"Girl gone wide."


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Kreuzberg 61, “Oh Boy” hat noch nicht mal Anlauf genommen. Das Publikum ist jetzt schon völlig außer Rand und Band. Das ist kein sehr eleganter Ausdruck, aber weil er so deutsch und unbeholfen klingt, passt es perfekt zu den geernteten Lachern im ausgebuchten Kino. Von nihilistischer, überlegener Coolness keine Spur – dabei regen die Dialoge maximal zum Schmunzeln an. In diesem Kino rasten die Leute aus. Als stünde Helge Schneider höchstpersönlich auf der Bühne. Vielleicht hängt dieser explosiver Enthusiamus mit dem Humor des Filmes zusammen.

Vorsichtig werden die Seltsamkeit des Alltags ohne Superhelden und die deutsche Sachlichkeit der Gefühle mit ihren Grenzen konfrontiert und in Leichtigkeit gehüllt. Übertriebene, aber unspektakuläre Situationen sind zu liebevollen, wenn auch berechenbaren Szenen komponiert. Die Nähe dieser scheinbar gar-nicht-so-lustigen Lustigkeit zum deutschen Publikum fasziniert bei dieser Vorstellung wohl am meisten. Natürlich handelt es sich hier auch um ein Berliner Publikum – dankbar auch für die Stereotypen, die selbst bei scheinbar so viel Anspruch an die eigene Stadt noch ziehen können.

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by yeahs in (Pop)Kultur Berlin


Ich finde ja, dass man bestimmte Stereotypen fälschlicherweise abhängig von der Rasse gemacht hat. Nicht, weil die Stereotypen selbst keinen auf Wahrheit tragen, sondern weil Rasse damit nichts zu tun hat- es ist eher der Outkast-Kulturkreis. Dort die Schwarzen, hier die Araber und Türken. Dieses Migrantending, welches dann seine eigene Kultur-in-der-Kultur (Ebonics, Deutschtürk – Kool Aid, Döner) entwickelt und zufälligerweise immer so ein bisschen den cooleren, ungezwungeren Eindruck macht.

Vielleicht mach ich das eines Tages mal professionell mit solchen hahnebüchigen Aussagen, Stereotypen-Studies nennt sich das dann. Ich bin dann immer die Expertin im Fernsehen, die die Schlagzeilen aus der Gala abnickt und erklärt, wieso welche Prinzessin aus dieser und jener Steueroase jetzt schon wieder dies und das gemacht hat. Moment, ist das ein anderer Job? Egal.

Was ich eigentlich sagen wollte: “White Whine“, mein neuer/alter Lieblingsblog, könnte auch “German Whines” oder “Der Grund, warum keiner die Deutschen mag” heißen. Ich zähle mich in diesem Fall übrigens als Deutsche, niemand kann so herrlich Jammern wie ich, wirklich. Gut, dass meine arabischen Eltern mich da immer ganz schnell zurechtrücken. “Iih, das sieht aber nicht sehr gesund aus.” “FRISS DAS SONST HEIRATEST DU EINEN HÄSSLICHEN HAARIGEN ÖLSCHEICH!!!” “Mhm schmeckt das gut!!!!”

Hier meine Lieblings-Weinereien:

  • I totally want the Ralph Lauren stuff that Team USA is outfitted in, but $400 for a shawl-neck cardigan sans cashmere? Please.
  • Um, pretty sure I said half sweet potato fries, half regular fries, not two-thirds sweet potato fries.
  • I’ve got so many different things going on in my life, I’ve run out of colors for gmail labels.
  • A little cut on my thumb is causing me tremendous pain when I try to use the trackball on my Blackberry.
  • I really need new music. I have 350 GB of nothing to listen to.
  • Sufjan Steven’s quirky song titles are stretching out my last.fm charts!
  • How come no one ever “likes” my blog posts in Google Reader?
  • this charmin ultra-soft mega roll of toilet paper does not fit in my toilet paper holder.

by yeahs in Ohne Worte


Die Leute kommen und sagen “S, du füllst deinen Kopf nur mit Scheisse”, und ich sage: Yo, hat sich also nichts geändert in meiner Welt! Ein Ed Hardy Fachidiot, ein oberflächlicher Weiberheld ohne nennenswerte Talente, ein kleinwüchsiger Besserwisser, ein kiffender Fatboy, ein größenwahnsinniger Egomane und ein schwules Prinzesschen mit Migrantenhintergrund.

Entourage

Ah, es lebe meine Lieblingsserie. Fetter Hip Hop Soundtrack, leichte Tussis und ein wirklich liebloses Abbild der Hollywood-Szene. Ist aber nicht schlimm, angeblich geht es hier nämlich um Männerfreundschaften. Und weil es sich hier um amerikanisches Fernsehen handelt, ist die härteste Droge, die in der Show vorkommt, Gras. Die Reichen und Schönen würden ja auch niemals direkt vom Kilo ziehen. Niemals.

Aber es geht gar nicht um den Aston Martin, das dicke Haus oder den Beziehungsstress der Hauptdarsteller. Nein. Es geht darum, dass ich auf Turtle abfahre und damit gleichzeitig zugebe, dass ich noch nicht mal mehr in meinen Vorstellungen hohe Ansprüche an Typen stelle. Es geht um Ari Gold,  dem bösen Dr. Cox.  Ari Gold, Father I’d Like To.. Meet. And shake hands with. Und so. Gott, ist diese Serie gut.

Ari Gold Quote

Anyway: ich habe es mal wieder geschafft, trotz meiner drölfmillionen-Stunden-Woche sechs Staffeln in zwei Monaten aufzusaugen. Entsprechend niedrig sind also meine sozialen Interaktionen ausgefallen. Über meine Abwesenheit hat sich keiner beschwert. Zeit, dass ich mir mal wieder die Unterarme aufritze.

Mit dem bisherigen Ende von Entourage ist bei mir mal wieder ein Time-Slot mehr freigeworden (und nein, ich setze keine Hoffnung mehr in meinen sozialen Status, bis das antarktische Klima  nachlässt und die Berliner Straßen wieder auftauen werde ich nur noch das Haus verlassen, um hässlichen Kindern die Asia-Nudeln wegzunehmen), und ich bin noch unsicher, wie dieser gefüllt werden soll. Ich warte auf eure Vorschläge. Eigentlich warte ich nur auf seine Vorschläge, der Rest macht ja nie mit.

Karamellbonbons, gehäkelte Topflappen, Nachttöpfe und immer dieses Bild von Leichenschauhaus hinter den Glasaugen: Senioren sind die stärksten Horror-Motive, die ich mir in meiner jungen Welt vorstellen kann. Zombies, Wolfmenschen, Aliens, Psychokiller – anytime. Aber sobald da so ein Hans Maulwurf um die Ecke schneckt und sich in Zeitlupe die Karamellbonbon-Überreste aus dem Gebiss pult geht mir das Arschwasser wie beim besten Thriller nicht ((diese völlig politisch unkorrekten Aussagen stemmen aus meiner eigenen, überwältigenden Angst, eines Tages alt und zittrig zu sein.))

Hans Maulwurf

Aber es kann auch Vorteile haben, zum Gammelfleisch zu gehören. Erstens kann man sich ganz legal den ganzen Tag irgendwelche Pillen schmeissen um besser drauf (oder überhaupt auch nur irgendwie drauf) zu sein, und zweitens hat man eine ganze Ladung alter Wörter, die keiner mehr kennt und einen immer an die großartigen Zeiten erinnern, die man mit Omma und Oppa hatte. Oder vielleicht finde ich das auch nur so toll, weil ich diese Zeiten ausgerechnet nicht hatte, da meine Großeltern fernab von Deutschland geboren sind. Egal.

Jedenfalls bildet die Sprache unserer Seniors eine Art eigenen Rentner-Slang, den ich großartig finde. Die regen sich über die Jugend von heute auf? Die sollten sich mal selbst hören, mit ihrem Muckefuck und Büstenhaltern und Lausebuben. Ich muss zum Beispiel beim Wort “Tattergreis” schon mal ein bisschen furzen vor lachen. Hier eine Liste mit weiteren Goldstücken:

Backpfeife Firlefanz Papperlapapp Schabernack Liebkosen Muffensausen Gemächt Harlekin Luftikus Obacht! Kokolores Potzblitz Donnerwetter! Mumpitz Hottentotten Straßenland Hurtig Trottoir Haudegen Brimborium

    Großartig. Und was gibt’s noch?

    by yeahs in (Pop)Kultur