"Girl gone wide."


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Ich hatte kurz überlegt, ob ich einen Blogbeitrag zum Thema “Fett werden ab 25″ schreiben soll. Ich wollte ihn damit beginnen, dass ich normalerweise eine “bessere” Frau bin, das bedeutet: keine die sich für solch Oberflächlichkeiten interessiert, sondern eine, die sich mit Foucault, Reifen wechseln und qualitativ hochwertigen Inhalten auskennt.

Dann dachte ich: lass es lieber. Es gibt nichts was nicht längst über Diäten und den Frust beim Abnehmen gesagt wurde. Hier einige Auszüge der mythenreichen Abnehmwelt:

“Essig verbrennt die Kalorien im Magen!”
“Abends keine Kohlenhydrate und ansonsten kannst du alles wie gewohnt essen!”
“Drei Wochen sollte man nur Spinat essen!”
“Am besten nur Eiweiß essen!”
“Am besten kein Eiweiß essen!”

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by yeahs in Gangster Konsumbehindert


Nicht viele Filme schaffen es, ohne männliche Hauptrolle, männlichen Held oder männliche Rettung der fraulichen Katastrophe auszukommen, ohne gleich ein tränenreiches Drama zu werden, der für den Oscar nominiert wird und der furzlangweilig ist. Bridesmaids hat es geschafft.

Mit einem fantastischen Casting und einer großartigen Story, dem obligatorischen Wahnsinn und einer Frau im Mittelpunkt. Ja, der Film ist amerikanisch, ja, der Film bedient sich hart am Slapstick- aber er findet eine Mitte, die ihn aus den genre-typischen Begrenzungen katapultiert und viel abwechslungsreicher und damit noch um einiges unterhaltsamer macht.

Bridesmaids ist jetzt schon mein Film des Jahres, und ich kann ihn nur jedem, der mal wieder was zu lachen sucht, ans Herz legen. Einfach so, weil ich einen guten Humor habe und außerdem die Message – jeder ist, auf noch so detailreichen, komplizierten und anstrengenden Ebenen, für sein eigenes Glück verantwortlich – voll unterstütze. Wenn ihr euch schon die Mühe macht, dann guckt ihn aber auch bitte auf Englisch, ich garantiere nicht für den vollen Effekt in abgefuckter Synchronleistung.

by yeahs in (Pop)Kultur


Facebook ist ein Segen und ein Fluch gleichzeitig. Einerseits bin ich froh, mich mit so vielen Menschen auf meinem Weg durch das elendig lange und von Idioten bespickte Leben vernetzen zu können, und andererseits schrecke ich dann doch wieder vor Entsetzen zurück, wenn ich mir die Ausmaße der Menschheit in so unmittelbarer Nähe zu Gemüte führen kann. Da wäre zum Beispiel Sabrina, meine beste Freundin aus der Grundschule, die heute ihren Lebensabend (mit 22) damit verbringt, Bier zu saufen und die Frankfurter Eisbären zu befeiern. Jedes Bild ist im Trikot, und Statusupdates… hier nun einer als Beispiel:

“Ain’t No Sunshine.. Ohne Eishockey”.

Nun habe ich ja nichts gegen Eishockey. Aber wenn der Rest nur aus “Krebs, dein Tageshoroskop” und “Sabrina liked Osama Bin Laden ist Tot, der Alte Hurensohn hat’s verdient”, dann stellt sich durchaus die Frage: wieso? Wieso tu ich mir das an? Und die Antwort ist ganz klar auf der Hand und als einzige gültig: damit ich mich besser fühle darin, dass ich nicht so bin.

So viel Ehrlichkeit muss man sich ja auch zur Abwechslung mal eingestehen. Es ist auch gleichzeitig bizarr, dass ihr Leben (genau so wie meins für sie wahrscheinlich) einfach so unfassbar anders ist und mich das irgendwie an- und doch wieder abtörnt.

Aber Facebook begleitet mich bei vielen anderen Dingen ja auch. Wie etwa auf meinen Reisen, und die Freunde, die man unterwegs für’s Leben macht, bleiben tatsächlich auch für’s Leben, denn man macht sich im News Feed der jeweils anderen bemerkbar. Und schon hat man Networking Galore. Hat jemand einen Kleiderschrank übrig? Will jemand mit mir in den Urlaub? Kann mir jemand einen Job besorgen? Ab 500+ Freunde sollten alle Probleme eigentlich geregelt sein.

Nur eine Sache, eine klitzekleine Sache, hält mich von der ultimativen Facebook-Devotion ab, nämlich die Frage, ab wann man Menschen eigentlich adden sollte und überhaupt, in welcher Situation findet sich das richtige Ausmaß an Kommunikation? Angenommen, man trifft einen interessanten, vielleicht auch sexuell anregenden Menschen auf der Straße (oder auf einer Party) und man unterhält sich über ein paar gemeinsame Themen (oder fällt sich im absoluten Endsuff um den Hals und übt den regen Speichelaustausch) und tauscht dann Nummern aus, um das ganze Spiel zu wiederholen (oder um endlich Geschlechtsverkehr zu praktizieren). Wenn man diese Person JETZT nach seinem Facebook Profil fragt, kann unweigerlich nur eines passieren: man stalkt. Man beobachtet. Man wittert ob es passt oder nicht anhand von Status Updates. Sie lügen nicht, die Status Updates. Die Likes auch nicht. Die Profilbilder kann man getrost ignorieren, die getaggten Bilder sind das, was zählt.

Und schon ist eine zuckersüße, intellektuelle Freundschaft (oder eine heiße Affäre mit einem heißen Typen) gestorben, weil er in seinem Profil auflistet, dass er an der Weltuntergangsparty 2012 teilnimmt und Stone Cold Steve Austin als Vorbild angibt. Sein Profilzitat ist “Kein Schwanz ist so hart wie das Leben” und ich kotze mir ein bisschen in den Mund. Der Mann, der alle Chancen bei mir hatte, hat sein Facebook Profil mit dem unsäglichen Inneren seines Hirnes vergewaltigt und damit wurde jeder Kontakt abgebrochen.

Männer, Frauen dieser Welt, hört mir zu. Wenn ihr euer Facebookprofil nicht mysteriös, ein bisschen interessant und auf gar keinen Fall ehrlich gestaltet (wenn ihr nicht gerade ehrlich eine coole Sau seid), dann traut euch erst über dieses Medium zu kommunizieren, wenn ihr schon bei Base 4 wart und eure Hosen gerade wieder anzieht. Wirklich. Denn auch diesmal muss unsere Protagonistin hier ohne GV auskommen, und ich weiß nicht direkt, ob ich Facebook dafür danken oder verfluchen soll.

by yeahs in Ohne Worte


Ihr kennt das: man kommt in einen Raum rein und stuft die sich darin befindlichen Menschen direkt ein. Jeder hat dafür seine eigenen Kategorien, aber – wir sind erwachsen, wir dürfen jetzt ehrlich sein und das mit den Märchenwelten ausblenden – eigentlich kommt es nur auf sehr wenige Abstufungen an. Davon ganz unten “Oh Gott gib mir mein Augenlicht zurück”, in der goldenen Mitte “Hmm kann man machen” und natürlich die heiligste aller heiligen und seltenen Kategorien “Muss ich SOFORTwegballern sonst fallen mir die Klöten ab.”

Jetzt werden vor allem viele Gentlemen und -women der älteren Generationen erschrocken und gar empört erwidern, dass ich ja nicht alle Tassen im Schrank hätte und mit meinen Worten wieder nur provozieren möchte, aber, ey, sorry: wenn das nicht jeder so macht, dann lass ich mich direkt einweisen. Wir sind hier in der Gruppentherapie. Ich möchte damit auch gar nicht behaupten, dass man auf diese kategorische Zuweisung unbedingt handelt. Bei manchen Typen kann man das gezielt beobachten, bei Frauen ebenso (auch, wenn das zumeist subtiler ausfällt). Nicht alle reagieren. Aber machen wir uns nichts vor: diese Zuweisungen sind wichtig, damit wir im Leben klar kommen und uns von unseren instinktiven Trieben sagen lassen können, auf welche Pheromone wir anzuspringen haben. Wir tun es doch nur für die Kinder, die nicht aussehen sollen wie Monsterhöllengeburten.

Anyway. Was ich eigentlich sagen wollte: bei Frauen fällt mir diese Kategorisierung erheblich leichter. S macht die Bitches klar, ihr wisst Bescheid. Bei Männern ist das Einstufen immer ein bisschen auch Verzweiflungsakt, weil man plötzlich über Liga und Klassengesellschaft nachdenken muss sobald man einen Mann so gut aussehend findet, dass man sich Ponys und Regenbögen vorstellt. Bei Frauen geht das irgendwie klar, da kann man das, wenn man selber Angehörige dieser wahnsinnigen Zucht ist, einfach objektiver bewerten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Frauen nur vier bis fünf wichtige Labels gibt, und die werde ich jetzt euch offenbaren. Vorarbeiten nennt man das.

Zuckertörtchen – die Frau, die niemals alt wird. Einfach unglaublich süß, mädchenhaft, versprüht eine Aura die leise BESCHÜTZ MICH schreit. Da denkt man nicht ans Ficken, Jungs. Da denkt man nur an Liebe machen am Sandstrand, und weiße Schimmel reiten, und sowas. Und ganz, ganz doll fest halten. Ladylike im Abendkleid, selbst wenn sie ihre Haare nur wild hochstecken sehen sie aus wie Cinderella. Ein umwerfendes, völlig entwaffnendes Lächeln. Frauen wollen ihre beste Freundin sein. Manchmal verprügel ich sie einfach. Aus Neid. Weil Zuckertörtchen keine Büffelhüften haben wie meine Wenigkeit. Und so niedlich zärtlich aussehen. Und nie Pickel hatten. Ja, man könnte sagen, Zuckertörtchen sind vom Aussterben bedroht und zwar nur Dank mir und den  Schlägerbitches mit Bartwuchs.

Fick-Mich-Gesichter – Fick Mich Gesichter sind die ÜBER Pornohauptdarsteller. Facettenreich, von braun bis blond, von groß bis klein, von Mediterran-Muschi bis Moskau-Madonna. Ausstrahlung ist hier der Schlüssel. Fick-Mich Gesichter haben meistens riesige Augen und tragen ständig Strapse. Man sieht das nicht, okay, man kann das nicht sehen, aber jede andere Frau im Umkreis von 500 km kann es mindestens fühlen, die schwarzen Sex-Strapsen, und schärft schon mal ihre Krallen für den Kampf um ihren Stecher. Penisse merken das auch, ohne irgendeine Emotion ihres Besitzers. Wenn man Zuckertörtchen und Fick-Mich Gesichter übrigens zusammenschmeisst, kriegt man meistens das urtypische Mann-Drama mit, dieses “Oh nein, das hier soll die Mutter meiner Kinder werden, aber ich bin so heiß auf das Fick-Mich-Gesicht aus meiner Firma!” Fick-Mich-Gesichter tragen damit viel Verantwortung und haben wahrscheinlich den größten Applaus verdient, weil sie sich durch alle Altersgruppen ziehen und chamäleonartig umschalten können, wenn es mal seriös gehen soll.

The Girl Next Door – Früher hießen The Girl Next Doors auch “Sporty Spice”, aber an die 90er will sich ja keiner mehr erinnern, und an Mel C, das olle Butterface, schon mal gar nicht. Deshalb hat man Mitte der 2000er diese ganz neue Hybridkategorie eingeführt, irgendwo zwischen Fick-Mich-Gesicht und Zuckertörtchen, sozusagen der unerreichbare Traumwagen der Pseudo-Unkonventionen. The Girl Next Door bekifft sich mit Typen, fickt herum, ohne jemals als Schlampe entlarvt zu werden, hört gute Musik, kennt sich eigentlich sowieso immer und überall aus und säuft andere unter den Tisch ohne danach contenancelos in die Ecke zu kotzen oder wahllos Schwänze zu lutschen. Im Gegeteil- bei sieben Promille lackiert sie sich die Fingernägel noch knallrot, drückt verwirrten Jungs einen dicken Kuss auf die Wange und geht ihren exzentrischen Hobbies (Busfahren, beispielsweise, wegen der Atmosphäre und so weiter) nach. Sie trägt Festivalbändchen und Hippiekleidchen oder Jogginghosen und Super-Sneaker. Sie ist hübsch, wird aber von Zuckertörtchen und Fick-Mich-Gesicht in den Schatten gestellt, und erst nach dem dritten hingucken von Kerlen ihres Alters bemerkt (ihre ausreichende sexuelle Erfahrung sammelte sie vor allem mit haarigen Männern mit gepflegten Moustaches). Wahrscheinlich macht sie Musik. Sie spielt Triangel. Sie könnte auch Zooey Deschanel heißen.

Butterface – Das Butterface ist eigentlich nur der weibliche Wingman, völlig unbedrohlich. Obwohl Butterface ja schon sehr diskriminierend ist, ist dieses Mädchen selten wirklich hässlich – ich meine, wer ist schon hässlich auf dieser Welt, jeder ist schön, außer deine Mutter – aber sie steht im Schatten ihrer Selbst, gefressen von Unsicherheiten und einer irgendwie porrös wirkenden Haut und damit wirkt sie automatisch hässlich. Männer können mit ihr nichts anfangen, weil sie so nervös wird bei einer Unterhaltung, dass sie anfängt zu stammeln und im nervösen high-pitch anfängt hysterisch zu lachen. Mit der Zeit wird sie zum Mauerblümchen. Sie entwickelt seltsame, geheime Fetische, die sie eines Tages mit ihrem glatzköpfigen Liebhaber ausleben kann. Sie ist sozusagen die Charlotte aus Sex and The City – mit mehr Komplexen. Wer es mit ihr aufnimmt und über die anfänglichen Hürden hinwegkommt, wird mit viel Zuneigung, viel Spaß, Spannung und Action belohnt, denn hier trifft der Spruch “Stille Wasser sind tief” ganz großartig zu.

Schlägerbitches – Sie reissen jedem dem Arsch auf, Männern, Frauen, Priestern, Müttern, Präsidenten, Chuck Norris. Die Schlägerbitch hat die größte Klappe, und will dir nur auf’s Maul hauen und schreien “HOL DEINEN BRUDER DU HURENSOHN”. Oh ja, Schlägerbitches- auf dem ersten Blick beeindruckend maskuline Ausstrahlung und beängstigende Muskelbespannung, aber irgendwo findet sich (nach vielen Schlachten, wenn man das denn herausfordern möchte) auch ein weicher Kern.. nicht, dass man danach mit weniger blauen Flecken davon kommt, aber sobald sich die Schlägerbitch auf deiner Seite befindet kommst du nie wieder als Verlierer aus einer dicken Klatscherei heraus. Schlägerbitches kann man übrigens sehr leicht mit Fick-Mich-Gesichtern verwechseln, weil sie genauso selbstsicher auftreten, allerdings würde ich jedem von diesem Fehler abraten. Schlägerbitches ergeben sich vor allem der Berufung als Dominatrix oder Cougar, was ich persönlich ja nur gutheißen kann.

Jungs; ihr könnt mir dankbar sein, dass ich das für euch so aufgebröselt habe. Ab sofort müsst ihr euch nie wieder fragen, ob das, was ihr fühlt, eigentlich rational erklärbar sein muss oder nicht. Huldigt mich, ich habe euch gerettet.

Und das hier ist der Grund. Nicht, weil wir dumme, kleine Blondinchen sind. Nicht, weil wir Schlampen sind und nicht, weil wir ausschließlich auf Arschlöcher stehen. Sondern weil es komplizierter ist, weil es keine Illusion ist, weil weder Frauen noch Männer der Illusion entsprechen, die wir so jung schon vermittelt bekommen. Es ist, wie es ist. Mr. Nice Guy und The Girl Next Door sind die Verlierer. Und vielleicht ist es auch besser so.

[via]

by yeahs in Gangster


Frauen. Frauenfeindlichkeit. Weltfrauentag. Ich lach ja über sowas. Den ganzen Tag mache ich mich darüber lustig, Gender Studies, nein, nicht mein Fall. Frauenfeindlicher Rap, den ganzen Tag, ich lache darüber, Schlampenstempel, ich lache darüber, Sekretärinnen, ich lache darüber. Feministinnen, ich lache darüber. Wir leben im Jahre 2010, in Deutschland. Wir dürfen alles und verurteilen Männer, die ihre Frauen zu irgendetwas zwingen! Frauen. FuckYeahTitten.

Das nennt sich dann völlige Selbstdegradierung, und es passiert, wenn man keinen offensichtlichen Kampf kämpfen will, sondern lieber still und leise auf die andere Seite wechselt. Dann fühlt man sich auch nicht angegriffen. Dann lacht man halt die dummen Trullas dafür aus, dass sie sich dem Klischeebild hingeben und redet mit den Typen darüber, wie blond die Alte doch gerade ist.
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by yeahs in Gangster


Leute fragen mich: “S., wieso ziehst du dir diesen Scheiss rein?”, und ich sage: “Lasst mich in Ruhe, das ist der Hammer”, und plötzlich wenden sie sich alle von mir ab und glauben, ich sei ein Loser, ein Feiergeier, ein hirnloses Stück Fleisch, dass vor sich hinvegetiert, und ja, das trifft manchmal sogar zu, aber fuck yeah das tut gut.

Gossip Girl Rolling Stone

Man, ja, ich stehe auf Muschi-Serien, Dramen, und wenn ich es mir leisten könnte würde ich mir auch diese Sülz-Romane aus dem Supermarkt kaufen. Die, die Sabine und Michaela nach der zweiten Scheidung und dem dritten Kind kaufen, wenn backen und Sekretärin sein irgendwann keinen Spaß mehr macht ((Was? Guckt mich nicht so an, ich hab nicht gesagt, dass mit diesem Blog auch meine Vorurteile oder meine Arroganz ausgeschaltet werden! Und ich hab ja persönlich nichts gegen Sabine und Michaela, und ich werde euch auch nicht verurteilen, wenn ihr so heißt, aber ihr habt halt die Arschkarte gezogen und das muss jetzt mal so festgehalten werden!)). Ich bin genau so. Ach was, ich bin noch viel schlimmer, weil ich mir kein Kitschpapier kaufe, sondern das noch mit einer gewissen “angesagten” Coolness retuschiere. Immerhin ist es ja schon wieder in-style, wenn man auf uncoole Sachen steht. Quasi-Soaps gehören dazu, auch wenn es sich auf einem anderen Niveau als GZSZ begibt (aber auch nur grenzwertig).

Ich rede vor allem über meine aktuelle Obsession über Gossip Girl (und den sechstausend anderen Serien, die noch darauf warten, gesehen zu werden, jetzt, wo die Season wieder angefangen hat). Ich war ja noch nie ein besonders großer Fan von Snob-Portraits, soetwas wie O.C. California oder ähnliches kam mir nicht in die Glotze, weil ich immer lieber arm als reich war, also gab es ein Identifikationsproblem (lieber arm als reich heißt lieber heisst im Prinzip nur, dass ich Reiche dafür verurteilt habe, dass sie reich sind, und mich selbst gerne bemitleidet habe, weil das eben so ist und ich natürlich die Faust Satans in aller Macht seiner Ungerechtigkeit spüren konnte, blah blah blah. Oh man, Teenager sein hat echt Spaß gemacht). Aber jetzt, wo es sowieso nur noch darum geht, nach der Arbeit ein bisschen Eye Candy abzubekommen und meine Freunde keine aufregenden Bettgeschichten zu erzählen haben, ja jetzt will ich mir nur noch anschauen, wie sich andere junge Menschen die Birne zukoksen und ein viel aufregenderes Leben führen als ich.

Nate Archibald

Ich bin nicht die einzige Frau, die das emotionale Gefühlschaos so fest in sich verankert. Und viele, viele Typen stehen erstmal mit einem Fragezeichen in der Fresse rum, verstehen nicht, warum ihre Weiber so abdrehen. Ich sage dann immer: Jungs, dieses Drama– das ist nichts anderes als unsere Form von Porno. Im Porno lebt ihr eine animalische Fantasie aus (die wir durchaus auch teilen können, wenn wir vorher genug mit Drama gefüttert wurden), und wer süchtig danach ist, kann am besten nachvollziehen, warum Frauen auf Soaps und diese Dramas stehen. Es ist Gefühlsporno. Eine Fantasie. Prince Charming? Wir wissen, dass es den nicht gibt, genauso wenig wie es eine vollbusige Blondine gibt, die euch zum Dank für die spontane Autoreparatur eine Extra-Massage verpasst.

Alter, wenn ich ‘ne Uschi am Start hätte, die den ganzen Tag irgendwelchen Romeo-Idealen hinterherhechelt- ich würde sie direkt in die Therapie schicken, genauso, wie jede Frau einen Pornojunkie schnell abtreten würde. Das sind keine gesunden Beziehungen und auch keine gesunde Einstellung.

Leighton Meester

Das Leben ist nicht so wie in diesen Dramen. Das Leben ist einfach. Es gibt hier und da ein paar Ausschläge, negativ wie positiv, die aber nie deutlich von der geraden Linie in den Tod abweichen. Ganz einfach, ganz simpel. Aber irgendwann hat uns Disney erzählt, wie es eigentlich zu sein hat, und seitdem? Boom, eine Millionen Frauen sind unglücklich in ihren Beziehungen weil Typ nicht den Anforderungen einer Mädchenfantasie entspricht, und Typ klickt sich durch Fetischpornos durch, weil er genau weiß, dass er das niemals haben kann. Das hat Kurt Vonnegut wohl am besten erklärt.

Ein Drama ist der Geschmacksverstärker für’s Leben, die älteste Form des menschlichen Highs, Smack für die Seele, ein Arschtritt für einen sonst eher nichtsaussagenden Alltag. Uh, ich liebe Dramen. Mir braucht auch keiner zu erzählen, “S, fuck, geh mal raus, du verpasst das ganze Leben“, weil nö, is halt nicht so. Wenn sich jemand ‘ne Tüte dreht sagt doch auch keiner “Man du erlebst ja gar nichts”, stattdessen erzählt man ihm dass er mal ein bisschen langsamer machen soll mit der Sucht und den Nebenwirkungen. Bei Seelenporno denkt da aber wieder niemand dran.

Dan Humphrey

Und schiebt es jetzt nicht auf die Fernsehverblödung, das hat es nur noch leichter gemacht, uns eine Flucht zu bieten.

by yeahs in Gangster