Post Travel Stress Disorder

Ich habe auf der Reise mit Sicherheit mehr Geld für Bücher als für Zigaretten ausgegeben, was zwar gut ist, weil es bedeutet, dass ich immer noch (finanziell gesehen) mich eher weiterbilde als umbringe, allerdings auch, dass gefühlte 1000 Euro für Print draufgegangen sind. Ich habe Wörter und Texte und Romane von Klassikern bishin zu Contemporary Literature verschlungen, alle gängigen Reisetaschenbücher in Bangkok gekauft (Fear & Loathing, The Beach, Into The Wild) und vearbeitet und mich dann weiterbewegt zu potenziell lebensverändernden Werken (American Psycho, Life of Pi, The Alchemist). Ich habe Lieblingsbücher und -romane, wie etwa Stephen Frys “The Stars’ Tennisballs” oder John Nivens “Kill Your Friends”, die vielleicht keine internationale Anerkennung gefunden haben, die ich on the road einfach noch einmal verschlungen habe, weil es irgendwie gepasst hat.

Und jetzt ist diese Zeit vorbei, irgendwie. Nicht nur das Unterwegs sein, sondern auch das Lesen hat sich zu einer sozialen Aktivität entwickelt. Man setzt sich mit seinr Packung Kippen auf die Terrasse, den Balkon, Bürgersteig, in die Hostellobby, egal wohin, zündet sich eine an und fängt an zu lesen. Fünf Minuten später sitzt jemand neben dir und unterhält sich über das Werk, dass du gerade in der Hand hälst, mit dir und irgendwie hat das nichts mehr mit entspanntem Aufnehmen zu tun, sondern nur noch mit einer Jagd nach Menschen, mit denen man sich verstehen könnte. Mit dem Laptop ist das nicht so einfach.

Obwohl ich mit einigen Büchern zurück gekommen bin, und auch nur krank im Bett rumliege und sonst nichts besseres zu tun hätte, fällt es mir unglaublich schwer, mich zum Lesen zu motivieren. Der Laptop raucht, der Fernseher läuft und wenn ich mich auch nur kurz nicht beschäftige schlafe ich direkt ein. Das ist ein Relikt des Jetlags, der Krankheit und der Hostelzeit: einfach schlafen, wenn die Augen zu sind, es kann nämlich sein dass diese Gelegenheit so schnell nicht wieder kommt.

Und irgendwie fühlt es sich jetzt auch einsam an, zu Hause, in meinem Bett, oder in der Badewanne (sprich: auf dem Klo) zu lesen. Die Sonne scheint nicht, keiner setzt sich zu mir um mich in meiner ganzen Intellektualität kennen zu lernen, ich kann mit niemandem darüber diskutieren, wie faszinierend dieses Buch ist, kann dann auch nicht mit anderen Reisenden die Lektüren tauschen, wenn wir fertig sind und außerdem kann ich keine Kippen quarzen als wäre morgen mein Todestag. Ich kann auch keine Filme alleine gucken, weil mich das langweilt, und Serien waren früher auch irgendwie ansteckender.

Jeder, der mehr als zwei Stunden am Tag chillen kann ohne im Selbstmitleid zu versinken, hat meinen größten Respekt. Ich gehe dann mal weiterjammern und mir für Twitter lustige Sprüche ausdenken. So werden Politiker und Amokläufer geboren.

February 10th, 2011 Posted in Gangster | 7 Comments »

Life Change

Jedes Mal, wenn ich Fight Club lese, komme ich zu dem Schluss dass das Buch eindeutig nicht dem Film gerecht wird. Ich weiß, es ist eigentlich anders herum, aber was Finchipinchi aus Brad Pitt und Eddie Norton rausgeholt hat ist einzigartig und kann nicht in Worte gefasst werden. Auch nicht in die Worte der Person, die sich das ganze Konzept der Fight Club Dimension ausgedacht hat. Ich weiß nicht, ob man das in die Kategorie “Ironie” fassen kann, wenn Interpretationen oder Visionen besser sind als die eigentliche Idee, aber interessant bleibt es trotzdem. Ich glaube, Chuck P. hat das selber irgendwann gesagt, dass erst der Film das Buch zu dem gemacht hat, was es ist.

Nur eine einzige Stelle wurde ausgelassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Rahmen audiovisueller Welten den Rahmen gesprengt hätte, aber es ist die wichtigste Szene der Geschichte, und im Film wird sie ausgelassen. Das macht mich jedes Mal wieder traurig.

I’ve met God across his long walnut desk with his diplomas hanging on the wall behind him, and God asks me, “Why?” Why did I cause so much pain? Didn’t I realize that each of us is a sacred, unique snowflake of special unique specialness? Can’t I see how we’re all manifestations of love? I look at God behind his desk, taking notes on a pad, but God’s got this all wrong. We are not special. We are not crap or trash, either. We just are. We just are, and what happens just happens. And God says, “No, that’s not right.” Yeah. Well. Whatever. You can’t teach God anything.

December 12th, 2010 Posted in (Pop)Kultur, Musik | Comments Off