Lupe Fiasco – I’m Beaming

Veröffentlicht April 30, 2010

In dieser Musikwoche bisher: schmieriger Rock aus Australien, Country Pop aus den 90ern und ein Genozid an Rothaarigen. Um nahtlos an dieses stringente Bild anzuknüpfen kommen wir nun zu meinem derzeitigen Lieblingsgenre, dem Hipster Hop, dem Fashion Rap, dem High Top Talk. Nach Skateboard P und K-West im Genre gab es ja erstmal ein Loch von nichts und dann plötzlich viele junge Legenden, namentlich Kid Cudi, Drake und mein absoluter Favorit, Lupe Fiasco.

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Hipster Hop

Veröffentlicht February 9, 2010

Wir befinden uns im Jahre 2010. Millionen von Kids verblöden sabbernd auf den Sofas ihrer Wohnzimmer vor ihren Fernsehern; es laufen Datingshows auf MTV und voyeuristische Trash-Reportagen über die soziale Unterschicht auf Pro 7. Schule ist schon lange aus, Mutti bügelt die Wäsche. Tick. Tock.

Wir sind medial und vor allem musikalisch stecken geblieben, so war zumindest das Gefühl — bis dann plötzlich etwas aus der “elitären” Hipster-Szene entsteht, dass zumindest die virtuelle Generation ein bisschen wachrüttelt: eine Mischung aus Rapmusik mit Qualität, die sich von genrefremden Einflüssen inspirieren lässt. Kann es sein? Ist es so weit? Entwickelt sich auch Sprechgesang jetzt endlich weiter?

Kid Cudi

Es könnte tatsächlich die Zeit gekommen sein. Introducing Hipster Hop: endlich nicht mehr für Hip Hop schämen müssen. Pharrell machte den Anfang als konsequenter Superproduzent, indem er Elemente aus Fashion, Indie und Rap zu einem unkonventionellen Stück Kunst verwandelt, und das fast immer, wenn er an einem Projekt beteiligt ist. Aber Skateboard-P hat fette Unterstützung im Nacken- im Netz entwickelt sich dagegen gerade etwas, dass keine große Unterstützung braucht, um hochzukochen.

Es ist wichtig, Genres jenseits der Stereotypen und endlose Listen von Klischees, über die sie bekannt geworden sind zu erweitern. Hip Hops klimatische Abwandlung und der Attitude-Shift, der damit einher geht, ist definitiv gesund – Künstler agieren aus dem Underground heraus und würfeln Möglichkeiten zusammen, die tatsächlich auch im Mainstream ankommen. Sie hören nebenbei einen Mix über Last.FM während sie party poker spielen und lassen sich von den medialen Weiten inspirieren. Es ist eine interessante Zeit für den Hip Hop und diese Genre-Mixe, sowohl für Produzenten als auch für Künstler.

Mixtapes im ursprünglichen Sinne sind wieder angesagt, es gibt keine Namen im Biz wenn der Flow nicht stimmt, es wird gedroppt und gesaugt in ehrenhafter Low-Budget Produktion, “Living The Dream”: so haben Hipster Hop Vorreiter KiD CuDi und mein persönlicher Favourite, Lupe Fiasco, den größten Teil ihres Fames und schließlich einen Deal gewonnen ((offiziell bezieht sich Hipster Hop ausschließlich auf die Musik, also Rap mit vielen Synth-Einlagen und Typen, die eben wie Hipster aussehen und nicht wie Rapper– für mich ist der Begriff etwas weitläufiger, eher ein “Alternative Rap” Synonym, dass eben in der Ära der Hipster entstanden ist)). Poser und Flasher? Shit yeah, das hat echter Rap so in sich, aber nein, kein Ghetto, keine Waffen, und wenn es um Drogen geht– die haben ehrlich gesagt noch in keinem Genre gestört. Eine Revolution, die sich vielleicht auch im Mainstream durchsetzen wird (wenn es nicht bereits schon so ist–  wer weiß schon noch, was Mainstream ist und was nicht, selbst MTV ist tot. Und ob das gut oder schlecht ist, lasse ich mal so stehen).

Hipster Hop ist gut, weil er der Sprechgesangsfanseele gut tut. Nicht nur, weil er sich vor allem elektronischer Elemente bedient und damit den Inzest in der ganzen Branche bricht (man hat sich ja gefühlt wie bei den Amish im Hip Hop), sondern weil er es erlaubt, “Multikulti” eine ganz neue Bedeutung zu verpassen.

Ich will es so ausdrücken: Hipster Hop ist Symbolbild für eine Wandlung, die sich langsam aber sicher eingeschlichen hat- sicher, keine große Überraschung, kennen wir schon seit dem Erfolg der Arctic Monkeys, das Erbe des Internets ist auch gleichzeitig der Aufstieg der Underdogs. Es gibt keine zentrale Anlaufsstelle mehr für die Verteilung von guter Musik, es sind die Votes der Menschen, die zählen.

Aber ich glaube einfach nicht daran, dass es nur daran liegt. Ich glaube, das Internet liefert die Distributionsmittel und die Möglichkeit der Änderungen, eine Voraussetzung, aber das führt nicht zum zwanghaften Wandel. Man könnte sich weiterhin zurücklehnen und die Medien spielen lassen, doch stattdessen findet man sich in einer Welt voller no-name, no-show Mixtapes wieder, ein Wunderland der Auswahl. Plötzlich findet man sich selbst an einem Mikrofon, will Wellen der Begeisterung auslösen und das schöne ist: man weiß, dass man es kann.

Plötzlich können auch mittelbürgerliche KiDs aus Oklahoma ihre Kunst herausposaunen, herauspoesieren- und eine Fanbase finden. Buenos Aires. Bangkok. Berlin.

Ich glaube fest daran, dass nach all dem Überfluss an stupidem Bullshit, der aus allen Genitalen dieser Welt herausfließt, die Qualität am Ende überleben wird. Weil es nicht anders geht. Das hier ist nicht Idiocracy. Wenn wir uns an Verdummung und Monotonie vollgefressen haben, und wenn wir nur noch mit unzureichender Kulturzufuhr vor uns hinvegetieren, wird sich etwas ändern. Dafür sorg ich schon. Ich und meine Shotgun.

Es kommen Mixtapes, netzweite Distributionsmöglichkeiten und schließlich: die Befreiung. Hipster Hop.

Eigentlich wollte ich nur auf “How To Make It in America” hinweisen, einer neuen HBO-Produktion von Mark Wahlberg, in der KiD CuDi die Hauptrolle spielen soll. HBO + Mark Wahlberg = Entourage, wie ihr sicherlich wisst. Es kann also nur gut sein. Kann man sich bestimmt auch jetzt schon in der BRD anschauen, ich gebe mich vorerst noch mit dem dazugehörigen Mixtape von Kid & DJ Green Lantern zufrieden, eine der besten Compilations, die ich seit langem gehört habe.

Der wohl schönste Track aus dem Tape ist der Titeltrack der Serie selbst, “I Need A Dollar” von Aloe Blacc. Unfassbar, endlich wieder gute Musik. Check it Out:

05 I Need A Dollar

Download: Mixtape How To Make It In America

 
 

Mike Posner

Veröffentlicht December 9, 2009

Ich bin ja ein bisschen stolz darauf, anscheinend die einzige “Frau” ((die Anführungszeichen stehen nicht für den Zweifel an meiner Weiblichkeit, sondern für meinen Hass an das Wort “Frau”)) im deutschen Internet zu sein (weil, wer “deutsches Internet” sagt, muss auch “rechtsfreier Raum” sagen!), die auf wahllosen, frauenfeindlichen, amerikanischen Ghetto-Rap steht.

Posner

Daher möchte ich euch Mike Posner vorstellen, auch bekannt als der Typ mit der Raspelstimme, der sich immer die lustigsten Rapper schnappt und sie auf seine Mixtapes verbannt. Ok, es ist kein Ghetto Rap, es ist Hipster Hop, aber trotzdem: Ich liebe Mike Posner. Und ihr kennt ihn bestimmt, diese Stimme wird man ja dann auch nicht mehr los, sobald sie einmal erklungen ist. Eigentlich ist das ja jetzt auch noch nicht mal richtiger Hipster Hop; jedenfalls nicht das, was er persönlich macht.  Es hat vielmehr etwas von der Snap!-/La Bouche-Ära, wo ein Pop-Beat aufgelegt wird, irgendeine Muschi im Vordergrund energisch rumstöhnt und nach 2 Minuten ein Schwarzer mit Sprechgesang loslegt. Aus dem Grund ist Mike Posner auch sehr Anti-Rap-freundlich. Für die Metal-Fans unter uns, sozusagen.

Die Mixtapes gibt’s umsonst, die Tracks sind der Hammer ((kennt ihr dieses Gefühl: ihr wollt euren Freunden euren Lieblingsfilm oder eure Lieblingsband vorführen, und ihr seid so überzeugt davon, und habt irgendwie schon wochenlang davon geschwärmt, und alle freuen sich drauf, weil der Enthusiasmus so groß war, und während ihr es vorspielt merkt ihr, dass die das gar nicht gut finden und euch für den letzten Vollidioten halten? Ja, so geht’s mir meistens.)). Meine persönlichen Faves gibt’s mal als Kostprobe:

Aus “A Matter Of Time“:

a-matter-of-time

Mike Posner & The Brain Trust – Smoke & Drive Remix ft. Big Sean, Donnis & Jackie Chain

Smoke & Drive

Mike Posner & The Brain Trust – Cooler Than Me ft. Big Sean

Cooler Than Me

Mike Posner & The Brain Trust - Drug Dealer Girl

Drug Dealer Girl

Aus “One Foot Out the Door“:

one-foot-out-the-door

Mike Posner – I Don’t Trust Myself

I Don’t Trust Myself

Mike Posner – Mirror’s Edge ft. Bun B, GLC & XV

Mirror’s Edge ft. Bun B, GLC, and

Mike Posner · Kategorien: Musik · 5 Kommentare
 
 

Favourite Tracks #2

Veröffentlicht October 3, 2009

Es ist mal wieder Zeit für eine gesunde Portion Ohrwürmer, oder wie ich sie gerne nenne: Verdammt fette Beats, die ihr wie immer verpasst habt. Man merkt anhand der aktuellen Auswahl vor allem zwei Dinge: Gossip Girl ist wieder auf Sendung, und ich höre zur Zeit gerne eine ganz seltsame Abwandlung der Rap-Musik: Hipster Hop (gebrandet von Kanye West, hat weniger mit Sprechgesang als mit einem sicken Bass zu tun)! Aber genug der Worte, legen wir los… ((Übrigens, bei der Abmahnwelle in der deutschen Blogosphäre zur Zeit möchte ich mich nicht der Unsittlichkeiten strafbar machen, weshalb es diesmal keine Direktlinks gibt… dafür aber einige tolle Blogbeiträge, die von den Künstlern handeln. Hust Hust)).

Kid Cudi

Little Dragon – Blinking Pigs Passend zur Schweinegrippe gab’s jetzt den Titel Blinking Pigs von Little Dragon, einer großartigen Band aus Schweden (und ich meine, woher auch sonst), die ganz sanfte elektronische Musik mit Vocals fabriziert.

Spank Rock – Loose (ft. Amanda Blank) Heilige Scheisse, wie konnte ich diesen Track nur bisher übersehen? Danke Sven für den Tipp vom letzten Mixtape. Ernsthaft. Hört euch den Beat an. Und guckt euch das trashige, von Lapdance kopierte  NSFW-Video an. Mit Amanda fucking Blank auf der Schüssel. Holy Camoly. A++, would fuck again.

Kid Cudi – Up Up & Away (The Wake & Bake Song) Ach, ich liebe Kud Cudi ja. Dieser Mann hat so viel Charme und eine unglaublich beruhigende Stimme. Up Up & Away ist ein Song, den sogar meine Oma gut fände, auch wenn da das Wort “motherfucker” erwähnt wird. Der Mann kann gute Laune machen. Das lang erwartete Album, Man On The Moon, ist mittlerweile auch erschienen und ein Must-Have 2009. Kaufen: Man On The Moon: The End Of Day [Explicit] (Affiliate Link)

Jay-Z – Off That (ft. Drake) … wahrscheinlich nicht der beste Song auf dem neuen Album, The Blueprint III, das ungefähr zeitgleich mit Kid Cudi’s Platte erschienen ist, aber der einzige, der mir von Anfang an ins Ohr gegangen ist. Das liegt wohl auch an Drake, den ich seit seiner Collabo mit Lykke Li ziemlich sympathisch finde. The Blueprint 3 [Explicit] kaufen (Affiliate Link)

Big Boi – Fo Yo Sorrows (ft. Too Short & George Clinton) Eigentlich steh ich nur auf die Hook. Ich kann mir diesen Typen so gut beim Grinsen vorstellen. Außerdem: ein weiterer Strich auf der Hipster Hop Liste. Und wer steht bitte schön nicht auf Big Boi und Too Short?

Fo Those Who Think Life Is Unfair Cause I Blow My Smoke In The Air
As If No One Is Standing There Then I’ll Roll One Tonight Fo Yo Sorrows
In My Chair As I Sit Back Smiling From Ear To Ear
With A Fistful Of Your Girlfriends Hair
Yeah She’ll Blow One Tonight Fo Yo Sorrows

The Smiths – There Is A Light That Never Goes Out Dieser Track schafft es alle paar Wochen mal wieder in meine Playlist, wieso auch immer. Einer der besten Songs aller Zeiten, und seltsamerweise kennen den auf einmal so viele Leute. Früher wurde ich immer mit Tomaten beschmissen wenn ich mit “so komischer Musik” ankam. Naja, aber alles wird ja besser im Retro-Chique der Hauptstadt, wa.

Just Jack – Embers Das Intro ist so ziemlich das abgefahrenste, was man sich vorstellen kann. Vor allem, weil so schön nach Gossip Girl und reichen Gören schreit, dass ich mich ein bisschen im Schrank verstecken will. Dabei finde ich Just Jack selbst so richtig schlecht. Aber sowas passiert halt, wenn man Bilder dabei im Kopf hat.

The Smiths

Owl City – Fireflies Death Cab For Cutie in Guter Laune.

Miike Snow – Animals & Miike Snow – Plastic Jungle Ich könnte mich so auf Anhieb gar nicht für das bessere Lied entscheiden, aber hier haben die Schweden wieder eindeutig die Playlist gewonnen. Wieso ist das so? Wieso können die alles besser als der Rest der Welt? Wieso steh ich so darauf? All diese Fragen…

I escaped through a keyhole before they erased me
I married the beetle and learned to be graceful
It’s why all this warfare pours out of my eyes.

Los Campesinos! – The Sea Is A Good Place To Think Of The Future Gänsehaut-Mukke, mein armes Herz musste so leiden hinter dieser unglaublich nervenzerfetzenden Story. Egal wie unspektakulär das sein mag, und wie viele Leute jetzt “Pop!!” schreien werden, aber ich hab keinen Bock auf die elitäre Scheisse, ich steh auf sowas.

Calypso – Casually Sad Mercedes Guter, alter Queens Of The Stone Age mäßiger Teenage-Rock über, wer hätte es gedacht, Teenager. Ich möchte bei diesem Song die Luftgitarre rausholen und meine zerfetzten Jeans anziehen.

Blakroc – Hoochie Coo Was sich erstmal wie eine weitere Hip Hop Absonderung der Amerikaner anhört, ist beim zweiten Blick ein zeitloser Synergieeffekt. Blakroc soll nämlich ein LP Projekt von The Black Keys (schmacht) und diversen Hip Hop Artists werden. Auf diesem Track kann man schon mal Mos Def und Jim Jones bewundern, und ich geh dann mal den Track auf die Playlist für meinen Absturz in die Drogenwelt setzen.

Calypso

The Rapture – No Sex For Ben Erstens ist der Track gut, weil er von The Rapture ist, und zweitens ist der Track gut, weil mein australischer Mitbewohner Ben auch keinen Sex hat, weil er so viel arbeiten muss.

Kings Of Convenience – I Don’t Know What I Can Save You From (Röyksopp Remix) Ach, schon wieder Ikea. Ich gebe auf, ich geh jetzt sterben, so viel Kunst kann doch nicht in so kalten Gegenden entstehen!

I tried so hard to follow,
but didn’t catch a half of what had gone wrong,
said “I don’t know what I can save you from.

AA Bondy – I Can See The Pines Are Dancing Perfekter Song für den Herbststart, obwohl es sich für mich gerade eher anfühlt wie nuklearer Winter. Ernsthaft jetzt, am einen Tag Sonne, T-Shirt und Eis essen, am nächsten Tag fette Jacke und Mundfrost. Scheisse man. Aber der Song ist trotzdem wunderschön.

Miike Snow – Burial (Benny Blanco Remix ft. Neon Hitch) Schöner Bass, schöner Beat, schön zum chillen. Thumbs Up, obwohl ich kein großer Remix-Fan bin.

… boah das hat jetzt schon wieder viel zu lange gedauert, und eigentlich gibt’s noch ein paar Millionen Songs. Ich glaube, ich brauche einen Co-Autor. Hmpf.

Favourite Tracks #2 · Kategorien: Musik · Comments Off
 
 
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