Florence For Lashes
Okay, ich hätte es ja kaum vorhersagen können, dass in der Hipster-Hochburg Berlin das Florence + The Machine Konzert ausverkauft sein würde. Ich vergesse halt manchmal, dass mein großartiger und elitärer Musikgeschmack in Berlin nicht als solcher wahrgenommen wird. Als ich noch bei den Eltern gewohnt habe wurde ich mit Respekt und Bewunderung als “Track Dealer” bezeichnet, weil ich die Suchtkrüppel mit den neuesten Klängen aus der Musikwelt fütterte. Fuck, ich wusste immer ganz genau, was groß rauskommt, noch bevor es rauskam. Seriously.

… in Berlin schaffe ich es gerade so, mitzuhalten. Klar könnte ich mich da auch noch weiter reinsteigern, aber ich hab mittlerweile besseres zu tun und bin lediglich frustriert, wenn ich drei Wochen lang die gleichen Songs höre und mir davon langweilig wird. Umso ärgerlicher ist es, dass ich das Tickets kaufen für Florence & The Machine ständig aufgeschoben habe. Florence hat es als einzige in ungefähr 6 Monaten geschafft, meine Artists Charts mal ein bisschen aufzurütteln. Und dabei bin ich mit dem Album noch nicht mal vollständig durch! Eine Katastrophe ist das alles.
Weil ich aber diesen Verlust an Live-Action kompensieren möchte und nicht auf meine monatliche Dosis “Gutaussehende Frau mit Hammer Stimme” verzichten will, habe ich mich in einer spontanen Aktion mit Marcel zusammengeschlossen – der übrigens immer noch jammert wie ein Akkordeon weil er eine leichte Erkältung hat- und werde stattdessen dem Bat For Lashes Konzert im Postbahnhof beiwohnen dürfen. Und spontan war das jetzt eigentlich auch nicht.
Bat For Lashes hat meiner Meinung nach ein eigenes Genre entwickelt, dass Florence dann halbherzig übernommen und noch in etwas viel besseres umgewandelt hat. Natasha Khan (so heißt die Bat For Lashes Uschi, und ich musste echt ein bisschen überlegen ob ich sie nicht liebevoll “Bat” nennen soll) hat so eine milde Thrillermusik auf den Tisch gekloppt. Ich nenne es “Panik-Pop”. Ich komme nicht drumherum, mir bei ihrem zweiten Album, Two Suns, ständig irgendwleche nebelige und dunkle Märchenwälder mit schizophrenen Einhorns vorzustellen. Und ja, ich weiß dass “Einhorns” kein Plural ist, und es ist mir egal.
Anyway. Natasha und Florence, das nenn ich einen Girl on Girl Porno. Wer also noch ein Ticket für das F+tM Konzert am Montag übrig hat, weiß, wen er damit glücklich macht: mich. Und wenn ich nicht glücklich bin, gibt’s auch keine Umsonst-BJs (die gibt’s auch nicht, wenn ich glücklich bin, aber dann schrumpft immerhin das Risiko dass ich euch verprügel).

