What We Wore

What We Wore” ist ein wunderschönes Projekt, das mit Hilfe von privaten Fotos die Styles und Fashionbewegungen seit den 1950er Jahren in Großbritannien aufzeigt. Natürlich kann man den Modediskurs in Texten und Veröffentlichungen verfolgen. Doch es ist eben diese private Welt, die ein realistisches Bild nachzeichnen kann. Schnappschüsse aus vergangenen Zeiten sind trotz ihrer dokumentarischen Dichte immer noch viel seltener und schwerer zu greifen als die Bilderflut von heute, sodass es immer spannend wirkt und sich wie ein Privileg anfühlt, die Vergangenheit so zu verfolgen.

What We Wore is a project initiated by ISYS ARCHIVE to create a people’s style history of Britain from 1950 to the present day. It’s about people and their personal stories why they wore what they did and what it meant for them.

Wenn man einen Abriss über die verschiedenen Stile von heute machen wollen würde, müsste man sich erstmal durch einen ziemlich großen Haufen Bilder durchwühlen. Ich meine, riesig. Wahrscheinlich würde sich niemand dieser Herausforderung annehmen wollen. Ich hätte jedenfalls keinen Bock Fashion anhand von Selfies und überfilterten Instagram-Bildern nachzuzeichnen.

Whateverest. What We Wore wird anscheinend auch im Herbst 2014 als kleines Lookbook in die Vergangenheit veröffentlicht. Bis dahin ist es aber auch ganz schön, sich durch das übersichtliche Archiv durchzuklicken.

March 3rd, 2014 Posted in (Pop)Kultur, Konsumbehindert | Comments Off

Zoomyrentals Foto-Verleih

Zoomyrentals Foto-Verleih

Wie ihr euch sicherlich erinnern könnt, habe ich letztes Jahr nach der wunderbaren Südtirol-Reise einfach meine Kamera verloren. Meine emotionale Bindung zu arschteuren Sachen könnte fester sein, denn ich merkte es erst vier Tage später. Meine geheime Superkraft? Geld verbrennen ohne es zu merken. Wenigstens bleibt euch so meine Hackfresse beim Paragliding erspart, denn die Aufnahmen sind für immer weg (oder landen irgendwann auf YouTube, je nachdem welcher Asi sich einen Spaß draus machen möchte).

Seitdem – weil “Geld Haben” kein Konzept ist, dass sich in meinem Bewusstsein manifestieren will und ich also niemals eine neue Kamera kaufen werden kann – gehe ich meinen Freunden auf die Nerven, fotografiere analog, gar nicht oder leihe mir Kameras und Objektive bei Verleihfirmen aus. Umso glücklicher war ich also darüber, als mich die jungen Leute vom Start-Up Zoomyrentals angefragt haben, ob ich nicht mal ihren Online-Verleih testen möchte. Das Prinzip ist folgendes: sie sparen sich den Laden (und entsprechend die Kosten dafür) und können so günstiger hochwertige Foto-Ausrüstung deutschlandweit verschicken.

Nun gibt es einige Dinge, die machen über das Internet total viel Sinn. Ein Foto-Verleih kam mir bis dato nicht in den Sinn, das liegt aber daran, dass ich in Berlin wohne und nur wenige Straßen weiter der erste Laden mit einem ordentlichen Angebot aufwartet. Aber wenn ich mir vorstelle, ich würde eine Mark III in Buxtehude brauchen – wer soll da schon eine parat haben? Und dann auch noch zu bezahlbaren Preisen?

Der Deal war, dass ich mir für eine Woche etwas leihen darf – die Canon Kamera 5D Mark III und das Canon 24-70, ein Standardzoom mit orgasmischen Fähigkeiten, die zwei schönsten Objekte, die ich jemals in der Hand halten durfte – und dafür meine ehrliche Meinung zum Konzept und zur Umsetzung des Shops mitteile.

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February 5th, 2014 Posted in Berlin, Konsumbehindert | Comments Off

Analoge Digitalfotos

Okay, mag sein dass ich öfter mal meine Titten zeige um Geld zu verdienen, fair enough. Aber an dieser Stelle habe ich lediglich einen gut gemeinten Tipp, der nicht geldlich kompensiert wird. Dies ist eine ehrliche und auch sehr kurzfristige Empfehlung für alle, die auf einem Haufen digitaler Bilder sitzen und heute Abend noch nichts vorhaben.

Soeben erreichte mich ein Paket voller Abzüge, und ihr wisst überhaupt nicht, GAR NICHT, was das für ein erquickendes Gefühl ist. Endlich all die Bilder der letzten Jahre – 800 Stück an der Zahl in meinem Fall – in den Händen halten, richtig haptisch und auf glänzendem Papier. Für nur sechs Cent pro Bild – also für 60 Euro pro Tausend Fotos – könnt ihr dieses Angebot auch noch nutzen, allerdings nur noch heute, bei Fotoquelle. Das Angebot gilt für die 10×15 Abzüge und die Bilder kamen bei mir in weniger als 4 Werktagen an. Sogar Instagrambilder habe ich damit entwickeln lassen. Ich glaube, meine Wand kriegt heute noch ne neue Tapete.

October 4th, 2012 Posted in Ohne Worte | Comments Off

Scatterbrain

Das Internet fragmentiert meinen Kopf und meine Seele so stark, dass alle populären Begrifflichkeiten von “Informationsrausch” bishin zu “Kuration” für mich in Sinnlosigkeit untergehen. Bilder, Videos, Musik, Worte, Zitate, Sammlungen, Geschmack, Fashion, Design, Ästhetik.

Früher einmal hat mich das alles berührt. Seltene Schönheiten in der Fotografie oder goldene Textstücke, die man nicht alle Tage auf den dreckigen Straßen des Netzes findet, sie haben mich inspiriert, beflügelt, angetrieben, bewegt dazu eigene Leistungen in diesen Rahmen zu bringen. Und ich sammelte all das, was mich (virtuell) erfüllte.

Leider übersteigt zur Zeit der inspirierende Content die Aufnahmefähigkeit. Stellt euch vor, all die schönen, glitzernden, bunten Dinge, sie verschwimmen zu einem Einheitsbrei und werden unverdaut wieder ausgeschissen. So machen es alle. Was übrig bleibt ist der bittere Nachgeschmack von Werbung, denn daraus scheint alles nur noch zu bestehen. (Fashion) Photography, Product Placement, DSLR Video Mini Stories mit Sponsoren.

Und weil das nicht genug ist zerstreut sich auch noch die Sammelkultur auf Plattformen, deren einziges Ziel ist eine Userbase aufzubauen die sich zugehörig fühlt um fortan ihre Musen (diese Musen sind übrigens alle Schlampen) mit anderen, gleichgesinnten Interessenten zu teilen. Tumblr ist dafür ein gutes Beispiel, auch wenn es sich als Blog-Sammelschubladen-Hybrid noch als ziemlich flexibel erweist. Wo einst der Sammelindividualismus war sehe ich aber heute eine strenge Community-Klausel (und manchmal auch elitär). Ffffound für Bildchen, Svpply für Produkte (oder halt Bildchen), Pinterest.. wieder für Bildchen, aber thematisch angeordnet. Quote.FM: für Zitate (und Texte, je nachdem), diverse Blogs, dann gibt’s ja auch noch Twitter, dann gibt’s ja auch noch tausend andere Möglichkeiten, zu sammeln, zu teilen, zu finden. Mein Feedreader explodiert vor Möglichkeiten. Kennt ihr dieses Wikipedia Ding, wo man anfängt was zu lesen und sich dann stundenlang im Informationsüberschuss verliert? Ich beschwere mich nicht darüber, dass es so ist, immerhin suche ich mir das ja selber aus und könnte mich durchaus von dieser endlosen Maschine der Ästhetik zurückziehen und mich auf das wesentliche konzentrieren.

Mich stört es nicht. Ich suche eben nur den einen Weg und bediene mich deshalb aller mir angebotenen Dienste. Und frage mich in diesem Sinne auch, wieso das alles so selbstverständlich passiert. Soll ich alle Produkte auf eine Liste packen, und die schönen Bildchen auf eine andere? Wieso führe ich überhaupt Listen, was werde ich später mit diesen Bildchen machen, oder mit den Videos, oder deren Inhalten? Bisher war es immer so, dass sie mich inspirierten, wie gesagt. Mittlerweile ziehe ich meine Inspiration aus den einsamen Momenten an meinem Ceranherd, während ich mir unspektakuläre Dinge koche, die auf keinem Foodie Blog dieser Welt zu sehen wären.

Vor allem aber: inwiefern charaktersiert uns dieses Verhalten, das scheinbar aus dem Internet entstanden ist? Ich sammel die gleichen Bilder wie alle anderen, ich mache mir da nichts vor, wenn hier jemand auf der Höhe des Zeitgeistes liegt dann ich. Nicht vorne, nicht hinten, auf der Höhe.

Ich finde es jedenfalls ziemlich interessant, dass um den Trend des “Sammeln und Teilen” herum schon Start Ups gegründet wurden, die sich genau darum kümmern sollen. Sie finanzieren sich dann wahrscheinlich über Werbung oder Placements, denn wem fällt es schon auf, wenn die Power User irgendwann nur noch Produkte / Fotos von Marken teilen, die dafür bezahlen?

Am liebsten ist ja jeder immer noch sein eigener Kurator, der sich von der Masse mit seinem geführten Museum abheben will. Mal sehen, wohin sich das noch entwickeln wird. Ich bin ja der Meinung das zu viel “Inspiration” auch eine Blockade sein kann. Ich merke es an mir selber, doch ich kann um’s Verrecken nicht aufhören.

September 20th, 2011 Posted in (Pop)Kultur | 10 Comments »

Just Missed Us

Was ist Fotografie? Ist es ein Handwerk, ist es Kunst? Ist es eine Profession oder ein Hobby? Kann man damit Geld verdienen? Braucht man krasses Werkzeug, krasse, teure Teile? Welche Kamera ist der beste, welcher Film ist der coolste, analog oder digital? Warum fotografieren wir, was will ich mit diesem Foto sagen, oder will ich überhaupt irgendetwas sagen?

Ich fotografiere unglaublich gerne, von den artsy-fartsy Regentropfen, die nachts das Licht einer roten Ampel reflektieren, bishin zu den alkoholvergifteten Partyschnappschüssen, bei denen die Handykamera herhalten muss. Makro hier, Linse da. Es ist mir relativ egal. Ich sehe etwas, dass ich schön finde, mache ein Foto davon, und meistens gucke ich es mir für Jahre danach nicht mehr an. Andere Male gehe ich jedes einzelne Bild durch, um für meine tausend und zwei Projekte eine gerechte Zusammenstellung zu finden. Berlin macht es mir da leicht, und meine wunderschönen Freunde ebenso. Ich frage mich schon lange nicht mehr, ob ich “gut” bin; das ist eine unfaire Frage. Ich will nicht gut sein, für wen, oder für was? Wenn jemand meine Fotos gut findet, freue ich mich, aber das ist nicht das Ziel.

Ich beschäftige mich nicht mit dem neuesten Technikschnickschnack, manchmal will ich eine Wegwerfkamera, manchmal eine DSLR, manchmal auch gar nichts benutzen, um Fotos zu machen. Manchmal tue ich so, als würde ich fotografieren, um mich ganz besonders auf einen Moment aufmerksam zu machen, den ich in Erinnerung behalten will. Und das ist der Punkt: die Fotos ersetzen Erinnerungen, die verblassen oder sich auf festgefahrene Bilder versteifen. Sie erzählen eine Geschichte, nämlich die meines Lebens. Dementsprechend sind es auch diese Art von Bilder – Schnappschüsse, Momentaufnahmen, zusammenhängende Bilder, die ich am interessantesten oder aufregendsten finde. Ich will Menschen durch die Bilder durch entdecken, kennen lernen, mich wundern, was sie dort, wo sie waren, gemacht haben, wie sie heißen, wer sie sind. Wie man einen Roman liest, oder einen Film guckt. Ich will eine Story. Das ist alles. Und ich will eine Story erzählen – das bin ich.

Vielleicht gefällt mir deshalb der Just Missed Us Tumblr; weil es um Serien geht. Um Geschichten. Weil ich die Personen auf den Bildern irgendwie kennen lerne. Weil wir zusammen auf eine Reise durch Erinnerungen gehen. So ist das manchmal. Ich hoffe, dass ich eines Tages auf genau so eine Sammlung zurückblicken kann.

July 8th, 2011 Posted in (Pop)Kultur | 2 Comments »

New York, New York

Dieser New York Trip, man. Der kriecht mir immer noch aus den Knochen hoch bis ins Rückenmark, so in manchen Momenten. Ich stand gestern zum Beispiel auf der Tanzfläche eines Raves und bewegte meinen unförmigen Puddingkörper zum Boogie der KeineMusik Menschen und ließ mich von der Sonne an diversen Geschlechtsteilen kitzeln und dachte mir so: hey, das gibt es nur in Berlin. Du hast alles richtig gemacht!

Und kurz darauf sehnte ich mich dann wieder nach dieser ultimativen New York Überforderung. Man hat in dieser Stadt immer das Gefühl, unreif zu sein, sich noch weiter nach vorne treiben lassen zu müssen, auch mal über die Absperrung zu klettern, Hals hochrecken, nicht untergehen. Ich verstehe aus eigener Erfahrung in Berlin, wie anstrengend das ist, sich unter so viel Druck zu setzen und sich gegen alles und jeden stemmen zu wollen; but on the other hand.. that’s how we roll… und es ist auch Motivation, und Neugierde, und Begierde, und Leidenschaft.

Und Shake Shack, natürlich. Shake Shack war fantastisch. Hier noch einige Bilder in schwarzweiß, die ich eigentlich löschen wollte. Dachte mir aber so: fuck it. We’ll do it in Black and White!

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May 30th, 2011 Posted in Urlaub | 10 Comments »

Marrakech

Ich bewundere Menschen, die in ihren Ambitionen und Leidenschaften auch eine berufliche Zukunft sehen, sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und dabei auch noch verdammt cool aussehen. Das gilt nicht für jeden Beruf, es gibt nämlich kein Universum, in dem Sportreiten oder Kunstturnen als “cool” bezeichnen werden könnte, aber lassen wir das.

Mein ganzes Leben lang wollte ich nichts anderes außer auf der Couch skommern und hin und wieder schlechten GV praktizieren, aber es sollte nicht sein. Ich musste mich einem unfairen System unterwerfen, Mathe und Physik lernen, mit den Opfern unseres Planeten zur Schule gehen und auch noch mit Firlefanzen wie Eltern und Religion und ganz furchtbar rücksichtslosen Männern ertragen. Also runter von der Couch, ganz bestimmt keinen GV und dem elendigen Leben nachgehen. Der einzige Pluspunkt bei dieser Qual war, dass ich anfing mich in Geschichten zu verstecken und irgendwann selber Lust hatte, Geschichten zu schreiben. Glücklicherweise habe ich die FanFiction-Phase eines jeden 12-Jährigen Autors übersprungen und bin direkt zum Bloggen gekommen. Und das ist sowohl der Anfang, als auch das Ende meiner künstlerischen Passion. Ich schreibe gerne auf, welch Pein und Höllenleiden meine Nerven zwingen, weil ich sonst meinen Kopf auf Beton aufschlagen würde. Nicht zu schreiben ist für mich wie für einen Heroin Junkie nicht zu fixen, wie Charlie Sheen nicht zu ficken, wie für Xena nicht zu fisten und wie für Guttenberg nicht zu fußnoten. Eine durstige Notwendigkeit also.

Das alleine sagt leider nichts über die Qualität meines Gekritzels aus; ich rede und reflektiere meine eigenen Texte nicht sehr gerne und mir fehlt die Geduld, die Ausdauer, die Motivation, daran irgendetwas zu ändern. Ich habe keine gesunde Beziehung zu Meta-Ebenen. Themen so lange in Wörter aufzulösen bis sie verschwinden ist wie so lange ein Wort laut aufzusagen bis es seinen Sinn verliert. Einigen wir uns auf die Tatsache, dass ich hier bin, weil ich hier sein muss, und ihr hier seid, weil ihr sonst nichts Besseres zu tun habt und weil ich gut aussehe.

Aber egal, wie sehr ich es brauche und liebe, mir fehlen Worte. Mir fehlen Sätze, ganze Konzepte, Strukturen. Ich kann viel über die Gehirnwindungen gestörter Menschen (also ich) philosophieren, aber ich kann nichts beschreiben, ich kann keine Situationen oder Momente oder Äußerlichkeiten in Worte fassen. Ich kann sagen, was ich denke; das kann jeder Stammtischbesucher. Ich kann keine Filme und keine Musik kritisieren oder reflektieren, weil mir Vokabeln fehlen und ich keine Metaphern finde. Ich fliege in den Urlaub und rieche und sehe unglaubliche Dinge und könnte bestimmt Romane darüber schreiben, aber tatsächlich kann ich es nicht. Ich höre und fühle und nicht ein Wort lässt sich finden um das für immer in Papier (oder in die digitale Alternative) zu prägen. So lange, wie meine Erinnerungen reichen, und dann… nichts mehr.

Also habe ich mir eine Kamera gekauft. Nicht, dass ich fantastische Fotos schießen würde, das meine ich nicht; deshalb auch meine anfängliche Bewunderung für Menschen, die in ihrer Freizeit etwas finden, was sie in ihrem Leben erfolgreich (also mit Anerkennung und ohne finanziellen Stress) integrieren können. Versteht mich nicht falsch; mein Drang, etwas zu fotografieren, hat nichts mit der Aussortierung meines kranken Kopfes zu tun, kompensiert also nicht die fehlenden Worte. Aber das Werkzeug der Fotografie ist wertvoll, unglaublich wichtig, um vielleicht, eines Tages, wenn meine eigenen Bilder schon verblasst sind, endlich die richtigen Worte zu finden…

Leider reicht alles nicht an die Farben und Momente und fantastischen Explosionen der Inspiration und Ästhetik meiner Kurzreise nach Marrakech heran. Dieser Ort ist toxisch und ansteckend in seiner Schönheit und in seinem Chaos. Obwohl ich selbst in Damaskus schon viele Male in der alten Stadt war und dort eher genervt war von herumlaufenden Hühnern und ständig pöbelnden Verkäufern, war dasselbe Bild mit einer Kamera verfolgt und mit einem ganz anderen Auge für die schönen Dinge ein komplett anderes. Auf einmal juckt es mich umso mehr, in den Mittleren Osten zu reisen und all die Dinge, die mich vorher so frustriert haben, weil ich sie nicht benennen konnte, für immer auf Bildern zu verbannen. Selbst, wenn sie auf Ewigkeiten in meiner Schublade (oder halt auf meiner Festplatte) zerrotten, das ist es mir wert. Und an dieser Stelle bedanke ich von ganzem Herzen bei meiner guten, alten Canon. Ohne sie hätte mir das alles nicht halb so viel Spaß gemacht (und aus Prinzip auch ein ganz spezielles Dankeschön an mein Moleskine).

February 23rd, 2011 Posted in Urlaub | 5 Comments »

Tulsa / Teenage Lust

Als ich das erste Mal den Film KIDS sah war ich jünger als die Protagonisten. Trotzdem war alles, was in der erzählten (und sehr intensiv erlebten) Geschichte für mich glasklar greifbar, und kaum so schockierend, wie es wahrscheinlich einst auf ein Kind in der Vorstadt vielleicht gewirkt haben mag.

Im MMK Larry Clarks Photografien zu entdecken war unschuldig, und obwohl ich den Namen selbst nie gehört habe, waren die Fotos ganz klar zuzuordnen, aus derselben Zeit, in dieselbe Situation, mit einem Unterschied: so viele Jahre später bin ich gerührt. Oder bis ins Mark erschüttert. Oder vielleicht auch einfach nur zergangen in Ehrfurcht, so richtig zuordnen lässt sich das nicht.

Zeithistorische Dokumente aus einer faszinierenden Ära voll mit Verlust, Spritzen und viel zu früher Ejakulationen in Schwarz/Weiß. Ich kann meine Faszination nicht in Worte fassen. Larry Clark.

Falls jemand übrigens weiß, wo ich eine große Version des Jungens auf dem letzten Bild (der rechte) herbekommen kann, bin ich für jeden Hinweis sehr dankbar.

September 27th, 2010 Posted in (Pop)Kultur | 1 Comment »

We Own The Sky

Aber die Wahrheit ist dass ich hier weg muss, erst mal, um mein eigenes Ding zu finden. Um mich nicht ständig neuen Eindrücken so hinzugeben, dass ich in ihnen aufgehen und explodieren möchte. Ich muss die Einsamkeit über mich schwappen lassen, auch in der Angst, alles zu verlieren was noch im Wachsstum steckt. Ob es dumm ist, das frage ich mich, aber es ist völlig irrelevant.

Ich muss hier weg und Dinge denken, die wichtig sind- ich muss hier weg um mir einzugestehen, dass ich durchaus Schmerz empfinde, ich muss hier weg und mitbekommen, dass die Welt trotzdem weiter geht, auch ohne mich, oder gerade ohne mich. Ich muss lernen wie ich mich selbst beherrschen kann ohne bei jeder Niederlage direkt zusammenzubrechen, nicht mehr zu funktionieren.

Weg, vielleicht auch, um nicht mehr funktionieren zu müssen. Nicht weg vor allen anderen, sondern auch weg von mir selbst, diesem Bild, was ich von mir habe, was ich hier gemalt habe, um neu anzufangen. Dabei habe ich nie neu angefangen, sondern die Vergangenheit umgangen und gelogen. Hier ist sie, die nächste Chance; vielleicht auch die letzte.

August 10th, 2010 Posted in Crystal Meth | 2 Comments »

Investigative Reports

Ich bin in einen Konflikt geraten, der sich so einfach nicht lösen lässt. Obwohl ich nicht gerne davon erzähle, weil dann alle ganz neidisch werden auf diesen dekadenten Lebensstil und den damit einhergehenden Luxusproblemen, muss ich das jetzt doch noch mal an die Öffentlichkeit tragen.

Wie ihr wisst, werde ich bald eine Weltreise antreten. Wahrscheinlich werde ich nach 4 Tagen in einem öffentlichen Hostel und Kakerlaken unter dem Bett kreischend wieder zu Mama nach Hause fliegen und völlig traumatisiert nie wieder mein Zimmer verlassen und zum psychopathischen Opfer meines Experimentes werden. Sollte dieser Fall aber nicht (oder später) erst eintreten, möchte ich für die Nachwelt (bzw. zum Angeben in der Gegenwart) auch visuelle und literarische Dokumentation betreiben. Nicht, dass ich die erste wäre mit dieser Idee, aber keiner hat mein Million-Dollar-Kackface auf seinen Bildern, von daher.

Nachdem ich also schon die Ausrüstung für’s halbverspastete Knipsen gekauft habe und damit mein Budget um einige schwarze Löcher vernichtet habe, muss natürlich auch ein fähiges Backblech für den Teig dazu. Und da ist es, das riesige, “ich-denk-da-vorher-nicht-dran” Monster, das ich so schön lange verdrängt habe:

Was für ein Notebook hol ich mir denn jetzt? Nach intensiver (halbstündiger) Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich die Abgründe an meiner persönlichen Inkompetenz doch noch nicht erreicht habe und gebe geschlagen auf. Vielleicht kann mir ja einer von euch helfen. Ich öffne damit zwar das Tor zur Hölle der Gegenleistungen, aber was soll’s, BJs für alle ((nicht von mir))!

Hier sind so ganz oberflächlich die Ansprüche, die das Wonderkind erfüllen sollte.

  • 2 GB RAM bzw Mindestanforderungen für Lightroom & Photoshop
  • nicht kleiner als 10”, nicht größer als 13”
  • Leichtgewicht
  • am besten kostenlos

Ja, ich weiß, Macbook- aber noch mal einen Tausender springen lassen sind noch mal ein Monat weniger auf Achse. Andererseits habe ich das Geld für die Kamera schon rausgeschmissen, da kann ich nicht mit so einem asozialen Netbook rumrennen, dass mir die Bilder nicht auch schön macht. Und 10′ sind zwar süß, aber wer zur Hölle kann auf 10′ überhaupt irgendwas machen? Scheisse, ich kann auf 10′ nicht mal Minesweeper spielen ohne einen Schlaganfall zu erleiden! Da kann ich die scheiss Bilder auch selber malen! Aber größer heisst auch weniger Platz im Backpack (65 Liter die mich ungefüllt schon fertig machen) für die wichtigen Dinge, die ich auch noch mitnehmen muss, z.B. Vorratspackung Kondome und den Koala, den ich wieder mit nach Hause nehmen werde.

Schon alleine die Diskussion darum macht mich kaputt, besonders heute, wo ich schon 115 € für eine einfache Bahnfahrt von Berlin nach Frankfurt investieren musste. Ohne Scheiss, 115 Euro, für 115 € kann ich mir beim Türken in Neukölln drei Kühe, nen alten Opel Kadett und eine Jungfrau ohne Damenbart kaufen! Boah, die Bahn ist mein Erzfeind, genauso wie Apple, einfach nur Endgegner, DIE BAHN IST DAS APPLE DER REISENDEN, so, ich geh mir dann mal einen Schuss in den Kopf setzen, so viel habe ich nämlich schon lange nicht mehr rumgeheult.

July 26th, 2010 Posted in Gangster | 20 Comments »