New Balance World Saving Mission

new balance 420 uk

Es gibt wahrscheinlich viele Gründe, Nike zu boykottieren, ich habe mich letztendlich für den einzigen mir aufdringbaren (und oberflächlichsten) entschieden: mir bleibt leider keine andere Wahl. Es gibt nicht einen einzigen Air Max, Air Jordan, Air Force oder Dunk, der halbwegs anständig aussieht und gleichzeitig in meiner Größe kommt. Die Auswahl der Größe 39 beschränkt sich auf Mitleidsschuhe für Frauen. Mit der Begründung (effektiv meine eigene Rationalisierung), das Weib sei ja auch nicht so die Sneaker-Zielgruppe. Ich würde ja fast behaupten, gäbe man ihnen eine Chance, indem man auch gutaussehende Schuhe in ihrer Größe produzierte, könnte sich das vielleicht auch ändern. Aber was weiß ich schon.

Aufgrund meiner (durchaus zweifelhaften) Distanzierung zu meiner bisher am höchsten geschätzten Schuh-Brand machte ich mich auf und suchte eine Alternative. Ich fand keine, zumindest keine unmittelbare. Meine zweite Wahl wäre nämlich ein Paar New Balance gewesen (ich suche eigentlich gerade keine neuen Sneaker, ich will auch keine. Ich möchte nur Nike zum Trotz schon mal meinen Horizont erweitern und mich mental auf den nächsten Kauf vorbereiten, der dann stattfindet, wenn meine Air Max 1 endgültig im Arsch sind). Aber die New Balance, die ich haben wollte, gab’s dann auch nicht in meiner Größe und so ist es also, wenn man gerne konsumwütig wäre, und viel Geld aus dem Fenster zu schmeissen hätte (hat man aber eigentlich nicht, siehe mein nächster Text “Reichtum vs. Reich tun, wie wir Fotzen eigentlich gar nicht mehr auf unsere geistige Armut klarkommen”), aber leider nicht darf, weil man diskriminiert wird. Wir reden seit Wochen über eine Frauenquote in der Politik, aber dass ich keine Turnschuhe tragen darf, darüber regt sich wieder niemand auf.

New Balance hat mich nicht in Ruhe gelassen. Eigentlich kenne ich auch niemanden, der New Balance trägt – außer Writer. Und eigentlich habe ich auch gar keine emotionale Bindung zu NB, kein Bild, keine Assoziation. Ich dachte früher sogar New Balance wären ein Nike-Offspring – wegen dem dicken N. Und als ich heute dann einfach so mir nichts, dir nichts ein bisschen im Netz surfte und nach Informationen zu dieser fast obskuren Marke suchte, stellte ich beim Lesen des Wikipedia Eintrages schnell fest, dass NB sozusagen das bessere Nike sind. Nur leider nicht das schönere. Aber lest selbst:

New Balance is notable in that it has continued to maintain a manufacturing presence in the United States as well as in the United Kingdom for the European market—in contrast to its competitors in the same market space, such as Nike and Adidas, who design products in the US and Europe but outsource the majority of their footwear and apparel to manufacturers in China, Vietnam, and other developing nations. The result of this corporate decision is that the shoes tend to be more expensive than those of New Balance’s competitors. To offset this pricing discrepancy, New Balance differentiates their products with technical innovations, such as a blend of gel inserts, heel counters, and a greater selection of sizes, particularly for very narrow and/or very wide widths.

“Greater selection of sizes” soll hier wohl nicht als “Größen für Frauen” missverstanden werden, da auch NB bei meiner Suche nach coolen Sneakern versagte. Aber die Produktionen finden immer noch in den USA, respektive Europa statt? Und es gibt so gut wie kein Marketing? Trotzdem ist NB in jedem Sneakerladen zu finden? Es ist also nicht ganz Amerika schlecht und es lebt auch nicht die ganze Welt und jedes Unternehmen gewissenlos auf Kosten von afrikanischen Kwashiorkor-Kleinkindern? Da weiß mein Zynismus selbst keine Antwort mehr darauf zu formulieren.

(Was nicht bedeuten soll, dass NB von aller Kritik freigesprochen wird. Die haben, genau wie ihre Konkurrenten, auch Produktionsstätten in Asien und knechten dort womöglich unter Schutz jeglicher Ignoranz der Medien genauso wie Nike oder Adidas. Die widerrum kriegen genug Aufmerksamkeit, dass sie jegliche Fehler am besten gar nicht erst machen. Aber man kann ja auch nicht alles haben, wa. Insofern ist New Balance vielleicht einfach nur das Bioetikett auf einem toten Tier. Das eigentliche Problem wurde aber nicht gelöst.)

November 9th, 2011 Posted in (Pop)Kultur | 3 Comments »

Snapback

Es ist kein Geheimnis, dass man mich mit knackigen Beats und einem englischen Drift kriegen kann. Wenn ich den überladenen Sound von Chris Brown & Tyga mit diesem Schmuckstück hier vergleiche, kann ich auch die eher seichte Thematik (Käppis, alter) ignorieren.

November 4th, 2011 Posted in Musik | Comments Off

Versace Baroque

versage 90s baroque (1)

Versace & H&M haben erst eben ihr Lookbook veröffentlicht. Die Zusammenarbeit ist schon länger angekündigt, ich habe das am Rande mitbekommen. Obwohl ich kein großer Anhänger der Fashion Community bin, bleibe ich immer wieder bei den 90er Jahren von Versace hängen – der sogenannte Baroque Stil von Gianni Versace. Das sind die Klamotten, die meine Mutter immerhin von Mitte 20 bis Mitte 30 getragen hat, und es sind genau diese Prints, die mich irgendwie.. wärmen.

Es ist seltsam, und es lässt mich eine Augenbraue verziehen, aber es ist das, woran ich mich und eine gewisse Sentimentalität festnagele. Dass das alles heute wieder aktuell ist mag sein, aber das Revival mit der Klamotten-Kette gefällt mir nicht unbedingt. Es hat eben auch eine gewisse Ästhetik in der Darstellung, selbst die Models auf den Bildern sehen irgendwie anders aus, die Fotos sind anders — ich hänge in den 90ern fest, zumindest was Versace angeht. Auch okay.

October 20th, 2011 Posted in (Pop)Kultur, Gangster | Comments Off

Scatterbrain

Das Internet fragmentiert meinen Kopf und meine Seele so stark, dass alle populären Begrifflichkeiten von “Informationsrausch” bishin zu “Kuration” für mich in Sinnlosigkeit untergehen. Bilder, Videos, Musik, Worte, Zitate, Sammlungen, Geschmack, Fashion, Design, Ästhetik.

Früher einmal hat mich das alles berührt. Seltene Schönheiten in der Fotografie oder goldene Textstücke, die man nicht alle Tage auf den dreckigen Straßen des Netzes findet, sie haben mich inspiriert, beflügelt, angetrieben, bewegt dazu eigene Leistungen in diesen Rahmen zu bringen. Und ich sammelte all das, was mich (virtuell) erfüllte.

Leider übersteigt zur Zeit der inspirierende Content die Aufnahmefähigkeit. Stellt euch vor, all die schönen, glitzernden, bunten Dinge, sie verschwimmen zu einem Einheitsbrei und werden unverdaut wieder ausgeschissen. So machen es alle. Was übrig bleibt ist der bittere Nachgeschmack von Werbung, denn daraus scheint alles nur noch zu bestehen. (Fashion) Photography, Product Placement, DSLR Video Mini Stories mit Sponsoren.

Und weil das nicht genug ist zerstreut sich auch noch die Sammelkultur auf Plattformen, deren einziges Ziel ist eine Userbase aufzubauen die sich zugehörig fühlt um fortan ihre Musen (diese Musen sind übrigens alle Schlampen) mit anderen, gleichgesinnten Interessenten zu teilen. Tumblr ist dafür ein gutes Beispiel, auch wenn es sich als Blog-Sammelschubladen-Hybrid noch als ziemlich flexibel erweist. Wo einst der Sammelindividualismus war sehe ich aber heute eine strenge Community-Klausel (und manchmal auch elitär). Ffffound für Bildchen, Svpply für Produkte (oder halt Bildchen), Pinterest.. wieder für Bildchen, aber thematisch angeordnet. Quote.FM: für Zitate (und Texte, je nachdem), diverse Blogs, dann gibt’s ja auch noch Twitter, dann gibt’s ja auch noch tausend andere Möglichkeiten, zu sammeln, zu teilen, zu finden. Mein Feedreader explodiert vor Möglichkeiten. Kennt ihr dieses Wikipedia Ding, wo man anfängt was zu lesen und sich dann stundenlang im Informationsüberschuss verliert? Ich beschwere mich nicht darüber, dass es so ist, immerhin suche ich mir das ja selber aus und könnte mich durchaus von dieser endlosen Maschine der Ästhetik zurückziehen und mich auf das wesentliche konzentrieren.

Mich stört es nicht. Ich suche eben nur den einen Weg und bediene mich deshalb aller mir angebotenen Dienste. Und frage mich in diesem Sinne auch, wieso das alles so selbstverständlich passiert. Soll ich alle Produkte auf eine Liste packen, und die schönen Bildchen auf eine andere? Wieso führe ich überhaupt Listen, was werde ich später mit diesen Bildchen machen, oder mit den Videos, oder deren Inhalten? Bisher war es immer so, dass sie mich inspirierten, wie gesagt. Mittlerweile ziehe ich meine Inspiration aus den einsamen Momenten an meinem Ceranherd, während ich mir unspektakuläre Dinge koche, die auf keinem Foodie Blog dieser Welt zu sehen wären.

Vor allem aber: inwiefern charaktersiert uns dieses Verhalten, das scheinbar aus dem Internet entstanden ist? Ich sammel die gleichen Bilder wie alle anderen, ich mache mir da nichts vor, wenn hier jemand auf der Höhe des Zeitgeistes liegt dann ich. Nicht vorne, nicht hinten, auf der Höhe.

Ich finde es jedenfalls ziemlich interessant, dass um den Trend des “Sammeln und Teilen” herum schon Start Ups gegründet wurden, die sich genau darum kümmern sollen. Sie finanzieren sich dann wahrscheinlich über Werbung oder Placements, denn wem fällt es schon auf, wenn die Power User irgendwann nur noch Produkte / Fotos von Marken teilen, die dafür bezahlen?

Am liebsten ist ja jeder immer noch sein eigener Kurator, der sich von der Masse mit seinem geführten Museum abheben will. Mal sehen, wohin sich das noch entwickeln wird. Ich bin ja der Meinung das zu viel “Inspiration” auch eine Blockade sein kann. Ich merke es an mir selber, doch ich kann um’s Verrecken nicht aufhören.

September 20th, 2011 Posted in (Pop)Kultur | 10 Comments »

Sneakergirls

Uncool ist das neue Cool. Gestern auf den Dächern von Weißensee rumgeturnt, heute schon als Promi abgelichtet – aufgrund von Accessoires, vor allem. Man mag es kaum glauben. Geht mal hier rüber und guckt’s euch an, nur, falls ihr heute noch nicht gelolt habt.

(Und danke! Ich liebe diese Schuhe! Die kommen mit auf Weltreise und haben dann schon 3 Jahre auf dem Kasten. Yeah!)

July 23rd, 2010 Posted in Uncategorized | 1 Comment »

T-Post

Okay, hier ist etwas aus der Kategorie “Das ist innovativ (aber diesmal wirklich)”. T-Post nämlich ein T-Shirt Magazin. Ich meine, im wahrsten Sinne des Wortes: Ein T-Shirt Magazin.

T-Post T-Shirt

Alle sechs Wochen erhalten die Abonnenten des Magazines ein T-Shirt, das etwas thematisiert– eine Art visuelle Kolumne. Um es mal mit den Worten der Macher auszudrücken:

Offbeat news + graphic t-shirt = T-post, the world’s first wearable magazine. Every six weeks, subscribers receive a new t-shirt in the mail. News story on the inside. Artist interpretation on the front. All-around conversation piece.

Ziemlich coole Idee, oder? Eine Ausgabe, bzw. ein T-Shirt, kostet 19 € und kommt aus Schweden angeliefert. Jedes T-Shirt wird von einem anderen Designer gestaltet, jede Ausgabe behandelt ein anderes Thema, egal wie banal es erscheinen mag (think Vice meets LaFraise).

Schön ist auch der wirtschaftliche Gesichtspunkt hinter der ganzen Sache: Die T-Shirts sind nur in einer Limited Edition zu erhalten, d.h. es werden genau so viele T-Shirts gedruckt, wie auch Abonnenten “nachfragen”. Im Prinzip hat das Team von T-Post ein Marktgleichgewicht erschaffen, was in sonst so elitären Fashion-Design-Kreisen kaum vorhanden ist. Find ich gut. Ob sich das durchsetzt, bleibt nur zu hoffen (und wenn ich mir T-Shirts kaufen würde, dann würde ich da auch mitmachen. Aber ich hasse T-Shirts, weil ich dann beim Sitzen immer meinen schwabbeligen Bauch einziehen muss.).

T-Post gibt es wohl schon seit 2004, aber ich habe vorher noch nie von denen gehört. Die Idee stammt, wie könnte es auch sonst sein, aus Schweden. I approve of this.

October 1st, 2009 Posted in Uncategorized | Comments Off