What We Wore

What We Wore” ist ein wunderschönes Projekt, das mit Hilfe von privaten Fotos die Styles und Fashionbewegungen seit den 1950er Jahren in Großbritannien aufzeigt. Natürlich kann man den Modediskurs in Texten und Veröffentlichungen verfolgen. Doch es ist eben diese private Welt, die ein realistisches Bild nachzeichnen kann. Schnappschüsse aus vergangenen Zeiten sind trotz ihrer dokumentarischen Dichte immer noch viel seltener und schwerer zu greifen als die Bilderflut von heute, sodass es immer spannend wirkt und sich wie ein Privileg anfühlt, die Vergangenheit so zu verfolgen.

What We Wore is a project initiated by ISYS ARCHIVE to create a people’s style history of Britain from 1950 to the present day. It’s about people and their personal stories why they wore what they did and what it meant for them.

Wenn man einen Abriss über die verschiedenen Stile von heute machen wollen würde, müsste man sich erstmal durch einen ziemlich großen Haufen Bilder durchwühlen. Ich meine, riesig. Wahrscheinlich würde sich niemand dieser Herausforderung annehmen wollen. Ich hätte jedenfalls keinen Bock Fashion anhand von Selfies und überfilterten Instagram-Bildern nachzuzeichnen.

Whateverest. What We Wore wird anscheinend auch im Herbst 2014 als kleines Lookbook in die Vergangenheit veröffentlicht. Bis dahin ist es aber auch ganz schön, sich durch das übersichtliche Archiv durchzuklicken.

March 3rd, 2014 Posted in (Pop)Kultur, Konsumbehindert | Comments Off

Split Your Jeans, But Don’t Break Your Dick

Jetzt wo Trap und Hip Hop und die ganze Rap-Revolution und damit auch die SoCa-Beats und UK-Kram und Garage und 2Step und Notting Hill Carnival und all diese interessanten und exotischen Dinge auch im Alltag angekommen sind, müssen wir auch Daggering noch mal zur Sprache bringen. In diesem kleinen Film sieht und hört man alles was essentiell für das Verständnis dieser Tanzrichtung ist.

Split Your Jeans, But Don’t Break Your Dick from Insight Clothing on Vimeo.

Ey yo fuck it. Hier gibt es zwei Sachen zu lernen: 1. Daggering ist verdammt verrückt, und das nicht nur für den “Uh, ich komme aus Deutschland und ich bin total bieder was Sexualität in der Öffentlichkeit angeht” Maßstäbe, sondern auch für so ziemlich alle anderen. Daggering, die ABC-Massenvernichtungswaffe unter den jugendlichen Freizeitaktivitäten die gegen die Erziehungsberechtigten gerichtet ist! Da war das Geklimper der Beatles von wegen Freiheit und Drogen nichts dagegen. No copy, alter. Wie viel Willenskraft muss ein friedlicher Mensch besitzen, um bei so viel Trockensex nicht gewalttätig zu werden?

Meine Leidenschaft für Reefer, karibische Beats, Daggering und Diplo waren bisher kein Geheimnis und ich werde mich auch zukünftig nicht davon distanzieren wenn Major Lazer weiterhin solche verräterischen Videos produzieren (siehe Get Free, siehe Express Yourself) und damit eine Horde weißer Jugendlicher auch in Bad Schwalbach dazu bringen sich dem Daggering anzunehmen. Ich hoffe so hart, dass dieser Tanzstil nach Jumpstyle der nächste Trend wird. Akward Junge reibt seinen Schritt an das flachbusige Mädchen mit Sommersprossen während im Hintergrund die Radiowerbung von Obi oder irgendeinem anderen Bauhaus läuft. Jabadaiai Yippie Yippie Yay. Ausnahmezustand auf deutschen Schulhöfen.

Ach ja, Lektion 2: so macht man gute Werbevideos.

August 31st, 2012 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 1 Comment »

Sunshine

Irgendwie zynisch und seelenlos, aber notwendig und aufregend: so wird die Werbeindustrie, die “Werbung” generell in der Kurz-Dokumentation “Sunshine” dargestellt. Der Amerikaner, der in Shanghai Fast Food Werbung für McDonalds verkauft, erzählt von seinem Alltag bei seiner Arbeit in dieser schön gemachten Mini-Doku.

Werbung ist ein faszinierendes Feld, und nicht zuletzt weil jeder der potenzielle Empfänger von Werbung ist, sondern weil sie unüberwindbar geworden ist, tückisch und schleichend. Genauso hat die Branche selbst etwas magisches an sich: unendliche Ressourcen, schmerzhafte Kreativarbeit, die Leiden junger Menschen, die sich in moralischen Konfliktzonen bewegen müssen, die Drogen, der Wahnsinn, das Abheben, und am Ende ist es wie in vielen anderen Branchen auch: keiner weiß so richtig, was er tut, aber man tut, und das nennt sich dann Arbeit.

March 23rd, 2012 Posted in Gangster | Comments Off

Playmakers

Ich kann nicht aufhören. Ich dachte, ich könnte das fehlende Fußballerlebnis irgendwie überstehen, aber das hat jetzt sogar schon physische Auswirkungen. Meine Kopfschmerzen und mein Delirium sind nur darauf zurück zu führen, dass es vorbei ist. Vier Jahre warten. Vier Jahre für einen Monat. Und bei meinem jetzigen Lebensstil werde ich wohl kaum das Jahr 2014 bewusst mit erleben.

Deshalb flüchte ich jetzt in Bundesliga, und davor noch in Nachreportagen, Erzählungen, Fußball, Dokumentationen, Irrelevantes, völlig egal, hauptsache ein Ball und ein Tor und ein glückliches Herz, nämlich meins. Für alle, denen es ähnlich geht:

Playmakers

Sehr coole Serie des Vice-eigenen VBS-Senders, die Fußball, Kultur und Kunst verbindet. Die Episode zu Berlin soll angeblich noch kommen. Das will ich aber auch hoffen. Hier der Trailer:

Die Folgen zu Paris und Mailand sind ziemlich stark, und ich muss sagen, dass dieses VBS-Dings mir immer mehr gefällt. Wobei das natürlich auch am Fußball liegen könnte. Wer weiß.

July 12th, 2010 Posted in Uncategorized | 1 Comment »