A MILLI 5 BACKYARD

Wir haben uns mal wieder ultra viel Mühe dafür gegeben, alles so furchtbar wie möglich abzumischen, auf Play zu drücken und wie David Guetta hinter seinen Millionen verschanzt alles zu tun, nur nicht aufzulegen. Wir haben Poster an die Wand gehängt, heiße Bräute bestellt, neue Anlagen besorgt und Rosenverkäufer eingeladen, alles nur, um vom Sound abzulenken. Vergesst eure Drogen nicht, ihr werdet sie beim verschämten Bump & Grind noch brauchen.

Ich würde mich sehr freuen, eure zarten Gesichter heute Nacht beim Pop & Lock Contest auf dem Bass-Floor sehen zu können. Von meinem Thron aus. Es gibt Prinz von Zamunda T-Shirts (kein Scheiss) für alle die gut aussehen beim Schwitzen oder bei Backstreet Freestyle auswendig mitrappen können.

February 22nd, 2013 Posted in Berlin, Gangster | 1 Comment »

Don’t Drake My Heart

Wer fünfzig Euro für ein Konzertticket ausgibt, der muss schon wissen, wieso er das tut. Für mich teilte sich das in etwa so ein: 5 Euro für Drake und 45 Euro für seine Support Acts der Club Paradise Tour, nämlich sowohl A$AP Rocky als auch meinen persönlichen Helden Kendrick Lamar. Natürlich war das ein naiver Wunschtraum, denn weder noch waren letztendlich vor Ort um mit ihrer Musik mein Gehirn zu verwüsten (dafür immerhin Tini Tempah, den wir dank Parkplatzsuche verpasst haben). Vielleicht war das aber nur die Entschuldigung, die wir benötigten, um ohne schlechtes Gewissen den Robbie Williams der Rap Musik von Nahem zu betrachten (und natürlich zu verurteilen. Immerhin ist Aubrey bei mir nicht immer gesegnet mit Lob).

Letztendlich war Drake on stage, anders als Rick Ross, ein großartiger Entertainer. Ich meine, es bleibt halt weiterhin dabei: er macht solide Pop-Musik, die sich aus dem Genre Rap zusammenfügt. Alles am Start: die Codes, die Styles, die Wörter und die Rhymes, aber inhaltlich und auch als gesamte Komposition ist und bleibt er eine kontemporäre Marionette in einem Entertainment-Business. Auch andere Rapper fallen in diese Kategorie, haben dabei aber noch weniger Authentizität und schon gar nicht so einen eindrucksvollen Live Auftritt. Drake vereint live Charisma und Talent: ja, der Mann kann singen und rappen, und wenn man ihn ließe, würde er bestimmt auch gerne eine Pirouette im Tütü drehen. Er ist eben ein Heartdraker, der gute Aubrey, und sympathisch allemal: auch den zynischsten Herzen konnte noch ein bisschen Liebe abgewonnen werden. Seine Danksagung an das Publikum mag vielleicht geschauspielert gewesen sein, immerhin war sie aber schmeichelnd. Und wo wir schon bei der Crowd sind: auch die war um einiges durchmischter und diverser als bei Rick Ross, dem Rap-Äquivalent zu einer Wrestling-Show.

Die Max-Schmeling-Halle tobte für Berliner Verhältnisse, mindestens drei Leute klatschten mit und ich könnte schwören, dass ein Mädchen ihren BH auf die Bühne warf. Fast wäre auch ich verleitet gewesen, mich in die erste Reihe zu boxen, allerdings nur, um ihm die schicken Jordans von den Füßen zu reißen. Auch wenn er nicht immer den richtigen Ton in seiner Musik trifft: das, was er macht, macht er souverän, und dafür hat sich das Konzert gelohnt. Ein Banger-Konzert für die OGs war es sicherlich nicht, dafür gab es zu viele schmalzig-süße Momente, bei denen sogar harte Familienpolitikerinnen in Ohnmacht gefallen wären. Wie würde Kay-Z jetzt sagen? “Du wurdest durch den Drake gezogen!”

(Bonuspunkte gab es für den quasi-pünktlichen Beginn und dafür, dass das Publikum scheinbar nur aus Mädchen mit lockigen Haaren bestand, denn die hat er alle persönlich begrüßt und das dauerte ungefähr drei Stunden. Er meinte übrigens mich, bitches- und falls ihr euch fragt, wieso ich es nicht schaffe, mal ein ordentliches Foto auf so einem Konzert zu schießen: das ist die Perspektive der kleinen Menschen, die sich zu schade sind, für die erste Reihe zu sterben).

April 13th, 2012 Posted in Gangster, Musik | Comments Off