
Eigentlich wollte ich ja nach meinem letzten Festival-Trauma (s.a. “das Hurricane ist eine Beleidigung an alle Musikfans dieser Welt” – Barack Obama) nur noch im Schutze der Geschlossenen weilen, die nächsten Jahre in Vegetation und sicherer Einöde verbringen und nie wieder das Zimmer oder gar die Zwangsjacke verlassen.
Aber wer mich kennt, kennt auch meine Inkonsequenz. Und meine berühmte, charakterstarke Schnäppschenjäger-Mentalität: “ich darf mich kostenlos quälen lassen” ist meiner Lebensphilosophie nach immer noch erträglicher als “ich habe mir für Geld etwas Gutes getan.” Und da das Melt! für mich dank Curly Sue’s hilfreichem Rumgefinger tatsächlich nicht mehr als seelische Überwindung kostete (außer die dreitausend Euro für Red Bull und flüssiges Fett und die Stripperinnen), entschloss ich spontan, das Festivalding noch einmal zu wagen. Und diesmal richtig: im Zwergenzelt für eine halbe Person, aber zu zweit, bei jeweils fünfhunderttausend Grad plus (wenn die Sonne morgens die Kernschmelze anregen möchte) oder dreitausend Grad minus (wenn nachts die Hölle zufriert und Pinguine, Robben und Eisschollen auf dem verdammten See treiben).
Vielleicht lag es ja auch am Grad der abenteuerlichen Vorbereitung, der mich die Schultern zucken und “ach, let’s fucking do it” sagen ließ. Ausgestattet war ich persönlich mit zwei umgedrehten Unterhosen, die als frisch durchgingen, einem dicken, roten Pickel im Gesicht, um mich auf dem Hässlich-Marathon des lokalen Zeltplatzes wohl zu fühlen (bei der riesigen Auswahl an wunderschönen Berlinern und Style-Konsortium Deutschlands haben wir es natürlich geschafft uns inmitten des bayrischen Gesichts-Entstellungs-Banquetts zu platzieren, was das Ambiente zwar ein bisschen störte, uns aber immer wieder auf meinen Pickel aufmerksam machte, der uns eine gewisse Zugehörigkeit verlieh), und einem Keks. Gottseidank waren meine Mitmelter Professionelle auf dem Gebiet “Survival im menschlichen Suhl” – Club Mate, Eiweißriegel und Konfettikanonen als Gaben für die Festivalschlampen.
Das Melt! ist also etwas ganz anderes als das Hurricane: man kann es durchaus überleben. Und auch für gut befinden. Da der hauptsächliche Besucheranteil aus Berlin stammt, kann man auch grob einschätzen, wie viel Spaß man haben wird, und wie wohl man sich fühlt. Neben den hooliganartigen, leichenfickenden Barbaren vom Hurricane ist das Melt! nichts als ein paradisischer Ort mit feinklingendem auditivien Hintergrundgedusel in absolut herzerwärmender Lage und den schönsten Menschen die der liebe Jesus in unsere Welt gespritzt hat.
Ich meine, klar, die Leute waren nervig, aufgedreht und in Neonfarben gekleidet. Die fünfzehnjährigen Michelles und Miriams aus den Vororten Deutschlands haben sich das MDMA in die Kiemen geworfen und zum ersten Mal Liebe von Thomas und Tobias gespürt, die abgemagerten Abiturienten, die in Wayfarer-Kopien und Tanktops das Glitzern der Musik unter der Haut spüren und wissen wollen, wie es ist, einmal eine Unarschlochmäßig abzuschleppen. Ja, es nervt ein bisschen, wenn alle so gut drauf sind und so viel Kreischen zwischen den Bühnen lärmt und sich kleine Kinder im Feenkostüm die Gesichter gegenseitig anmalen. Aber all das erscheint mir doch sehr herzlich im Gegensatz zu den langhaarigen, fettbäuchigen, rumkotzenden, durchfallverteilenden Suffis aus den Hinterwäldern aller Hollywood-Horrorfilme, die so stinken wie tausend Gullis nach einem blutigen Krieg zwischen Wildschweindörfern und alle widerlichen Jackass-Folgen mit Steve-O in den Schatten stellen. Ich würde sogar behaupten, dass das Hurricane so Kacke ist, dass ich lieber noch mal freiwillig Samstagabend über die Warschauer Brücke laufe, als diese Erfahrung wieder zu machen. Selbst wenn ich im Sterbebett mit Krebs läge und das Hurricane meine einzige Rettung wäre.
Jedenfalls war diese Schieflage meiner bisherigen Festivalaktivitäten auch ein Sprungbrett für meine Melt!-Herz-Offensive. Endlich kann ich nachvollziehen, warum so viele Menschen einem Endlos-Konzert, stressigem Camping, teurer Unterhaltung und unzähligen anderen ätzenden Menschen hinterherpilgern. Es ist wunderschön, das ist es nämlich. Auch ohne Drogen. Sogar ohne Vollsuff (nicht, dass man es nicht probiert hätte). In der knallen Sonne an einem wunderschönen Ort mit fantastischer Musik, in ganzer Entspannung. Mit all den Negativen bleibt trotzdem noch ein großes Positiv übrig.
Es folgte ein wunderschöner Moment nach dem anderen: Nicolas Jaar als surrealer Traum im Rauch und Nebel und den Lichterspielen am Strand, gehüllt in eine Sternentapete; der Auftritt von Robyn, der auch den letzten harten Prollmacker zum Mitsingen brachte – noch nie habe ich so viele Emotionen in einem einzigen Publikum gespürt wie bei “I KEEP DANCING ON MY OWN”. Nazis, Antifa und afrikanische Jungrebellen kackten plötzlich Einhörner und weinten süßlichen Himbeersyrup aus den Augen. Ich sage euch was, liebe Kinder: am Ende des Tages tanzen wir alle entweder alleine oder mit jemandem, der so deutsch tanzt, dass wir sowieso lieber alleine wären. Let’s get used to it.
Ansonsten habe ich auf dem Melt! hauptsächlich alles verpasst, weil es mir egal war. So glücklich kann man sein, irgendwo rumzusitzen und alles wirken zu lassen. Und gute Menschen um sich herum zu haben – und Momente zu teilen, die bizarr und eigentlich überhaupt nicht neu sind, aber so ein Relief auf der alltäglichen-unalltäglichen Metallplatte stanzen.
Ein ganz spektakulärer High Five mit anschließendem Augenzwinkern und Lippenlecken geht an die süße Boyband Sizarr, die ich zwar nicht Live sehen konnte, dabei aber unglaublichen Musikgeschmack bei ihrem DJ-Set bewiesen haben. Das mit den Übergängen klappt zwar nur so gut wie bei mir der Stuhlgang auf einem Dixie-Klo, aber das hat die drei Leute, die da am Strand waren – mich, meinen Pickel und Isa – auch nicht wirklich interessiert. Hauptsache rollende Beats, UK und Garage und Hip Hop und richtig, richtige nette Songs, die es jetzt zu entdecken gilt. Sizarr hat auf jeden Fall meinen persönlichen Kultur-Zeitgeist (bestehend aus Sexbildchen und guter Musik) getroffen.
Andere Überraschungen blieben leider aus – KIZ waren souverän und aufdrehend wie immer, auch wenn mir die neuen Scooter- und Mallotzetracks nicht so richtig bekommen möchten. José Gonzalés war auch ganz, ganz toll, und Gui Buratto ja auch. Letztere habe ich beide nicht gesehen, weil ich entweder schon schlafen war oder nach Hause gefahren bin, aber das ist ja dem treuen Leser hoffentlich auch egal.
Hach, das Melt! – es war eine wunderbare Erfahrung. Ich habe Freunde gemacht. Ich habe mir die Butter im Zeltofen von den Augenlidern geschwitzt und habe mit dem Pöbel der Nation auf ein einziges Klo gekackt und mir die Hände im Spuckefaden einer kaum funktionierenden Sanitäranlage gewaschen. Ich habe immer noch Sand in der Arschritze, aber ein königliches Schmetterlingsflattern im Bauch. Es war Melt!, doch es war mehr als das: es war nämlich Sommer. Und im Sommer kann man mich bekanntlich auch im Industriegebiet umgeben von Roboteraliens noch lächlelnd finden. Danke, Sommer. I love you and I’m ready to give you my inner freak.











































































Schlamm, Regen, Kotzlachen, Schweißflecken, Sonnenbrände, Bierpfützen, Blutspuren: kein Wunder, dass unser Gastgeber AXE sich mal ein Herz fasste und auf dem Festivalgelände des Hurricane 2011, irgendwo im Nirgendwo situiert, einige Luxusduschen installieren ließ. Dort konnten die halbtoten Konzertbesucher sich mal so richtig schön warm duschen, um dann fit für die nächste Runde “Zeltplatz Krieg” zu sein.
Das Gute an dieser netten Dusche: nun stanken nur noch 98% Prozent der unterhaltsamen Menschen auf dem Hurricane nach Gottes schlimmsten Gerüchen dieser Erde. Das schlechte: es ist schon bedauerlich, wenn eine mobile Duschkabine mehr Komfort und Luxus vermittelt als die eigene zu Hause. Da wird man ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen gezogen..
Und so verbrachte ich also ein Wochenende mit meinen Blogkollegen Thang, Isa, Alex und Flo, Wenke und Marcel und Christoph und Thomas (die ich alle in mein Herz geschlossen habe und alle auch mal nachts im Dunkeln an feuchten Stellen anfassen würde) auf einem Festival. Übrigens mein erstes Festival dieser Größenordnung. Für ein Prinzesschen wie mich keine einfache Aufgabe. Orientierungslosigkeit, Platzangst und Überforderung. Ich hielt meinen Schlagring für Überfallartige Sexangebote bereit und versuchte auch die verängstigten älteren Menschen unter uns vor den zombieartigen Massen zu schützen. Überall surren kleine, stark angetrunkene Menschen um einen herum, die “Helga” schreien und der Bewusstlosigkeit erschreckend nahe kommen. Der Gestank der Dixie-Klos, der wahrscheinlich die Gesamtfläche Niedersachsens für die nächsten 3-4 Monate einnehmen wird. Die überteuerten Essensstände, für die man sich drei Tage lang die Beine in den Bauch stehen muss. Der Platzregen, der sowohl Künstler als auch Fans gerne mal in den Wahnsinn treibt.
All das sind – das musste ich als Festivaljungfrau eigenhändig herausfinden – Dinge, die aber fürstlich entlohnt werden, wenn man erst mal vor der großen Hauptbühne steht und in Hochachtung den wunderbaren, epischen Klängen von Arcade Fire lauscht. Oder im Zelt von Lykke Li die kleinen, entzückenden Mädchen beobachtet, die die anspruchsvolle Popmusik unserer Zeit auch mit 16 oder 17 Jahren schon wertschätzen können. Sicherlich war auch das Ballermannzelt bis zum Erbrechen gefüllt, aber wenigstens gab es hier für jeden was zu holen – so stellt man sich ein Festival auch vor.
Arcade Fire waren für mich soetwas wie ein emotionaler Schlaganfall, während Incubus mich in ein Land vor deiner Zeit versetzte. Das lief in etwa so ab:
“Boah, Arcade Fire. Die habe ich 2009 rauf und runter gehört. Aber irgendwie tun sie mir gerade nicht viel an. Ach, naja. Arcade Fire halt.”
– Keep The Car Running wird gespielt -
“OH MEIN GOTT ICH MUSS GLEICH WEINEN ICH LIEBE DIESEN SONG OH MEIN GOTT”
(Und, kein Spaß: wie kann man diesen Song, der nur so nach Bewegung und Roadtrip und Autofahren und neue Welten und fantastischen Abenteuern schreit, auch nicht lieben? Wer verbindet damit nicht einen immens dramatischen Teil seines Lebens, einen Neuanfang, viel Emotion und Liebe? ES IST VIELLEICHT EINER DER BESTEN SONGS ALLER ZEITEN, neben den anderen unzähligen besten Songs aller Zeiten.)
Incubus hingegen habe ich eher nebensächlich verarbeitet. Nostalgie machte sich gedanklich breit. Pardon Me, beispielsweise, Begleiterscheinung meiner unverstandenen Jugend. Nur Brandon Boyd wusste, was in mir passiert, dass ich die Menschheit hasste, und so weiter. Audiovisuelle Zeitreisen im verregneten Hochsommer auf einer patschnassen Wiese, zugedeckt mit AXE-Merchandise und umgeben von feiernden/frierenden Menschen, die alle die selbe Liebe teilen, nämlich Incubus und das Erinnern an vergangene Tage (so vergangen ist diese Band nämlich leider auch schon).
Mein persönlicher Höhepunkt für die beste Show auf dem Hurricane und für eine der besten Shows seit langem waren meine liebsten Querköpfe von Hercules & Love Affair. Ich will mich mal so ausdrücken: wenn Musik ein Körper wäre, dann wären Hercules & Love Affair der in Öl eingeschmierte, gut durchtrainierte Torso eines wunderschönen Mannes mit ausgeprägtem Sixpack, der gerade von zärtlichen Frauenhänden mit Glitzer eingeschmiert wird. So viel Boogie und Tanzlust und fantastischen Stimmen und Lust auf Liebe wie bei Hercules sind mir selten bei einem Konzert entgegen geschmettert worden, und ich bin nur allzu dankbar für diese Erfahrung. Skurril, exzentrisch und musikalisch trotzdem on point. Genauso, wie ich es mir vorstelle. Das ganze jetzt noch mal im Berghain erleben steht auf der To Do Liste für die kommenden Jahre.
Runner Up für den Award der besten Leistung auf einer Bühne sind auch Darwin Deez, die New Yorker Super-Trendsetter, die mit einer kitschigen Choreografie und hübschen, netten Jungs auf der Bühne für viel Spaß sorgten und noch einige schmierge R&B-Interludes dazwischen jagten. Einer der größten Pluspunkte für Musiker, die einen Liveauftritt hinlegen, ist ja meiner erfahrenen Meinung nach das Lustprogramm auf der Bühne. Sowohl bei Hercules als auch bei den Deez konnte man regelrecht spüren, wie viel Spaß und Laune die Akteure on Stage haben – und das ist schon so viel Ausstrahlung, dass das Publikum sich automatisch in einem energetischen Gefühlswirbelsturm der Freude anstecken lässt. Und das widerrum macht in meinen Augen einen souveränen Auftritt.
Mein persönliches Fazit als Festival-Entjungferte ist nach diesem Ausflug in die Parallelwelt Hurricane: ich bin zu alt dafür. Mich auf einem Zeltplatz angröhlen zu lassen und mich mit tausendmillionen Konzerten auf einmal zu überfordern, dafür fehlt mir definitiv die Geduld und die Muse. Man muss ja auch mal eingestehen, dass Hygiene und Manieren irgendwann im Leben einen nicht unerheblichen Teil darstellen. Meine Dreadlock-Skatepark-Faxebier Phase ist seit einigen Jahren schon vorbei und ich komme mit sehr, sehr müden Knochen nach Hause, verdreckt und halbkaputt. Aber die 27.000 Besucher, die ich dort alle persönlich treffen durfte, haben immerhin Lebensgefühl und die Besondersheit dessen bewiesen, auf einem exorbitanten Festivalgelände zu stehen und drei Tage lang nicht nur berühmte Bands zu feiern, sondern sich selbst, seine Jugend, seine Freunde, buntes Auftreten und Kreativität und vor allem: den guten, alten Alkohol. Und das sind Tugenden, die ich ausschließlich unterstützen möchte.
Dieses Wochenende geht einiges vor sich in Berlin, aber um den Fokus nicht immer nur auf die großartigen Partys zu legen, die ich regelmäßig verpasse, will ich euch heute auch einige persönliche Anliegen ans Herz legen.

Noch nie habe ich so ein Zusammengehörigkeitsgefühl erlebt wie im Streit um die Datenschutz- und Zensurpolitik der großen Parteien. Während es zur Fußball WM 2006 zwar ein Stimmungsbad der Euphorie gab, fühle ich mich als (fast) Einundzwanzigjährige zum ersten Mal als Teil von etwas, dass mich wirklich bewegt und beschäftigt. Dabei ist nicht nur der politische Diskurs der größte Reiz- für mich ergeben sich hier auch viele ethische und philosophische Fragen, gerade in Bezug auf den Staat, auf Gewaltenteilung, auf Machtverhältnisse. Und ähnlich, wie man in der Wirtschaft das Große und das Kleine (grob ausgedrückt) auf die Marko- und die Mikroökonomie verteilt, so ziehe ich Schlüsse, die auch psychologisch interpretiert werden können. Das ist wichtig für mich und mein Leben, und ich würde so weit gehen zu behaupten (oder zu “manifestieren”), dass es auch wichtig ist für meine Generation. Es ist wichtig, aufzustehen und zu kämpfen. Immer. Es ist jetzt besonders wichtig, weil die Gefahr so akut ist. Es war aber auch schon immer wichtig, das merken wir erst jetzt.
Das also erstmal von mir dazu. Politik kann verdammt langweilig sein, aber auf einer Demo gibt’s immer gut zu feiern. Und deshalb möchte ich die ganzen Berliner und diejenigen, die es gerne wären, darauf hinweisen, dass am Samstag die riesige “Freiheit Statt Angst” Demo stattfinden wird. Diese Demo wird um 15 Uhr am Potsdamer Platz beginnen, und ausführliche Details gibt es bei netzpolitik.org.
Für alle Blogger sei auch noch Piratenblogger.de vorgestellt. Wer ein Pirat mit virtueller Stimme ist, sofort eintragen!
Wer nach der Demo noch Lust und Laune hat, kann sich ja das ganze Wochenende und noch bis zum 20. September auf dem Internationalen Literatur Festival vergnügen, das leider ein bisschen untergegangen ist. Es ist interessant, wie mittlerweile alles mögliche an Gesocks zu wahllosen und überflüssigen Bar-Camps schlurft, um mal wieder zu “networken” — für was, weiß man noch nicht mal so genau –, aber diese kleinen, wunderbaren Kunstereignisse werden völlig außer Acht gelassen. Gerade für Schreiberlinge, die die meiste Zeit über getippte Buchstaben kommunizieren, ist das doch mal die Gelegenheit, von der 140Zeichen-Zwangsfütterung wegzukommen.
Wem das aber alles nicht genug ist: am Freitag legen Moonbootica im Watergate auf. Ab 24 Uhr geht’s da los, Dresscode ist wahrscheinlich so wahllos und ungerechtfertigt wie immer, es wird erstickend heiß da drin und viel zu teuer sein. So ist das mit dem Watergate. Aber für Moonbootica nimmt man ja auch das Leid in Kauf.
Sehr cool: Das Berlin International Video Art Festival 2009 lädt ab dem 26. August ein, Teil großartiger Kunst zu werden. Zumindest setze ich da hohe Ansprüche, man nimmt sich ja nicht jeden Tag Zeit für Kultur.
Das ganze verspricht sehr cool zu werden: Videoinstallationen, Videokunst, diverse Experimente und vor allem gute Musik zu dem ganzen. Ich bin nächste Woche auf jeden Fall dabei. Das beste? Das ganze findet im Stattbad Wedding statt. Ich meine, in Wedding zu wohnen hat eigentlich nur Nachteile (bis auf die günstigen Mietpreise und die perfekte Anbindung überall hin), aber verdammt nochmal, diese Venue ist einfach mal bei mir um die Ecke. Ich könnte theoretisch aus meinem Fenster direkt auf den Videoart-Bildschirm spucken. ICH KANN DA HINLAUFEN, scheisse! Normalerweise muss ich sechs verschiedene U-Bahn Linien nehmen und dann noch zweiunddreißig Minuten auf irgendeinen Bus warten, um von A nach B zu kommen. Kann ja nicht jeder in Kreuzkölln wohnen, nech.
Anyway, wer in der Nähe ist sollte unbedingt mal auf ein Bier vorbei kommen. Heute abend ist die Opening Party, mal sehen, ob ich da kurz auftauche um zu winken. Krank sein ist ziemlich langweilig.

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