FROH!

Manchmal ist es das bisschen Glitter auf dem Kackhaufen, der dann alles wieder gülden glitzernd ins Reine bringt. Vor allem, wenn man nicht mehr daran geglaubt hat, dass eine engelgleiche Fee an einem Sonntag noch arbeitet.

Fünf Stunden Autofahrt am frühen Morgen, Abschiede von der Familie und von Freunden, zurück in den Arbeitsalltag; eine in der Abwesenheit herausgekrachte Balkontür im Schlafzimmer (ja, herrgott. Die Balkontür. Dass ich nicht direkt an Speiseröhrenhämorrhoiden erstickt bin, als ich das gesehen habe, ist scharf an der Grenze zur Unsterblichkeit), ein fallengelassenes 1.8er Objektiv, dass in meinen Tränen begraben wird und zu guter letzt ein Schlafzimmer, dass wahrscheinlich mittlerweile noch ganz andere Lebewesen neben meinen Haustier-Amöben und Staubpflanzen beherbergt. Vom chinesischen Parasiten hier ganz zu schweigen.

In einem Anfall aus Frust und weil mich das zwölfstündige Gebrüll von morgens bis abends ein bisschen geschlaucht hat, packte ich den Stapel Post auf den Schreibtisch und begann durchzuwühlen – Rechnung, Rechnung, Werbung, Uninteressant, und dann…

Hach. Und da ist dann dieses unscheinbare, wertvolle Ding, das mir den Tag versüßt.

Selbst, wenn der deutschen Sprache nicht mächtig wäre (wir gehen jetzt der Einfachkeit halber davon aus, dass meine Texte nicht zu 90% aus Syntaxfehlern und grammatikalischen Wort-Satz-Monster-Mutanten bestehen, die Verb-Konstellationsbasis scheisse auch Fäkalausdrück): es ist so schön. Es ist so schön anzufassen. Es strahlt eine Zufriedenheit aus, die nicht an mir abprallt, sondern die ich zulassen kann. Es macht so viel Spaß, etwas in den Händen zu halten, was mit Liebe gemacht wurde. Die Art von Liebe, die man selbst irgendwie empfindet, wenn man etwas schafft (ohne auf einen bestimmten “Zweck” zu achten).

Ich halte Kunst, die keinen kommerziellen Zielen folgt, für ein Geschenk. Für ein ehrliches Geschenk ohne Hintergedanken. Entertainment, gute Laune, ein aufgehendes semi-kreatives Herz und dann auch noch so wunderbare Texte und Themen. Das lässt meine Seele ein bisschen an das Gute im Menschen glauben, und ihr wisst, mein Herz glaubt nur an Allah und Karate Kid und Erdnussbutter (ABER NUR DIE MIT STÜCKCHEN!!).

Daher: alle hin, alle ausprobieren. Wenn ich einmal alle zwei bis drei Jahrhunderte schon mal etwas öffentlich anpreise, dann solltet ihr meiner weisen Stimme auch folgen. FOLGT MIR, WERDET MEINE MÄRTYRER, UND DANN ZIEHT EUCH AUS UND MACHT LIEBE!

FROH! ist ein Gesellschaftsmagazin, das besondere Ereignisse des Jahres aufgreift und sich neugierig auf die Fragen und Themen hinter diesen Anlässen einlässt. Die Beitragenden schenken dem Magazin nicht nur ihre Texte und Bilder, sondern den Lesern auch neue und überraschende Blickwinkel. Durch die sorgfältige Komposition von Beiträgen aus Kultur, Gesellschaft, Spiritualität und nachhaltigen Lebenskonzepten entsteht ein hochwertig gestaltetes Magazin, das nicht nur FROH! heißt, sondern auch froh macht.

Hier noch der passende Sonnenuntergang zu den Glücksgefühlen, aufgenommen von einem echten Weddinger Dach mit unverbautem Ausblick auf ungefähr alles, was in Berlin Rang und Namen hat, also eigentlich nur der Fernsehturm. Auch, wenn das bedeutet, dass die verbleibenden Stunden bis in den Alltag zurück nur noch einstellig abgezählt werden können.

July 19th, 2010 Posted in (Pop)Kultur | 6 Comments »

T-Post

Okay, hier ist etwas aus der Kategorie “Das ist innovativ (aber diesmal wirklich)”. T-Post nämlich ein T-Shirt Magazin. Ich meine, im wahrsten Sinne des Wortes: Ein T-Shirt Magazin.

T-Post T-Shirt

Alle sechs Wochen erhalten die Abonnenten des Magazines ein T-Shirt, das etwas thematisiert– eine Art visuelle Kolumne. Um es mal mit den Worten der Macher auszudrücken:

Offbeat news + graphic t-shirt = T-post, the world’s first wearable magazine. Every six weeks, subscribers receive a new t-shirt in the mail. News story on the inside. Artist interpretation on the front. All-around conversation piece.

Ziemlich coole Idee, oder? Eine Ausgabe, bzw. ein T-Shirt, kostet 19 € und kommt aus Schweden angeliefert. Jedes T-Shirt wird von einem anderen Designer gestaltet, jede Ausgabe behandelt ein anderes Thema, egal wie banal es erscheinen mag (think Vice meets LaFraise).

Schön ist auch der wirtschaftliche Gesichtspunkt hinter der ganzen Sache: Die T-Shirts sind nur in einer Limited Edition zu erhalten, d.h. es werden genau so viele T-Shirts gedruckt, wie auch Abonnenten “nachfragen”. Im Prinzip hat das Team von T-Post ein Marktgleichgewicht erschaffen, was in sonst so elitären Fashion-Design-Kreisen kaum vorhanden ist. Find ich gut. Ob sich das durchsetzt, bleibt nur zu hoffen (und wenn ich mir T-Shirts kaufen würde, dann würde ich da auch mitmachen. Aber ich hasse T-Shirts, weil ich dann beim Sitzen immer meinen schwabbeligen Bauch einziehen muss.).

T-Post gibt es wohl schon seit 2004, aber ich habe vorher noch nie von denen gehört. Die Idee stammt, wie könnte es auch sonst sein, aus Schweden. I approve of this.

October 1st, 2009 Posted in Uncategorized | Comments Off