Ich hatte ja überlegt, meine Reisevideos zu einem lamen Urlaubsvideo zusammenzuschneiden, aber nachdem ich das hier gesehen habe, verzichte ich dann doch auf die Blamage.
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Favela On Blast
Wisst ihr, was mir manchmal fehlt? Ich sag es euch: der Rhythmus. Obwohl ich in elektronischen Gewässern aufgewachsen bin und mir bei minimalen Beats das Herz aufgeht, brauche ich manchmal einfach etwas, dass mich auf eine andere Art und Weise bewegt. Bass, keine Frage. Aber eben auch mehr als nur das Dingelingeling der synthetischen Harmonien. Manchmal, aber nur manchmal, und vor allem wenn das Wetter so bombastisch ist, brauche ich etwas, dass mich tatsächlich aufweckt.

Und geben wir das zu, was wir schon längst befürchtet hatten: die üblichen Retter unserer Tanzgeneration sind tot. Nehmen wir einmal M.I.A. – diese Frau hat es geschafft, Hip Hop, Elektro und X zu einem wunderbaren Tanzmonster zu machen, seltsam, vielleicht, aber durchzogen von BEAT, der nicht ausschließlich dem Bass dient. Und alles, was wir jetzt bekommen, ist die gezwungene Schredder-Musikentwicklung. Pft, Entwicklung, my ass.
Noch kurioser wird es aber wenn man merkt, dass das X, welches M.I.A. einst zu meiner Königin krönte, sich distanziert hat, um was eigenes zu machen. Diplo ist mein Meister, ihm sei ich hörig, denn er befreit mein Herz von der eisern unterkühlten Te-Te-Tekkno Faust.
Diplo, vielleicht der talentierteste, aber mindestens ein begnadeter Producer, der M.I.A. zu dem Status beförderte, der sie letztendlich durchdrehen ließ. Und dabei agiert er meist doch eher im Hintergrund, und lässt seine Puppen tanzen – Puppen wie Spank Rock, Amanda Blank, Maluca, Santigold und sogar motherfucking Justice. Sein letztes Meisterwerk war das Label auf dem hauseigenen Balkon namens Mad Decent – kommt einem spätestens seit dem letzten Rusko Eintrag auch irgendwie bekannt vor, nicht wahr?
The artist M.I.A. brought mainstream international popularity to Brazilian Funk with her single Bucky Done Gun released in 2005, and attention to a DJ called Diplo who worked as its producer. He had worked on M.I.A.’s 2004 mixtape Piracy Funds Terrorism in addition to the tracks Baile Funk One, Baile Funk Two, and Baile Funk Three[15]. He made a 2004 bootleg mix CD Favela On Blast[16] after finding Ivanna Bergese compiled remix-tapes of her performance act Yours Truly. – Wikipedia
Und wen findet man dort- nebst Diplo selbst natürlich sein Alter Ego in der Kollaboration mit Switch, einem weiteren Meister seiner Zunft – Major Lazer. MAJOR FUCKING LAZER, der uns M.I.A. meets Crack auf goldenen Tellern serviert. DJ Blaqstarr, der massig für M.I.A. funktioniert (allerdings weniger auf dem letzten Album, dass ja mehr so Richtung Chillwave tendieren möchte, aber nicht mal das hinbekommt). Mehr namedropping aus der Mad Decent Killer Artists Reihe? Wie wär’s mit Crookers, oder Boy 8-Bit? Yeah. Sogar Snoop Dogg und Kid Cudi konnte Diplo schon in die Tasche stecken.
Major Lazer – Pon De Floor
Aber es hört hier nicht auf, denn dieser Typ hat genau eines getan, für das ich mich für immer und ewig in Dankbarkeit wägen möchte: er hat mir den Favela Funk gezeigt.
Funk Carioca (English: Rio Funk ), favela funk and, elsewhere in the world, baile funk, is a type of dance music from Rio de Janeiro, derived from Miami bass.[1][2] In Rio de Janeiro it is most often simply known as funk, although it is very different musically from what funk means in most other places.[3] “Baile funk”, in Rio, refers not to the music, but to the actual parties in which the music is played.[4] – Wikipedia
Absoluter Fave-Track zur Zeit aus dem Rio Baile Funk: Favela Booty Beats Album (eh, das findet man relativ einfach):
Favela Funk ist Sommer. Und dazu gibt’s jetzt sogar einen Doku-Film – von Diplo höchstpersönlich produziert mit dem glorreichen Titel “Favela On Blast”. Ich. Raste. Aus. Und habe meine Liebe für Sonnenscheinmusik neu entzünden können. Und dann dieses geschmeidige Portugiesisch, dass ich niemals verstehen werde, was aber trotzdem seit Jahren schon soetwas wie meine Lieblingssprache ist. Wenn es denn sowas gibt. Ach, egal. Techno kann im Herbst wieder.
Wenn ihr auf gute Musik steht: zieht euch Favela on Blast an. Es ist der Wahnsinn.
