GIRLS

“GIRLS” ist eine TV-Komödie für weiße Menschen die aus einer weißen Mittelklasse kommen. Sie dreht sich nicht um alle Mädchen dieser Welt (sondern nur um einige Patienten aus New York) und zeigt eben nicht – auf revolutionäre Art und Weise – erwachsen gewordene Emanzipation und starke Frauen, sondern letztlich genau das Gegenteil davon, eingekleidet in Hyperbeln. Für Amerikaner mag das tatsächlich einer Revolution entsprechen eine unschick aussehende Protagonistin mit all ihren kleinen Speckfältchen und ihren Geschmacksverirrungen zu zeigen. Aber diese Frau als Arschloch, als völlig verblendete, überhobene, total bescheuerte Frau darzustellen ist ein Problem.

Produzentin und Schauspielerin Lena Dunham ist eine talentierte Frau. Ihr eigener Anspruch – wie sie ja selber sagte – war es, ihr Leben autobiografisch in einer humorvollen Reproduktion für die ganze Welt wieder zu geben. Damit habe ich kein Problem. Ich habe auch kein Problem damit, dass nicht eine Bandbreite an Frauen gezeigt wird, sondern eben nur die Priviligierten. Ich rege mich zwar darüber auf, dass gängige “Hipster” Klischees (der Kokain-Trip, der schwule Freund, der gefühlslose Sex, die Geschmacksverirrungen, das Künstlerdasein, yadda yadda) nicht nur aufgegriffen sondern regelrecht dem Zuschauer eingepfercht werden, aber das trägt seinen Teil zum Humor der Sendung bei.

HANNAH

Typisch 21. Jahrhundert: bloß nicht mit den Protagonisten sympathisieren. Bei dem Versuch, alles und jeden so realistisch und ehrlich wie möglich darzustellen, mit jedem Fehler und jeder noch so kleinen Gesichtsfurche, ergibt sich im Prinzip das Äquivalent zur Reality-TV Show, so maskiert und eingehüllt in vermeintlicher Fiktion, dass man sich aber auch intellektuell gesehen nicht schlecht fühlen muss ein Fan von GIRLS zu sein. Ganz besonders dann, wenn man selbst ein “GIRL” ist, am besten eines wie Hannah – zwar nicht den optischen Ansprüchen entsprechend, aber festgebissen und stark und selbstbewusst. Aber ist das so? Will man sich mit Hannah gleichsetzen – oder doch lieber mit den anderen GIRLS der Serie, die die ganze “Revolution” von Hannahs Charakter wieder so weit relativieren, dass sie schließlich irgendwo in Nicht-Bedeutung endet?

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February 13th, 2013 Posted in (Pop)Kultur | 4 Comments »

Low Leaf – 1×2 Gästeliste zu gewinnen

Endlich sind auch die Perlen im Hip Hop Buisness angekommen. Da nicht mehr nur eine dominierende Alte, wie es mal Missy Elliot war, den Platz für den Rest versperrt, gibt es zudem auch noch eine breite stilistische Auswahl, sozusagen für jeden was dabei: Azealia Banks, Iggy Azalea, Angel Haze, Nitty Scotty, Schwesta Eva… das Spektrum der Eierstöcke ist im letzten Jahr quasi explodiert.

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November 14th, 2012 Posted in Berlin, Musik | 3 Comments »

Angel Haze

Was macht Azealia Banks da eigentlich den ganzen Tag? Die tötet meine Ohren mit ihren furchtbaren Beats. Nicht jeder kann so subtil wie Diplo mit diesen nervtötenden Geräuschen umgehen, Mädchen. Du kannst rappen wie eine Königin, aber wenn du weiterhin so eine Massenepilepsie produzieren willst wird aus dir nur der nervende Werbe-Trailer in Spotify-Basis Accounts. Das Aquababe Mixtape ist die Ausgeburt der Hölle.

Und weil die Götter diese Leere in meiner Seele nachempfinden konnten, schickten sie mir Angel Haze. Ähnlich wie Nitty Scotty damals kommt die Frau mit einem smoothen Empfinden dafür, was zu viel und was zu wenig ist. Ihr Flow hat Substanz und verspricht, dass da noch einiges kommen wird. Ich feier sie noch nicht so hart wie Iggy Azalea (DEREN GEBURTSNAME AMETHYST IST. AMETHYST!), die macht immerhin Trap und ist weiß, das ist in etwa so, als würde sich einer der meist gefeierten Sänger und Rapper des Games als mindestens bisexuell outen.

Und weil der moderne Mann auch im Rap-Game angekommen ist, erfreut sich unsere Gesellschaft jetzt über einen massenhaften Wirbelsturm von Frauen, Kindern, und Nicht-Heteros im Rap-Business. Also all das, was Nicki Minaj schon in einer Person darstellt. Whatever. Hört Angel Haze zu. Die ist der Wahnsinn.

Angel Haze – Voice EP

July 16th, 2012 Posted in Musik | Comments Off

Forever <36

Ich stehe auf diese Mädchen und ihre Sommer-Songs. Auch die Prinzessin vom Block muss mal ihren Schlagring zur Seite legen und einen Mopswelpen streicheln und dabei ein bisschen weinen. Der Move: wenn man es zulässt, werden die doofen Phasen kürzer und die guten wieder intensiver. Dann macht das Spucken in hässliche Gesichter dummer Menschen auch endlich wieder Spaß.

June 12th, 2012 Posted in Musik | 1 Comment »

On My Level

Ich mache es mir zur Lebensaufgabe alle Videos gut zu finden, die nicht von der GEMA-YouTube-Affäre behindert werden.

August 2nd, 2011 Posted in Musik | 1 Comment »