"Girl gone wide."


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Weil deine kleine Schwester angefangen hat, Air Max 1 zu reppen, will an der Spitze der Hypebeast-Pyramide keiner mehr die Botten tragen. Bummer. Das kann doch nicht sein, dass sogar – so schnaubt man verächtlich – Schulkinder ohne jeglichen Sinn für Geschmack diese Schuhe tragen, das ist Identitätsdiebstahl.

Nun gut, diese Liason mit dem Einser ist erstmal kollektiv ad acta gelegt, da können noch so viele Special Editions kommen (obwohl Camo/Leo auch irgendwie höhnisches Statement seitens Nike ist, frei nach dem Motto: “wir erfüllen jeden Wunsch, den eure SYSTEM OVERLOAD Gesellschaft hat”). Diese Schuhe werden nur noch von Kids und Spätzündern gekauft (nicht getragen; das dauert noch) und behandelt wird das in etwa so wie Menschen, die nicht in den 80ern geboren wurden oder erst nach Schließung der Bar25 nach Berlin gezogen sind: während du noch alter Scheisse hinterher hängst, haben wir schon längst die nächste Underground-Party gefunden, die nur uns gehört.

The line of sneakers is very popular amongst many subcultures, for example Hip Hop, and Gabber.(via Wikipedia)

Hah, Gabber.
Ich bezweifle nicht, dass er wieder kommt, der AM1. Ich gehe ja nicht mal davon aus, dass er tatsächlich verschwindet; die Schuhe sind immerhin gekauft, die muss man jetzt entweder tragen oder mit Wertverlust verkaufen. Problemlösung: Man mottet sie im besten Fall ein und holt sie in sieben bis zwölf Jahren wieder raus, wenn sie schon längst vergessen sind und die eigene Individualität durch den Rückgriff in die Kiste der Vergangenheit ganz einzigartig demonstriert werden kann. Dieser kleine Ausschnitt aus einer BBC-Fashion Reportage 1990 drückt den Circle of Life wunderbar aus.

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by yeahs in (Pop)Kultur Konsumbehindert


Modeblogs sind ja in einem unsterblichen Klischee verhaftet. Kleines Mädchen möchte auch endlich Presse-Material erhalten und fotografiert sich selbst deshalb jeden Tag mit einer schlechten Kamera im Spiegel. Früher hätte man sich anständigerweise für Aufmerksamkeit geritzt, heute gibt es die von Trollen, Lustmolchen und PR-Agenturen nachgeschmissen. Wie dem auch sei: dass Mode anders gehen kann beweisen uns ein paar Jungs aus den USA: Four Pins.

““Tiré à Quatre Épingles” is an old French saying with a foggy etymology that dates back to Renaissance-era France. Literally translated, it means “held by four pins,” but the the figurative meaning is more like “well dressed,” “impeccable,” “of the best quality,””to the nines,” etc. You get the point. We didn’t expect you to know that, but now you do.”

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by yeahs in Konsumbehindert


In dieser Sache mache ich gerne eine Ausnahme für mein erzwungen eingegrenztes Konsumverhalten: die Vintage-Shopping Reise geht bei RucksackRucksack.com in die Detail-Runde. Der Name sagt alles und die Website besticht im Schaufenster-Look. Noch bestechender: die schönsten Rucksäcke sind auch noch ziemlich günstig zu haben, für Berlin-Mitte Verhältnisse überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Ich bin ein großer Fan und habe mir direkt auf oldschooligem Weg per E-Mail ein schicket Ding bestellt.

Wenn es mehr so kleiner Nischen-Konzepte gäbe, würde ich wahrscheinlich auf öfter einkaufen gehen. Für jemanden der leicht überfordert ist in einem Laden, der alles ausstellt, ist das hier wie Balsam für die Seele und natürlich Kampfansage für das gute alte Spaßkassen-Konto.

(via ceecee)

by yeahs in Berlin Konsumbehindert


Ich trage eigentlich kaum Schmuck. Nicht, weil ich etwas prinzipielles gegen Schmuck habe (Blutdiamanten und die ganze Kontroverse darum mal abgesehen), sondern weil ich alles in meinem Leben in erster Linie verliere oder kaputt mache, insbesondere Dinge, die irgendwie an meinem Körper drapiert wurden und in Vergessenheit geraten. Ohrringe, Ketten, Armbänder und Ringe: ich habe schon unzählige hochwertige Kleinteile geschenkt bekommen, vor allem von meiner Mutter und Rest-Familie, und doch ist nichts übrig geblieben als der Mini-Elefanten Anhänger, den ich zu meiner Geburt geschenkt bekam. Er ist ganz in Gold mit kleinen Diamanten, und ich trage ihn so gut wie nie, weil ich erstens keine Kette habe, die filigran genug wäre, und zweitens viel zu viel Angst habe, ihn zu verlieren.

Kein echtes Gold zu tragen ist auch nichts, was gegen meine Arbeiter-Prinzipien spricht, aber das widerliche Abrosten der Farbe und die schwarzen Finger, wenn man mal einen falschen Ring getragen hat, das ist es mir nicht wert. Irgendwie nervt es auch. Ich kauf mir soetwas nicht, ich wünsche mir soetwas nicht. Ich wünschte mir manchmal, dass ich mehr Gefallen daran finden könnte, es peppt ja auch durchaus mal einen Look auf. Aber darüber mache ich mir zwei Sekunden am Tag Gedanken und geh dann schön weiter nerdig im Internet surfen.

Meine Mutter hingegen, in typischer “edle Dame aus hohem arabischen Haus”-Manier, meine Mutter sammelt Schmuck in jeder Form wie ein Messi Dreck sammelt. Für sie ist es mehr als nur ein Statussymbol, so viel von Wert zu besitzen: für sie ist es zugleich finanzielle Anlage, aber vor allem trägt jedes einzelne Teil in ihrem Besitz einen symbolischen Wert. Eine Erinnerung. Von Tradition heruntergereichte Stücke, Hochzeitsschmuck, der Schmuck, den ihre Mutter ihr vor Kurzem erst geschenkt hat, alles in allem kein billiges Zeug. Sie trägt es mit Stolz, und sie erzählt gerne die Geschichten der kleinen Klunker. Für sie ist das aber auch keine Geldsache. Sie rennt auch heute noch jeden Tag in die kleinen Nippes-Geschäfte und kauft sich bunte Ohrringe und kitschige Anhänger. Sie ist nicht behangen wie ein Weihnachtsbaum, aber sie hat auf jeden Fall eine sehr stark ausgeprägte Leidenschaft, die mich immer an mir selbst zweifeln lässt. Aber es gibt Dinge, die kann ich eben nicht so richtig leiden, und Schmuck gehört dazu. Es sieht gut aus an anderen, aber an mir nervt es.

Es gibt nur ein Teil, dass nicht von meiner Hand kommt: die Uhr. Seit mehreren Jahren trage ich nun eine sehr simple Vintage Casio Uhr, diese Digitale, die eigentlich auch jeder hat. Ich besitze auch wertvollere Uhren, aber die haben alle meinen Style von heute verfehlt und deshalb gebe ich mich zufrieden. Sie funktioniert. Sie zeigt mir die Zeit auf die hässlichste Art und Weise an und wurde von Robotern erschaffen, aber ich ziehe sie maximal zum Schlafen oder zum Duschen aus und vermisse sie, wenn sie nicht wieder schnell an mein Handgelenk zurück kommt. Uhren sind auch die ersten Accessoires, die mir an anderen auffallen. Aus irgendwelchen Gründen – obwohl ich mich nie damit auseinandergesetzt habe, jedenfalls nicht bewusst – kenne ich die Unterschiede zwischen hochwertigen, also teuren Uhren, und den Fakes und Billigteilen, diese typischen Nichts-Uhren, wie sie Esprit macht, um nur jetzt etwas zu nennen was mir auch auffällt. Das regt mich nicht auf, das emotionalisiert mich null – aber irgendwie ist da doch dieser minimale Drang, mir selbst eines Tages eine Uhr anzuschaffen, die schön ist. Und schwer. Und wertvoll.

Es gab dieses Jahr eine Phase, in der ich meine Uhr nicht tragen konnte. Ich konnte mir nicht erklären, warum das etwas mit der Zeit zu tun hatte. Es war mit Sicherheit keine schöne Phase, aber wieso ich die Uhr nicht mehr tragen konnte, verstehe ich trotzdem nicht. Jeder Blick auf das Ziffernblatt bewies vielleicht, dass die Zeit nicht stehen geblieben war. Das konkurrierte mit meinen herzzerreissenden Gefühlen. Es war paradox: in meinem Gehirn war alles auf Stillstand gesetzt, ein Nullwert erschaffen worden. Aber das Leben ging weiter. Im großen und ganzen führte mir die Uhr nur vor, wie falsch meine negative Einstellung war, und wie falsch generell mein Gefühl wohl sein musste. Irgendetwas stimmte nicht, und statt mich damit auseinanderzusetzen, warf ich im verzweifelsten Moment dieser kleinen Reise durch meine Gefühlsunterwelt die Uhr in den Müll. Meine Mutter fischte sie heraus, zwei Monate später freute ich mich wie Bolle darüber, sie wieder zu haben. Ich hätte mir jederzeit eine neue Billig-Uhr für 15 Euro kaufen können, aber ich dachte gar nicht daran. Erst als ich sie auf meinem alten Bett liegen sah, bei einem Spontanbesuch in der Heimat, erst dann wurde mir bewusst: ach so, cool. Meine Uhr. Ja, wird ja auch mal wieder Zeit.

Möglicherweise ist auch genau das, was mich an der Uhr so festhält (nicht an dieser spezifischen, sondern an dem Konzept “Armbanduhr” generell): die Zeit. Natürlich ist ein dickes Teil am Arm das Prollo-Statussymbol schlechthin. Wer Rolex sagt, muss auch “oh Gott du hast einen kleinen Pimmel” sagen. Aber es kommt mir fast schon so vor, als wäre eine teure, schöne Uhr, das einzig wertvolle, was ich niemals verlieren würde. Geht auch gar nicht: ich lege sie ja nicht ab. Und es ist nicht nur sinnloser Schmuck, denn Zeit ist alles, was in diesem von uns konstruierten Leben tatsächlich einen gewissen Wert hat. Die Uhr ist eine Erinnerung daran, dass die Dinge anfangen, laufen und zu Ende gehen.

Aber natürlich ist das Tick-Tock auch negativ belastet. Zeit rinnt. Und es ist eben doch nur ein menschliches System, dass einen auf täglicher Basis die Nerven zerbombt. Wir denken, es läuft alles geradeaus, ein linearer Strang. Zeit, die sich nach vorne bewegt, aber nicht im Kreis und nicht flüssig und nicht flexibel ist. Das ist ein stures Konzept, viel zu steif – eigentlich – aber es ist ein Konzept, in dem man nicht nur aufwächst, sondern das auch noch so logisch wirkt. Genauso logisch wie es ist, seine CDs nach Titel zu ordnen. Es ist Ordnung, ein Gefühl der Sicherheit, so unklug es auch sein mag, sich daran festzuhalten.

Ich blicke auf die schönsten Uhren der Welt und sehne mich nach ihnen. Das mag auch größenteils ein gerechtfertiger Materialismus meinerseits sein, aber wie gesagt, eine Uhr ist auch mehr als nur ein Anhängsel. Sie erfüllt eine Funktion. Vom Handwerk, dass dafür noch notwendig ist, mal ganz abgesehen: das finanzielle Opfer ist also entschuldbar. Und dann ist es auch so wie mit meinem Tattoo am Fuß, auf dem “Bismillah Al Rahman Al Rahim” auf arabisch steht, ein kleines persönliches Paradox: die Religion verbietet es, sich zu tättowieren, und doch widme ich es Gott. So zwiegespalten ist auch meine Beziehung zur Uhr: ich kann mir vielleicht eines Tages eine fünftausend Euro Cartier kaufen. Aber ich kann mir niemals die Zeit kaufen, die sie darzustellen versucht.

by yeahs in Konsumbehindert


Mädchengangster, gefangen im Dualismus. Ein gutaussehendes Bündel wandelnder Widersprüche, Füße zu klein für Nikes, Frisur zu voluminös für kleine Skatergirl-Mützchen, Schenkel zu fett für Skinny Jeans und White Tee und Leopardeprintleggins. Aber ich scheiss auf die Authentittenzität, boy, ich bring Mitte nach Neukölln, Hood-Couture aus dem Altbau-Block am START, Kreuzberg Gentrification Light, schön in Residenzjogginghosenoutfit zu Katies Blue Cat ‘nen frischen Cappucino und einen Bagel mit Cream Cheese für 4 Euro und dem Ramschwarenhändler der zumachen muss noch mal Hallo sagen und wieder nichts kaufen, was es nicht auch bei Amazon mit Umsonstversand gibt! Ich höre auf meinem freshen iPhone Mobb Deep und laufe nachts um den Görlitzer Park herum, damit es mir nicht geklaut wird! Ich drehe meine Joints bereits vor der Party und verkauf sie für 3,40 an den englische Touristen! Ich hole mir eine Dauerkarte für’s Prinzenbad aber chill in Shirt und Jeans damit die türkischen Muttis mich nicht anspucken! Ich hol den besten Döner aus Kreuzberg ABER BITTE OHNE KNOBLAUCH UND OHNE ZWIEBEL ICH GEH NÄMLICH NOCH PARTY WALLAH! Junge, ich ficke dein Leben so hart und weine mich dann nachts in den Schlaf! Ich kaufe mir ein Skateboard und hänge es unter den Stuck im Wohnzimmer! Ich trage die Hose in den Socken damit sie sich nicht in meinen Single-Speed Speichen verheddert! ICH KAUF MIR EINEN SCHLAGRING UND TRAG IHN ALS ACCESSOIRE UM DIE FINGER! Ich pack Graffiti an Hauswände und lade meine Tags auf Facebook hoch! Ich trage Wal-Mart Pullover aus LA über meiner Bauchweg-Strumpfhose! ICH GEH ZU WATCH THE THRONE MIT EIN SITZPLATZTICKET! Ich weiß dass 2Pac lebt DAS HABE ICH IN MEINEM HIP HOP SEMINAR GELERNT! Ich häng im Block rum und lass ein Foto von mir für Instagram machen! VERSACE UND M.I.A. SIND GEIL! Ich sage LAK WALLAH wenn mich was nervt und meine Freunde geben mir Überprops für meinen breitgefächerten Multikulti-Hintergrund! Ich klau 10 Euro vom Nachttisch meiner Freundin UND GEBE SIE IHR ZURÜCK! OH Gott Deutschrap ist so TOT man aber ich hab Gästeliste für Cro Konzert lass ma hingehen! ICH KAUFE MIR EINE STURMMASKE FÜR DAS ODD FUTURE KONZERT UND HEBE SIE FÜR FASCHING AUF. Ich fahre einen roten Opel Astra Baujahr 97 und dreh THE CURE laut auf! Die Polizei macht Personenkontrolle und ich gebe ihm meinen Perso und sage DANKE LIEBER HERR KOMISSAR! POW, POW, POW!

by yeahs in Gangster Konsumbehindert


Wenn man Kindheitserinnerungen im Erwachsenenalter wiederaufleben lässt (danke, liebe mediale Möglichkeiten), dann stellt man manchmal fest dass man die Hälfte der Storyline nicht verstanden hat. Im Falle von Home Alone 2, einem meiner Lieblingskindheitsfilme (übrigens gibt es zu dem verlinkten Post vielleicht bald ein kleines Update) fällt vor allem der zeitlose Style des Kevin McCallisters auf. Wunschklamotten 2012 für alle süßen Typen die mal als Crackbabys von MJ enden möchten und mit Drew Barrymore Blutsbrüderschaft schließen: edler Strick, klassische Muster/Prints, subtile Farbspritzer, ein gewisser rustikalen Touch (der Rucksack!) und eine allgemein-gültige Funktionalität. Erst der Air Mag, dann das.

kevin mccallister fashion style home alone 2

by yeahs in Konsumbehindert

In Riot-Fashion-Spirit hat die italienische Marke IUTER gerade einen Teil ihrer neuen Kollektion auch in Deutschland verbreitet. Scheiss auf den konventionellen Schal, der sich immer in alle Richtungen zerknotet, zu kurz oder zu lang ist und meistens auch echt nicht gut aussieht; ich will so ein Collar-Dings. Und eine Mütze. I approve of this.

IUTER COLLAR (1)IUTER COLLAR (2)

IUTER COLLAR (3)IUTER COLLAR (4)

via Overkill

by yeahs in Konsumbehindert

Sind sie nicht süß, diese alten Männer? Wie sie freudestrahlend auf einen Runway laufen und eine Art Choregraphie hinlegen, die sie nicht als harte Typen, sondern als interessante Entertainer auszeichnet? Wie sie, ich fasse es nicht, “crazy” voll aussprechen und nicht zu “cray” verstümmeln (wobei ich den innovativen Aspekt dahinter ehrlich gesagt nicht abstreiten möchte). Wie sie in Ledermontur (Kanye, du Fashionmonster – und die göttlichen Air Yeezys, diese fantastischen Dinger, die ich niemals besitzen werde) triumphieren und die Versace x H&M Jacke aus der aktuellen Kollektion mit einem Extra-Grinsen Erwähnung findet…

Die Musik selbst, mit diesem elektronischen Rumgewabere am Ende, das so ein bisschen an Skrillex’ Nicht-Dubstep, Nicht-Elektro Talent erinnert, aber auch die Plattform – wer ist die Zielgruppe für Victorias Secret Fashion Show? Harte Gangster-Typen? Hm – ist so ein bisschen der Abgesang auf die Einschränkungen, die dem Hip Hop in seiner Geschichte widerfahren sind. Wenn Mutti und ihre Töchter zu Kay & Jay abgrunzen können, dann kann das jetzt jeder. Das mag vielleicht keine überraschende Entwicklung sein, weil vor allem Kanye die Marketingfläche nicht unwesentlich gedehnt hat mit seinen Pop-Ambitionen (und ey, wenn Jay-Z nicht seit jeher eingänglich war, wer sonst?). Ich finde es trotzdem erstaunlich, wie schön sich das ganze in die Szenerie einfügt, so natürlich, als wäre es nie etwas anderes gewesen. Irgendwie so, als wäre der nächste Stopp bei Wetten, Dass? // es wundert mich nicht, wenn es da einen nervigen Drang gibt von Kids, unabhängig der Herkunft, anderen “rebellischen” Kids zu folgen, die zwar nicht minder den Erfolg haben wollen, aber dabei noch ein paar Leuten in die Fresse spucken möchten (ie Odd Future wollen Wu-Tang sein). Fragt sich, ob es am Alter von Hip Hop liegt (“endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen”) oder eben am Alter der anführenden Künstler… (was übrigens nichts über die Qualität von The Throne aussagen soll).

PS: Das Hip Hop Künstler noch mal Gianni Versace “neu” auftragen würden- wer hätte das schon gedacht.
PPS: Ich will diese Jacke. Ich will, ich will, ich will.

by yeahs in Musik


new balance 420 uk

Es gibt wahrscheinlich viele Gründe, Nike zu boykottieren, ich habe mich letztendlich für den einzigen mir aufdringbaren (und oberflächlichsten) entschieden: mir bleibt leider keine andere Wahl. Es gibt nicht einen einzigen Air Max, Air Jordan, Air Force oder Dunk, der halbwegs anständig aussieht und gleichzeitig in meiner Größe kommt. Die Auswahl der Größe 39 beschränkt sich auf Mitleidsschuhe für Frauen. Mit der Begründung (effektiv meine eigene Rationalisierung), das Weib sei ja auch nicht so die Sneaker-Zielgruppe. Ich würde ja fast behaupten, gäbe man ihnen eine Chance, indem man auch gutaussehende Schuhe in ihrer Größe produzierte, könnte sich das vielleicht auch ändern. Aber was weiß ich schon.

Aufgrund meiner (durchaus zweifelhaften) Distanzierung zu meiner bisher am höchsten geschätzten Schuh-Brand machte ich mich auf und suchte eine Alternative. Ich fand keine, zumindest keine unmittelbare. Meine zweite Wahl wäre nämlich ein Paar New Balance gewesen (ich suche eigentlich gerade keine neuen Sneaker, ich will auch keine. Ich möchte nur Nike zum Trotz schon mal meinen Horizont erweitern und mich mental auf den nächsten Kauf vorbereiten, der dann stattfindet, wenn meine Air Max 1 endgültig im Arsch sind). Aber die New Balance, die ich haben wollte, gab’s dann auch nicht in meiner Größe und so ist es also, wenn man gerne konsumwütig wäre, und viel Geld aus dem Fenster zu schmeissen hätte (hat man aber eigentlich nicht, siehe mein nächster Text “Reichtum vs. Reich tun, wie wir Fotzen eigentlich gar nicht mehr auf unsere geistige Armut klarkommen”), aber leider nicht darf, weil man diskriminiert wird. Wir reden seit Wochen über eine Frauenquote in der Politik, aber dass ich keine Turnschuhe tragen darf, darüber regt sich wieder niemand auf.

New Balance hat mich nicht in Ruhe gelassen. Eigentlich kenne ich auch niemanden, der New Balance trägt – außer Writer. Und eigentlich habe ich auch gar keine emotionale Bindung zu NB, kein Bild, keine Assoziation. Ich dachte früher sogar New Balance wären ein Nike-Offspring – wegen dem dicken N. Und als ich heute dann einfach so mir nichts, dir nichts ein bisschen im Netz surfte und nach Informationen zu dieser fast obskuren Marke suchte, stellte ich beim Lesen des Wikipedia Eintrages schnell fest, dass NB sozusagen das bessere Nike sind. Nur leider nicht das schönere. Aber lest selbst:

New Balance is notable in that it has continued to maintain a manufacturing presence in the United States as well as in the United Kingdom for the European market—in contrast to its competitors in the same market space, such as Nike and Adidas, who design products in the US and Europe but outsource the majority of their footwear and apparel to manufacturers in China, Vietnam, and other developing nations. The result of this corporate decision is that the shoes tend to be more expensive than those of New Balance’s competitors. To offset this pricing discrepancy, New Balance differentiates their products with technical innovations, such as a blend of gel inserts, heel counters, and a greater selection of sizes, particularly for very narrow and/or very wide widths.

“Greater selection of sizes” soll hier wohl nicht als “Größen für Frauen” missverstanden werden, da auch NB bei meiner Suche nach coolen Sneakern versagte. Aber die Produktionen finden immer noch in den USA, respektive Europa statt? Und es gibt so gut wie kein Marketing? Trotzdem ist NB in jedem Sneakerladen zu finden? Es ist also nicht ganz Amerika schlecht und es lebt auch nicht die ganze Welt und jedes Unternehmen gewissenlos auf Kosten von afrikanischen Kwashiorkor-Kleinkindern? Da weiß mein Zynismus selbst keine Antwort mehr darauf zu formulieren.

(Was nicht bedeuten soll, dass NB von aller Kritik freigesprochen wird. Die haben, genau wie ihre Konkurrenten, auch Produktionsstätten in Asien und knechten dort womöglich unter Schutz jeglicher Ignoranz der Medien genauso wie Nike oder Adidas. Die widerrum kriegen genug Aufmerksamkeit, dass sie jegliche Fehler am besten gar nicht erst machen. Aber man kann ja auch nicht alles haben, wa. Insofern ist New Balance vielleicht einfach nur das Bioetikett auf einem toten Tier. Das eigentliche Problem wurde aber nicht gelöst.)

by yeahs in (Pop)Kultur


Es ist kein Geheimnis, dass man mich mit knackigen Beats und einem englischen Drift kriegen kann. Wenn ich den überladenen Sound von Chris Brown & Tyga mit diesem Schmuckstück hier vergleiche, kann ich auch die eher seichte Thematik (Käppis, alter) ignorieren.

by yeahs in Musik