Closing Party

Closing Party

Ich bin wie so ein mittelständisches Unternehmen das sich selbst heruntergewirtschaftet hat. Die Berater facepalmen sich bis ins Koma. In den Tagesthemen grinst der Zamperoni frech, wenn er über mich berichtet.

Irgendwann hatte ich mich bewusst und pro-aktiv dazu entschieden, meinen Blog-Erfolg einzudämmen. Das Geldverdienen sollte mir letztlich nicht den Kurs meiner Schreiberei vorgeben (außerdem war ich zu faul, mich ernst zu nehmen). Mittlerweile verdiene ich immer noch nur sehr sporadisch ein wenig Taschengeld mit dem Firelfanz. Alles ist bequemer als mich selbst zum Schreiben zu drängen.

So viel Nachsicht hätte aber auch nicht sein müssen, jetzt kostet mich DSG viel Geld für Nichts. Danke, liebe Abmahnung (irgendein Bild aus 2009 von Megan Fox, wahrscheinlich das einzige, das ich jemals ohne Rechte verwendet habe… nun denn)! Ich frage schon gar nicht mehr nach meinem Unglück. Dinge passieren einfach. Ich lache. Aber falls jemand einen ordentlichen, gut bezahlten Job für mich hat – ich sehe mich ehrlich gesagt als Crackdealer – dann lasst es mich wissen. Ich kann lesen und schreiben, gut aussehen, Zähne putzen und Avocados auslöffeln. Was ich nicht so gut kann: Archive löschen, Geld haben und erfolgreich sein!

Mein Gehirn feiert die Closing Party einer ultra-spannenden Saison. Wenn alles nicht so stressig und finanziell belastend wäre, wäre es ja auch verdammt witzig. Ständig tollpatschig Dinge kaputt machen, hochpreisige Arbeitswerkzeuge verlieren, Autounfälle im Ausland bauen, Abmahnungen bekommen… mein Humor ist ein Testament an den Optimismus. Bis ich mal von diesem Thriller fertig gemacht werde dauert es ein bisschen. Ich hoffe ja heimlich, dass mich irgendwer mal in den Knast wirft (für vernachlässigte Steuererklärungen oder eben Abmahnungen wegen hässlicher Megan Fox Bilder).

PS: DragstripGirl wird nicht zugemacht. Ich muss mir nur langsam überlegen, WAS ich hier eigentlich mache.

October 16th, 2013 Posted in Crystal Meth, Gangster | 2 Comments »

I THINK SHE READY

Wo ist eigentlich auch der Unterschied zwischen “es möglich gemacht bekommen” und “absoluter sell-out sein”? Sponsored Partys, weil man seine Message in die Welt schreien möchte: Markenname auf der Flasche und Umsonst-Werbung für den “Enabler”. Das kenne ich noch aus meinem Abiturjahrgang, da haben wir das ganze Dorf abgeklappert um Leute zu finden, die gegen einseitige Anzeigen in unserem ABI-BUCH (!!!!) den Druck springen ließen. Ich setze die Anführungszeichen da nicht ran, weil ich das System selbst so erschreckend finde, sondern weil es lediglich ein bisschen stillos ist. Ich meine, ich hab auch nicht in einem armen Dorf in der Nähe von Bratislava gelebt, ich komme aus einer westdeutschen Kleinstadt wo jeder zum 18. Lebensjahr erstmal eine neu geleasten VW Golf vorgesetzt bekommt und pünktlich um 19 Uhr zum Abendessen nach Hause muss, zumindest in der Welt meiner Oberstufe. Da, wo ich als Quotenausländerin immerhin noch so viel Dekadenz besaß mich dafür einzusetzen, dass wir doch bitte andere Möglichkeiten für den Druck finden als irgendeinen Dulli-Bäcker aus der Einkaufspassage mit sozialem Druck zu nötigen.

Jedenfalls war die ganze Diskussion für mich sowieso gestorben als unser Abimotto gewählt wurde (AbituriENTEN). Heute lebt diese Diskussion in mir wieder auf, denn ich befinde mich in einem Strudel des Werbe-Sogs: man wird gefördert (durchaus auch mit finanziellen Mitteln… meist aber eher nicht), um ein T-Shirt des Förderes zu tragen, wenn man es mal so ausdrücken möchte. Im Sport eine sehr angesehene Sache, übrigens. Im persönlichen Bereich möchte ich da gar nicht näher drauf eingehen, denn bisher lief es auf “eine Hand wäscht die andere” hinaus und ich möchte behaupten, dass meine persönlichen “Profite” immer hoch genug lagen dass ich mich nicht ausgenutzt fühlte. Und falls sich hier einige höchst beleidigte Leser angesprochen fühlen sollten auf diesen ganzen Nissan-Kram und vielleicht etwaige andere Werbe-Leistungen, die zum Beispiel auf diesem Blog getätigt wurden: macht euch mal locker, esst mal ein leckeres Eis, habt Spaß am Leben, denn den habe ich auch. Gegen Kritik sei nichts einzuwenden, aber ich glaube hier nahm bis jetzt kein Fremdkörper die Überhand und ich lege größten Wert darauf, immer ein nettes Experimentierfeld zu haben. Dennoch: es gibt Angebote, die will man nicht ausschlagen, weil sie einem Traum gleichen. Traumjobs, zum Beispiel.

Als ich meine Weltreise 2010 startete, ging ich mit eigenem Geld los. Ich hatte hart und ehrgeizig gespart, bin ungefähr 8 Monate auf Tour gewesen und zufrieden wieder in Berlin angekommen, auch wenn ich letztendlich nicht die ganze Welt gesehen habe. Heute würde ich das nicht mehr machen. Das ist zu viel Geld für zu wenig Komfort. Ich erwarte keine fünf Sterne Design Hotels, nicht nach den Holzpritschen in Bangkok; aber wer die Welt sehen will, muss entweder Reisejournalist sein, sehr niedrige Standards und viel Zeit haben oder die Gelegenheit nutzen, wenn man seine Leidenschaft (das Schreiben oder Fotografieren) mit einem gewissen kommerziellen Erfolg bündeln kann. Die Buh-Rufe kommen selbstverständlich, auch wenn ich mir heutzutage darüber keine Sorgen mehr mache. Ich weine immer noch einer gewissen amerikanischen Laxheit hinterher, die hier trotz Internet-Globalisierungs-Kommunikations-Gedings niemals angekommen ist. Wer Inhalte scheisse findet, darf sie gerne scheisse finden. Wer Inhalte scheisse findet weil sie an Geld gekoppelt sind, der soll es bitte selber und anders besser machen, wenn er wie ich sechs Kinder mit dem Namen Ahmadullah Mohammed Al-Rahman al Rahim zu pflegen hat und das nächste schon im Anmarsch ist. Just kidding. Aber wenn ich damals die Weitsicht, die Zeit für die Arbeit und die Geduld gehabt hätte, dann hätte ich es sofort anders gemacht. Mir den kleinen Ausflug bezahlen lassen im Tausch gegen Extra-Absätze (wir reden hier jetzt auch nicht von gebrandetem Urlaub, sondern von Jobs).

Worauf ich hinaus will: wenn man Dinge sowieso gerne machen würde, es aber alleine – also ohne die Anzeige des lokalen Bäckers aus der Einkaufspassage – nicht schafft, muss man sich dann dafür ein bisschen schämen? Ist das tatsächlich ein Sell-Out, oder wäre es verkappter Idealismus und ein bisschen Torheit, wenn man es für einen Sell-Out halten würde? Wie bereits erwähnt: in dieser Welt mache ich niemanden mehr den Vorwurf, in kommerziellen Rahmen zu denken und zu handeln. Please Dear God, gerade im Internet werden so viele Möglichkeiten gegeben, da möchte ich niemandem im Wege stehen. Das heißt aber nicht, dass ich die Inhalte gut finden muss, denn darauf kommt es letztendlich an. Für mich verhält es sich so: lieber lasse ich mir einen bezahlten Post oder Artikel zu einer chinesischen Wandergruppe auf einer verlorenen Insel vorlesen, der GUT ist, als eine lieblose Ansammlung an Fakten und zusammengewürfelten Bildern, die von Werbebannern umrahmt werden. Es ist eine gewisse Balance, es ist aber auch persönliche Präferenz. Whatever.

Ich denke über all das nach, weil gerade das Video vom Diplo-produzierten FKI Video “I Think She Ready” veröffentlicht wurde und man in diesem interaktiven Spektakel kleine Shopping-Links finden kann. Die Verknüpfung zu meinen unsortierten Gedanken überlasse ich euch.

(Das auch nur so, falls sich jemand mal gewundert hat, worüber ich eigentlich den ganzen Tag beim Musik hören nachdenke)

April 4th, 2012 Posted in Gangster, Musik | 8 Comments »

FUCK VAT

Vor zwei Monaten habe ich mit meinem Studium angefangen. Meine Eltern können mir keinen finanziellen Rückhalt bieten, daher bin ich Bafög berechtigt. Von Bafög alleine hätte ich nicht leben können – ein Minijob musste her. Mir grauste aber vor der Vorstellung, mich 20 Stunden die Woche pauschal ausbeuten zu lassen für einen Job, der mir im schlechtesten Fall egal war. Da ich schon immer aber auch als Freelancerin im künstlerischen Bereich Rechnungen gestellt habe, hätte ich auch so das nötige Kleingeld nebenbei verdient.

Nach vielem Rechnen mit Freibeträgen und steuerlichen Limits, kam ich zu dem Schluss, dass es sich nicht lohnt (abgesehen davon waren die Bafög-Bearbeitungszeiten so lang, dass ich sowieso anders an Geld ran musste). Ich beschloss, den waghalsigen Schritt zu gehen, auf Schulden + Abrackerei zu verzichten und dafür neben dem Studium nur noch als Kleinunternehmerin Geld zu verdienen. Rein wirtschaftlich lohnt es sich: ich habe viel mehr Zeit für die Uni, ich verdiene viel mehr Geld und habe dazu auch noch eine gewisse Leidenschaft manifestiert. So weit, so gut.

Hätte ich gewusst, dass das Geld verdienen an dieser Sache noch das einfachste ist, dann hätte ich es vielleicht gelassen. Denn ich kann nicht die einzige sein, die eine regelrechte Ohnmacht gegenüber einem fremdbeherrschten System spürt. Alles, was man falsch machen kann, habe ich falsch gemacht. Steuern, Meldungen, dies, das. Ich will nicht ins Detail gehen. Es geht nicht darum, dass mir die Regeln nicht gefallen. Es geht darum, dass mir niemand die Regeln erklären kann. Die dummen Fotzen im Finanzamt, die mich von einem Tisch zum anderen schicken, wo alle so viel Hass in sich tragen als kämen sie gerade als vergewaltigte Frauen vom Krieg im Kongo zurück- was machen die da, außer mich in die Unzurechnungsfähigkeit zu treiben? Keiner kann mir sagen, was ich richtig oder falsch mache.

Aber jeder kennt die Stories von Leuten, die am Ende hart nachzahlen müssen, oder die gar ihr Geschäft aufgeben, weil sie Fehler gemacht haben. Ich kann nach bestem Wissen und Gewissen Erfolge für mich persönlich verbuchen, aber sobald der Wisch auf meinem Tisch liegt, werde ich nicht beweisen können dass mir die Nutte im Finanzamt nichts sagen konnte und auch keine Ahnung und vor allem aber keinen Bock hatte, mir zu helfen. Ihr Kollege auch nicht. Und deren Kollegen auch nicht. Und bei der Frage, wer mir jetzt eigentlich bezüglich der richtigen Steuernummer helfen kann, wussten sie auch keine Antwort und haben mich sicherheitshalber noch mal mit der Umsatzsteuer-Außenstelle in Saarlois telefonieren lassen, die mich auslachte und sagte, da sei mein Finanzamt zuständig.

Jetzt sitz ich hier mit einer “verlorenen” Steuererklärung, unfähig, mich von meinem alten Finanzamt abzumelden um beim neuen Finanzamt angemeldet zu sein, warte auf ein Umsatz-Steuer-Signal, damit ich eine Umsatz-Steuer-ID bekommen kann, damit ich mit der dann Rechnungen ins EU-Ausland stellen kann, ohne welche ich leider nicht genug Geld verdiene um mich über Wasser zu halten. Und das ist nur ein Auszug eines kleinen Dilemmas.

Interessant ist auch, dass die im Career Center an der Uni sich nur um Bewerbungen und Einstellungsgespräche kümmern, aber nicht um die Existenzgründung o.Ä. So viel Machtlosigkeit sollte man eigentlich nur spüren, wenn es sich um Todesfälle handelt. Jetzt kümmer ich mit meinen lächerlichen Einkünften um eine Rechtsschutzversicherung, um einen Steuerberater und vielleicht auch noch um eine Psychotherapie und kann dann glücklich behaupten, dass ich zwar keinen Gewinn mehr habe, mir aber wenigstens keiner was antun kann.

December 10th, 2011 Posted in Gangster | 16 Comments »

Kill People Burn Shit Fuck School

Man hätte den langsamen Zerfall, die innere Explosion meines Selbstbewusstseins, eigentlich in 60 fp/s aufnehmen sollen. Man hätte gesehen, wie sich die glitzernden Mopswelpen und die singenden schwulen Einhörner in meinem Bauch auf einmal zu von Maden zerfressenen Kadavern mutieren. Man hätte gesehen, dass die Realitäts-Mafia mich und all meinen Optimismus an einem Betonklotz auf den Boden des Mariana Trench gezogen hat. All das passierte so schnell wie das diabolische Zwinkern meiner hämischen, zweifelnden Gedankenmonster, die von Anfang flüsterten: das wird nichts.

Die Dinge werden so schwierig, wenn man alles richtig machen möchte. Aber es gibt zwischen “viel Geld verdienen” und “sehr, sehr wenig Geld verdienen” für Studenten keinen lohnenswerten Zwischenraum. Freibeträge werden überschritten, Leistungen fallen weg, Versicherungen stellen sich quer, entweder man ist mit 23 schon selbstständige Pornoqueen ohne Angst, zu viel Steuern bezahlen zu müssen, oder man lässt es ganz sein, muss Bafög beziehen, Minijobs machen und hat keine Zeit, sich ein kleines, ein klitzekleines Standbein aufzubauen. Worüber beschwere ich mich eigentlich? Man kann sicherlich auch von 200 Euro im Monat leben. Ich habe vergessen, wie das ist. Zwei Jahre Festanstellung können einen in Sicherheit wiegen.

Wie unwahrscheinlich, das sich jemand wie ich monatelang darauf freut, endlich Dinge zu lernen. Endlich mal auch wieder gedankliches Niveau zu erhöhen. Ich will Hausarbeiten schreiben und Sprachen erlernen und mit Kommmilitonen über wichtige Angelegenheiten diskutieren. Ich will Zeitung lesen und die großartige akademische Bildung unter meiner Haut spüren, die mir mit dem Semesterbeitrag und einer halbwegs gerechten Abiturnote versprochen wurden. Stattdessen muss ich mich darum kümmern, alles so schnell wie möglich so abzusichern, dass ich eben doch wieder ne 40 Stunden Woche schiebe, nur für viel weniger Geld und für beschissenere Arbeitszeiten.

Am Ende des Tages habe ich keine Probleme, ich bin nur jetzt schon genervt, weil Student sein eigentlich auch für mich bedeutet hat, Möglichkeiten zu gewinnen, die mir gerade wieder genommen wurden.

October 20th, 2011 Posted in Gangster | 1 Comment »

Pass Out

Es gäbe so viel über Sydney zu erzählen, aber das Geld ist mir zu schade um für’s Internet zu verballern, und ich kann nicht den ganzen Tag bei McDonalds chillen um das (absolut langsame, aber immerhin kostenlose) Wi-Fi zu nutzen. Now wait for it.

December 30th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Statistiken

Das absolute Highlight meiner Südostasienreise bisher waren die wunderschönen Tage auf Koh Tao. Tauchen, chillen, und mit der provisorischen Auslandscrew ein paar verdammt gute Tage verbringen. Auch, wenn das Tauchen einen unglaublich großen Teil dieser Woche einnahm, darf man dabei nicht vergessen, wieso es so gut war. Ich wünschte, ich könnte euch die Bilder und die Videos zeigen, aber mich im Bikini oder gar im Wetsuit zu sehen könnte dramatisch für all diejenigen enden, die ihr Augenlicht zu Weihnachten gerne noch behalten hätten. Abgesehen davon ist das Video auf DVD gebrannt worden und ich habe kein Laufwerk und überhaupt ist die DVD schon auf dem Weg ins kalte Deutschland. Ich kann also sowieso nichts machen, braucht jetzt keiner zu betteln.

Der nächstbeste Teil der Reise folgte nur ein paar Tage später, als wir uns zu fünft oder zu sechst in einem wie aus Berlin nach Bangkok implantierten Underground Club verirrten und nach so langer Zeit endlich mal wieder geliebte elektronische Klänge genießen durften, die nicht auf Black Eyed Peas Remixen basierten. Meine musikalischen Ansprüche wurden dank Thailand erheblich heruntergeschraubt. Ich bin schon dankbar, wenn Deep House läuft, denn nach Dauerschleife Nickelback, Akon, Tiesto und Modern Talking (get fucked, Vietnam!), ist das wie als würde endlich mal jemand Sinn in die DJs prügeln. Aber die können ja nichts dafür. Die Nachfrage der unausstehlichen Teenager-Briten ist zu hoch, als das man den schlechten Geschmack ignorieren könnte. Too bad.

Mittlerweile sind wir wieder in Chiang Mai angelangt, wieder im Norden, wieder da, wo alles (mehr oder weniger) anfing. Chiang Mai ist soetwas wie mein Urlaubsort geworden. Ich weiß, ich weiß. TGIF und ich hab schon seit drei Monaten Urlaub. Aber Reisen und Urlaub unterscheiden sich wesentlich. Thailändische Inseln befinden sich quasi nur auf der richtigen Seite der Prostiution, und Vietnam, Kambodscha und Laos laden eigentlich nicht zum entspannen, sondern nur zum begaffen ein (zumindest wenn man Zeitdruck hatte alles zu sehen. Wieso man sich das selber an tut, keine Ahnung). Jedenfalls ist der Druck, sich dem Sightseeing hinzugeben, in Chiang Mai komplett abseits unserer Gedanken, weil wir schon mal hier waren und alles gemacht haben, was man als Tourist so macht, von Trekken bis Party. Also haben wir quasi eine Woche damit verbracht, auf der Terrasse unseres Guesthouses zu sitzen, mit den wundervollen Besitzern zu schnattern (“Hello my name Tee come see me I am the boss”), das fantastische Essen zu essen und sechs Stunden am Tag zu lesen. Fight Club, Kill Your Friends, Mr. Nice, The Beach, Rant, Snuff, Fear and Loathing in Las Vegas, auch alles schon mal gehabt, genauso wie Chiang Mai, und deshalb umso angenehmer. Die Bücher gehen durch das Guesthouse rum, wenn sie fertig sind, und dann muss man sich am letzten Tag beeilen, denn der Sucker hat 30 Kilo Gewicht mehr im Backpack, wenn er sie nicht loswerden kann.

Morgen geht die Reise weiter in das Hippiekaff Pai, vier Stunden von Chiang Mai entfernt und wohl der letzte Ort Thailands, der für uns unerkundet blieb (und das sage ich in voller Wahrnehmung dessen, dass wir uns nicht mal 20% von Thailand angeguckt haben). Ich sage hervor, dass der Kiff rumgehen wird, weitere Bücher gelesen werden und mindestens ein Rollerunfall auf unsere Kosten geht. Danach zurück nach Bangkok, eine Stadt, die mir immer besser gefällt (vielleicht, weil sich die Hipsterlocations unserer Coolness geöffnet haben und wir nicht mehr dazu gezwungen sind, mit den Touris auf einer Ebene zu schweben. Elite ist halt international, bitches), und von da in den Flieger nach Bali. Wir wissen irgendwie nicht mehr wirklich, warum wir das damals gebucht haben. Weihnachten auf Bali ist ungefähr dreimal so teuer wie Weihnachten in Paris, und abgesehen davon nicht wirklich lohnenswert, wenn man für Silvester weiterfliegen muss (nach Sydney, nur damit wir endgültig pleite sind, wenn wir ankommen). Ich habe ja die Hoffnung auf eine weitere Runde Tauchen, diesmal inklusive Schildkröten, aber ansonsten ist es wieder nur eine Insel mit Kreaturen die ich ungerne in meinem Bett liegen hätte.

Einige hatten übrigens mal gefragt, was die Reise so kostet, und ich kann darauf ganz ehrlich nach sehr viel Erfahrung sagen: zu viel. Selbst wenn man sich nicht jeden Abend besäuft ist es zu viel. Selbst wenn man nicht die ganze Welt totkauft weil es so billig erscheint: zu viel. Gott, alles, was ich hier gekauft habe, wird nach der Reise endgültig in der Ramschschublade neben den Batterien und dem anderen Zeug landen, dass man alle vier Jahre mal rauskramt und dann überlegt, ob man es behält oder weg schmeisst. Inklusive aller T-Shirts. Ich trage nicht mal T-Shirts. Ich hab schon Sachen hier gekauft die ich nach 2 Tagen weggeschmissen habe und weiß noch nicht mal, wieso (also weder, wieso ich sie gekauft habe, noch, wieso ich sie weggeschmissen habe). Man wird zum Monster, wenn man erst mal hier ist.

Ich habe in nicht mal 3 Monaten ungefähr 3000 Euro ausgegeben, hurra, hurra, ich habe eigenhändig dafür gesorgt dass ich entweder nur einen Monat in Australien verbringen kann und dann wieder abhauen, oder tatsächlich länger bleiben und arbeiten muss. Farmarbeit, ich komme.

December 12th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off

Hoi An

Viel zu teuer, alles viel zu teuer hier. Vietnam macht mich arm. Kleiner Trostpreis: nach mehr als einer Woche Regenwetter und quälenden 15-Stunden Busfahrten, bei denen wir die komplette Modern Talking Diskografie erleiden mussten, sind wir endlich am Strand angekommen. Und die Sonne scheint. Es könnte ein guter Tag werden… der letzte Tag im vietnamesischen Outback, und ab übermorgen dann Saigon. Aber hauptsache, wir haben Hoi An erst einmal überlebt..

November 5th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off