Not Dead)ist eine Sammelbox der Perlen aus dem Web. Wir dachten, sie wären tot, vom Bloggersterben befallen, aber sie sind hier, sie sind unter uns, man muss nur die Augen offen halten. Und so halten wir ständig Ausschau nach dem, was uns am Schreiben hält, und laden Blogger ein, zu unserer Schatzkiste beizusteuern…
Gastautorin: Charlotte – teilweise/partially – gegenwart.wagemut.kulturpessimismus
das eigentlich meinerseits geliebte sz magazin proklamiert: der pop, die gebliebene leitkultur/strömung, ist tot.
was folgt ist ein abgesang auf die aussichtslosigkeit, die inhaltslosigeit und die kulturelle endlosschleife der jungen generation. nun, wo also mit michael jacksons tod die apokalypse besiegelt ist bleibt nicht mehr: kulturelle leere, hier und da heidi klum und detlef d! soost. weltuntergangsstimmung. ich will kotzen.
in den medien ist immer wieder die rede von der ziellosen generation. uns, die nichts eigenes schaffen, nicht rebellieren, die unpolitisch sind. verleudmung und kulturpessimismus. die arroganz der vergangenheit.
was bleibt. der versuch eines manifests.einer verklärung. eines zeit ideals. nicht des tot erklärens der gegenwart, aufgrund des vergangenen. die erklärung einer gegenwart an der schnittstelle von möglichkeit und realtität.
1. definitionen sind wertlos
zu defninieren bedeutet festzulegen. in einer zeit, in der der technische fortschritt jedoch jeder statik trotzt, sind zeit-definitionen überholt. in einer zeit der globalisierung und der flexiblen gesellschaft gibt es keine unveränderlichen menschen, keine unveränderlichen umstände und wahrheiten mehr.
veränderung ist die einzige konstante.
2. konsum und kunst
während in der (“verstorbenen”) popart konsum zur kunst erhoben wurde, erhebt die gegenwart kunst zum konsum. die gegenwart hat an mode den anspruch ein menschliches kunstwerk zu schaffen, an alltagsgegenstände den deraußergewöhnlichkeit, der individualität, der form, des designs. street art, virtuelle kollektionspräsentationen, blogs haben den zugang zu kultur demokratisiert.
3. realität statt utopie
während der gegenwart ein mangel an idealen/ideologien verschrieben wird, trotzt die global city jeder nationalen beschränkung und einseitigkeit. freies wissen, weltgemeinschaft, vernetzung und creative commons sind der sound der neuen generation. statt der alten träume und der politischen ideologien wandern ideen durch die welt, geteilt, optimiert und weltweit verwirklicht. weltgemeinschaft statt weltfremde.
4. die straße ist kein politisches medium mehr
während sich die straße sich selbst auf plakatslogans und eine vergleichbar geringe wirkung, bzw. nur die mediale feststellung, “dass da was war” reduzieren muss, ist organisation und aussagekraft im netz effektiver und deutlicher. anstelle von kurzen slogans treten websites und blogs.
5. es gibt keine klare richtung mehr
es gibt keine kulturelle hauptströmung. kultur ist individualisiert, die außergewöhnlichkeit tritt anstelle der eintönigkeit und der trends. schaffenskraft und inspiration mulipliziert sich. es gibt tausend meinungen und antriebe,gesamtgesellschaftlicher konformismus ist unmöglich.
6. überfluss/verzicht/bewusstsein
politische und ethische überzeugungen äußern sich mehr praktisch als theoretisch. menschen der gegenwart entscheiden bewusst über konsum und verhalten. einzelteile statt massenware.
7. neue moral
alte maßstäbe und falsche vorwände sind überflüssig geworden. der einfluss schein und doppelmoralischer leitbilder nimmt ab. ethik ist eine persönliche entscheidung und entwicklung, alte definitionen werde durch neue ersetzt.
8. wandel
die gegenwart hat kein einzelnes gesicht, sondern viele. leitkultur ist passé, leitkulturen sind real. einfluss ist international, nationalität ist mehr und mehr unbedeutend. die agierenden menschen haben sich schneller vernetzt und freundschaft geschlossen, als die politischen spitzen.
9. menschen
alte rollenbilder lösen sich auf. menschen statt geschlechter. unabhängigkeit statt abhängigkeiten. freiheit statt determination.
gegenwart: freiheit, vielfalt, schnelllebigkeit, individualismus, purismus, bewusstsein, global city, kreatives teilen.