"Girl gone wide."


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Mit meiner Familie ist es wie mit einer schlechten Tragikomödie über Immigranten in Deutschland, die beim FilmFilm am Mittwoch auf Sat1 gezeigt wird: ordentlich fehlgeschlagen. Dafür kann keiner was. Allah wollte die Atombombe aller Familienstrukturen zünden, auf repeat stellen und dazu ein bisschen Dabke tanzen. Eigentlich ist dieser Tanz geradezu die beste Metapher für unsere katastrophale Mischpoke: jeder steppt seinen eigenen Scheiss zusammen weil keiner Bock drauf hat aber irgendwer bestimmt beleidigt ist über die Unhöflichkeit auf dem Stuhl sitzen zu bleiben.

Wir sind, rein individuell gesehen, jeder ein kleines Kunstwerk für sich. Mein kleiner Bruder ist pumpender Medizininformatikstudent der Beats produziert, mein großer Bruder sitzt bei sechs Jahren beim Bund und hat immer noch keinen XBox Rekord geknackt, mein Vater ist halb-taub, halb-blind und schreit deshalb sinnlos durch die Gegend und meine Mutter hat sich irgendwann “well fuck all that shit” gedacht und die Karrierekurbel gedreht. Jetzt macht sie Ministerium-Hopping in Hessen und hofft darauf, die erste schwarze Präsidentin der BRD zu werden.

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by yeahs in Crystal Meth State of Mind


Wenn man den Hipster-Fantasien nach Berlin folgt sieht man sich schnell in einem Strudel der Enttäuschungen konfrontiert mit all den Dingen, die nicht so laufen wie vorgestellt. Altbau Wohnung, Ost-Charme und Szene-Parties werden schnell abgeschrieben, der Kampf um das nackte Überleben in der Anonymität beginnt und wenn man nicht gerade professionelles Trust-Fund Baby ist, dann sieht man sich als armer Student die Chinanudeln von letzter Woche essen. Denn das ist Berlin. Ein Freizeitpark für die ganz Harten.

So habe ich in Berlin auch den Netto kennen gelernt. Der Netto an der Ringbahn und damit das Portal in die Vorhölle, die sich Wedding nennt. Allerdings müssen wir von Anfang an ein Missverständnis aus dem Weg räumen: es geht hier nicht um den kürzlich von Edeka übernommenen Plus, der dann in “Netto” umbenannt wurde. Bei Mohammad, nein. Nein. Es geht um den “Netto Supermarkt” mit dem Hund. Dieses Teil kommt aus Brandenburg und hat in den alten Bundesländern keine einzige Filiale, Gottseidank, denn die bloße Anwesenheit dieser Pufflobby hätte mich schon in jungen Jahren komplett verstört und erklärt auch die Bilanz an Drogenabhängigen und Nazis in ostdeutschen Großstädten. Sorry, man, wäre das in meiner Jugend die einzige Option gewesen einzukaufen, ich hätt’ mir auf jeden Fall ‘ne Platte rasiert und nach der Vergangenheit geschrien!

Ich könnte mich nun über das dubiose Klientel und die Freakshows, die Spritzen am Eingang und die unfähigen Kassierer auslassen. Stattdessen möchte ich erwähnen, dass Netto Stierbier nur 23 Cent pro Flasche kostet und es in diesem Laden nicht ein einziges Lebensmittel gibt, dass nicht auch als ABC-Waffe genutzt werden könnte. Es macht keinen Spaß, dort einkaufen zu müssen, denn man hat Angst Opfer eines Drive-By Shootings zu werden oder an den Gerüchen in diesen Hallen des Todes zu ersticken.

Selbstverständlich muss man das als Herausforderung ansehen.

Mehr Netto im Ghetto

In unauffälliger Tarnung (dunkle Jogginghosen und Plastiktüten mit Pfand) machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Im folgenden werde ich die Bilder unserer Einkäufe sprechen lassen, denn keine Worte können beschreiben, mit welchen Würgereizen wir kämpfen mussten…

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by yeahs in Berlin