
Der Trick am Auflegen ist doch nicht, den Panic Room in der Luzia mit so vielen Hits zu beschallern, bis sich alle gegenseitig gröhlend im Schwitzkasten halten und mein Laptop an die Wand geschmissen wird. Nach dem 34. Rewind von Niggas in Paris geht es nur noch darum, wer am nassesten ist, sowohl von der Eigentranspiration als auch von der Jägermeisterdusche. Und ich bin kein Querulant was Partys angeht: auch ich weiß es, meine stressige Woche gepflegt auf dem Boden der Club-Tatsachen und an den Schultern anderer zu zerstampfen. Ich bin dann auch diejenige, die am lautesten schreit, wenn Justin Timberlake, Destinys Child oder, ach, von mir aus auch Christina Aguilera gespielt wird. Das hat aber weder etwas mit Tanzmusik noch mit Hip Hop zu tun. Das ist eher so dieser Moment der Verbundenheit, wo alle sich noch mal jung fühlen, weil ein alter Song gespielt wurde. Wenn man den Text kennt, macht es das halt auch ein bisschen leichter.
Aber der Trick ist doch, dass man Highlights setzt in seinem Set und es schafft, die Leute auch zum Tanzen zu bringen, wenn sie den Song nicht kennen. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen, hier muss man eben ein Gefühl haben für das, was die Leute wollen und auch kennen. Hier muss man sich einen Namen und einen Ruf machen, darf nicht darauf setzen, dass das Publikum supportet. Denn am Ende der Nacht betteln sie dich trotzdem an, dass du doch mal “Simon Says” spielt (sorry babe), auch nach dem 45. Event, auf dem genau dieser Song eigentlich nur dafür sorgt dass jemand erstickt und der DJ sich in seinen frühen Tod langweilt. Ich habe mich übrigens NICHT gerade einen DJ genannt, ich möchte nur damit sagen: wenn ich den scheiss schon durchziehe, aus Spaß oder weil ich es jetzt gerade mit dieser neuartigen Karriere ernst meine und stacks on stacks on stacks verdienen möchte, dann aber genau so, wie ich es im Club gerne hätte. Ob das dann qualitativ hochwertig genug ist um andere Leute zu begeistern… who gives a fuck.
Nichtsdestotrotz: danke an alle die da waren und vor allem an alle, die beim nächsten Mal auch da sein werden.