Le Love

Veröffentlicht January 19, 2010

Ich habe da etwas entdeckt, dass ich eigentlich für mich behalten wollte. Ein kleines, glitzerndes Geheimnis- ein Geheimnis, wie es der erste Kuss war, von dem man noch nie jemandem erzählt hat. Ein Geheimnis, so wie den ersten Liebesbrief, den man nach zwanzig Jahren immer noch besitzt. Ein kleiner Schatz, der ein Lächeln erzeugt.

Aber natürlich kann ich es nicht für mich behalten. Es wäre nicht fair ((ok, abgesehen davon, wahrscheinlich kennt den eh schon jeder)).

Es heisst Le Love, ein TumblR, der sich als Blogspot verkleidet hat. Ein Scrapbook voller Geschichten, Bilder, Erfahrungen- gut und schlecht. Es ist kitschig, ja. Vor allem für einen Eisblock wie mich sehr waghalsig. Und trotzdem: wunderschön. Ein Thema, das so oft durchgekaut wurde, dass man nichts mehr damit zu tun haben möchte. Und trotzdem: fesselnd. Ich habe mich noch nie bis auf den Grund eines Blogs durchgeklickt. Bis jetzt.

Hier liegt noch ein Brief herum, der niemals verschickt wird- überflüssige Worte. Nichts, was ein bloßer Augenblick nicht auch vermitteln könnte. Aber vielleicht ist es wichtig, diese Dinge einmal auszusprechen. Nur um mal zugegeben zu haben, dass der Eisblock schmelzen kann. Nur um mal sich selbst zu erlauben, dass es sich gut anfühlt. Um einmal einfach zu sagen: das stimmt schon so.

Z. Thank you.

Thank you for inspiring me to do what I have always dreamed of. Thank you for your amazing and huge smile that warmed up my heart in the cold snowy weather. Thank you for being the most pleasant guy I have met in a long time. Thank you for being, not simple as you like to call yourself, but for being satisfied.

From all my heart, I mean it when I say: I hope you’ll always be happy.

Missing you already.
S.

Le Love · Kategorien: Netzwelt · 6 Kommentare
 
 

FEATURING: teilweise/partially

Veröffentlicht January 11, 2010

Featuring: (Blog’s Not Dead) ist eine Sammelbox der Perlen aus dem Web. Wir dachten, sie wären tot, vom Bloggersterben befallen, aber sie sind hier, sie sind unter uns, man muss nur die Augen offen halten. Und so halten wir ständig Ausschau nach dem, was uns am Schreiben hält, und laden Blogger ein, zu unserer Schatzkiste beizusteuern…

Gastautorin: Charlotteteilweise/partiallygegenwart.wagemut.kulturpessimismus

das eigentlich meinerseits geliebte sz magazin proklamiert: der pop, die gebliebene leitkultur/strömung, ist tot.

was folgt ist ein abgesang auf die aussichtslosigkeit, die inhaltslosigeit und die kulturelle endlosschleife der jungen generation. nun, wo also mit michael jacksons tod die apokalypse besiegelt ist bleibt nicht mehr: kulturelle leere, hier und da heidi klum und detlef d! soost.  weltuntergangsstimmung. ich will kotzen.

in den medien ist immer wieder die rede von der ziellosen generation. uns, die nichts eigenes schaffen, nicht rebellieren, die unpolitisch sind. verleudmung und kulturpessimismus. die arroganz der vergangenheit.

was bleibt. der versuch eines manifests. einer verklärung. eines zeit ideals. nicht des tot erklärens der gegenwart, aufgrund des vergangenen. die erklärung einer gegenwart an der schnittstelle von möglichkeit und realtität.

1. definitionen sind wertlos

zu defninieren bedeutet festzulegen. in einer zeit, in der der technische fortschritt jedoch jeder statik trotzt, sind zeit-definitionen überholt. in einer zeit der globalisierung und der flexiblen gesellschaft gibt es keine unveränderlichen menschen, keine unveränderlichen umstände und wahrheiten mehr.

veränderung ist die einzige konstante.

2. konsum und kunst

während in der  (“verstorbenen”) popart konsum zur kunst erhoben wurde, erhebt die gegenwart kunst zum konsum. die gegenwart hat an mode den anspruch ein menschliches kunstwerk zu schaffen, an alltagsgegenstände den der außergewöhnlichkeit, der individualität, der form, des designs. street art, virtuelle kollektionspräsentationen, blogs haben den zugang zu kultur demokratisiert.

3. realität statt utopie

während der gegenwart ein mangel an idealen/ideologien verschrieben wird, trotzt die global city jeder nationalen beschränkung und einseitigkeit. freies wissen, weltgemeinschaft, vernetzung und creative commons sind der sound der neuen generation. statt der alten träume und der politischen ideologien wandern ideen durch die welt, geteilt, optimiert und weltweit verwirklicht. weltgemeinschaft statt weltfremde.

4. die straße ist kein politisches medium mehr

während sich die straße sich selbst auf plakatslogans und eine vergleichbar geringe wirkung, bzw. nur die mediale feststellung, “dass da was war” reduzieren muss, ist organisation und aussagekraft im netz effektiver und deutlicher. anstelle von kurzen slogans treten websites und blogs.

5. es gibt keine klare richtung mehr

es gibt keine kulturelle hauptströmung. kultur ist individualisiert, die außergewöhnlichkeit tritt anstelle der eintönigkeit und der trends. schaffenskraft und inspiration mulipliziert sich. es gibt tausend meinungen und antriebe,gesamtgesellschaftlicher konformismus ist unmöglich.

6. überfluss/verzicht/bewusstsein

politische und ethische überzeugungen äußern sich mehr praktisch als theoretisch. menschen der gegenwart entscheiden bewusst über konsum und verhalten. einzelteile statt massenware.

7. neue moral

alte maßstäbe und falsche vorwände sind überflüssig geworden. der einfluss schein und doppelmoralischer leitbilder nimmt ab. ethik ist eine persönliche entscheidung und entwicklung, alte definitionen werde durch neue ersetzt.

8. wandel

die gegenwart hat kein einzelnes gesicht, sondern viele. leitkultur ist passé, leitkulturen sind real. einfluss ist international, nationalität ist mehr und mehr unbedeutend. die agierenden menschen haben sich schneller vernetzt und freundschaft geschlossen, als die politischen spitzen.

9. menschen

alte rollenbilder lösen sich auf. menschen statt geschlechter. unabhängigkeit statt abhängigkeiten. freiheit statt determination.

gegenwart: freiheit, vielfalt, schnelllebigkeit, individualismus, purismus, bewusstsein, global city, kreatives teilen.

 
 

dsG:reloaded

Veröffentlicht December 18, 2009

Sozusagen mein eigenes kleines Weihnachtsgeschenk: ein neues Theme für mich. Und für B. natürlich, aber den habe ich gar nicht gefragt (was mehr oder weniger an dem spontanen Wunsch lag, endlich mal diese Rotze vom Screen zu hauen). Nicht, dass es tatsächlich ein neues “Theme” wäre. Wie man sehen kann, bin ich beim Back To The Future Theme geblieben.. und so schnell kommt das auch nicht mehr hier weg. Es ist nur eine Art Fortsetzung davon, was vorher hier war. Äh, whatever.

backtothefuture

Ein bisschen bunter ist es geworden. Ich kann mir vorstellen, wie viele Menschen auf dem Minimal-Trip das jetzt furchtbar finden, aber dafür gibt es den Google Reader. Für Interaktivität bleibt ja heutzutage eh kaum noch der Nerv.

Es handelt sich bei diesem Theme übrigens um ein Premium Theme (für 14 €, also durchaus erträglich) von Zidalgo. Ich hab ein bisschen daran gefurwerkelt, bin mir ziemlich sicher, dass hier noch einiges ruckelt und mich das alles noch in den Wahnsinn treiben wird.

Aber morgen ist auch noch ein Tag. Falls euch bis dahin etwas noch Nervigeres auffällt als das Layout selbst, sagt es in den Kommentaren. Peace. Out.

dsG:reloaded · Kategorien: Netzwelt · 16 Kommentare
 
 

Ausdruck Lesung

Veröffentlicht December 16, 2009

Neben unzähligen Weihnachtsfeiern, auf denen ich zu 90% am Ende nackt auf irgendeinem Tisch den Polka tanzte, ungewollten Zahnarztbesuchen die mir das letzte Geld aus der Tasche ziehen, einer Adoptivkatze für die einsamen Feiertage und dem unerträglichen Nasenschleim, der sich nun in den Nebenhöhlen eingenistet hat, passiert eigentlich sonst nicht viel. Das merkt man daran, dass nichts passiert. Und B? Der scheint das Wochenende (vielmehr seinen Geburtstag) nicht überlebt zu haben.

Bevor hier eine Pandemie der Entzugserscheinungen ausbricht: heute gibt’s mich aber trotzdem. In Farbe. Und bunt. Wieso? Weil mein Manager sagt, dass man sich auch mal auf ein Level mit den Fans begeben muss. Ihr wisst schon, die Nähe zu den Fans, dann denken die dass man selbst ja auch ganz normal und bodenständig ist. Die Deppen.

interconnectica

Also. Ihr erinnert euch sicher, Ausdruck, das war das Magazin das Christoph vor Kurzem durch die Blogosphäre geschleudert hat. Es war vor allem konzipiert worden, um meine Großartigkeit zu demonstrieren (die anderen Texte sind nur Lückenfüller und Teaser). Mein Beitrag, Interconnectica, den ich mir übrigens auch nicht aussuchen durfte, ist schlecht vorzulesen und beinhaltet viele Fehler, die unerträglich ist. Deshalb macht es wahrscheinlich umso mehr Spaß, den heute Abend vorzutragen.

“Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist S und ich schwitze gerade mächtig zwischen den Arschbacken.”

Wer also zum kollektiven Live-Durchfall antreten möchte, sei herzlich zu den Festivitäten eingeladen. Hier die Infos:

Mittwoch 16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63, Berlin

Eintritt frei, Spenden gern gesehen
Weitere Lesegäste: Johnny Haeusler, Herm, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde

Christoph: Ich brauche dir ja nicht das Magazin zuschicken, oder? Ich geb’s dir einfach persönlich.
S: Yo ne is klar, dann bring mal irgendwann vor der Lesung mit.
… das hat ja dann wohl eher nicht funktioniert. ;)

 
 

Sexismus, Bitch.

Veröffentlicht December 11, 2009

1. Shit happens

Im Internet ist es sehr leicht, schnell ein Urteil über andere Menschen zu fällen, weil sie sich virtuell auf eine bestimmte Art und Weise geben. In der Realität ist es dann aber anders: da würde ich den meisten Leuten zwar gerne eine Ohrfeige verpassen – für Sexismus, Rassismus oder was es auch heute wieder ist – aber ich nicke es mit einem traurigen Lächeln ab, “irgendwie können die nichts dafür, es ist das System”. Welchen unterschwelligen Denkfehler hinter Worten stecken, und welche Urteile wir deshalb bilden, das sind alles Themen, die mich zwar betreffen, über die ich aber nicht mein Leben lang nachdenken kann, diese Bürde überlasse ich anderen. Jeder Mensch sollte den Anspruch haben, sich nach seinen eigenen Maßstäben weiterzuentwickeln, in Sachen Charakterstärke, Bildung, Zwischenmenschlichkeit. Jeder lernt im Laufe der Zeit für sich selbst, was richtig und was falsch ist, so auch ich. Ich mache Fehler und sehe Fehler in anderen, ich werde aber niemanden verurteilen, solange ich es nicht verstehe und solange ich keine Lösung sehe. Vielleicht ist das Ignoranz. Aber so ist es halt.

riot

Es ist nicht meine Aufgabe, Superheld zu sein. Und wenn sich Leute über offensichtlich nicht ernsthafte Themen ernsthaft echauffieren, dann mache ich mich – normalerweise – über sie lustig, in dem ich nackt auf ihren Tischen tanze und Holla die Waldfee rülpse.

So ist das in meiner eigenen kleinen, bescheidenen Welt. Und der will ich manchmal schlicht und einfach entkommen: in eine Welt, in der es einfach nur lustig ist, Kommentare zu schreiben, die sinnlos und wertlos sind. In eine Welt, wo nicht jedes Wort nach seiner Ernsthaftigkeit gemessen wird, sondern nach seinem unterhaltungswert. Ist es amüsant, sexistisch oder rassistisch zu sein? Lasst uns alle kurz die Luft anhalten: ja, manchmal ist es das. Nicht, weil die jeweilige Zielgruppe es verdient hat, dass man sich über sie lustig macht, sondern weil man konkret Vorurteile und Klischees bedient, die veraltet und surreal sind und eine Karikatur dessen, was wir in Arroganz gerne mal vorführen möchten. Die meiste Zeit machen wir uns dabei über uns und unsere eigenen Makel lustig. Ich will es anders ausdrücken: dragstripGirl.de, genauso wie alle anderen Blogs die ich davor patroullierte, erhebt keinen Anspruch auf Political Correctness für dumme Menschen. Und wenn wir ernsthafte Kolumnen schreiben wollen, machen wir ein Voluntariat bei der FAZ. Entweder man kann halt darüber lachen, weil man verstanden hat, worum es hier geht, wie es gemeint und dass The Onion keine echte Zeitung ist, oder man findet den Humor dahinter überhaupt nicht gut.

a) Trotzdem kann man uns den Humor nicht absprechen.
b) Trotzdem heisst das nicht, dass man uns – als Menschen – auf unsere Texte reduzieren könnte.
c) Trotzdem lassen wir uns gerne auf Kritik ein, und wollen versuchen, bei all dem klar zu vermitteln, dass wir absichtlich übertreiben, polarisieren und provozieren, um gewisse Reaktionen zu erhalten.

2. Shit happened

Here’s the thing: B. hat vor kurzem einen Beitrag über “lesbische Liebe” veröffentlicht und das hat, naja, ein bisschen Aufsehen auf feministisch positionierten Blogs erregt. Seht ihr, wenn es nur darum ginge: kein Problem. Wir kommen mit Kritik klar. Aber ich bin mega enttäuscht von dem, was es eigentlich war: nämlich ausschließlich Hetzerei. B wollte zwischenzeitlich den Beitrag runternehmen, dann hat er ihn passwortgeschützt, und das alles hat mich einfach echt wütend gemacht: wo sind wir denn hier? Ja, wir haben darum gebeten, dass die Posts über Bs Beitrag doch bitte runtergenommen werden. Aber nicht wegen der angeblichen Kritik, sondern weil wir keinen Bock, keine Zeit und keine Energie haben uns mit männerfeindlichen und völlig taktlosen, manchmal geradezu aggressiven und beleidigenden Kommentare & E-Mails zu beschäftigen. Dieser vemeintlich kritische Beitrag ist nun auch wieder online, samt Link zu uns. Wisst ihr was? Ich spare mir einen Link zu euch, ich brauch keine wütende Horde auf euch zu hetzen. Ihr könnt schon stolz drauf sein, dass ihr hier überhaupt eine Reaktion provoziert habt. Und das hauptsächlich, weil ich mich für euch schäme.

Aber ich bin nicht nur wütend, ich bin auch verunsichert. Weil ich nicht weiß, wie ich reagiert hätte, wenn der Beitrag irgendwo anders erschienen wäre. Weil ich nicht weiß, ob die Kritik nicht doch irgendwo Hand und Fuß hat und ich B. jetzt vielleicht selbst kritisieren muss– es nur nicht tue, weil ich ihn kenne. Und weil ich selbst darüber gelacht habe. Darüber gelacht. Als Frau. Als Frau, die durchaus für das Thema Sexismus sensibilisiert ist. Als Frau, die selbst das Kotzen bekommt, wenn irgendwelche dummen Kühe mitten auf einer Party stehen und sich gegenseitig den Rachen klären, damit sie am Ende des Abends den richtigen Macho mit nach Hause nehmen können (wobei ich  als unmündiges Wesen ja nur wütend werde, weil die besten Typen ja dann weg sind. Wo ist eigentlich mein Zuhälter?).

Ja, ich sehe es ein: Der Beitrag kann voll missverstanden werden, weil er pauschalisiert und damit in ein sexistisches Licht rückt. Aber: Der Text entwertet, egal wie man es dreht und wendet, nicht den sexuellen Akt zweier Frauen. Im Text wird auch nicht behauptet, dass lesbischer Sex nur da ist, um Männerfantasien zu beglücken, sondern dass Männer manchmal Idioten sind, weil sie ihren sexuellen Fantasien so nachhängen  (und da frage ich mich, aha, es ist also sexistisch, wenn man sich zwei Frauen beim Sex vorstellt, aber es ist wohl nicht sexistisch, wenn man einen Mann dafür verurteilt?).

Und jetzt ist da diese Allround-Entschuldigung: war ja nur Spaß. Und die wird natürlich nicht angenommen, weil wir wissen, dass solche Späße sich durch unsere Gesellschaft ziehen und in Generationen voller emotionaler Flachwichser enden, die Frauen wie Dreck behandeln– und nicht zu vergessen in Generationen von Frauen, die sich mit Stolz und Ehre auch wie Dreck behandeln lassen. Aber hier noch mal, damit ihr versteht, wieso diese Entschuldigung trotzdem stehen bleibt: weil wir hier keine zwölfjährigen Machos erziehen, sondern unsere Leser für intelligent genug halten, Fakt und Fiktion unterscheiden zu können. Das sind dieselben Leute, die sich kritisch mit Journalismus, Politik und Wirtschaft auseinandersetzen können. Und die, die es nicht können, die sich denken: “uhu, die sind voll sexistisch, das ist genau meine Liga”? Die wollen wir weder als Leser, noch als Kommentatoren, noch als Freunde. Und WIR können ihnen auch nicht mehr helfen.

Man, stellt euch mal vor, ihr hättet diese Kritik einfach mal anständig und ohne die Gewalt in den Wörtern geäußert– ich hätte mich darüber gefreut, und hätte entsprechend reagiert. Ich hätte mich so gerne auf eine Diskussion darüber eingelassen, wie sehr man sich mit der Kunst aus dem Fenster lehnen kann, wie dehnbar der Begriff des Humors ist und ob wir hier eine gesellschaftliche Verantwortung tragen, mit der wir umgehen müssen. Diese Diskussion führe ich stattdessen jetzt hier alleine, wütend und enttäuscht. Und wenn B. sagt, ok, lasst uns doch einfach einen Austausch führen, ich telefonier auch mit euch, ich mail euch meine Ansicht und lasse mich eines besseren belehren, aber verdammt, REDET EINFACH MIT MIR BEVOR IHR MICH SO RUNTERBUTTERT, dann wird das komplett abgeschmettert: nee, mit so einem wie dir reden wir nicht.

Ich fühle mich ja schon als Frau absolut von euch angegriffen, da frage ich mich, wie sich B. jetzt fühlt? Ein Typ, einer von sehr wenigen, der jeden Menschen, egal ob schwul, lesbisch, Mann, Frau, Furry oder Australier, in erster Linie als Mensch sieht, und nicht aufhören kann, das in jeder Situation des Lebens zu zeigen und zu betonen?

Ja, stimmt, woher sollt ihr das wissen? Ihr kennt ihn ja nicht. Und trotzdem habt ihr ihn eingehend als schlechten, sexistischen Typen beschrieben, weil er sich einmal über seine eigenen idiotischen Gedanken lustig gemacht hat, weil er ausgesprochen hat, was viele Typen denken und auch DAS als idiotisch darstellen konnte (und im Prinzip damit auf der Seite einer jeden Frau steht, die sich davon angegriffen oder beleidigt fühlen könnte).

3. Yeah, whatever

Also, wir fassen zusammen: ja, man konnte den Beitrag falsch verstehen. Und der Beitrag liefert genug Munition, um kritisiert zu werden. Ich kann aber nur nochmal betonen: das wurde er nicht. Er wurde nicht kritisiert. Es wurde einfach damit abgehakt, dass man sagte, ok, der B, der muss Sexist sein, und das ist ja abartig.

Merkt ihr was? Merkt ihr, dass ihr gerade etwas kritisiert, was ihr selbst nicht besser macht? Ihr verurteilt UNSERE Verurteilung auf derselben non-basis, mit dem selben Fehler, den wir angeblich gemacht haben! Und der wesentliche Unterschied? EURE Plattformen, Magazine, Blogs, whatever, HABEN TATSÄCHLICH DEN ANSPRUCH ERNST GENOMMEN ZU WERDEN.

… können wir das kurz einsacken lassen, ja? Wir haben mit dragstripGirl.de einen Blog aufgezogen, der manchmal ernste, manchmal intelligente, manchmal saudumme und meistens einfach völlig belanglose Themen behandelt, aber niemals, kein einziges Mal haben wir den Anspruch erhoben ernst genommen zu werden. Wir haben uns diese Verantwortung NIEMALS aufgebürgt, niemals. Aber ihr bezeichnet euch als Informanten, als starke, intelligente Frauen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen und sich Moral auf die Fahne geschrieben haben. Ihr habt ganz andere Leser als wir, und ihr werdet auch ganz anders wahrgenommen. Das ist auch verdammt gut so, und wir wollen euch eure Autorität da keinesfalls absprechen.

Ich habe nichts dagegen, wenn man uns scheisse findet, dass ist das gute Recht eines jeden. Ich lasse da auch gerne mit mir reden, und wenn ich merke, okay, ich habe hier meine eigenen Prinzipien über Bord geworfen und einen Fehler gemacht, dann stehe ich auch dazu und versuche das zu korrigieren. Zum Beitrag selbst kann ich nur nochmals betonen: ja, kritikwürdig. Nein, er wurde nicht angemessen kritisiert. Aber: Wisst ihr, was hier für Hatemail und obszöne Kommentare angekommen sind? Und ihr beschwert euch über UNSERE Kommentatoren? Nein, das hat nichts mit Zensur zu tun, das hat was mit einer gewissen Etikette zu tun, und ich lasse mich von niemandem beleidigen oder anschreien, der nicht verstanden hat, worum es geht.

Nochmal: der nicht verstanden hat, worum es geht.

Der nicht verstanden hat, worum es geht.

Worum es geht.

 
 

Corporate Blog

Veröffentlicht December 3, 2009

Es gibt einige Dinge im Leben, die ignoriert man so lange, bis sie einfach im Nebel der Nichtigkeiten verschwinden: Kummer. Depressionen. Herpes. Ihr wisst, was ich meine. Auch ich, trotz meiner unverkennbaren Genialität und umwerfenden Schönheit, habe da ein paar Anliegen in letzter Zeit verdrängt: Die Mitesser auf meiner Nase. Die Mitesser in meiner WG. Meinen Chef. Ihr wisst schon.

Und dann ist da noch das Thema “Blogs”, vielleicht auch “BlogBlues“, oder “Metadiskussion zu Blogs”. Und das Thema “Arbeit”, auch genannt “Sklaverei”, vielleicht auch vielmehr “Prostitution”. Die Leute kommen und fragen, “Hey S, was machst du eigentlich den ganzen Tag, und wieso verbringst du so viel Zeit im Internet? Hast du etwa kein Leben? Trägst du Kopftuch oder so? Bist du zu fett um aus dem Haus zu gehen?” Und jedesmal muss ich verschämt zur Seite blicken und leise murmelnd antworten: “Nein man.. ich bin… ich arbeite im Online-Marketing”. Bäm.

working-lady

Eine Frau fällt in Ohnmacht, nachdem sie einen lauten Schrei des Entsetzen ausstößt. Die anderen treten einen Schritt zurück, irgendwie wissen sie nicht, was sie mit dieser Ansage anfangen sollten. Einige beginnen zu tuscheln, andere lachen. Alles in allem wenden sie sich ab, und meine Erklärungsversuche gehen unter. Ja, ich wäre auch lieber wieder fett. Ich schäme mich. Wie kann ich nur meine Internetkenntnisse, die mir Pro-Bono von anderen Bloggern und der ganzen Community so warmherzig und selbstlos beigebracht wurden, einfach so verkaufen? A fucking sell-out, that’s what it is.
[Weiterlesen]

 
 

Der Triumph der Vernunft

Veröffentlicht November 4, 2009

Die Schlammschlacht letztens zwischen der halben Blogosphäre und einer taz-Autorin, die Philipp von NomNomNom hat abmahnen lassen, ist nun wieder vom Tisch des Tagesgeschehens gewischt. Spreeblick, Don Alphonso und Niggemeier stehen unter der Dusche, um das alles hoffentlich abzuwaschen und jeder Kommentator in den laufenden Debatten kam endlich mal wieder dazu, etwas verdammt zwei-nulliges zu sagen. Das war ganz schön aufregend. Wir müssen das jetzt nicht weiter ausführen, denn das, was zu diesem Fauxpas bereits für immer und alle Ewigkeiten ins Netz geschrieben wurde, ist ja fast überall vollständig nachlesbar.

Was ist übrig geblieben? Tja, einmal die Tatsache, dass die Definition des Internet – wie wir sie alle gerne sehen und verstehen – noch Zukunftsmusik ist und zum anderen, dass es noch eine verflucht große Asymmetrie zwischen Bloggern und Journalisten hierzulande gibt. Und im schlimmsten Fall wird eine Schlammschlacht geführt, in der auf der einen Seite jeder seine eigene Wahrnehmung und Kulturvorstellung als Anklage gegen das vermeidlich Obsolete darlegt. Und auf der anderen Seite, hallt harsch die unerträgliche Arroganz zurück. Diese Debatte hat deutlich gemacht, dass der Blogosphäre entweder verdammt langweilig ist oder aber dass ein riesiger Diskussionsbedarf zu Problematiken wie dieser herrscht. Letzteres ist natürlich äußerst wünschenswert. Der Diskurs hat stattgefunden und unter den vielen Kommentaren aller Akteure war auch so manches Mal etwas sehr Schlaues zu lesen, dass einem zu denken gibt.

Was können wir mitnehmen?

1. Blogger sollten sich wehren, wenn sie unberechtigt abgemahnt werden. Im Falle NomNomNom und einem ZEIT-Artikel trifft dies jedoch nicht zu. Philipp hat offenbar unwissentlich das Zitatrecht in seiner Definition gedehnt und aus Sicht unseres Netz-Kultur-Verständnisses trotzdem alles richtig gemacht. Denn er hat es als Zitat ausgewiesen und auf den gesamten Artikel verlinkt. Das ist meine persönliche Meinung. Aber er hätte es anscheinend nicht machen dürfen. Die Diskussion drehte sich letztendlich um die Verhältnismäßigkeit der Summe, die man ihm mit der Abmahnung aufbrummte. Und selbstverständlich um die Tatsache, dass man das alles auch hätte anders klären können. Professionell. So richtig möglich ist das aber anscheinend nicht.

2. Am Ende geht es um die wichtigste Währung im Web: Die Aufmerksamkeit. Und da kann sich wohl niemand von freisprechen. Beide Seiten hatten irgendwie nachvollziehbare Punkte. Und beide Seiten haben es nicht verstanden von Anfang an vernünftig miteinander zu sprechen, als das alles dann publik wurde. Ich möchte sagen, dass es gar in einem peinlichen Desaster endete, dass vielen Bloggern Angst machte, aber auch Mut (weil es gibt ja Spreeblick und Niggemeier). Und relativ unbekannte Journalisten können das alles zu einem Aufmerksamkeitstrichter umbauen und davon profitieren. Ich bezweifle jedoch, dass diese Taktik nachhaltig ist, womit ich in diesem Fall der taz-Autorin nicht unterstellen möchte, sie hätte es während des Gefechts so zu ihrem Gunsten gedreht. Im Kern hatte sie nämlich Recht, auch wenn ich ihre Art und Weise in höchstem Maße unsympathisch empfand.

3. Für die Zukunft sollten sich sowohl Blogger, als auch Journalisten im Netz ein paar Dinge bewusst machen: Blogger müssen vorher fragen, wenn sie etwas nehmen wollen, selbst wenn sie, wie Philipp, etwas Gutes im Sinn haben und Netz bereichern wollen. Journalisten müssen hin und wieder auf Augenhöhe herunterkommen, wenn sie nicht zerpflückt werden wollen. Und auch wenn ihnen das egal ist, sie das belustigend finden oder daraus virtuelle Puplicity generieren, wir teilen eine Sache: Das Schreiben im Netz. Wir verlinken, machen aufmerksam, subjektivieren und bereichern journalistische Inhalte damit. Und wir kaufen Zeitungen und lesen journalistische Inhalte. Blogger sind eigentlich eine Zielgruppe. Wäre eine Marke so mit seinen potentiellen Kunden umgegangen, wäre das fatal gewesen. Nicht generell, aber für den Ruf im Netz mit Sicherheit. Und es ist alles andere als vorbildlich und erzeugt eben viel Widerstand, den man dann eben sarkastisch kommentieren kann. Niemand hat gewonnen. Nur die mit den vielen Backlinks.

Dass es auch anders gehen kann, haben ebenfalls am Vorfalls-Tag , Annette Milz, Chefredakteurin vom Medium Magazin und Sebastian Heiser von der taz bewiesen. Natürlich so gut wie unbemerkt. Vernunft wird viel zu oft übersehen.

Sebastian Heiser hatte ein Interview mit Ines Pohl aus der Printversion des Medium Magazins abgetippt und ungefragt im taz-Blog veröffentlicht (siehe Verlinkungen im vorigen Absatz).

Annette Milz stellte Heiser auf Twitter zur Rede:

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Ebenfalls kommentierte Milz im entsprechenden Blog, worauf Heiser äußerst angemessen und wohltuend reagierte:

screeno

Milz nahm die Entschuldigung umgehend an und die Sache war gegessen:

mm2

Das alles ist in Lichtgeschwindigkeit passiert. Ohne Schlammschlacht. Zwei kluge Menschen, die sich erwachsen und klug schnell geeinigt haben. Kann man sich natürlich die Frage stellen, ob das in diesem Fall ja auf Augenhöhe passierte (also Journalist vs. Journalisz und nicht Blogger vs. Journalist) und deswegen so professionell vonstatten lief. Derartiges Verhalten kann ich allerdings mit voller Überzeugung als angemessen und wünschenswert bewerten.

So löst man Probleme. Und beide Seiten wahren ihr Gesicht.

Fehler kann jeder mal machen, ob es nun aus Unwissenheit oder Faulheit geschieht, es ist menschlich.

Ich habe sowohl Annette Milz, als auch Sebastian Heiser telefonisch darum gebeten, diese kurze, faire und schmerzlose Diskussion auch mit Screenshots veröffentlichen zu dürfen. Und beide waren sich unabhängig voneinander einig: Miteinander reden, ohne dabei zu drohen, ist eine solide und fruchtbare Basis, auf der die Kommunikation und der vernünftige Dialog gedeihen kann.

Da können sich andere Journalisten, aber vor allem auch Blogger eine riesige Scheibe von abschneiden.

Danke nochmal an Annette Milz und Sebastian Heiser für ihre Offenheit und ihre Vernunft.

 
 

Ausdruck

Veröffentlicht

Lieblingsblogger Jeriko hat ein Stück Blog-History in einem unglaublich schicken PDF konserviert. Es nennt sich “Ausdruck“, und ich erwähne es hier nicht nur, weil auch ein Beitrag von mir drin ist, den ich nicht mehr auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen durfte.

Nicht nur wegen mir, aber hauptsächlich, wohlgemerkt.

Vielen Dank, Jeriko, dass ich ein Teil davon sein sollte. An alle anderen: reinziehen und das letzte bisschen Blogkultur noch miterleben, bevor Twitter die Weltherrschaft übernimmt. Übrigens melde ich mich hiermit als Interessent für eine Printausgabe und bin dafür, dass du eine PayPal-Spendenbox aufmachst.

 
 

Ein ♥ für Blogs 2

Veröffentlicht October 16, 2009

Heute ist Freitag, das Wetter ist scheiße, mir ist kalt und schlecht, weil das Wetter halt scheiße ist und das Wetter ist auch scheiße. Gut, dass es StyleSpion und die heute zum zweiten Mal stattfindende, großartige Aktion Ein Herz für Blogs gibt. Dem schließen sich S und ich heute knallhart an, weil das Wetter scheiße ist.

ein-herz-fuer-blogs

Hier nun unsere Dudes und Dudettes:

1. Melancholie Modeste schreibt seit Oktober 2004 Monat für Monat viele absolut wundervolle und charmante kleine Geschichten aus dem Alltag des Alltages. Bewundernswert an dieser Frau, die ich im April 2008 bei einer Lesung des Blog-Kulturmagazins >mindestenshaltbar< zum ersten Mal live sah und hörte, ist, dass sie neben ihrem Durchhaltevermögen immer auch Qualität und Niveau bietet, eine Seltenheit in der gesamten Sphäre der Blogs. Hin und wieder, vor allem früher, fand man sie häufig auf Lesungen wieder und auch in großartigen Printprodukten. (B)

2. Es gibt viel zu viele Blogs, die nur auf Titten, Sex, Alkohol und Exzesse abgehen. Eine andere und wirklich bessere Alternative, bietet der Hedonismus der Ally Klein, die mit dreckiger Lyrik, tollen Fotos und noch viel tolleren Musiktipps, die eigentliche Romantik im Upfuck-Lifestyle aufzeigt. Verworrene Worte rühren und stiften Sehnsucht. Hinterher fühlt man sich jedoch nicht überladen und leer, was bei vielen Blogs einfach der Fall ist, die möglichst plump über solche Themen schreiben. Eine ganz klare Alternative für vieles: Ally Klein, die in letzter Zeit im Abenteuer lebt. (B)

3. Wie Ally Klein und Melancholie Modeste gehört Julie Paradise zu den Autorinnen im Netz, die durchweg Klasse und Durchhaltevermögen bewiesen haben. Gerade ältere Texte von Julie können das Gemüt so manches Mal zum Kochen bringen. Teilweise lustig, oft charmant und auch tieftraurig, bietet Julie Einblicke in ihre Gedanken und reflektiert stets auch den Gegenüber. Seit ihr Kind da ist, ist ein merklicher Wechsel in ihrem Schreibstil bemerkbar. Klingt alles mittlerweile erwachsener und ruhiger. Und selbst dieser Umstand macht das Leseerlebnis dort zu etwas besonderem, denn wer ihre alten Sachen kennt, der weiß, wie man zu fühlen hat. Und malen kann sie auch, verdammt. (B)

4. Mademoiselle Fragmente, die den Blues in den Fingern und den Vorschlaghammer im Herzen hat. Nach über drei Jahren aktiven Mitlesens, kann man ihre Sachen mit nichts anderem kommentieren, als mit einem verdammten Punkt. Und wäre sie ein Musikstück, dann irgendwas zwischen Zero Seven, Coldplay, Sophie Hunger und Ryan Adams. Ganz toll und ganz groß und Zitat: “Er sagte, er sei in mich verliebt. Ich habe davon nichts gespürt.” Punkt. (B)

5. electru.de – Electru ist ein Phantom, weil ich jeden Eintrag im Feed Reader lese, aber ungefähr noch nie auf der Webseite war. Ich habe keine Ahnung, wann ich diesen Blog abonniert habe, aber ich bereue keine Sekunde. Es ist Jeriko meets Nerdcore meets Amy&Pink, womit wir auch die drei größten auf meiner Liste mit erwähnt haben (obwohl diese wohl keine Erwähnung mehr brauchen…). (S)

6. kopfbunt – Style, Style und nochmal Style. Wenn seine Inhalte schlecht wären, würde ich alleine wegen seinem Blog-Theme schon jeden Tag rübersurfen. Dann würde ich Stinkbomben schmeissen, weil es so viel schöner ist als meins. (S)

7. Argh! – “man sollte boytro nics „luna square“ im ohr haben, wenn man den kopf in den nacken kippt, und dann muß, it never ceases to amaze, auf den letzten metern der fernsehturm mit fancy beleuchtung im nachtnebel zu sehen sein. sehr viel mehr benötigt man eigentlich nicht.” So sieht Frank das mit den Bars. Und die vielen anderen, kleinen Dinge beschreibt er mit so viel Liebe und Gefühl, dass es Blasphemie wäre, ihn hier nicht mit zu nennen. Nur öfter schreiben, das wäre großartig. (S)

8. Indigoidian – Ist es eigentlich unfair, wenn man quasi seinen hübscheren Klon auflistet, der sowieso schon in der Blogroll vertreten ist? Ich glaube nicht. Mit Franzi macht das Leben wieder Spaß, und die Hoffnung, dass nicht alle Frauen blond-mit-unten-schwarz-gefärbt gut finden, darf wieder atmen. Franzi, meine Liebe zu dir wird niemals verblassen, und so. (S)

9. Herm’s Farm – Der Herm Typ ist irgendwie strange und verrückt, aber er ist auch unglaublich sexy und manchmal frage ich mich, ob ich nicht zufällig nach ihm suchen soll, hier in Berlin, und einfach in ihn reinrenne und dann Ponys mit ihm züchte. Denn erstens schreibt der nicht nur gut, der hat auch noch genau meinen Humor. Und gestört ist er auch. Wann geht’s los? (S)

Und weil ich dagegen bin, Listen immer auf eine glatte Zahl aufzurunden, hört das bei 9 nun auf. Das Wetter ist übrigens immer noch scheisse. Aber hey B., das war eben unser erster gemeinsamer Beitrag. Irgendwie fühle ich mich entjungfert.

Update: Ich bin völlig inkonsequent, ein Sucker und außerdem finde ich die 10 doch besser als die 9:

10. Mc Motherfucking Winkel, zu finden unter whudat.de, ich will es gar nicht weiter ausführen, aber der Typ ist mal echt ‘ne dufte Sau. Bushido ist und bleibt zwar mein Lieblingsrapper, aber MC Winkel ist Sieger der Herzen.

 
 

Das Internet Manifest

Veröffentlicht September 7, 2009

Das Internet Manifest. Eine Veröffentlichung der tragenden Größen aus der Blogosphäre/Internetgemeinde. Namentlich Niggemeier, Lobo, Haeusler, Sixtus, und irgendwie noch einigen anderen Typen, die ganz viel intelligentes Zeug schreiben können.

Das Internet Manifest

Leider komme ich dabei als Blogger/User zweiter Klasse weg. Die elitäre Selbstinszenierung, die in diesem Papier ausgedrückt wird, grenzt an Wahnsinn. Hier wollen einige Große ein Spiel koordinieren, das überhaupt keine Koordination braucht. Mir ging es vor dem Internet Manifest prächtig. Und nur, weil eine Online Petition auch in den Medien – für einen richtigen und notwendigen Zweck – einschlagen kann, heisst das nicht, das man jetzt im Selbstzweck Regeln aufstellen muss, die überflüssig sind.

Ich habe nichts dagegen, für mein Recht zu kämpfen und das auch irgendwie auszudrücken- gerade wegen den Entwicklungen der letzten Zeit. Ich brauche mich allerdings nicht in eine lange Schlange von Pseudo-Helden einzureihen, die sich selbst als Multiplikatoren dienen. Was mich am meisten an diesem Manifest stört: es sind bekannte Informationen und Fakten, in pompöse Sätzchen gefügt und als Bullshit serviert. Aber Journalisten dürften am besten wissen, wie man PR macht.

Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die „Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe.

Ühh… soll das heißen, dass es vor dem Internet keine gut recherchierenden Journalisten gab? Und das gerade von Niggemeier & Konsorten. Das tut ein bisschen weh, und zwar nicht nur dem Journalismus selbst, sondern dem ganzen Zweck. Ich habe nichts gegen die Protagonisten hier, im Gegenteil, alle Teilnehmer finden sich in meinem Feedreader wieder. Aber solche Aussagen beleidigen nicht nur den Stand des Journalismus selbst, sondern auch mich als Leser und Unterstützer.

Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert

Aha, und das auf Blogs zu lesen, die nur No-Follow ((Wikipedia)) Kommentare zulassen. Das würde ich an dieser Stelle einfach mal Suchmaschinenzensur nennen. Und heuchlerisch ist es auch, aber andererseits kann man hier vieles zerreissen, was einfach nur falsch formuliert ist. Ich frage mich nur: wem wollen die das erzählen? Der Internetgemeinde? Danke, liebe Freunde, wir wissen das alles auch ohne es in 17. knackige Punkte zusammenzufassen. Wem sonst? Der Politik? Seit Zensursula wissen wir ja, wie gut und genau die zuhören. Für die ganzen anderen zurückgebliebenen Journalisten?

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Anscheinend bin ich auch nicht die einzige, die sich ein bisschen an dieser Ego-Party stört, aber das beweist mal wieder, dass das Internet eben genau das macht, was das Internet ausmacht…

 
 
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