Holidays

Veröffentlicht January 1, 2012

Ich hätte gerne ein paar freie Tage über die Feiertage gehabt, doch jetzt bin ich froh, dass ich die Leere unbewältigt verdrängen kann um mit dem stressigen Alltag fortzusetzen. Zurück zu den Steuern, zu den Rechnungen, zu den Essays, zu den Geldsorgen, zu den Diätzwängen, zu den Dauerläufen, zu den Projekten, zum Freizeitstress. Endlich.

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23 Geschenke

Veröffentlicht September 24, 2011

Ich befinde mich immer noch in einer wohligen Trance von meinem Geburtstag. Käsekuchenüberreste und der ferne Geruch von Sekt und frischem Konfetti benebeln meine Sinne. Vielleicht war es auch das Weed. In jedem Fall war die Feier zu ehren meiner 23 (meistens hässlicher und mit beschissener Frisur ertragenen) Lebensjahren ein voller Erfolg. Dieses Jahr habe ich nämlich nicht den Knopf der Bescheidenheit getätigt, nein; ich forderte selbstgerecht und stolz dazu auf, mich zu beschenken, wie ich es verdiene. Die meisten kamen dieser Forderung nach. Alle anderen, die mir ohne Geschenk gratuliert haben: vielen, vielen Dank, ihr Opfer, ich werde es mir merken!

Anyway. Dabei fing das alles recht traumatisch an. Pünktlich um 23:30 schlief ich am Vortag im Schoße einer nackten Jungfrau ein. Anscheinend hatte sie mir Drogen in das Essen gemischt, was ich vorher zu mir nahm, und so gingen die ersten Minuten meines reichlich beschenkten Lebens an mir vorbei. Am nächsten Morgen breitete sich Terror aus in der virtuellen Welt: aus irgendwelchen mir nicht begreiflichen Gründen wurde meine Facebook Wall gesperrt. Panik breitete sich unter den Gratulanten aus, die nicht mehr wussten, wohn mit sich und ihren Gefühlen. Entsetzen stand in den frühen Stunden des 22. Septembers 2011 auf dem Plan, viele fühlten sich um ihr Grundrecht, Oberflächlichkeiten auszutauschen, betrogen. Immerhin ist das doch ein Hobby, oder? Jeden Tag Facebook aufzumachen und Menschen, mit denen man jahrelang nichts mehr zu tun hatte, ein “ALLES GUTE!” auf die Wall zu hacken.

Ich kann ihnen diese plötzliche Neuerung in ihrem Alltag nicht nehmen. Viele drängten sich, aus Angst, die Tore würden sich gänzlich schließen, mit ihren netten Worten auf das letzte (noch kommentierbare) Statusupdate. Andere hingegen schickten persönliche, latente passiv-aggressive Nachrichten im folgenden Tonfall:

“Hallo Sara alles Gute zum Geburtstag! Hätt ich dir gerne auf die Wand gepostet aber anscheinend darf ich das ja nicht..”

Anders formuliert:

“Hallo Sara, du alte Fotze, wir kennen uns zwar nicht mal wirklich aber du behinderte dumme Tochter einer Elefantenhure lässt mich nicht mal auf deine Wall posten? Wallah ich spucke auf dich und ficke deine Familie bis alle aus dem Arsch bluten!”

Selbstverständlich korrigierte ich das Problem sofort, um nicht bald noch Morddrohungen zu erhalten. Den Tag verbrachte ich in gewohnter Apathie auf der Arbeit, wo der Geburtstag von der Ankunft des Papstes überschattet wurde. Ist okay, ich verzeih ihm das. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich an diesem Tag wenigstens mehr Anrufe bekommen habe als er (nur meine Mutter hat nicht angerufen. “Weil ich dich nicht nerven wollte”, sagte sie am nächsten Tag. Wenn es mit den Eltern schon so weit ist, kann man sich sicher sein, etwas falsch gemacht zu haben).

Abends gab es dann Pizza. Und Bescherung. Alles andere – die Freundlichkeit und die Einladung zum gemeinsamen Zeitverbringen für mich – war nur ein Vorwand, um direkt Geschenke krallen zu können. Da ich für jeden bezahlt habe, konnte ich leider den Rest von euch nicht einladen. Das tut mir ungemein Leid. Es war sehr teuer an diesem Abend. SEHR teuer. Die haben sich ja auch nicht zurückgehalten, die Vielfräße!

Hier also, in eine nette kleine (zusammenhangslose) Fotogeschichte verpackt, meine Ausbeute. Übrigens sind weder Macbook Pro noch ein echter Mopswelpe dabei, dafür umso bessere Dinge: Trolli Saure Würmchen, eine Polaroidkamera und eine Espressomaschine. Nicht abgelichtet, aber auch dagewesen: ein Käsekuchen, ein anderer Kuchen, eine Reise mit geheimen Ziel und bester Begleitung EVER. Und ein Geschenk, vielleicht das schönste (im Sinne von SCHÖN), ist nochmal seperat (und würdevoll) abgelichtet, nämlich das Unbetitelte Portrait von Larry Clark. Danke speziell dafür nochmal Maria.

Jetzt noch mal ernsthaft: vielen, vielen Dank für die zauberhaften Momente mit euch, meine liebsten Freunde. Eigentlich sollten Geburtstag nur dafür sein, sich immer und immer wieder daran zu erinnern, was für ganz besondere Menschen man um sich herum hat. Mit wie viel Talent, Intelligenz und Gefühlen ich mich umgeben darf. Danke das ihr da wart, an mich gedacht habt, für mich immer da seid, danke für ein unglaublich tolles Jahr, danke für alles. Ihr könnt euch die unermessliche Liebe in meinem Herzen überhaupt nicht vorstellen. Wer, so wie ich, seinem Tag vor dem Schlafen gehen eigentlich immer eine “10 von 10″ gibt, der hat einfach nur die richtigen Freunde gefunden. Ich hoffe mehr als alles andere dass wir uns auch nächstes Jahr wieder begegnen.

 

 

 

 

PS: Matthias hat die Pizza an meinem Geburtstag gewonnen, allerdings gab es keine Möglichkeit, sie in sein Bumskaff liefern zu lassen, weshalb wir uns auf etwas anderes einigen mussten. Was das ist, bleibt für immer ein Geheimnis. Im Übrigen hat er den ganzen Monat super Arbeit geleistet! Matthias, du solltest professioneller Gratulant werden!

Herzen überall.

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Just Missed Us

Veröffentlicht July 8, 2011

Was ist Fotografie? Ist es ein Handwerk, ist es Kunst? Ist es eine Profession oder ein Hobby? Kann man damit Geld verdienen? Braucht man krasses Werkzeug, krasse, teure Teile? Welche Kamera ist der beste, welcher Film ist der coolste, analog oder digital? Warum fotografieren wir, was will ich mit diesem Foto sagen, oder will ich überhaupt irgendetwas sagen?

Ich fotografiere unglaublich gerne, von den artsy-fartsy Regentropfen, die nachts das Licht einer roten Ampel reflektieren, bishin zu den alkoholvergifteten Partyschnappschüssen, bei denen die Handykamera herhalten muss. Makro hier, Linse da. Es ist mir relativ egal. Ich sehe etwas, dass ich schön finde, mache ein Foto davon, und meistens gucke ich es mir für Jahre danach nicht mehr an. Andere Male gehe ich jedes einzelne Bild durch, um für meine tausend und zwei Projekte eine gerechte Zusammenstellung zu finden. Berlin macht es mir da leicht, und meine wunderschönen Freunde ebenso. Ich frage mich schon lange nicht mehr, ob ich “gut” bin; das ist eine unfaire Frage. Ich will nicht gut sein, für wen, oder für was? Wenn jemand meine Fotos gut findet, freue ich mich, aber das ist nicht das Ziel.

Ich beschäftige mich nicht mit dem neuesten Technikschnickschnack, manchmal will ich eine Wegwerfkamera, manchmal eine DSLR, manchmal auch gar nichts benutzen, um Fotos zu machen. Manchmal tue ich so, als würde ich fotografieren, um mich ganz besonders auf einen Moment aufmerksam zu machen, den ich in Erinnerung behalten will. Und das ist der Punkt: die Fotos ersetzen Erinnerungen, die verblassen oder sich auf festgefahrene Bilder versteifen. Sie erzählen eine Geschichte, nämlich die meines Lebens. Dementsprechend sind es auch diese Art von Bilder – Schnappschüsse, Momentaufnahmen, zusammenhängende Bilder, die ich am interessantesten oder aufregendsten finde. Ich will Menschen durch die Bilder durch entdecken, kennen lernen, mich wundern, was sie dort, wo sie waren, gemacht haben, wie sie heißen, wer sie sind. Wie man einen Roman liest, oder einen Film guckt. Ich will eine Story. Das ist alles. Und ich will eine Story erzählen – das bin ich.

Vielleicht gefällt mir deshalb der Just Missed Us Tumblr; weil es um Serien geht. Um Geschichten. Weil ich die Personen auf den Bildern irgendwie kennen lerne. Weil wir zusammen auf eine Reise durch Erinnerungen gehen. So ist das manchmal. Ich hoffe, dass ich eines Tages auf genau so eine Sammlung zurückblicken kann.

 
 

New York, New York

Veröffentlicht May 30, 2011

Dieser New York Trip, man. Der kriecht mir immer noch aus den Knochen hoch bis ins Rückenmark, so in manchen Momenten. Ich stand gestern zum Beispiel auf der Tanzfläche eines Raves und bewegte meinen unförmigen Puddingkörper zum Boogie der KeineMusik Menschen und ließ mich von der Sonne an diversen Geschlechtsteilen kitzeln und dachte mir so: hey, das gibt es nur in Berlin. Du hast alles richtig gemacht!

Und kurz darauf sehnte ich mich dann wieder nach dieser ultimativen New York Überforderung. Man hat in dieser Stadt immer das Gefühl, unreif zu sein, sich noch weiter nach vorne treiben lassen zu müssen, auch mal über die Absperrung zu klettern, Hals hochrecken, nicht untergehen. Ich verstehe aus eigener Erfahrung in Berlin, wie anstrengend das ist, sich unter so viel Druck zu setzen und sich gegen alles und jeden stemmen zu wollen; but on the other hand.. that’s how we roll… und es ist auch Motivation, und Neugierde, und Begierde, und Leidenschaft.

Und Shake Shack, natürlich. Shake Shack war fantastisch. Hier noch einige Bilder in schwarzweiß, die ich eigentlich löschen wollte. Dachte mir aber so: fuck it. We’ll do it in Black and White!

 
 

Freunde auf Reisen

Veröffentlicht May 26, 2011

Vom engen NYC wieder ins gefühlt riesige Berlin einreisen… eine Mischung aus Freude und Reisewehmut stellt sich ein. Aber nicht so große Gefühlsexplosionen, dass die Müdigkeit darunter verschwinden würde. Leider.

Nur ist die Hood nicht Hood ohne ein vollständiges Crew-Set; meine allerliebsten Jungs, Maggi und Nico, die die Video-Welt zum Erzittern bringen und sich vor nichts fürchten, sind gerade mit dem Freunde von Freunden Team unterwegs und weisen den Planeten ein. Guckt euch ihre Freizeitdokumentationen auf dem FvF-Tumblr an und schwärmt ein bisschen mit.

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Momente aus Marrakech

Veröffentlicht February 23, 2011

Mutter’s Kommentar über die Innenstadt: “So viele Hawaks und Kanacken und Maroks, das hätten wir in Offenbach auch haben können.” Fremdenfeindlichkeit und Zynismus sind bei mir ganz offensichtlich erblich veranlagt.

Man glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass ich Deutsche bin. Selbst, wenn ich Deutsch spreche, glaubt man mir nicht.

Ich verstehe jetzt, wieso sich so viele Ausländer über den Ruf zum Gebet am Morgen (oder egal um welche Tageszeit) beschwerten, obwohl ich mich daran erinnere, das in Damaskus immer als ganz großartigen Moment erlebt zu haben. Der Unterschied liegt in der Koordination der Akustik. In Marrakech kann man immer und überall jeden Imam und jede Moschee hören, sodass man das Gefühl bekommt, den Alarm einer Naturkatastrophe mitzubekommen. Und das fünf Mal am Tag. In anderen Städten (ich kann nur für den Libanon und für Syrien attestieren) kann man meistens immer nur eine Moschee hören. Keine Stimme war schöner als die unserer Moschee in Damaskus… seitdem ich denken kann stehe ich jedes Mal auf dem Balkon um dem Gesang zuzuhören, wenn es so weit ist, und jedes Mal fesselt es mich. Ich hoffe, dass es eine Aufnahme ist, und dass ich das für immer hören werden kann. In Marrakech wollte ich mir in den Kopf schießen.

Meine Mutter und ich haben uns nicht viel zu sagen, und wir mussten feststellen, dass wir beide unsere Süchte mit uns tragen: sie das Fernsehen, ich das Internet. Um den Verlust unserer Stimulanten zu kompensieren, guckten wir uns die einzige Serie an, die ich auf meinem Laptop hatte: Bored to Death. Eine komplette Staffel in zwei Tage. Bored to Death mit seiner konservativen, islamischen Mutter zu gucken, ist in etwa so wie mit einem Priester einen Porno auszuleihen. Überraschenderweise fand sie die Serie sogar lustig; könnte aber auch an den Entzugserscheinungen gelegen haben.

Marrakech kann man sich getrost in 3 Tagen anschauen. Das Essen ist fantastisch, aber es gibt nicht viel zu tun. Die “Neue Stadt”, außerhalb der Medina, ist keine Stadt. Sie ist eine Ansammlung von teuren Geschäften und Sandsteinplattenbauten. Überall stehen Resorts und Kameltreiber, die Touristen abziehen. In der Medina selbst verirrt man sich meistens nur. Am dritten Tag wurde uns schon langweilig und wir machten einen Ausflug nach Ourika und Sitti Fatma mit dem jungen Mann, der sich um unser Riad (also unser Hotel) kümmerte. Hätte ich gewusst, dass wir dort einen Wasserfall besichtigen, hätte ich mich nicht dazu aufgerafft, aber so ist es; es ist mein Schicksal, jeden Wasserfall auf der Welt angucken zu müssen, und dabei gibt es nichts, was ich langweiliger finde. Wasser fällt Berg hinunter. Ganz, ganz große Sache. Ich wäre gerne in die Sahara gefahren aber dafür hat die Zeit natürlich nicht gereicht.

Backpacken ist natürlich etwas gänzlich anderes, als mit der Mutter in den Kurzurlaub zu düsen. Backpacken, das ist ganz zufällig gucken wo man als nächstes hingeht, und zwar voll und ganz an den Menschen orientiert, die man trifft. Oder an den Karten, die man sieht oder an den Reiseberichten, die man lies. Alleine die Tatsache, dass ich in Marrakech nach drei Tagen gelangweilt war, jedoch nicht weiter konnte (schließlich musste ich nach Hause fliegen), hat mich voll irritiert. In einem anderen Land noch Fernweh haben, genau das ist das, was das Backpacken so erfüllt: man kann weiter. Und es hat mich in den Füßen gejuckt, ich wollte weiter in den Süden, durch ganz Afrika reisen und niemals aufhören. Stattdessen saß ich ein paar Tage später wieder im Flugzeug zurück und musste schlucken. Was für eine Krankheit, dieses Reisen.

Klar, dass man im Alter auch mal mehr Ängste ertragen muss: Angst vor dem Tod, vor Routine, Geldsorgen, solche Sachen. Dass ich in meinem Alter langsam Angst vor dem Fliegen bekomme ist eher verwunderlich. Mir hat das Fliegen nie etwas ausgemacht, aber je öfter ich im Flugzeug sitze, desto eher werde ich nervös. Ich fliege seit dem ich denken kann mindestens ein Mal im Jahr, und dieses Jahr – wir haben erst Februar – habe ich es schon geschafft, in 8 verschiedenen Fliegern zu sitzen. Vielleicht ist das das Gesetz der Statistik. Ich hatte jetzt bestimmt schon über 200 gut gelaufene Flüge in meinem Leben und mein Bewusstsein (also die Angst) möchte mir wahrscheinlich durch die Blume hin mitteilen, dass mein Kontingent an Glück und Wahrscheinlichkeit bald aufgebraucht ist. So wird also jeder weitere Flug, der mich näher an mein Ziel bringt (welches ich bisher noch nicht definieren kann) mir ein Stück meiner Seele rauben. Ich schreibe ein Buch, ich nenne es “Gefickt vom Leben, oder: wie Gott einen einzigen Mensch hasste.”

Ich werde fett. Ich merke, dass es Zeit wird, wieder auf eigenen Beinen zu stehen, weil ich schon nicht mehr weiß, wie sich Hunger anfühlt. Ich muss wieder anfangen zu rauchen und mich von Thai-Essen ernähren um meine Figur zu halten. Außerdem wird es Zeit, von zu Hause abzuhauen, wenn die Mutter Dinge sagt wie “Du bist hier nicht im Urlaub, mach was für den Haushalt”. Es wird Zeit.

 
 

Ghetto Chicks

Veröffentlicht July 20, 2010

Wahrscheinlich bin ich die letzte, die wieder davon was mitgekriegt habe, aber ich habe mich seit gestern verliebt. In ein Mädchen. Oder viel mehr, in ein Ghettochick, und noch genauer, in ihre Fotos. Kein State of the Art Wunderwerk, aber mit kompositorischem Fingergefühl und einer ständigen Gegenwart von Märchen und Feenstaub im Bilde…

Zauberhaft schön und ich könnte den ganzen Tag durchscrollen. Wieso hat mir keiner etwas vom eppendorfghettochick bisher erzählt? Wieso darf ich immer an den guten Sachen Jahre später erst teilhaben? Wieso? WIESO?!

 
 

Mehr Netto im Ghetto

Veröffentlicht February 22, 2010

Wenn man den Hipster-Fantasien nach Berlin folgt sieht man sich schnell in einem Strudel der Enttäuschungen konfrontiert mit all den Dingen, die nicht so laufen wie vorgestellt. Altbau Wohnung, Ost-Charme und Szene-Parties werden schnell abgeschrieben, der Kampf um das nackte Überleben in der Anonymität beginnt und wenn man nicht gerade professionelles Trust-Fund Baby ist, dann sieht man sich als armer Student die Chinanudeln von letzter Woche essen. Denn das ist Berlin. Ein Freizeitpark für die ganz Harten.

So habe ich in Berlin auch den Netto kennen gelernt. Der Netto an der Ringbahn und damit das Portal in die Vorhölle, die sich Wedding nennt. Allerdings müssen wir von Anfang an ein Missverständnis aus dem Weg räumen: es geht hier nicht um den kürzlich von Edeka übernommenen Plus, der dann in “Netto” umbenannt wurde. Bei Mohammad, nein. Nein. Es geht um den “Netto Supermarkt” mit dem Hund. Dieses Teil kommt aus Brandenburg und hat in den alten Bundesländern keine einzige Filiale, Gottseidank, denn die bloße Anwesenheit dieser Pufflobby hätte mich schon in jungen Jahren komplett verstört und erklärt auch die Bilanz an Drogenabhängigen und Nazis in ostdeutschen Großstädten. Sorry, man, wäre das in meiner Jugend die einzige Option gewesen einzukaufen, ich hätt’ mir auf jeden Fall ‘ne Platte rasiert und nach der Vergangenheit geschrien!

Ich könnte mich nun über das dubiose Klientel und die Freakshows, die Spritzen am Eingang und die unfähigen Kassierer auslassen. Stattdessen möchte ich erwähnen, dass Netto Stierbier nur 23 Cent pro Flasche kostet und es in diesem Laden nicht ein einziges Lebensmittel gibt, dass nicht auch als ABC-Waffe genutzt werden könnte. Es macht keinen Spaß, dort einkaufen zu müssen, denn man hat Angst Opfer eines Drive-By Shootings zu werden oder an den Gerüchen in diesen Hallen des Todes zu ersticken.

Selbstverständlich muss man das als Herausforderung ansehen.

Mehr Netto im Ghetto

In unauffälliger Tarnung (dunkle Jogginghosen und Plastiktüten mit Pfand) machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Im folgenden werde ich die Bilder unserer Einkäufe sprechen lassen, denn keine Worte können beschreiben, mit welchen Würgereizen wir kämpfen mussten…

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Collective Art

Veröffentlicht February 3, 2010

Eine Sammlung an mehreren Gedankengängen, Impressionen und Fundstücken. Zeit existiert nicht in der schöpferischen Welt- Zeit nimmt sich, was benötigt wird. Und ich? Ich verpasse alles, die Wochen ziehen vorbei, ich muss meine Mutter anrufen, ich gebe mir Facebook-Verbot, iTunes ist unsortiert, es gibt diverse Ramen-Nudeln Rezepte, die einen beim Geld sparen helfen, die Dusche geht nicht, schnell noch auf ‘nen Kräuter, aber es ist auch ganz gut so: bald ist nämlich die Hetzerei vorbei.

Auf der Strecke Reinickendorfer Straße – Stadmitte/Mohrenstraße ist ein McDonalds eröffnet worden (an der Friedrichstraße, inklusive McCafé, nicht immer an allen Aktionen beteiligt, nehmen Gutscheine an). Damit ist das McDonalds Bermuda-Dreieck “Berlin Mitte” gebrochen. Beginn der Fettwampenzucht: jetzt.

Habe fast drei Stunden lang Radio gehört bis ich feststellte, dass ich zu Phil Collins, Nickelback, Creed und Linkin Park wippte. Musste weinen.

The Drunk Guy. Ein fremdes Leben begaffen, in Form von Bildern. Ist es moralisch verwerflich, darüber zu lachen? Wahrscheinlich. Tu ich es trotzdem? Selbstverständlich. Frage mich, ob das noch so lustig wäre, wenn nur Text da stünde. Wahrscheinlich nicht.

Life tips, from the awesome community known as Reddit: Buy quality and buy local. But not so much that you’re tied down by your things. Spend a few years with only what you can pack into a small car and be able to leave at a moment’s notice. Keep a month’s worth of cash handy for when this opportunity comes up.

Aus der Reihe “Sachsen-Anschlag“:

  • Hart (“Du willst ein Liebeslied, du kriegst mein Riesenglied!”)
  • Härter (“Since you put yourself on my dick I put my nuts on ya chin!”)
  • Lebensgefährlich (…)

Ich bin 1,65 m groß, und trotzdem schafft es mein sabbernedes Ich jede Nacht wieder die Decken so auf dem warmzuhaltenden Körper zu platzieren, dass lediglich meine unbedeckten Füße noch irgendwo im Winter meines Altbauzimmers vor sich hin vereisen. Wenn ich mir eine Superkraft wünschen könnte, es wäre “in Socken schlafen können”.

Habe im völlige nüchternen Zustand versehentlich zur Vodka- statt zur Wasserflasche gegriffen. Bin dabei geblieben. Mich gefragt, wieso arme Musikanten in den U-Bahnhöfen Violine spielen können. Frage mich, ob ich ein Stubenhocker bin.

 
 

Mommy

Veröffentlicht October 26, 2009

My mom is more beautiful than your mom. Suck on it.

Mommy

Auf dem Foto ist sie etwas jünger als ich heute, wahrscheinlich kurz vor der Hochzeit. Ich liebe dieses Foto, weil meine Mom schon damals fett Style hatte und mich daran erinnert, dass sich wohl in dreißig Jahren immer noch cooler anziehen wird als ich. Meh.

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