Outtakes / Drafts

Outtakes / Drafts

Jeder Monat ein neuer See von Treibsand, der in die Schuldenfalle zieht. Mehr Essen, weniger Taxi, mehr elektronisches Zeug, weil einiges verloren/kaputt gegangen/geklaut wurde, weniger Kino, mehr “hey, das geht auf mich”, warum auch nicht. Weniger Schuhe. Definitiv weniger Schuhe, und mit denen, die ich noch habe (alle 2012 ordentlich gesammelt und geschnorrt), viel gelaufen. Der Druffi-Zyklus: Freitag feiern, Samstag feiern, Sonntag feiern, Montag Kater, Dienstag Bio-Essen und McFit-Besuch, Mittwoch “du musst dein Leben verändern”, Donnerstag in ‘ner Bar abhängen, Freitag feiern, Samstag feiern, Sonntag feiern. An Sport hat’s jedenfalls nicht gemangelt. Es gab sogar Phasen, in denen geschwommen wurde, obwohl das Fahrrad (in Antizipation auf das schlechte Wetter) schon seit August im Keller steht, ist ja immerhin eins mit dünnen Reifen, da darf man nichts riskieren (wahrscheinlich ist es längst geklaut worden).

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February 7th, 2014 Posted in Crystal Meth | Comments Off

Oktober (Analog)

Oktober (Analog)

Kleine Katzen, Neuseeland und ein bisschen Herbst in Berlin. Übrigens ist der Return beim analogen Fotografieren nicht unbedingt besser, aber diese Stunde Spannung bei einem abgegebenen Film ist ein kleines bisschen menschliches Restvergnügen, an dem ich mich festhalte so lange es noch da ist.

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October 24th, 2013 Posted in Berlin, Urlaub | 3 Comments »

Creepy 2012, Crispy 2013

Dinge, die ich Ende 2012 nicht gemacht habe: Jahresrückblicke, wildes Feiern, im Schnee ersticken. Das hat sich zur Abwechslung mal gut angefühlt. Diesmal machen wir nämlich folgendes: Jahresvorblicke. Stimmt einen ja auch positiver. Die meisten Leute unterschätzen ja, wie sehr sie sich in der Zukunft verändern. You Won’t Be The Person You Expect To Be. Das ist der Wahnsinn, Leute: wir denken, nur weil wir aus der Vergangenheit “gelernt” haben oder mit einem nostalgischen Schmunzeln zurückblicken können, können wir unser Selbst in die Zukunft transportieren.

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January 7th, 2013 Posted in Crystal Meth | 5 Comments »

Wildest Moments

Wildest Moments

Fotoalben sind ganz und gar nicht überbewertet. Sie sind die haptische Manifestation eines Lebensabschnittes, und wenn man die Seiten durchblättert, dann fasst man das Papier quasi mit den Augen an und spürt dabei die Vergangenheit im Herzen. So viele emotionale Impulse müssen können auch durch keinen noch so guten elektronischen Bilderrahmen ersetzt werden, oder vielleicht doch, und manche Menschen – so wie ich – sind einfach zu stur, um das einzusehen.

Wie dem auch sei: das Gefüge kommt zusammen, und schließlich bin ich jetzt in ein Alter gekommen, wo ich mehr Fotos als Cent oder/und Verstand besitze. Und sie alle sprechen nur davon, wie es so war, als ich gelebt habe. Vielmehr aber auch: wie es so mit den Menschen war, die um mich herum gelebt haben und die mein Leben in diesen Abschnitten prägten. Eines Tages wird ein noch ungeborener Mensch auf einem Trödelmarkt eine Kiste voller Fotos finden, gelangweilt darin herum wühlen, das ein oder andere nur halb-interessiert betrachten und schließlich doch nichts kaufen. Und das passiert dann so lange, bis der Besitzer sie genervt wegschmeisst und sie für immer zerstört werden. Das ist dann aber auch okay so, hoffe ich.

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October 23rd, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 1 Comment »

Malé

Wer mit dem Rauchen aufhören will, kann sich ja mal an Kautabak versuchen. Wer auch das nicht möchte, kann ja mal das Zeug antun, was die Einheimischen in Malé gerne kauen. Ein Do-It-Yourself Bastelset Zahnweiß Karbonit Gemisch, welches dafür sorgt, dass man a) in sozialen Situationen nicht an seinem Handy herumfummeln muss und b) so furchtbar und doch irgendwie gut schmeckt.

Mehr zur Hauptstadt der Malediven, Malé, gibt es auf FindingBerlin. Und damit zurück zum Alltag.

October 15th, 2012 Posted in Urlaub | Comments Off

EGLITZA

Ich bin nicht hart in meinem Urteil, ich bin nur ein bisschen beschäftigt. Entsprechend ist es logisch und sinnvoll, dass manchmal jemand wegfallen muss, um einen Platz für neues frei zu machen. Das kennt man nicht nur von Freundschaften – neuen und alten – sondern auch aus Beziehungen und komplizierten Liebesgeschichten. Doch in allen Fällen fällt auf, dass sich niemand mehr bemüht. Entweder die Dinge entstehen aus der Leichtigkeit der Gemeinsamkeiten heraus, oder man resigniert vor der Tatsache, dass das Gegenüber kein immanentes Interesse an einer ausufernden Beziehung hat.

Niemand bewirbt sich mehr selbst. In Social Media Manier kann nur noch empfohlen/weitergeleitet/vorgestellt werden. Dabei braucht es manchmal einfach nur ein bisschen mehr Mühe, um Aufmerksamkeit zu erlangen. In einem Meer voller Individualisten schwimmen doch so viele interessante Menschen, dass sie wieder zu einem Einheitsbreit von bunten Farben und Kulturen verschwimmen. Wenn unsere Blicke sich entgegen aller Wahrscheinlichkeit trotzdem treffen, dann lächle wenigstens. Du wirst deine Zeit nicht verschwenden. Du musst nur einen Schritt mehr als alle anderen machen.

June 11th, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 9 Comments »

fingering

Finger, die sich ineinander verhaken und nicht zu trennen sind. Wie ein Schutzwall aus Fleisch und Blut umgeben sie mich, halten mich fest, tragen mich um die Welt herum und federn mich ab, wenn ich falle. Sie sind durchblutet von Liebe und Loyalität, von Lachen und Lust. Sie bedecken meine Augen vor dem grellsten Licht und sie streicheln meinen Nacken bei der wehmütigsten Verspannung. Dieser Kokon aus lebenden Organismen, die mich umgeben, ist meine eigene chinesische Mauer. Eine Festung. Eine niemals brechende Nicknacks-Schale. Mein Schloss.

In diesem Schloss kann ich machen, was ich will. Ich kann mit Konfetti-Schmeissen, versuchen den Robot zu tanzen, ein Festmahl kochen oder einen schlechten britischen Akzent nachmachen. Es ist okay. Ich kann mich für die Heldin des 21. Jahrhunderts halten, ich kann mit meinen Finger-Kollegen abklatschen weil ich mal wieder etwas lustiges gesagt habe oder feine Club Mate trinken weil ich es mir leisten kann. In meinem Bunker schwirren alle Gedanken frei, in meinem Zelt darf jeder mal pupsen, in meinem Berghain gibt es keine Spiegel, die mich bloßstellen könnten.

Aber ab und zu muss ich über meinen Freundeskreis hinaus sein. Neu sein, jedes Mal einen Charakter ausdefinieren, auf dem ersten Blick so-und-so wirken, lächeln und es gut meinen. Das ist meine große Aufgabe, aber das Ziel ist verdeckt von Menschen, die mich irritiert angucken, wenn ich sympathisch wirken möchte – habe ich was zwischen den Zähnen oder ist mein Lachen eine verzerrte Gratze? Merkt mein Gegenüber, dass der fahrige Witz nicht funktioniert, weil ich Angst davor habe, nicht witzig zu sein? Reden Menschen über mich, wenn ich mich umdrehe? Wenn ja, was sagen sie? Denken sie, dass ich cool bin? Oder balanciere ich zwischen arrogant und überheblich? Komme ich charmant rüber, mit Manieren, oder bin ich ein plumper Volltrottel, der nicht mal merkt, wenn er sich peinlich aufführt? Bin ich ein Spast oder ein Swagger, bin ich bedacht oder bescheuert?

In meinem kleinen Plastikbällebad mit meiner Posse bin ich frei vor Angst. Auf einer Klippe, Hand in Hand, Finger verhakt, niemals zerbrechend, springe ich in das Ungewisse. Doch auch nach so vielen Jahren des einsamen Kampfes gegen die wahnwitzigen Anfälle jugendlicher Hormonscheisse stehe ich auch heute noch verwundbar da, wenn ich alleine bin, und frage mich: was halten die Leute eigentlich von mir?

April 23rd, 2012 Posted in Gangster | 3 Comments »

Lucky Charmed

A Dream Come True (auch wenn es zeitweilig ein einsamer ist): kein Tag wie der andere. Raus aus der Routine und noch ein paar Jahre Jugend genießen. Zeit zum Lesen und Serien gucken, für Filme und für Löcher in die Luft starren. Für Freunde und für entspannte Abende, für Ausflüge und für die Verwirklichung von kleinen Träumchen. All das zum Preis für die Unsicherheit. Offiziell Studentin, inoffiziell Herumtreibende. Wieder einmal prägt sich nur ein einziges Gefühl mit Gänsehaut ein: ich habe keine Ahnung, wo es hingeht. Ob es mich beunruhigt? Mit Sicherheit. Aber es ist eine gute Unruhe. Und wie, um das alles noch mal zu untermalen, ist auch bald schon wieder der 1. Mai, der Marker für den Sommer, für wochenlange Spannung und unglaublich viele unvorhergesehene Momente. Ich liebe das. Neue Menschen ins Herz lassen und alte Menschen noch fester halten. Und nebenbei auf dem Plan: Selbstdisziplin, autodidaktisches Lernen und größere Träume planen, um irgendwann wieder einen Masterplan zu haben. Eines Tages vielleicht von all diesem hier verabschieden und etwas ganz anderes machen. Eines Tages die Welt bewegen.

Aber bis dahin habe ich hoffentlich noch ein paar Jahre.

April 11th, 2012 Posted in Gangster | 2 Comments »

It’s Just Love, After All

Das Ding ist doch, dass nicht am Ende jeder Folge einer Serie sich das liebende Paar in überzogener Romantik über Berge und Täler und im regnerischem Sturm in die Arme läuft. Man muss immer so geduldig sein, die Spannung zu ertragen und die Geschichte auszuformulieren. Es gibt kein “sofort”, wenn man Unterhaltung will. Es gibt nur Staffelenden, die mit einem riesigen Cliffhanger antizipieren lassen, was als nächstes geschieht – nämlich in sechs Monaten oder in gar 12, wenn die nächsten Episoden abgedreht sind und endlich den Zuschauern vorgeführt werden können. Zeit und Liebe nähren sich voneinander, und genauso gehen beide Konzepte zu Grunde, wenn man ihnen eine Sache vorenthält. Was wir jetzt brauchen: mehr Zeit, um die Liebe zu vergessen. Was dann kommt: Liebe, die die Zeit vorbei rasen lässt. Lass uns die Akkus aufladen und den Platz für neue Geschichten schaffen, neue Folgen mit neuen Darstellern und Höhepunkten und Wendungen, die keiner erwartet hätte, weil die Writer mal wieder extrem verrückte Dinge geplant haben.

Auch wenn die Spannung uns fast zerreisst: wir müssen dran bleiben.

 

March 18th, 2012 Posted in Gangster, Ohne Worte | 4 Comments »