"Girl gone wide."


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Ich kann den (gefühlsmäßigen) Drang zur Professionalisierung derzeit in meinem Umfeld nicht nachvollziehen. Gerade in ewas kreativen Gefilden – so wie etwa dem Bloggen/Schreiben, Webdesign/Mediengestaltung, Fotografieren, und vielen anderen Dingen. Selbstverständlich ist es schön, sich sein Geld und damit seine Sicherheit im Leben mit etwas zu verdienen, dass einem Spaß macht und vielleicht sogar auch liegt. Aber für mich kommt das fast nicht in Frage.

Gerade heute, wo wir viele Freiheiten haben, uns mit neuen (und auch alten) Technologien eigenständig umzuschauen und Horizonte zu versetzen, macht es natürlich auch Sinn, in vielen Gewässern mal abzutesten ob man auch darin schwimmen kann und nicht erfroren untergeht. Ich habe das an einigen meiner mittlerweile erfolgreichen Freunden beobachten können, die sich ausprobierten um festzustellen: hey, das ist was für mich. Das will ich machen. Nichts anderes: nur das.

Ich schreibe für mein Leben gerne, aber ich habe überhaupt kein Bedürfnis, das zu meinem Standbein im Leben zu machen. Ich freue mich darüber, wenn es in seltenen Augenblicken auch etwas abwirft… aber nicht unbedingt, weil es notwendig ist, sondern weil es zufällig ist. Viele Blogger allerdings haben diesen seltsamen Business-Aspekt im Blick, aber die Wahrheit ist: nein, ein Blog hat nicht die Konsequenz, durch Erfolg auch zu einem vielgelesenen Magazin zu werden. Und das muss er auch nicht.

Meine Freude am Fotografieren wird mir oft von arroganten Pennern genommen, die mich an jeder Stelle kritisieren: hey, das sieht scheisse aus, oder hier, da kennst du dich aber auch noch nicht genug aus. Und wie, du kennst den-und-den nicht, der ist super berühmt, also wenn du das schon nicht weisst, wird das mit dir ja nie was in der Branche. Hä? Wer hat denn je behauptet, dass ich in irgendeine Branche will? Ich will fotografieren, das mache ich auch. Wenn ich Lust habe, mich zu belesen, weil ich besser werden möchte, dann mache ich das in meiner Freizeit auch. Erst letztens habe ich eine Diskussion überhört, die mich extrem genervt hat: es ging darum, wie ätzend es ist, dass heutzutage jeder Spast mit seinem iPhone irgendwelche App-Fotos macht und damit alles so generisch wirkt – anstatt sich mal mit Fotografie auseinanderzusetzen, anstatt mal eine richtige Kamera ohne diese scheiss Effekte zu kaufen, und so weiter.

Ich sehe das völlig anders: ich freue mich, wenn auch Leute, die sich noch nie mit soetwas auseinandergesetzt haben, einen Spaß an Kreativität entdecken und einfach drauf los machen. Das gilt für Blogger und für Fotografen und für Webdesigner und für Hobbysportler. Geht ja auch keiner in den Verein um eines Tages Geld damit zu verdienen. Scheisse, und wenn jemand nebenher gerne Matheaufgaben löst, dann soll er das tun, und es erwartet auch keiner, dass er Astronaut wird.

Warum ich darüber nachdenke: ich bin zur Zeit in Überlegungen vertieft, wie meine Zukunft aussehen soll. Ich bin noch nicht bei der genetischen Zusammensetzung meiner perfekten Kinder angelangt, da sind noch einige Jahre, die mit Plänen gefüllt werden müssen. Ich würde mir gerne die Zeit nehmen, in den nächsten paar Jahren noch an meiner vergänglichen Schönheit zu zehren und lieber zur Uni gehen als wie die letzten zwei Jahre stramm für eine doch aufgegebene Karriere zu arbeiten. Wenn ich das gegenüber Bekannten erwähne, dann heisst es immer: ganz klar, du schreibst doch so gerne, dann schreib doch ein Buch! Oder studiere Literaturwissenschaften! Journalismus! Irgendwas mit Medien! Aber ich verstehe das nicht.

Ich verstehe nicht, wieso ich mich durch ein Studium quälen soll, was mir im schlechtesten Falle das versaut, was ich gerne mache (weil es zur Aufgabe wird), und im besten Fall einfach uninspirierend wird, weil ich mich mit nichts mehr umgebe, worüber ich tatsächlich schreiben kann. Irgendwie hat das doch was destruktives. Ich kann doch erstmal etwas machen, dass ich nicht gerne mache, weil ich es nicht kann. Ich will etwas lernen, meinen Horizont erweitern. Wenn ich dann immer noch (darüber) schreiben will, dann hält mich nichts davon ab.

Kids, lasst euch nicht den Spaß nehmen von irgendwelchen nörgelnden Profis, die meinen, sie hätten sich durchgesetzt. Das inflationäre Aufgebot unserer professionellen Kreativwelt ist so lächerlich wie auch überflüssig, und am Ende kommt man doch nicht ganz groß raus, weil man sich ständig nur in einem Feld bewegt. Wie es schon Jan Delay mal gesagt hat:

“Wer Hip Hop macht aber nur Hip Hop hört betreibt Inzest”

by yeahs in Gangster


Es gäbe so viel über Sydney zu erzählen, aber das Geld ist mir zu schade um für’s Internet zu verballern, und ich kann nicht den ganzen Tag bei McDonalds chillen um das (absolut langsame, aber immerhin kostenlose) Wi-Fi zu nutzen. Now wait for it.

by yeahs in Urlaub

Einer der hervorragendsten Blogs den ich dieses Jahr entdeckt habe, der mich immer wieder völlig aus der Bahn wirft und breitgefächert fasziniert, ist “You Are Not So Smart”. Der aktuellste Artikel hat einen wunden Punkt bei mir getroffen, weil es um eines der vielen Dinge geht die mich dazu zwingen mich aus der Arbeitswelt zu verabschieden: Groupthink.

It turns out, for any plan to work, every team needs at least one asshole who doesn’t give a shit if he gets fired or exiled or excommunicated. For a group to make good decisions, they must allow dissent and convince everyone they are free to speak their mind without risk of punishment.

It seems like common sense, but it isn’t. You are not so smart.

How many times have you settled on a bar or restaurant no one really wanted to go to? How many times have you given advice to someone you knew wasn’t really your honest opinion? How many times does everyone decide to do Secret Santa and everyone gets crappy presents?

Unbedingt alles lesen auf You Are Not So Smart.

by yeahs in Ohne Worte


Ich versuche mich davon abzuhalten, in unsinnige Meta-Diskussionen über die Funktion, das Haltbarkeitsdatum oder die Sicherheit im Internet eingespannt zu werden. Es reicht mir schon, dass ich Berlin ständig aus der Vogelperspektive betrachten muss und mich selten richtig entspannen kann (wobei das durchaus auch nur meine eigene Schuld ist). Wenn mir jetzt auch noch das Internet genommen wird, weil ich es ständig als Medium und nicht als Realität ansehen muss, dann schneide ich mir die Pulsadern auf und saug mir mein eigenes Blut aus damit ich schneller sterben kann.

Wenn ich also im Feedreader irgendetwas zum Thema Internet oder Facebook oder Twitter sehe, klicke es schnell weg, überfliege es maximal, um nicht ganz außen weg zu bleiben. Durch die Arbeit muss ich mich schon oft genug über Infrastruktur und Marketing im Internet aufregen; privat will ich nichts damit zu tun haben. Ich möchte nur bloggen und googeln und facebooken und craigslisten und skypen und twittern und linken und streamen und flickern und readen. Ich möchte drin sein, daran glauben, es nutzen, es genießen.

Aber es gibt Momente – so wie dieser hier – wo ich auch das Gefühl habe, etwas sagen zu müssen. Gedanken ordnen. Ein wichtiger Punkt ist die ganze Privatsphären-Diskussion, die ich nur am Rande verfolgt habe. Eines hat mich dabei gestört, und ich möchte es hier an einem kleinen erzählerischen Beispiel darstellen.

Vor einigen Jahren meldete ich mich in einer Community für Drogen an, weil ich ein ungesundes Interesse an Biochemie und der Wirkung von synthetischen Mitteln hatte. Ich war damals kaum siebzehn Jahre alt, wollte mich aber in die Materie vertiefen. Diese Leidenschaft zerfiel zwar schon einige Monate später, als mein Chemiekurs in der achten Klasse nicht mehr lehrreich genug war, um mir bei den Formeln zu helfen, und außerdem war es Partysaison, aber die Community und einige ihrer Mitglieder wuchsen mir sehr ans Herz und so blieb ich zumindest in den Off-Topic Diskussionen und trug meinen Senf zu allem bei.

Nun war es aber auch so, dass man als Sechzehnjährige nicht unbedingt oft ernst genommen wurde. Egal, was ich sagte oder meinte, ich wurde mit gemeinen und überflüssigen Sprüchen angetrollt. Da wir uns aber hier im Schutz des anonymen Internets befanden, und ich mich nicht einfach so fertig machen lassen wollte (lies: ich unbedingt dazugehören wollte), heckte ich einen cleveren Plan aus: ich erschuf eine neue Person, eine ältere Person, jemand mit Profil, jemand mit Charakter.

Und es machte mir unendlich viel Spaß. Und plötzlich war ich jemand anderes. Und ich schrieb ganze Bücher und Romane über mein anderes Leben. Es ist gut möglich, dass mich das davor bewahrt hat, auch in der Realität zur notorischen Lügnerin zu werden und irgendwann in die Klapse eingewiesen werden zu müssen; im Internet bin ich King, Queen und Staatsoberhaupt.

Fast Forward. Heute habe ich ungefähr 10 verschiedene Charaktäre, die ich im Internet bedienen könnte, wenn ich sie aktiviere. Zehn Personen, zehn Facebook-Profile, zehn Xing-Accounts, zehn Domains, unendlich viele Bilder, sieben verschiedene Blogs, acht Twitter-Accounts, Rezensionen und Empfehlungen von anderen, ausgedachten Menschen. Ich habe nie irgendetwas anderes getan als in Foren zu trollen oder mir Geschichten aus den Fingern zu ziehen. Es war meine Art, einen Film zu drehen. Als ich später noch lernte, wie man Google ausnutzt, um Suchergebnisse bestimmter Keywords zu beeinflussen, war es nur selbstverständlich, dass ich das auch tat.

Ja, es ist ein seltsames Hobby, das wahrscheinlich auch sehr viel über meine (echte) Persönlichkeit aussagt, wenn man sich damit mal auseinandersetzen will; wie vielschichtig und unterschiedlich diese erfundenen Personen sind kann ich gar nicht beurteilen. Es sind mehrere Geschlechter, viele Geschichten und Excel-Tabellen, die alle nötigen Informationen zu den einzelnen Personen beinhalten.

Keine Ahnung, was ich damit eigentlich anstelle, sobald ich im Urlaub bin. Ich werde wohl kaum aus dem Dschungel noch daran arbeiten wollen. Letztendlich ist das gar nicht so schlimm, wenn ich mich endlich davon trenne; es war ein interessantes und zeitfressendes Experiment, das mich zu nur einem Schluss kommen ließ: es geht nicht um Privatsphäre, es geht um Manipulation.

So logisch es erscheint, so wenig habe ich diesen Teil in der Diskussion bemerkt (vielleicht ist es an mir vorbei gegangen). Während sich also alle darum streiten, wer ihre Daten erhält und wo es gefährlich ist, seine Telefonnummer einzutragen, frage ich mich, was und wer im Internet überhaupt echt ist? Angenommen, ich nehme meinen Charakter und bewerbe mich mit seinem Profil und meinem Foto bei einer Firma: würde die zuständige Person mich daraufhin googeln, sähe es völlig so aus, als wäre ich legitim. So weit muss man aber nicht mal gehen, es fängt ja wirklich bei den Suchergebnissen schon an, wenn man nach einem Hotel, einem Produkt oder irgendetwas sucht, was man zu Geld machen könnte: die Suchalgorithmen sind geknackt, auf Platz 1 steht nicht mehr das beste Produkt, sondern die beste Marketingstrategie.

Mir ist es völlig egal, ob meine Daten im Internet herumschwirren; ein bisschen Reputationmanagement betreibe ich zwar auch (z.B. finde ich es furchtbar, meinen eigenen Namen mit dragstripGirl zu verbinden, weil das nicht unbedingt ein Vorzeige-Blog ist), aber es ist kein Weltuntergang, sollte ich da mal nachlässig werden. Ich weiß, ich weiß; das ist nicht für jeden so, und ich sollte das Recht haben, darüber bestimmen zu können, wer meine Daten bekommt, das unterstütze ich auch voll und ganz und fick diejenigen, die sagen, “aber wer etwas zu verheimlichen hat,…” Es geht nicht um das verheimlichen, es geht um Kontrolle. Nichtsdestotrotz ist die ganze Diskussion darauf ausgelegt dogmatisch zu behaupten, “die Öffentlichkeit ist gefährlich, weil sie echte Daten beinhaltet”, obwohl dem ganz und gar nicht so ist. Die Öffentlichkeit ist gefährlich, weil keiner mehr weiß woher diese Daten kommen.

Das merkt man an The Onion, und an 4chan, und am Trollen generell. So viel Lüge wird mit Wahrheit vermischt, weil sich keiner mehr die Mühe macht richtig zu differenzieren, und ich meine nicht nur die Profis – Journalisten – sondern auch den allgemeinen Verbraucher, der Google blind vertraut, der nicht weiß, dass seine Daten von 123people gescraped und überall hingekotzt werden; wenn er sich nicht darum kümmert, öffentlich zu sein und seine Daten dahingehend zu kontrollieren, übernimmt das halt jemand anderes, und jetzt sollte man sich mal fragen, was wahrscheinlicher ist: volle Absicherung der Privatsphäre, vom Staat garantiert, oder dass jemand einfach Daten zusammenklaut und selber davon profitiert. Auch ich habe mich “echten” Namen und Adressen bedient, und echten Fotos (mit neuen Namen), zwar ohne Hintergedanken, aber das kann ja jeder behaupten.

Ich weiß nicht, wieso mich das in diesem Augenblick so stark beschäftigt; letztendlich wurde wohl auch alles wichtige dazu schon viel besser gesagt und formuliert als ich es je könnte, falls also jemand einen guten Link kennt, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

by yeahs in Ohne Worte


Meine Szene-Affäre hat sich dann wohl ausgezahlt, immerhin habe ich es auf den B-Promi Thron der BZ geschafft. Das bedeutet zwar auch, dass ich definitiv meine Authentizität verloren habe und mir der Jutebeutel, sobald ich wieder in Berlin ankomme, von den Cool Kids kreischend weggenommen wird…

Aber damit kann ich freilich leben. Bitte einmal hier lang zum Berliner Szeneblog Spreeblick. Hier zu meinem ursprünglichen Text.

(danke an tobsen23 für die Screenshots!)

by yeahs in (Pop)Kultur


Dogmatische Grundsätze eignen sich nicht für mich. Nicht virtuell, nicht real, nicht im Leben, niemals. Alles ändert und dreht und verformt sich in meinen Händen und die Bedeutung vieler Dinge nimmt gerade einen großen Anlauf um in ein Becken voller NICHTS zu springen.

So ändert sich das alles ganz schnell, und plötzlich wird aus einer Bekanntschaft eine Freundschaft, aus einer Freundschaft eine Beziehung – zu zweit steht man dann da, sich an den Händen haltend, während die Menschheit, die Welt und alle ihre Bewohner im Zeitraffer hinter diesem Portrait vorbeigespult wird, völlig belanglos. Menschen kommen und gehen, gute Dinge und schlechte Dinge passieren. Aus einem kleinen Projekt, dass als Aggregator von Vorlieben dienen sollte, wurde ein persönliches Output und ein kleines Lager mit viel Platz für Erinnerungen. Und Erlebnissen. Und Liebe. Und vielvielviel Krimskrams.

dragstripgirl. restrealität. basti und nico (die nicht mehr da sind). freunde. spreeblick. republica. stammtische. ganz viel berlin. ganz viel frust. ganz viel musik. ARBEIT/WORKAHOLIC. ganz viel persönliches. das alles wurde hier aggregiert, in weniger als einem jahr. back to the future wurde back to the past. ein stück quarterlife-crisis, ein stück erwachsenwerden hier. immer mehr text, immer weniger inhalt.

die subtilität und das nichts-sagen wurden radikal vernichtet, obwohl ich beides so liebe.

Marcel fragte mal: was ist, wenn das, was man gestartet hat, nicht mehr das ist, was man will? Was ist, wenn man selbst nicht mitgewachsen ist? Und ich sage: dann mach ich es wieder so, dass es mir gefällt. So, wie es ich will. Hatte allerdings nicht gemerkt, dass ich’s dann doch nicht so gemacht hab. Weil es sich in Stein gemeißelt fühlte.

Ist es aber nicht. Ich weiß nicht, was hier in Zukunft stehen wird, ich weiß nicht, ob es diese Ankündigung wert ist. Vielleicht ändert sich nichts – vielleicht aber doch. Ich möchte nur sagen: es beginnen bald vielleicht zwei Reisen. Mit viel Beschallung und Belichtung. Vielleicht.

(und auch: danke.)

by yeahs in Ohne Worte


Auf einen Like oder Share Button klicken. Das machen wir jetzt schon seit Ewigkeiten. Wir finden etwas gut und im Kollektiv sind wir dafür verantwortlich, dass es populär wird. Danach lehnen wir uns zurück in der Hoffnung, dass irgendwer diese Popularität vermarkten und monetarisieren kann. Wir bezahlen mit unserer Zeit und mit unserer Leidenschaft, es ernährt zwar keinen Haushalt, aber dafür arbeiten wir ja indirekt. Meistens durch Werbung, manchmal durch volle Konzerthallen oder Merchandise. Und meistens klappt es nicht, aus so vielen Gründen- weil Werbung nicht geklickt wird, weil MP3s und Filme raubkopiert werden.

Es ist verdammt schwierig, bei einem so großen n an verfügbarer Kunst (im Internet) sein Geld auf abstrakte Preise (was kostet ein Datenhaufen?) aufzuteilen, Preise, die vor zwanzig bis dreißig Jahren vielleicht mal aktuell waren. Weil man damals noch nicht so schnell und so unmittelbar da war, wenn es einen neuen Song gab. Weil Reichweite über teure Marketingkampagnen erschaffen wurde, und nicht (oder selten) durch den Kontakt mit Fans. Weil heute alles im DIY-Verfahren möglich gemacht wird (think MySpace), und weil wir unsere Aufmerksamkeit auf so viele Dinge gleichzeitig aufsplitten können. Nur unser Gehalt kommt da leider nicht mit.

(more…)

by yeahs in Ohne Worte


Ich finde ja, dass man bestimmte Stereotypen fälschlicherweise abhängig von der Rasse gemacht hat. Nicht, weil die Stereotypen selbst keinen auf Wahrheit tragen, sondern weil Rasse damit nichts zu tun hat- es ist eher der Outkast-Kulturkreis. Dort die Schwarzen, hier die Araber und Türken. Dieses Migrantending, welches dann seine eigene Kultur-in-der-Kultur (Ebonics, Deutschtürk – Kool Aid, Döner) entwickelt und zufälligerweise immer so ein bisschen den cooleren, ungezwungeren Eindruck macht.

Vielleicht mach ich das eines Tages mal professionell mit solchen hahnebüchigen Aussagen, Stereotypen-Studies nennt sich das dann. Ich bin dann immer die Expertin im Fernsehen, die die Schlagzeilen aus der Gala abnickt und erklärt, wieso welche Prinzessin aus dieser und jener Steueroase jetzt schon wieder dies und das gemacht hat. Moment, ist das ein anderer Job? Egal.

Was ich eigentlich sagen wollte: “White Whine“, mein neuer/alter Lieblingsblog, könnte auch “German Whines” oder “Der Grund, warum keiner die Deutschen mag” heißen. Ich zähle mich in diesem Fall übrigens als Deutsche, niemand kann so herrlich Jammern wie ich, wirklich. Gut, dass meine arabischen Eltern mich da immer ganz schnell zurechtrücken. “Iih, das sieht aber nicht sehr gesund aus.” “FRISS DAS SONST HEIRATEST DU EINEN HÄSSLICHEN HAARIGEN ÖLSCHEICH!!!” “Mhm schmeckt das gut!!!!”

Hier meine Lieblings-Weinereien:

  • I totally want the Ralph Lauren stuff that Team USA is outfitted in, but $400 for a shawl-neck cardigan sans cashmere? Please.
  • Um, pretty sure I said half sweet potato fries, half regular fries, not two-thirds sweet potato fries.
  • I’ve got so many different things going on in my life, I’ve run out of colors for gmail labels.
  • A little cut on my thumb is causing me tremendous pain when I try to use the trackball on my Blackberry.
  • I really need new music. I have 350 GB of nothing to listen to.
  • Sufjan Steven’s quirky song titles are stretching out my last.fm charts!
  • How come no one ever “likes” my blog posts in Google Reader?
  • this charmin ultra-soft mega roll of toilet paper does not fit in my toilet paper holder.

by yeahs in Ohne Worte


Es ist so unfassbar schwierig, etwas über eine Konferenz zu erzählen, an die ich kaum Erwartungen gestellt habe außer “Gleichgesinnte treffen”. Es ist vor allem schwierig, weil ich selbst nicht genau weiß, was ich von Vorträgen auf einer Meta-Ebene außerhalb ihres eigenen, “natürlichen” Entstehungsraumes halten soll. Mich kotzt im Internet ja schon an, dass wir die ganze Zeit über das Internet reden; eigentlich will ich das gar nicht auf das “echte Leben” übertragen.

Und so bin ich also hin- und hergerissen: im echten Leben genervt davon, dass keiner meine Meme-Anspielungen versteht und meine Punchlines mit hochgezogenen Augenbrauen kommentiert werden. Im Internet bin ich genervt davon, dass nicht Web 2.0, Technologie und Social Media selbst genutzt werden, sondern nur als Gesprächsthemen im Mittelpunkt stehen. Was kann mit  Twitter dies, wieso ist Facebook schlecht das, werden Blogs relevant hier, kann man Wikipedia vertrauen da. Manchmal möchte ich einfach nur frustriert schreien und jemandem, am besten Spiegel Online, ins Gesicht treten: Macht mal die Köpfe wieder zu und kommt mal klar ihr Opfer!  Wir nutzen das alles doch schon. Wir sehen doch, welche Schritte gemacht werden. Wir sind doch der treibende Teil. Wieso müssen wir das immer und immer wieder so lange zerreden, bis wir es selbst nicht mehr hören können? Bis die, die eigentlich zuhören sollten, uns für völlig gestört halten?

90% meiner Freunde “aus dem echten Leben” nutzen Facebook ohne einmal zu hinterfragen, wie sich das jetzt auf unsere Gesellschaft auswirken kann. Sie tun es, sie nutzen es, es hat sich schon ausgewirkt und dafür muss man sich nicht in 12 Stunden Selbstreflektion üben. Andererseits schreibe ich selbst darüber. Und vielleicht sind nur deshalb meine Freunde so unbekümmert, weil andere Leute für sie reflektieren.

Die Frage, die ich mir stelle, ist grundsätzlich: was können wir mit dem Wissen, außer uns selbst zu bereichern (was ich hiermit keineswegs verurteilen möchte, immerhin ist das auch mein primäres Ziel gewesen), tatsächlich in unserer Welt erreichen? Nein, nicht nur die Internetwelt- die gibt es für mich nicht mehr. Es gibt nur noch eine einzige Welt, die an verschiedenen Orten stattfindet. Einmal im Internet und parallel dazu in Deutschland oder in Australien oder im Kongo.

Veranstaltungen wie die re:publica sind vielleicht deshalb wichtig, weil jeder, der daran teilnimmt, auch bewusst realisieren kann wie schnell diese Verschmelzung zweier Existenzdimensionen eigentlich stattgefunden hat. Wir bringen das “anfassbare” Leben mit all unseren Gedanken und Freunden und Netzwerken ins Internet – und holen unsere “abstrakten” Gedanken und Freunde und Netzwerke genauso aus dem Internet wieder heraus. Treffen das Gemisch “in echt” auf einer “echten” Konferenz mit echten Leuten. Nothing awkward about that- aber das war ja nicht immer so.

Zurück zur ursprünglichen Frage: was kann ich mit dem Wissen anfangen, das ich gesammelt habe? An vielen Stellen wurde bereits genörgelt, dass man überhaupt nichts Neues aus der Konferenz getragen hätte, dass die Vorträge zu einseitig waren, wie es halt immer ist. Ein einziger Circlejerk an “Wir finden uns toll” der sich in Richtung “schon wieder die gleiche Brühe” benimmt, immer die üblichen Verdächtigen- und hey, wem erzählst du hier was? Wir sind alle Social Media Experten!

Eigentlich müsste die re:publica jedem, der einen Twitteraccount besitzt und weiß, was RSS ist und mehr als eine Stunde am Tag im Internet verbringt verbieten, ein Ticket zu kaufen- und stattdessen versuchen, Menschen einzuladen, die nicht wissen, was sichere Browser sind, wie Blogs funktionieren, dass nicht jeder, der im Internet Freunde findet auch ein verpickelter Psychopath ist, und so weiter. Das sind die Menschen, die das hören müssen. Was ich also lerne? Nächstes Jahr nehme ich die Bundeskanzlerin, meine Mutter und meinen kleinen, internetbehinderten Bruder mit. In großer Hoffnung, dass noch mehr Platz gemacht wird. Und vielleicht haben wir bis dahin auch aufgehört so über das Internet zu reden, als wäre es eine andere Welt.

Kann man natürlich alles unter dem diesjährigen re:publica Motto “now:here” zusammenfassen, frei nach der Interpretation “Wir sind jetzt gerade hier und nirgendwo anders – also Fresse halten und weitertanken!”

Randnotiz: Natürlich steht und fällt der Entertainmentfaktor vor allem mit den Menschen, mit denen man unterwegs ist. Danke, Jungs ((ich habe glaube ich in 3 Tagen mit lediglich zwei weiblichen Wesen geredet. Bald wachsen mir Barthaare, ich sag’s euch)), für die köstliche Unterhaltung. Ihr wisst, wer ihr seid.  Und danke an die Veranstalter für ein großartiges Line-Up. Nächstes Jahr steh ich dann auf der Bühne und erzähl euch etwas davon, wie man mit einem Blog eine Weltreise finanziert bekommt. Vielleicht.

(Irgendein Hirsch hat sich ein re:strealität T-Shirt drucken lassen. Nicht, dass ich das Wort patentiert hätte, aber ich hasse dich. Und wenn ich dich jemals mit diesem T-Shirt sehe, anonymer Mensch, dann werde ich dir ins Gesicht kotzen. Nur, dass du schon mal Bescheid weisst.)

photo by Daniel Seiffert

by yeahs in Ohne Worte


Der knapp zweieinhalb minütige Kurzfilm „PIXELS“ von Patrick Jean, unterlegt mit „L.A. Trumpets“ von Naive New Beaters, ist eine echt ansehnliche Hommage an unsere Videokonsolen-Superhelden aus Kindheitstagen der späten 80er und der 90er Jahre.

Eine 8-Bit-Invasion von Kreaturen wütet in New York City, wo das Video gedreht wurde. Wie eine Infektion fällt die 8-Bit-Pixel-Armada in Manhattan ein und verpixelt alles, das sich nicht retten kann. Well done:

(Danke an Maik für den Tipp)

by B in Ohne Worte