Generation Un-Kultur, Generation Fashionvictim, Generation Bloghouse-Hype, Generation post Post Merriweather Pavillion, Generation Hipster. An Bedeutungslosigkeit, Lethargie und Ironie kaum zu überbieten. Wenn man das alles auf einen Haufen schmeissen und definieren wollen würde, wäre eben die Abwesenheit einer klaren Aussage genau das, was es ist.
last year i used to live with my girlfriend in her dealer’s basement. i paid no rent, and slept all day, and on the nights when we didn’t have enough money to score yay from upstairs i’d drink cough syrup and listen to french house records with the lights off and the bass way up.
Im Zuge der ganzen Schwierigkeiten, die das Leben so mit sich bringt, sind es vor allem die Zweifel an sich selber oder mit Dingen, die man tut, mit denen man sich immer wieder konfrontiert sieht.
Und vielleicht sieht man im eigenen Selbstbewusstsein einen Zweck. So richtiges Selbstbewusstsein, nicht das, an dem andere einen messen oder einschätzen.
Zwei so wichtige und wirklich harte Voraussetzungen sind Einsicht und die Fähigkeit Hilfe anzunehmen. Beides hart, wenn man sich nicht nur oberflächlich damit auseinandersetzt. Da gibt es immer Spezies, die sich entweder alles zu Herzen nehmen, eigene Probleme vernachlässigen und im schlechtesten Falle verdrängen und es gibt die, die glauben, wenn man nur alles akzeptiert oder toleriert, lebt man erwachsener und besser.
Die Antwort liegt vor allem in der Einsicht.
Manchmal kann man sich auch inspirieren lassen. Nehmt euch die Zeit. Und hört was dieser Mann zu sagen hat, denn er hat verdammt Recht:
Auf einen Like oder Share Button klicken. Das machen wir jetzt schon seit Ewigkeiten. Wir finden etwas gut und im Kollektiv sind wir dafür verantwortlich, dass es populär wird. Danach lehnen wir uns zurück in der Hoffnung, dass irgendwer diese Popularität vermarkten und monetarisieren kann. Wir bezahlen mit unserer Zeit und mit unserer Leidenschaft, es ernährt zwar keinen Haushalt, aber dafür arbeiten wir ja indirekt. Meistens durch Werbung, manchmal durch volle Konzerthallen oder Merchandise. Und meistens klappt es nicht, aus so vielen Gründen- weil Werbung nicht geklickt wird, weil MP3s und Filme raubkopiert werden.
Es ist verdammt schwierig, bei einem so großen n an verfügbarer Kunst (im Internet) sein Geld auf abstrakte Preise (was kostet ein Datenhaufen?) aufzuteilen, Preise, die vor zwanzig bis dreißig Jahren vielleicht mal aktuell waren. Weil man damals noch nicht so schnell und so unmittelbar da war, wenn es einen neuen Song gab. Weil Reichweite über teure Marketingkampagnen erschaffen wurde, und nicht (oder selten) durch den Kontakt mit Fans. Weil heute alles im DIY-Verfahren möglich gemacht wird (think MySpace), und weil wir unsere Aufmerksamkeit auf so viele Dinge gleichzeitig aufsplitten können. Nur unser Gehalt kommt da leider nicht mit.
‘Mark Jaffe, who owns a high-end headhunting firm, wrote recently that the biggest threat to our economy is our egos. We’re angry, not depressed about our misfortunes right now. Angry, because, as he puts it… ‘we always want and feel that we deserve the absolute best of what anyone else has. Maybe what’s hurting most right now is the hangover resulting from an epidemic bender of self-esteem.’ – Source
Aus dem Reddit Thread einige Zitate zu diesem Artikel:
Frauen. Frauenfeindlichkeit. Weltfrauentag. Ich lach ja über sowas. Den ganzen Tag mache ich mich darüber lustig, Gender Studies, nein, nicht mein Fall. Frauenfeindlicher Rap, den ganzen Tag, ich lache darüber, Schlampenstempel, ich lache darüber, Sekretärinnen, ich lache darüber. Feministinnen, ich lache darüber. Wir leben im Jahre 2010, in Deutschland. Wir dürfen alles und verurteilen Männer, die ihre Frauen zu irgendetwas zwingen! Frauen. FuckYeahTitten.
Das nennt sich dann völlige Selbstdegradierung, und es passiert, wenn man keinen offensichtlichen Kampf kämpfen will, sondern lieber still und leise auf die andere Seite wechselt. Dann fühlt man sich auch nicht angegriffen. Dann lacht man halt die dummen Trullas dafür aus, dass sie sich dem Klischeebild hingeben und redet mit den Typen darüber, wie blond die Alte doch gerade ist. [Weiterlesen]
28 Days Later ist einer meiner Lieblingsfilme, schon immer gewesen, weil der Score erstens genauso viel Gänsehaut erzeugt wie der Blauschimmelkäseauflauf von meinem Vater, zweitens wegen der Anwesenheit von Zombies im Film, und drittens, weil Cilian Murphy aussieht wie ein soziopathischer Serienmörder. Ich wählte diese Einleitung aber auch nur, weil ich einen Grund für ein Bild von Cilian Murphy haben wollte ((jetzt muss ich mir das Bild noch die ganze Woche oben im Header angucken. Großartig)).
Auch ein Werk über das Verkommen der Menschheit: I Am Legend, wobei mir der Film bis auf die monumentale Stille und einige hübsche Bilder nicht sonderlich gefiel (und, um ehrlich zu sein, sowieso nur ein Abklatsch von 28 Days Later war, jetzt mal im Ernst). Aber es regt einen ja auch zum Nachdenken an. Scheisse, was würde ich eigentlich tun, wenn ich der letzte Mensch auf der Welt wäre? Porsche ausleihen, Kampfschreie im Supermarkt, Dinge eintreten, Pillen schmeissen, Mukke auf der Straße, endlich mal genug Zeit haben, auch die alten Sachen im Internet zu durchforsten. Kurzgesagt, ich würde genau das tun, was ich sonst auch so mache.
Auf Reddit hat jemand diesen Plan mal etwas ausführlicher beschrieben. Ich tippe da auf Cilian Murphy, wer ist denn bitte so gestört?
Pre-Phase Phase
Before Anything: Eat Exotic Fresh Fruits while they are around. They come from so far away that, odds are depending where you live, you will never ever get to have Banana, Pomegranite, Starfruit or Mango again in your life. Savor every bite. Make Fruit Leathers and Freeze what you cannot stomach to consume. You will also need to bone up on Vitamin C while you’re doing the most work.
Unless you plan on maintaining and protecting cows for the rest of their/your life… you’re unlikely to have a fresh glass of cold milk ever again. There are dehydrated milks (Klim) but it’s not the same.
Bacon. Eat all of what you can find. Cook it all up and dehydrate what you cannot stomach. Even if you hate it. You will never have the opportunity to consume bacon again.
Ich war im Kino und habe mir den Bushido-Film reingezogen, diese Tatsache alleine verdient es schon, von anwesenden erwachsenen Menschen belächelt zu werden- so wie immer alles belächelt wird, was irgendwie aus dem Bild fällt, wenn man sich S-Bomb zu Gemüte führt. Leidenschaften werden zu Makeln und kleinen “Spleens”, über die man hinwegsehen kannt, weil das Kind ja Abitur hat und einer guten Stelle nachgeht und sich ohne große grammatikalische Probleme ausdrücken kann.
Die meisten vergessen, dass das nicht immer so war, und ich jahrelang auf einer schmalen Spur zwischen “Durchschnittliches Deutsches Mädchen” und “Kanacke” wanderte, bevor ich dann anfing, es selbst zu vergessen. Und heute merkt man erst, dass ich woanders her komme, wenn man mich wirklich kennt– oder wenn ich jemandem meinen Nachnamen buchstabieren muss.
Ich rede nicht gerne über meine Herkunft, weil es anstrengend ist. Es ist schon schwierig genug, andere Menschen in die richtigen Kategorien und Schubladen zu stecken. Vorurteile, so falsch sie manchmal sein mögen, machen das Leben bis zu einem bestimmten Grad effektiv einfacher, weil man nicht jedes Mal ein Verhaltensmuster zuordnen oder abrufen muss, sondern gelerntes anwendet. Ja, es ist faul und oberflächlich, aber man kommt eben nicht immer drumherum.
Wie ist das also erst, wenn man nicht mal sich selbst einordnen kann? Die Eltern geben einem gute und schlechte Dinge aus Kultur und Religion mit und stellen unmögliche Ansprüche an ein Leben, das woanders geführt wird. Die Freunde aus dem Gymnasium sind verwundert und distanzieren sich von dem fremden Wesen, dass den Knoblauch schon im Frühstück verzehrt, kein Schweinefleisch isst und ihre Eltern belügen muss, um auf eine Party zu gehen.
Die Freunde aus der Heimat wundern sich, dass man es bis ins Gymnasium geschafft hat, dass man den Slang nur hin- und wieder mal bedient und problemos ins Hochdeutsch wechseln kann und belächeln einen für die Schreibwut und die Träume, die man hat.
Irgendwo dazwischen kifft man sich die Birne mit Skatern weg, hängt mit Goths herum, prügelt sich mit marokkanischen Schlägerschlampen die härter zuschlagen als jeder Bodybuilder und schwänzt notorisch die Schule. Mutter will, dass man souverän bleibt und trotzdem früh heiratet und Kinder kriegt; Vater stellt einen riesigen Berg Erwartungsdruck vor, weil es “als Ausländer in Deutschland” nicht leicht ist.
Und ich fragte jahrelang: “Aber Papa, ich bin doch Deutsche?”
Und prinzipiell ist das auch so, immerhin sind die Eltern deutsche Staatsbürger, und immerhin besitze auch ich den deutschen Pass. Aber irgendwo, hinter dem Stapel Büchern im Regal, irgendwo da liegt auch verdreckt und verstaubt mein anderer Pass, der, der mir das Leben so schwer macht.
Ich gehe also ins Kino und schaue mir den Film von Bushido an, der jeden Filmliebhaber zum würgen bringt, und bleibe als Kind zwischen zwei Stühlen dabei hängen, frage mich: schaffen es Ausländer in Deutschland, jemals Deutsch zu sein, und wenn ja- wollen sie das dann auch?
Irgendwann hat das also geklappt, das Deutsch sein. Heute spricht mich der Dönermann nicht mehr auf türkisch an, obwohl ich “Mittlerer Osten” auf meine Stirn geschrieben habe. Keiner fragt mich nach “meiner Kultur”, wenn ich erwähne, dass meine Eltern woanders herkommen, ist das als ob ich nichts gesagt hätte. Es wird verschwiegen, weil ich eine Ausnahme zu sein scheine. Weil ich deutscher bin als alle anderen, die ich kenne, wenn wir über Klischees reden.
Meine Brüder sind Vorzeige-Kanacken, smart und charmant, aber gesellschaftlich irgendwo am Rande des Deutschen Erfolgsleitfadens. Irgendwo zwischen Loser und “sozialer Standard”, aber nicht sie selber halten sich dafür, sondern andere, Deutsche, “etablierte Menschen”, der wohlgeformte Durchschnitt- ich. Sie sind glücklich. Sie haben ihren Platz nie gesucht, sie haben ihn immer nur gefunden. Sie sind zufrieden in einer verrückten Welt zu sein, wo sie Menschen, die sie nicht respektieren, einfach ignorieren können- ohne sich anpassen zu müssen. Ich war es nicht.
Heute nennt mich meine Oma nur noch “die Deutsche”, weil ich natürlich nicht mit zwanzig geheiratet habe und weil ich von zu Hause ausgezogen bin. Sie meint es nicht böse, aber es tut weh. Ich habe irgendwann vergessen die Balance zu halten und mich unweigerlich für die bequemere Seite entschieden, meine Herkunft bis auf Oberflächliches verdrängt und es geschafft, mich genau in dieselbe Situation zu katapultieren- nur diesmal von der anderen Seite.
Ich weiß nicht, wie ich mir das selbst verzeihen soll.
Featuring: (Blog’s Not Dead) ist eine Sammelbox der Perlen aus dem Web. Wir dachten, sie wären tot, vom Bloggersterben befallen, aber sie sind hier, sie sind unter uns, man muss nur die Augen offen halten. Und so halten wir ständig Ausschau nach dem, was uns am Schreiben hält, und laden Blogger ein, zu unserer Schatzkiste beizusteuern…
Irgendwann erreicht man diese Phase im Leben, die – ich will nicht sagen, dass sie das Ende der Kindheit markiert, aber irgendeinen wichtigen Punkt markiert sie dann doch – auf jeden Fall ist es die Phase, in der die Gesellschaft auf einmal Meinungen fordert. Die Gesellschaft ist natürlich einfach nur durch den kleinen Kreis symbolisiert, den man sein Leben nennt: Schulfreunde, Lehrer, Freunde, Eltern. Und alle fordern sie auf einmal Meinungen. Und irgendwie auch immer dieselben. Als gäbe es eine Themenschablone, die den Menschen irgendwann – wenn sie erwachsen genug sind, um selbst Meinungen zu fordern und nicht mehr klein genug, um sie noch bilden zu müssen – ausgehändigt wird und eine Übersicht darüber enthält, wozu man Meinungen haben muss. Ist irgendwie voll egal, in welche Gesellschaftsschichten man guckt oder in welchem Jahrzehnt man das Ganze untersucht – gefragt sind Meinungen zu den Themen: Individualismus, Nationalsozialismus/Hitler und Eliten. Gibt natürlich dann noch andere Dinge, nach denen gefragt wird, aber das sind so die Hauptthemen meiner “Jugend” gewesen, zu denen ich oberflächliche Meinungskonstrukte gebildet habe, die eigentlich nur das wiederspiegeln, was andere mir vorgekaut haben oder ich mir irgendwo zusammengesucht habe. Individualismus ist gut, Nationalsozialismus ist schlecht, Hitler war ein Mörder und Eliten sind abgehobene Snobs, die die Gesellschaft dominieren und mich zu einem Nichts machen wollen, obwohl sie mich gar nicht kennen. Aber um euch genau diese Allgemeinplätze zu verschweigen (ihr überlest die vorherigen Zeilen also bitte), habe ich grade bei wissen.de geguckt, was das Wort “Elite” eigentlich bedeutet. Bin kein Stück weiter gekommen, aber immerhin hab ich kurz so getan, als würd ich recherchieren. Auslese, die Besten steht da nämlich. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bei “Auslese” ersteinmal an Kaffee dachte. Das aber nur am Rande. Danach dacht ich nämlich schon viel intelligenter: Auslese bedeutet doch, dass irgendwer oder irgendwas .. ausliest. Selektiert. Entscheidet, wer besser ist als X bzw. wer schlechter ist als Y. Wer macht das denn?
So ganz pauschal gesprochen könnte man jetzt sowas sagen wie: Gott entscheidet, wer wie wird. Aber dann würde man ja ins religiöse abdriften und außerdem .. Gott liebt uns doch alle, er würde doch nicht sagen, dass jemand besser ist als der andere. Also trifft hier jemand anders die Entscheidungen. Politiker können es nicht sein – die meisten haben ihren Glauben in die bunten Schweinchen da oben auf der Kanzel eh längst verloren und wenn Frau Merkel mir sagen würde, dass meine Nachbarin besser ist als ich und deshalb zur Elite gehört, dann würde ich sie müde belächeln und drauf scheißen. Entschuldigen Sie, werte Kanzlerin. Ich wähle Sie bestimmt, sollte ich je meinen Glauben in Politik zurückgewinnen und mich dazu aufraffen, wählen zu gehen – immerhin sind Sie genauso scheiße/gut wie alle anderen, die sich zur Wahl stellen. Sie werden ohnehin nie etwas ändern, von dem ich etwas mitkriege, obwohl Sie ja bestimmt zur Elite gehören. Da stehen Sie, hoch oben irgendwo im Bundestag, der Adler thront gebieterisch über ihrem schlecht frisierten Köpfchen und Sie erzählen mir was über EU-politische Maßnahmen, Haushaltskürzungen und Kindergelder, während ich hier unten in meiner kleinen Wohnung hocke, mir Sorgen mache, ob meine Miete rechtzeitig gezahlt wird und so wirklich rein gar nichts mit der EU zu schaffen habe. Aber Sie sind die Elite, Sie wissen schon, was mich interessiert, sonst würden Sie sich ja nicht die Mühe machen, sich von ihren kleinen Reden-Schreib-Dackeln irgendwas zusammenkleistern zu lassen, was Sie dann voller Inbrunst – sofern man bei Ihnen von so etwas sprechen kann – verlesen, kurz Ihr kleines Fäustchen schütteln, um anschließend wieder in den Atombunkern unterm Bundestag zu verschwinden, wo Sie dann – zusammen mit anderen Eliten-Menschen – vor dem drohenden Unheil geschützt sind.
Genug -chenisiert, über Adler und Fäustchen geschwafelt und an Kaffee gedacht. Eigentlich geht es hier um Eliten und ich weiß noch immer nicht, was das sein soll. Ich glaub ja eigentlich, dass jemand nur dann zur Elite gehören kann, wenn die Nicht-Elite daran glaubt, dass es so ist. Vielleicht ist das mein Problem. Irgendwann mit 15 hab ich mich dafür entschieden, dass ich Lenin und Marx ganz unglaublich cool finden will – war halt grade IN. Heute – mit 22 – hab ich mich dazu entschieden, dass ich niemanden mehr cool finde und mir Lenin und Marx genauso schnurz sind, wie Mao und Stalin. Trotzdem ist das kommunistische Gedankengut – haha, hört sich das nicht geil, intelligent und hochtrabend an? – irgendwie in meinem Kopf verankert geblieben, weil, sorry, mir der Grundgedanke gefällt. Der Gedanke, dass alle Menschen gleich sind, dass es keine Unterschiede, keine Klassen, keine Schichten und eben auch keine Eliten gibt. Du bist nicht mehr oder weniger wert als ich. Du bist auch nicht mehr oder weniger wert als jeder andere. Und deswegen würde ich alles für dich tun, was ich auch für mich tun würde. Leute nennen das hilfsbereit und wundern sich darüber, warum ich mich für andere aufopfere. Tu ich gar nicht. Ich behandel euch einfach nur so, wie ich mich behandel und wenn ich scheiße zu euch bin und euch mit meiner Meinung verletze: Macht euch keine Sorgen, so behandel ich mich selbst auch. Gehört aber nicht zum Thema. Worauf ich hinaus will: Ich hab keine Meinung zu Eliten. Ich weiß nichts mit dem Begriff anzufangen, weil es Niemanden gibt, der über mir steht. Es gibt auch niemanden, der unter mir steht. Wir stehen hier alle auf weiter Flur, auf einer Höhe, blicken ins Tal und sehen Blut fließen, jawoll.
Worauf ich hinaus will: Irgendwer “da oben” entscheidet darüber, elitär zu sein bzw. darüber, wer es nicht ist. Es machte nicht Plopp und die Elite ward geboren. Es machte Platsch und irgendein Idiot legte sich auf die Fresse, wobei ihm der Gedanke kam, er könne sich doch auch mal über andere erheben, statt ständig im Dreck zu landen. Er war nur irgendwer, der ein Jemand sein wollte und jetzt haben wir den Salat, kämpfen uns durch soziale Erfahrungen, die uns lehren, dass wir nicht immer gewinnen können, weil es Menschen gibt, die elitär sind, die von vorne herein dazu geboren wurden, etwas zu sein, während wir – die dumme, kleine Masse – es uns erkämpfen müssen.
ichgehschlafen. Ja, ich finde euch scheiße. Ihr mich. Wir uns. Maximal hat man ohnehin 3 beste Freunde, die einen nach der Schulzeit verlassen und sich in fremde Städte verpissen. „Ich muss Karriere machen“. Musst du nicht, halt inne, denk nach: Musst du ernsthaft nicht. Aber tun wir mal alle so als ob doch, es ist ja gut. Kein Geld ist die beste Ausrede für mehr Eigenbrödlertum. Meinetwegen, geh, schau dir die Welt an! Aber glaub mir: Ob hier, ob dort. Scheiße bleibt dein Grundwortschatz.
In der Zwischenzeit pendle ich hin und her zwischen Kollegen, Feierabendbieren, Freundschaft über Facebook und Nachtleben. Ein Bastardleben zwischen Weiterentwicklung & Betäubung. Bloß nicht zu viel mitbekommen, bloß nicht zu wenig Fortschritt. Außerdem: In deinen Stammkneipen und Stammclubs sind Leute, die du potenziell geil finden könntest. Sonst wärst du nicht dort. Es ist nicht die Musik, es sind die Leute. Darum auch kein Dorfdiscobesuch. Selbst wenn Daft Punk dort auftritt. Für Umme. Du gehst nicht hin. Und falls doch, dann als “Besserer”.
Warum bricht man eigentlich nicht in lauthalses Lachen aus? Schließlich befindet sich die (wahre) Liebe wirklich immer in deiner Stadt und in den meisten Fällen sogar noch in deinem Freundeskreis. 80 Millionen Glückspilze. Aber wer hat schon noch Freundeskreise? Dann lieber Elite-Partner. Ist ja auch bloß ein heimliches Eingeständnis. Bloß nicht am Konzept Liebe zweifeln. Oder an deinen Clubs. Gleichgesinnte treffen Gleichgesinnte. Aber selbst da: Parzellen! Der und der, cool, der und der, scheiße. Ein gesamtes System auf Abneigung als Ablenkungsmanöver. Man bleibt unter sich. Die Elite reproduziert sich selbst. Das Prekariat macht freudig mit. Wir fingen an mit Individualismus und fanden unser Heil in Zielgruppen. Hedonisten. Aber: Wir bräuchten keine Staatsgrenzen, so sehr wie wir uns nicht in Clubs reinlassen. Der Unterschied zwischen Türstehern und Gatekeepern liegt nicht im Übersetzungsproblem. Jeder hat sein Label zu tragen. Eine Konstante: “Es liegt an den anderen”. Womöglich zurecht, schließlich sind sie ja nicht umsonst die Hölle. Sartres geschlossene Gesellschaft. Ein Mosaik bestehend aus 10.000 hermetisch abgeriegelten Stückchen.
Darum grinst du auch so bescheuert, wenn du alleine auf der Straße unterwegs bist und auf unebenem Asphalt beinahe auf die Fresse fliegst und dein Gleichgewicht nur halten kannst, wenn du zwei Schritte joggst. Dann Grinsen. Könnte ja jemand gesehen haben und wie uncool, wenn du dann nicht über dich selbst lachen kannst. Damit würdest du ihm/ihr, dem Unbekannten, der absoluten Hölle, Grund für einen Lacher Schadenfreude bieten. Also lieber Grinsen. Das Nichts hat die schärfsten Augen.
Der Rest liegt sich in volltrunkenen Armen, Grobmotoriker-Patrioten. Aber nur dann, wenn man endlich auch stolz sein darf. Einmal alle vier Jahre. Schaltjahr-Patrioten. Alle sehnen sich danach, aber die Mundwinkel geben in der Zwischenzeit hilflos der Schwerkraft nach und da bringt es auch nichts, mal zur Abwechslung kein Buch zu lesen und frohen Mutes in die Runde zu schauen. Die Tristesse blickt lieblos zurück. Man kennt sich nicht, man braucht den Abstand, man braucht einen Grund, morgens aufstehen und sei es nur, um sich zu bestätigen, dass Gott uns verarscht hat: Die Hölle ist auf Erden.
Alltag auf Armlänge. Der Tod der Subkultur, vernichtet durch die Vorurteile des amorphen “Wir”. Kein Platz für Analyse bei Geschwindigkeitskontrollen. Nur, dass es jetzt eine Mindestgeschwindigkeit ist, die nicht mehr unterschritten werden darf. Da müssen Kategorien her. Ghetto + “Konkret”, “68″ + “Zecke”, “Mann” + “Anti-Emannzipation”. Ein kurzer Lacher für Wortspiele. Jeder mag die Bild. Jeder hat einen Feind. Denselben. Andersartigkeit. Irgendwann nur noch Normalität. Alle, normal. Gleich in unserem Ungleichsein, das auf Indifferenz basiert. Endlich Dystopie. Unsere Insel der Normalität, die uns währenddessen unter den Füßen wegklimakatastrophiert wird. Am Ende haben wir dann schließlich unseren Standpunkt. Und mit dem ersaufen wir. Das letzte was aus dem Wasser lugt, ist der Fickfinger. Scheiß-Eliten.
Im Internet ist es sehr leicht, schnell ein Urteil über andere Menschen zu fällen, weil sie sich virtuell auf eine bestimmte Art und Weise geben. In der Realität ist es dann aber anders: da würde ich den meisten Leuten zwar gerne eine Ohrfeige verpassen – für Sexismus, Rassismus oder was es auch heute wieder ist – aber ich nicke es mit einem traurigen Lächeln ab, “irgendwie können die nichts dafür, es ist das System”. Welchen unterschwelligen Denkfehler hinter Worten stecken, und welche Urteile wir deshalb bilden, das sind alles Themen, die mich zwar betreffen, über die ich aber nicht mein Leben lang nachdenken kann, diese Bürde überlasse ich anderen. Jeder Mensch sollte den Anspruch haben, sich nach seinen eigenen Maßstäben weiterzuentwickeln, in Sachen Charakterstärke, Bildung, Zwischenmenschlichkeit. Jeder lernt im Laufe der Zeit für sich selbst, was richtig und was falsch ist, so auch ich. Ich mache Fehler und sehe Fehler in anderen, ich werde aber niemanden verurteilen, solange ich es nicht verstehe und solange ich keine Lösung sehe. Vielleicht ist das Ignoranz. Aber so ist es halt.
Es ist nicht meine Aufgabe, Superheld zu sein. Und wenn sich Leute über offensichtlich nicht ernsthafte Themen ernsthaft echauffieren, dann mache ich mich – normalerweise – über sie lustig, in dem ich nackt auf ihren Tischen tanze und Holla die Waldfee rülpse.
So ist das in meiner eigenen kleinen, bescheidenen Welt. Und der will ich manchmal schlicht und einfach entkommen: in eine Welt, in der es einfach nur lustig ist, Kommentare zu schreiben, die sinnlos und wertlos sind. In eine Welt, wo nicht jedes Wort nach seiner Ernsthaftigkeit gemessen wird, sondern nach seinem unterhaltungswert. Ist es amüsant, sexistisch oder rassistisch zu sein? Lasst uns alle kurz die Luft anhalten: ja, manchmal ist es das. Nicht, weil die jeweilige Zielgruppe es verdient hat, dass man sich über sie lustig macht, sondern weil man konkret Vorurteile und Klischees bedient, die veraltet und surreal sind und eine Karikatur dessen, was wir in Arroganz gerne mal vorführen möchten. Die meiste Zeit machen wir uns dabei über uns und unsere eigenen Makel lustig. Ich will es anders ausdrücken: dragstripGirl.de, genauso wie alle anderen Blogs die ich davor patroullierte, erhebt keinen Anspruch auf Political Correctness für dumme Menschen. Und wenn wir ernsthafte Kolumnen schreiben wollen, machen wir ein Voluntariat bei der FAZ. Entweder man kann halt darüber lachen, weil man verstanden hat, worum es hier geht, wie es gemeint und dass The Onion keine echte Zeitung ist, oder man findet den Humor dahinter überhaupt nicht gut.
a) Trotzdem kann man uns den Humor nicht absprechen.
b) Trotzdem heisst das nicht, dass man uns – als Menschen – auf unsere Texte reduzieren könnte.
c) Trotzdem lassen wir uns gerne auf Kritik ein, und wollen versuchen, bei all dem klar zu vermitteln, dass wir absichtlich übertreiben, polarisieren und provozieren, um gewisse Reaktionen zu erhalten.
2. Shit happened
Here’s the thing: B. hat vor kurzem einen Beitrag über “lesbische Liebe” veröffentlicht und das hat, naja, ein bisschen Aufsehen auf feministisch positionierten Blogs erregt. Seht ihr, wenn es nur darum ginge: kein Problem. Wir kommen mit Kritik klar. Aber ich bin mega enttäuscht von dem, was es eigentlich war: nämlich ausschließlich Hetzerei. B wollte zwischenzeitlich den Beitrag runternehmen, dann hat er ihn passwortgeschützt, und das alles hat mich einfach echt wütend gemacht: wo sind wir denn hier? Ja, wir haben darum gebeten, dass die Posts über Bs Beitrag doch bitte runtergenommen werden. Aber nicht wegen der angeblichen Kritik, sondern weil wir keinen Bock, keine Zeit und keine Energie haben uns mit männerfeindlichen und völlig taktlosen, manchmal geradezu aggressiven und beleidigenden Kommentare & E-Mails zu beschäftigen. Dieser vemeintlich kritische Beitrag ist nun auch wieder online, samt Link zu uns. Wisst ihr was? Ich spare mir einen Link zu euch, ich brauch keine wütende Horde auf euch zu hetzen. Ihr könnt schon stolz drauf sein, dass ihr hier überhaupt eine Reaktion provoziert habt. Und das hauptsächlich, weil ich mich für euch schäme.
Aber ich bin nicht nur wütend, ich bin auch verunsichert. Weil ich nicht weiß, wie ich reagiert hätte, wenn der Beitrag irgendwo anders erschienen wäre. Weil ich nicht weiß, ob die Kritik nicht doch irgendwo Hand und Fuß hat und ich B. jetzt vielleicht selbst kritisieren muss– es nur nicht tue, weil ich ihn kenne. Und weil ich selbst darüber gelacht habe. Darüber gelacht. Als Frau. Als Frau, die durchaus für das Thema Sexismus sensibilisiert ist. Als Frau, die selbst das Kotzen bekommt, wenn irgendwelche dummen Kühe mitten auf einer Party stehen und sich gegenseitig den Rachen klären, damit sie am Ende des Abends den richtigen Macho mit nach Hause nehmen können (wobei ich als unmündiges Wesen ja nur wütend werde, weil die besten Typen ja dann weg sind. Wo ist eigentlich mein Zuhälter?).
Ja, ich sehe es ein: Der Beitrag kann voll missverstanden werden, weil er pauschalisiert und damit in ein sexistisches Licht rückt. Aber: Der Text entwertet, egal wie man es dreht und wendet, nicht den sexuellen Akt zweier Frauen. Im Text wird auch nicht behauptet, dass lesbischer Sex nur da ist, um Männerfantasien zu beglücken, sondern dass Männer manchmal Idioten sind, weil sie ihren sexuellen Fantasien so nachhängen (und da frage ich mich, aha, es ist also sexistisch, wenn man sich zwei Frauen beim Sex vorstellt, aber es ist wohl nicht sexistisch, wenn man einen Mann dafür verurteilt?).
Und jetzt ist da diese Allround-Entschuldigung: war ja nur Spaß. Und die wird natürlich nicht angenommen, weil wir wissen, dass solche Späße sich durch unsere Gesellschaft ziehen und in Generationen voller emotionaler Flachwichser enden, die Frauen wie Dreck behandeln– und nicht zu vergessen in Generationen von Frauen, die sich mit Stolz und Ehre auch wie Dreck behandeln lassen. Aber hier noch mal, damit ihr versteht, wieso diese Entschuldigung trotzdem stehen bleibt: weil wir hier keine zwölfjährigen Machos erziehen, sondern unsere Leser für intelligent genug halten, Fakt und Fiktion unterscheiden zu können. Das sind dieselben Leute, die sich kritisch mit Journalismus, Politik und Wirtschaft auseinandersetzen können. Und die, die es nicht können, die sich denken: “uhu, die sind voll sexistisch, das ist genau meine Liga”? Die wollen wir weder als Leser, noch als Kommentatoren, noch als Freunde. Und WIR können ihnen auch nicht mehr helfen.
Man, stellt euch mal vor, ihr hättet diese Kritik einfach mal anständig und ohne die Gewalt in den Wörtern geäußert– ich hätte mich darüber gefreut, und hätte entsprechend reagiert. Ich hätte mich so gerne auf eine Diskussion darüber eingelassen, wie sehr man sich mit der Kunst aus dem Fenster lehnen kann, wie dehnbar der Begriff des Humors ist und ob wir hier eine gesellschaftliche Verantwortung tragen, mit der wir umgehen müssen. Diese Diskussion führe ich stattdessen jetzt hier alleine, wütend und enttäuscht. Und wenn B. sagt, ok, lasst uns doch einfach einen Austausch führen, ich telefonier auch mit euch, ich mail euch meine Ansicht und lasse mich eines besseren belehren, aber verdammt, REDET EINFACH MIT MIR BEVOR IHR MICH SO RUNTERBUTTERT, dann wird das komplett abgeschmettert: nee, mit so einem wie dir reden wir nicht.
Ich fühle mich ja schon als Frau absolut von euch angegriffen, da frage ich mich, wie sich B. jetzt fühlt? Ein Typ, einer von sehr wenigen, der jeden Menschen, egal ob schwul, lesbisch, Mann, Frau, Furry oder Australier, in erster Linie als Mensch sieht, und nicht aufhören kann, das in jeder Situation des Lebens zu zeigen und zu betonen?
Ja, stimmt, woher sollt ihr das wissen? Ihr kennt ihn ja nicht. Und trotzdem habt ihr ihn eingehend als schlechten, sexistischen Typen beschrieben, weil er sich einmal über seine eigenen idiotischen Gedanken lustig gemacht hat, weil er ausgesprochen hat, was viele Typen denken und auch DAS als idiotisch darstellen konnte (und im Prinzip damit auf der Seite einer jeden Frau steht, die sich davon angegriffen oder beleidigt fühlen könnte).
3. Yeah, whatever
Also, wir fassen zusammen: ja, man konnte den Beitrag falsch verstehen. Und der Beitrag liefert genug Munition, um kritisiert zu werden. Ich kann aber nur nochmal betonen: das wurde er nicht. Er wurde nicht kritisiert. Es wurde einfach damit abgehakt, dass man sagte, ok, der B, der muss Sexist sein, und das ist ja abartig.
Merkt ihr was? Merkt ihr, dass ihr gerade etwas kritisiert, was ihr selbst nicht besser macht? Ihr verurteilt UNSERE Verurteilung auf derselben non-basis, mit dem selben Fehler, den wir angeblich gemacht haben! Und der wesentliche Unterschied? EURE Plattformen, Magazine, Blogs, whatever, HABEN TATSÄCHLICH DEN ANSPRUCH ERNST GENOMMEN ZU WERDEN.
… können wir das kurz einsacken lassen, ja? Wir haben mit dragstripGirl.de einen Blog aufgezogen, der manchmal ernste, manchmal intelligente, manchmal saudumme und meistens einfach völlig belanglose Themen behandelt, aber niemals, kein einziges Mal haben wir den Anspruch erhoben ernst genommen zu werden. Wir haben uns diese Verantwortung NIEMALS aufgebürgt, niemals. Aber ihr bezeichnet euch als Informanten, als starke, intelligente Frauen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen und sich Moral auf die Fahne geschrieben haben. Ihr habt ganz andere Leser als wir, und ihr werdet auch ganz anders wahrgenommen. Das ist auch verdammt gut so, und wir wollen euch eure Autorität da keinesfalls absprechen.
Ich habe nichts dagegen, wenn man uns scheisse findet, dass ist das gute Recht eines jeden. Ich lasse da auch gerne mit mir reden, und wenn ich merke, okay, ich habe hier meine eigenen Prinzipien über Bord geworfen und einen Fehler gemacht, dann stehe ich auch dazu und versuche das zu korrigieren. Zum Beitrag selbst kann ich nur nochmals betonen: ja, kritikwürdig. Nein, er wurde nicht angemessen kritisiert. Aber: Wisst ihr, was hier für Hatemail und obszöne Kommentare angekommen sind? Und ihr beschwert euch über UNSERE Kommentatoren? Nein, das hat nichts mit Zensur zu tun, das hat was mit einer gewissen Etikette zu tun, und ich lasse mich von niemandem beleidigen oder anschreien, der nicht verstanden hat, worum es geht.
Ich bin eine kleine Trendhure in Sachen Musik und Style, das wissen wir ja alle. Ich rede nur über Sex und kann härter Fluchen als die Atzen um 9 Uhr am Kiosk, die gerade ihr sechstes Sonntagsbier und die dritte Currywurst verdauen. Die Leute sagen “S, du bist viel zu hart und viel zu cool für diese Welt!”, und ich sage “Yeaaaah!”
Deshalb war ich auch eine der ersten, die einfach mal steil zum Major Lazor Video zu “Pon De Floor” abgegangen ist. Es erschien mir ziemlich zerstört/verrückt, dieses Dry Humping, dass da abging. Schwarze Hipsterboys und ihre dicken Trullas in grotesken Farben und ziemlich eindeutigen Pumpstellungen… kurzgesagt, ich hatte mein Seelenheil gefunden und wollte in diese Traumwelt reisen. Mein ganz persönliches Eldorado.
Natürlich steckt und meinen muskolösen, behaarten Armen und den Kotletten im Gesicht noch ein bisschen Menschenverstand, und ich sehe ein, dass das Video zwar verrückt und cool, aber in allen Dingen sehr weit von der Realität entfernt ist. Vor allem dieser beknackte Geschlechtsverkehr-2step.
Denkste, S. Denkste.
Denn heute habe ich ein weiteres Video entdeckt. Keine grellen Farben, keine steilen Beats, aber Hipsterboys und ihre fetten Trullas, die “Trockensex” auf ein ganz neues Level bringen. Von Kulturschock kann hier nicht die Rede sein, ich wurde in eine andere Dimension katapultiert. Fuck it, ich geh und gründe meine eigene verdammte Spezies!
Daggering nennt es sich, kommt irgendwo aus der Ecke DomRep, das europäische Touristenloch für alle, die keinen Bock mehr auf Thailand haben. Plötzlich ist mein Traum vom FKK-Tanz kein Traum mehr, und ich dafür leicht angeekelt. Verdammt, haben die im Bett danach genauso viel Spaß? Wieso überspringen sie diesen Volkssport nicht direkt, um in die Kiste zu springen?! WIESO HABEN ALLE MEHR SPASS ALS ICH!
Genug des Amusements. Ich bin entsetzt, erschüttert, wahrlich schockiert. Vor allem, weil die Response auf solche Trends ja doch eher.. hart ist. Ich sage nur: Kinder machen gerne nach, was sie sehen (Geht das eigentlich jetzt als Kinderporno durch? Kriege ich jetzt auch so ein hübsches Stoppschild?) Manchmal werden sie dazu auch animiert. Ob es einen Unterschied macht, wenn ihr ihnen sowieso Krieg spielen beibringen? Ich meine, keiner denkt darüber nach wenn ein Kid mit seinem Finger auf jemanden zeigt und “Bäm!” ruft. Trotzdem, irgendwie kann ich das mit meinen progressiven und lockeren Erziehungsmaßstäben, die ich sorgfältig für meinen eigenen Wurf vorbereitet habe, nicht vereinen, und hoffe dass ich bis dahin einfach noch mehr Toleranz für fortschrittliche Tanzkulturen einräumen kann. Not.
Ich gehe jetzt zurück zu meinem Salsa Kurs, wo ich mich immerhin mit Ü-40 Single Typen wie Michael und Uwe beschäftigen kann, die kaum noch Haare auf dem Kopf haben, grundsätzlich gegen den Takt arbeiten und mich mit ihren schweißigen Händen betatschen. Yeah.