My Generation

Veröffentlicht April 8, 2010

‘Mark Jaffe, who owns a high-end headhunting firm, wrote recently that the biggest threat to our economy is our egos. We’re angry, not depressed about our misfortunes right now. Angry, because, as he puts it… ‘we always want and feel that we deserve the absolute best of what anyone else has. Maybe what’s hurting most right now is the hangover resulting from an epidemic bender of self-esteem.’ – Source

Aus dem Reddit Thread einige Zitate zu diesem Artikel:

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Netzmart

Veröffentlicht February 14, 2010

Als mein kleiner Bruder in der Grundschule war sollte einen Aufsatz über seine Familie schreiben. Ich erinnere mich daran, weil ich ihn zur Strafe für das Resultat an den Kompost-Zaun kettete, ihm gammlige Socken in den Mund stopfte und den ganzen Tag Simply Red laufen ließ.

Ein Satz, für den er heute noch bei jeder Gelegenheit fette Nackenschellen kassiert.

“Ich habe eine große Schwester, sie ist fett und ihr bester Freund ist der Computer.”

Ich weiß, schwer vorstellbar, dass ein so intelligentes und bezauberndes Wesen wie ich jemals in solch eine prekäre Situation der Verleumdung geraten würde, aber… es stimmt. Ich war fett. Oh Boy. Ich war so fett, ich hätte praktisch den Mond ersetzen können. Aber darum geht es jetzt hier nicht.

Es geht um die Entwicklung von Kids meiner Generation, die vom Internet erzogen wurden (frage mich, inwiefern sich hier „fett“ und „Internet“ bedingen). Das ist keine Aussage über die Fehlerziehung meiner Eltern, die haben alles richtig gemacht. Immerhin verkaufe ich weder Drogen an Kinder, noch haben sie mir das Tattoo erlaubt, dass ich mit zwölf Jahren haben wollte. Es war ein Tribal. Danke Mama.

Heute ist das Standard. Morgens E-Mails, nachmittags Surfen, ein paar Songs runterladen, Status updaten, Restaurant suchen. Nachts die Fetischpornos. Normal. Das war’s vor 10 Jahren noch nicht. “Du chattest? Was ist chatten? Mit wem chattest du denn? Was gibt’s denn zu chatten?” Keine Ahnung. Ich weiß es nicht mehr.

Ich weiß nur, dass es Menschen aus der ganzen Welt waren. Nerds, Studenten, Ärzte, Punks, Programmierer. Damals gab es ja auch kein “deutsches” Internet, nicht so wie jetzt. Da musste man gezwungenermaßen Englisch lernen. Aktzentfrei. Wer im IRC Chat mithalten wollte, der musste auch mit 10 Fingern tippen können. 104 Wörter pro Minute. Webseiten gab’s nicht auf Knopfdruck. HTML, CSS, PHP, Photoshop (zugegeben, talentlos). Wenn der PC kaputt war, musste man ihn selbst reparieren. Hardware, Software. Wenn die Eltern auf schmuddeligen Seiten surften, musste man die Kindersicherung selber einstellen. Privacy. Musik gab’s “kostenlos”. The Clash, The Cure, The Smiths.

Klar, auch heute kann das jeder haben. Die Frage ist wie dringend man es will, wenn es so selbstverständlich ist; wenn man nichts mehr entdecken muss, jedenfalls nicht so wirklich. Wieso holpriges Land wenn es Autobahnen gibt? Man, was für Harry Potter Hogwarts und für die anderen bekloppten Kinder Narnia war (ich hasse Narnia), das war das Internet für mich: Perspektive. Das Land der unendlichen Möglichkeiten. Ich entwickelte eine natürliche Neugier, weil sie gestillt werden konnte (so erkläre ich mir das natürlich im Nachhinein. Vielleicht war ich auch einfach nur ein Kellerkind und hatte keine Freunde). Man lernte zu lernen. Kochen? Internet. Schlösser aufknacken? Internet. Wände tapezieren? Internet. Kritisch denken? Zumindest teilweise Internet. Alle Voraussetzungen für meinen jetzigen Job? Definitiv: Internet.

Aber nur, weil ich jetzt so viel weiß und ein Genie bin (Achtung, abwertende Anmerkung die Sarkasmus impliziert, eigentlich aber ernst gemeint ist), heisst das natürlich nicht, dass wir deshalb die Schule abschaffen und stattdessen jeden Tag einen neuen Wikipedia-Artikel auswendig lernen. Ohne Schule wüsste ich ja nicht, wie ich mit offenen Augen schlafe. Und, okay, ich wüsste auch nicht wie ich meinen Horizont nicht nur über meine Interessen hinaus erweitere, sondern auch vertiefe.

On the left is Mr. Largo, my music teacher at school? He taught me that even the noblest concerto can be drained of its beauty and soul. - Lisa Simpson

Street Smart. So nennt man Menschen, die gelernt haben, mit den nötigsten Mitteln auf der Straße das Beste aus ihrer Situation zu machen. So ist es auch mit dem Internet gewesen (etwas weniger dramatisch vielleicht). Man wurde halt Netzmart (heh, ich weiß, “Net Smart”, “Netzsmart”, clever, heh).

Ja, es klingt noch einfacher heute, aber das ist es nicht. Ich schaue mir meinen kleinen Bruder an, die perfekte Zielgruppe für Küchenutensilien wie das iPad, und weiß, dass er niemals Netzmart sein wird. Netzmart ist nicht Google richtig benutzen oder Apps programmieren: es ist sich im Wirrwarr der Möglichkeiten durchschlagen und daraus lernen können, in einem eigentlich sehr beengtem Umkreis, gerade wenn man noch so jung ist. Aus einem Kaff-Kind wird ein virtueller Backpacker, ein Online-McGyver mit intrinsischer Motivation sich zu bilden, weil es plötzlich geht.

Selbstverständlichkeit hin oder her, viele werden wahrscheinlich auch ohne diese Erfahrung lernen zu lernen und auch umzusetzen, es gibt einen Haufen cleverer Kids da draußen, die auch über Abschlüsse und den ganzen System-Firlefanz mit Schule/Studium/Sterben hinaus erfolgreich sein werden. Nur tendenziell werden es eher weniger als mehr, zumindest habe ich das im Gefühl (FYI, Gefühl ist das neue empirische Wissenschaft).

Vielleicht ist es auch nur die Wehmut; zu wissen, dass meine Schulzeit vorbei ist und die globale Vernetzung nur dann funktioniert, wenn man seine Comfort-Zone verlässt und auch in der Realität zu leben weiß. Vielleicht werde ich nur alt und habe das erste Mal das Gefühl, auf eine “Ära”, wenn auch eine persönliche, zurückblicken zu können.

Und vielleicht – aber nur vielleicht – braucht der kleine Bruder einfach nur mal wieder eine Nackenschelle dafür, dass er immer noch mit dem Internet Explorer surft…

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Netzmart · Kategorien: Realwelt · 15 Kommentare
 
 

Zeiten Ändern Dich

Veröffentlicht February 7, 2010

Ich war im Kino und habe mir den Bushido-Film reingezogen, diese Tatsache alleine verdient es schon, von anwesenden erwachsenen Menschen  belächelt zu werden- so wie immer alles belächelt wird, was irgendwie aus dem Bild fällt, wenn man sich S-Bomb zu Gemüte führt. Leidenschaften werden zu Makeln und kleinen “Spleens”, über die man hinwegsehen kannt, weil das Kind ja Abitur hat und einer guten Stelle nachgeht und sich ohne große grammatikalische Probleme ausdrücken kann.

Die meisten vergessen, dass das nicht immer so war, und ich jahrelang auf einer schmalen Spur zwischen “Durchschnittliches Deutsches Mädchen” und “Kanacke” wanderte, bevor ich dann anfing, es selbst zu vergessen. Und heute merkt man erst, dass ich woanders her komme, wenn man mich wirklich kennt– oder wenn ich jemandem meinen Nachnamen buchstabieren muss.

Ich rede nicht gerne über meine Herkunft, weil es anstrengend ist. Es ist schon schwierig genug, andere Menschen in die richtigen Kategorien und Schubladen zu stecken. Vorurteile, so falsch sie manchmal sein mögen, machen das Leben bis zu einem bestimmten Grad effektiv einfacher, weil man nicht jedes Mal ein Verhaltensmuster zuordnen oder abrufen muss, sondern gelerntes anwendet. Ja, es ist faul und oberflächlich, aber man kommt eben nicht immer drumherum.

Wie ist das also erst, wenn man nicht mal sich selbst einordnen kann? Die Eltern geben einem gute und schlechte Dinge aus Kultur und Religion mit und stellen unmögliche Ansprüche an ein Leben, das woanders geführt wird. Die Freunde aus dem Gymnasium sind verwundert und distanzieren sich von dem fremden Wesen, dass den Knoblauch schon im Frühstück verzehrt, kein Schweinefleisch isst und ihre Eltern belügen muss, um auf eine Party zu gehen.

Die Freunde aus der Heimat wundern sich, dass man es bis ins Gymnasium geschafft hat, dass man den Slang nur hin- und wieder mal bedient und problemos ins Hochdeutsch wechseln kann und belächeln einen für die Schreibwut und die Träume, die man hat.

Irgendwo dazwischen kifft man sich die Birne mit Skatern weg, hängt mit Goths herum, prügelt sich mit marokkanischen Schlägerschlampen die härter zuschlagen als jeder Bodybuilder und schwänzt notorisch die Schule. Mutter will, dass man souverän bleibt und trotzdem früh heiratet und Kinder kriegt; Vater stellt einen riesigen Berg Erwartungsdruck vor, weil es “als Ausländer in Deutschland” nicht leicht ist.

Und ich fragte jahrelang: “Aber Papa, ich bin doch Deutsche?”

Und prinzipiell ist das auch so, immerhin sind die Eltern deutsche Staatsbürger, und immerhin besitze auch ich den deutschen Pass. Aber irgendwo, hinter dem Stapel Büchern im Regal, irgendwo da liegt auch verdreckt und verstaubt mein anderer Pass, der, der mir das Leben so schwer macht.

Ich gehe also ins Kino und schaue mir den Film von Bushido an, der jeden Filmliebhaber zum würgen bringt, und bleibe als Kind zwischen zwei Stühlen dabei hängen, frage mich: schaffen es Ausländer in Deutschland, jemals Deutsch zu sein, und wenn ja- wollen sie das dann auch?

Irgendwann hat das also geklappt, das Deutsch sein. Heute spricht mich der Dönermann nicht mehr auf türkisch an, obwohl ich “Mittlerer Osten” auf meine Stirn geschrieben habe. Keiner fragt mich nach “meiner Kultur”, wenn ich erwähne, dass meine Eltern woanders herkommen, ist das als ob ich nichts gesagt hätte. Es wird verschwiegen, weil ich eine Ausnahme zu sein scheine. Weil ich deutscher bin als alle anderen, die ich kenne, wenn wir über Klischees reden.

Meine Brüder sind Vorzeige-Kanacken, smart und charmant, aber gesellschaftlich irgendwo am Rande des Deutschen Erfolgsleitfadens. Irgendwo zwischen Loser und “sozialer Standard”, aber nicht sie selber halten sich dafür, sondern andere, Deutsche, “etablierte Menschen”, der wohlgeformte Durchschnitt- ich. Sie sind glücklich. Sie haben ihren Platz nie gesucht, sie haben ihn immer nur gefunden. Sie sind zufrieden in einer verrückten Welt zu sein, wo sie Menschen, die sie nicht respektieren, einfach ignorieren können- ohne sich anpassen zu müssen. Ich war es nicht.

Heute nennt mich meine Oma nur noch “die Deutsche”, weil ich natürlich nicht mit zwanzig geheiratet habe und weil ich von zu Hause ausgezogen bin. Sie meint es nicht böse, aber es tut weh. Ich habe irgendwann vergessen die Balance zu halten und mich unweigerlich für die bequemere Seite entschieden, meine Herkunft bis auf Oberflächliches verdrängt und es geschafft, mich genau in dieselbe Situation zu katapultieren- nur diesmal von der anderen Seite.

Ich weiß nicht, wie ich mir das selbst verzeihen soll.

 
 

Bei allem, was man ist (2)

Veröffentlicht January 15, 2010

In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…

[Photo: Dethjunkie]

Weil mir das Thema momentan sehr am Herzen liegt und ich weiß, dass ich nicht der einzige Mensch bin dem es so geht, möchte ich einen Kommentar von gestern, den Björn verfasst hat noch mal seperat posten. Um darauf hinzuweisen, wie schwer ein Mittelweg ist, welche Schwierigkeiten es in sich birgt nach diesem zu suchen und dass es nicht immer sicher ist, ob es überhaupt möglich sein kann, diesen zu finden. Ich bedanke mich bei Björn für diesen (für mich) wirklich sehr wertvollen Kommentar, ich kann ihn in allen Punkten nachvollziehen und nachempfinden:

“[...] Problematisch an dem Ganzen ist, für mich, dass einen weder das eine noch das andere wirklich erfüllt.

Ich habe auch einen Job der oft lange geht, in letzter Zeit hatte ich unter der Woche kaum Zeit für mich. Allerdings merke ich wie das an mir nagt. In Wochen in denen ich von morgens ab 9 bis abends um 24 Uhr unterwegs bin kommt es mir vor als hätte ich diese Woche gar nicht gelebt, als hätte ich nichts davon mitbekommen. Das liegt daran, wie wohl auch bei dir, dass ich ein Mensch bin der Zeit für sich braucht um bewusst zu leben, um zu sein, zum nachdenken, lesen, Musik hören, whatever. Manche Menschen brauchen das, andere nicht. Gerade im Zusammenspiel mit Verantwortung bei der Arbeit kommt es dazum Konflikt. Verantwortung nimmt man immer auch mit nach Hause. Wäre ich Fabrikarbeiter könnte ich die Abende wohl verbringen ohne an den nächsten Tag zu denken, so aber muss ich mir zwangsweise Gedanken darum machen. Muss immer bereit sein zu reagieren. Bin ich mit Freunden unterwegs und habe Spaß bin ich in einer ganz anderen Rolle, es ist schön, aber dennoch, die Zeit für mich brauche ich um mir meines Lebens bewusst zu werden. Was bleibt also übrig? Nein sagen lernen, ganz klar. Trotzdem, wirklich gut fühlt man sich dabei nicht, egal in welcher Art man jetzt den Kontakt zu bestimmten Menschen reduziert. Irgendwo bleibt immer dieser bittere Beigeschmack, dieses Gefühl man würde etwas falsch machen, wenn man Menschen die man mag, und die einen mögen, einfach nein sagt. Genaugenommen will ich das ja auch gar nicht, denn das ist auch ein Teil von mir, ein Teil den ich nicht missen will. Anfangs habe ich versucht, und versuche es teilweise immernoch, die Zeit auf der Arbeit zu reduzieren und Verantwortung abzugeben. Zur Arbeit nein zu sagen. Dass das dem Wunsch nach einer aufstrebenden Karriere im Weg steht ist aber wieder ein Punkt der einen nicht wirklich damit zufrieden sein lässt. Zu wissen man könnte, hätte man nur mehr Zeit. Innerlich frisst einen das alles auf. Der Weg den ich in diesem Dilemma seit einer Woche eingeschlagen habe ist leider auch keine Lösung. Nein sagen konnte ich noch nie gut, zu nichts, und das wird mir zum Verhängnis. Deswegen bleibe ich lange bei der Arbeit, und lasse mich danach von Freunden noch zum Weggehen überreden. Die Zeit die ich für mich brauche nehme ich mir momentan danach, was bedeutet dass ich seit vier Tagen von morgens bis abends arbeite, von abends bis nachts Kontakte pflege (wie eben per Skype), und von nachts bis morgens die Dinge tue die mich ich sein lassen. Das Ergebnis sind dabei maximal 3 Stunden schlaf pro Nacht, was mich körperlich einfach unglaublich runterzieht (vor allem da ich normalerweise jemand bin der viel Schlaf braucht), und was sicherlich nicht mehr lange gut geht, und was im Endeffekt auch ziemlich negative Auswirkungen auf die Dinge hat die ich dann tue. Das nein sagen, das konnte ich noch nie, es ist ein ständiger Kampf. Vielleicht helfen feste, kürzere und dafür konzentrierte Zeiten. Keine Ahnung. Nicht alles nehmen was man mir geben will, genau das, wäre es nur nicht so verdammt schwer, denn meistens verzichtet man dabei ja auf Dinge die ansich nichts schlechtes sind. Nein sagen zu Gutem, was kann es schwereres geben? Schlimm dabei ist auch, dass ich bei in meiner jetzigen Situation, in der ich versuche mit biegen und brechen alles in die vorhandene Zeit hineinzuquetschen was geht, und in der ich versuche die vorhandene Zeit so weit wie möglich auszudehnen, viele wichtige, aber nicht ganz so freudige Dinge, links liegen lasse. Das fängt mit dem Aufräumen des Zimmers an und endet mit den Bewerbungen die geschrieben werden wollen. Ein einziges großes Dilemma, aus dem man sich langsam herausarbeiten muss. Was ist das sonst für ein Leben, in dem man sich sogar beim Wichsen beeilen muss? Tschah…”

Mann.

 
 

BEST OF: Schwester Sekt

Veröffentlicht December 7, 2009

Im Sommer 2007 musste ich, um mein Taschengeld ein wenig aufzustocken, einen Job finden. Prompt nahm man mich in einer Gastwirtschaft, weil ich die einzige war, die sich bewarb. Und natürlich wegen meiner üppigen Oberweite. Ich hatte viel Spaß im Job, weshalb ich schon nach sechs Wochen wortwörtlich das Handtuch warf und mit meiner gesparten Kohle meine Schuldner beglückte. In einem schwachen Augenblick dokumentierte ich einige meiner Erlebnisse, und möchte, dass auch die Nachwelt noch in den Genuß meiner Eindrücke kommt…

restaurant

Kellnern: ein bisschen ist es ja wie in die Großstadt fahren und erstmal ohne Geld eine Existenz aufbauen, immer hart am Rande des Versagens, während man dann nachts zu Hause noch an seiner Kunst arbeitet. Rede ich hier von Coyote Ugly? Ja, ich rede hier von Coyote Ugly. Welch Überraschung also, dass ich nicht in einer Szene-Bar in NYC einen gewaltigen Strip auf der Tequila-Theke hinlege, sondern einem, nun ja, “gemütlichen” Biergarten im heimatlichen Kaff die fetten Fußballwampen bedienen muss.

Ich meine, ich arbeite in einer guten Gegend, nicht in irgendeiner Studententränke, nicht in einer öligen Asiaabsteige, nicht in der Russendisko aus dem Nachbarort. Es ist ein Restaurant mit gutem Ruf, in einer sauberen Gegend mit anständiger Kundschaft. Allerdings vermute ich eine gewisse Gleichheit unter Restaurantbesucher auf der ganzen Welt, unabhängig vom Ambiente und vom Preis: Man ist temporärer Sklave für Menschen, die ständig Sprüche raushauen. Sprüche, die, ganz grob gesagt, schlichtweg scheisse sind und definitiv gegen den ersten Artikel im Grundgesetz verstoßen. Manchmal hole ich extra mein Lexikon für Säufer und Arschlöcher raus, um sie zu verstehen.

“Hier wird nüschd weggehaun!”, wenn man ein Glas abräumen will, weil man nicht zehn Sekunden warten möchte, bis der Herr den letzten Spuckschluck auch ausgetrunken hat.

„Mach ma Luft naus.”, welches übersetzt bedeutet “Ey du Tier, du arbeitest doch hier, füll ma’ mein Glas auf!”.

Wirklich interessant wird es, wie ich letztens merken durfte, wenn das T-Shirt um einen Spalt nach unten verrutscht. Besonders an der Bar. In animalischer Gewalt werden da Wampen von exorbitanten Ausmaßen gezüchtet: Bier, Spare Ribs, Fußball, hin und wieder ein erleichternder Furz. In dem raren Augenblick, in dem dieses Ereignis statt findet –  oh mein Gott, zwei Millimeter Dekollté (umgangsprachlich als “Dökoll-te” bezeichnet) bei einer richtigen Frau mit richtigen Möpsen, die 40 Jahre Kampf mit der Schwerkraft noch vor sich haben – herrscht plötzlich Stille im Laden. Jedenfalls fast: man hört noch das übrig gebliebene, leises Frauengemurmel, welches normalerweise von den tiefen Bässen der Kneipenkaiser übertönt wird (und man ist sich ziemlich sicher, dass diese Grazien dazu erzogen wurden, nur über das Sortieren verschiedener Wäschesorten und/oder diverse Schweinsbratenrezepte Konversation zu führen). Und auf einmal ist es scheiss egal, welche Mannschaft verliert. Das Team besteht jetzt ausschließlich aus zwei Spielern: Meinen Titten.

Dann gibt es noch die Gesellschaften, die besonders hohe Ansprüche haben. Wie zum Beispiel: Bitte im Salat keinen Salat, das Dressing in einer extra Schüssel, Tomaten bitte schälen und die Gurken ohne Kerne. Gibt es die Schweinshaxe auch vegetarisch? Könnten wir bitte nach der siebten Ladung nochmal kostenlos Brot haben, weil wir zu geizig für ein Hauptgericht sind?

Mit gerührtem Pipi in den Augen musste ich später feststellen, dass mein Trinkgeld ungefähr doppelt so hoch ist wie mein Gehalt und plötzlich ist mir klar geworden, warum man sich Erniedrigungen wie “Haben sie nie gelernt, wie man ein Hefe zapft?!” ((WEIL ES IM LEBEN NICHTS WICHTIGERES GIBT, ALS ZU LERNEN, WIE MAN HEFE ZAPFT, DENN WENN MAN DAS NICHT WEISS KANN MAN DIREKT VOR DEN ZUG SPRINGEN, ABER SELBST DER WIRD EINEN BOGEN UM MICH HERUM MACHEN, WEIL, OH MEIN GOTT SIE KANN KEIN HEFE ZAPFEN, SIE VERDIENT NOCH NICHT MAL DEN TOD, SIE MUSS DIE HÖLLENLEIDEN IHRER SCHAM DURCHSTEHEN BEVOR SIE STERBEN DARF!)) antun will, ja aufgrund dieser wirtschaftlichen Ebene regelreicht gezwungen dazu bin.

Denn am Ende des Tages, wenn der Jungesellenabschied den Synapsenfasching feiert und später noch laute Parolen durch den Laden schreit (sowas wie “Und wirft der Arsch auch falten, wir bleiben doch die Alten“) und ich in der Ecke stehe und mich fremdschäme für diese Bestien und warum ich jetzt auch noch deren Geschiss wegräumen muss, UND KANN MAN EIGENTLICH AUCH IN DIE ASCHENBECHER ASCHEN ODER IST DAS ZU SCHWER FÜR EUCH IHR PENNER, fuck dude, am Ende des Tages gehe ich nach Hause mit richtig vielen Geldscheinen und wundere mich, was ich dafür eigentlich ganz aktiv getan habe: Ich habe mein Gehirn ausgeschaltet, dann habe ich Teller und Gläser serviert so wie abgeräumt. Manchmal hab ich es auch nicht so weit geschafft, weil ich ein Körperklaus bin und gerne Dinge fallen lassen. Und manchmal muss ich fast lachen, wenn meine Kollegin an der Bar steht, spaßeshalber “Geschüttelt oder gerührt?” fragt und als Antwort vom Stammidioten “Ich wäre gerührt, wenn du mir einen schüttelst” kommt. Ich lache aber eben nur fast. Aus Protest.

Ich bin auch nicht wirklich gut in diesem Job. Mein Gott, ja, als gute Tochter arabische Eltern hätte ich das servieren natürlich aus dem FF können müssen, aber wie es das Schicksal wollte, rebellierte ich gegen diese Klischees. Ich vergesse ständig, welche Gläser für welches Getränk sind, ganz zu schweigen von den Tischnummern (es macht ja auch VOLLKOMMEN und RECHTMÄSSIG Sinn, dass in einem Restaurant mit knapp 30 Tischen alle Tische dreistellige Zahlen haben. Ich meine, what?), und außerdem kann ich noch keine Fragen zur Speisekarte beantworten, weil ich mir schon merken muss, welche Weine nach was schmecken. “Nuss. Frucht. Bitter.”

kellner

Ich dachte früher immer, Kellnern wäre der erste Schritt zum Hartgeldstrich, mittlerweile glaube ich aber, dass es genau andersherum der Fall ist. Wer gekellnert hat, freut sich auf die Prostitution, weil da die Kunden wenigstens noch dankbar für diese Aufopferungstat sind. Und man verdient sich dumm und dämlich. Im Restaurant? Tja, da ist man nur Abschaum, wird von allen Seiten zusammengebrüllt und hat meistens dabei auch noch Achselkaffee unter’m Arm. Kellnern ist wie Sex. Alleine. Ohne Hände.

Das Problem bei der ganzen Demütigungsgeschichte ist aber eigentlich nur, dass ich mich selbst in den Gästen wiedersehe. Die Drecksteenager, die das Geld ihrer Eltern für Porsche und eine XBox 360 ausgeben dürfen, weil Mami und Papi halt können, genießen süffisant ihre Apfelschorlen und ein Garnelenpfännchen (“Bitte ohne Knoblauch, man weiß ja nie welchen Traumprinzen man noch trifft, HAR HAR FUCKING HAR“), räkeln sich dabei genüsslich unter dem strahlend weißen Sonnenschirm, rauchen ihre Marlboros und sehen aus wie aus der Raffaelo-Werbung rausgekackt: das sind die, die die Bedienung behandeln wie den letzten Dreck. Außer sie sehen gut aus (“oh Gott, das ist ein Arschpirat, HUNDERPRO, schwul, definitiv, egal, ich himmel ihn trotzdem bis ins Verderben an!”). Das machen sie, weil sie überzeugt davon sind, nie in dieser Hölle des einfachen Handwerks zu landen,  oh Gott, wie kann man nur anderen Menschen DAS ESSEN AN DEN TISCH BRINGEN ICH GEH LIEBER KLEBER INHALIEREN. DAS, meine lieben Leute, DAS bin ich. Das wäre ich zumindest, wären meine Eltern reich und würden mir hin und wieder Diamant in den Arsch blasen.

Aber ich denke, jeder Kellner muss schlecht behandelt werden, damit auch jeder Kellner zu dieser grundsätzlichen Erleuchtung kommt, es ist sozusagen ein gewisses berufliches Privileg, weil der Kellnerjob etwas so besonderes ist, ein Einblick in die Psyche der Menschheit, wenn man will. Einfach für einige Stunden eine so mittelalterliche Rolle einnehmen und feststellen, dass man nichts anderes ist als das einfach Proletariat. S, die Bierschubse.

Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte.

 
 

Erwartungstürme

Veröffentlicht December 4, 2009

Die meisten scheitern an Erwartungsbildern. Weil das Zusammensein mit einem Menschen irgendwann einen Namen bekommt: Eine Beziehung. Wunsch und Panik. Und weil das irgendwann so heißt, hat es so und so zu laufen.

Kein schlimmes Ende, kein hässliches Ende, aber ein sehr schmerzhaftes Ende. So schmerzhaft, wie es sein kann, wenn man irgendwie erwachsen geworden ist. Ich – oder auch wir – sind am Ende immer irgendwie über unsere Erwartungsbilder gestolpert. Oder wir haben schlichtweg das Interesse, den Flow für den Anderen, für das Sichere, für das Vertraute verloren. Mit Wohlwollen oder einfach nur wegen der allgemeinen Vergesslichkeit, die eintritt, wenn man mit Menschen lebt.

con17[Fotografie: Lena Burmann]

Man vergisst verdammt schnell, dass keine Beziehung wie ein Hollywood-Streifen abläuft und schon gar nicht so, wie die von das Glück auskotzenden Freunden, die im Übrigen auch nie besser oder schlechter dran sind, als man selbst. Zu den Erwartungsbildern, die sich verflucht hoch auftürmen können, die der Physik am Fundament trotzen, das einfach nicht so stehen kann, so wie es da wackelt, ja, zu diesen Erwartungsbildern vergleicht man auch noch.

Nie mehr muss sich Rauch wieder legen. Auch der Status Quo ist Geschichte. Irgendwie und irgendwann hat man aufgehört darüber nachzudenken, wie es war, als man noch glücklich war. Daran wollen oder können sich die Wenigsten erinnern, wenn sie ihr Erwartungstürmchen und das letzte bisschen Verständnis für das Denken und Fühlen des Anderen wegfegen: Grau-staubiger Beziehungskehricht aus der Vergangenheit in strahlender Frische der Gegenwart. Bitte mit Drama, wenn es geht, und mit Vergessen des Umstandes, dass irgendwer alleine eine Entscheidung getroffen hat.

Es gibt da drei Dinge, über die es sich lohnt – wie ich finde – nachzudenken:

1. Macht man es sich zu leicht? Wenn alles schon so furchtbar schwer sein muss, dann sei es doch einmal gestattet, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen. Oder machen es einem die Anderen zu schwer? Oder doch vielleicht genau andersherum? So ein ehrlicher Umstand ohne Mittelweg?

Liebe – großes Wort – ist nun mal keine Verpackung, die man wegwirft, weil man glaubt, der Inhalt sei verloren gegangen. Diejenigen, die das tun, verlieren sehr viel, wenn sie nicht mehr auf pubertäre Albträume angewiesen sein wollen. Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die mit so einem Verhalten mehr Liebe verfeuern, als andere in ihrem ganzen Leben erhalten. Erwartungstürme und Trophäen sind voll nicht gut.

2. Man ist mal ganz furchtbar auf die Schnauze gefallen, wurde hintergangen, betrogen, abgeschossen, einfach ganz mies behandelt, redet sich danach ein, keine Lust mehr auf eine Beziehung zu haben und scheitert aber genau an dieser komischen Vorstellung über Erleuchtung. In einer Sache läuft vor allem Folgendes falsch: Man ist der Meinung, man müsse geliebt werden, weil einem vorher ja so was Schlimmes passiert ist.

(Oder man will prinzipiell keine Beziehungen, weil entweder nur Ficken in die Tüte kommt oder eben die Erleuchtung über sich und seine Wünsche und auch Erwartungen noch ausgeblieben ist).

Dazu gibt es eigentlich auch gar nichts Schlaues zu formulieren. Das sind einfach nur Geschichten, Geschichten des Lebens und so, die auch in diesem Fall ein jähes Ende finden, weil man eingesehen hat, dass man was ändern muss. Und zwar bei sich selbst, wenn man nicht möchte, dass sich die Dinge wiederholen. Wiederholungen passen auch nicht zum Finden des Glücks.

3. Man muss sich selber aus der Scheiße ziehen. Und dann vergisst man diese blöden und naiven Flausen im Kopf, die einem ohne Unterlass einreden wollen, dass es eine viel spannendere, komplexere, erleuchtendere, intensivere und tiefergreifendere Antwort gibt, als diese hier:

Man sollte sich nicht mit der Vergangenheit vergleichen oder mit mit anderen Menschen. Andere Menschen sind anders, weil sie anders sind. Dafür, dass sie anders sind, sind sie ja andere Menschen. Wir sind wir – für immer und in alle Ewigkeit. Und das muss man so easy schlucken, wie es sich anhört. Was auch ganz einfach klingt: Man muss sich dabei treu bleiben mit allen Macken, Ängsten und Spinnereien. Derjenige, der das mitmacht, der ist genau Derjenige, der zu einem passt. Punkt.

So was geht im Drama schnell unter oder wird unter den zusammenpurzelnden Erwartungstürmen begraben. Begraben unter einer grau-staubigen Schicht Beziehungskehricht. Und so.

Alles andere ist zwischenmenschlicher Zufall und ungünstige Sternkonstellation. Oder ein Mensch, der am Ende einer Beziehung in den Irrwegen der Zeit seine Liebe verloren oder verletzt zurückgelassen hat. In der Brust pocht es: Bumm Bumm. Frei übersetzt heißt das: „Ich war da…!

 
 

Best Friends. Forever.

Veröffentlicht November 24, 2009

Ich habe mich von meiner besten Freundin getrennt. Yop. Regelrecht: getrennt. Wieso? Weil 500 Kilometer und konsequente Belastung wie eine explosives Gemisch sind. Sicher, eigentlich könnte man sich einfach ignorieren, anstatt die Seile so zu kappen; aber dann tut es trotzdem noch weh. Also ist jetzt Schluss, und zwar genau mit diesen Worten.

Best Friends Forever

Drei Jahre lang war sie Nummer 1 für mich. Ich stellte letztens fest, dass ich ihre Nummer 38 bin, Tendenz nach unten. Erinnert jetzt tatsächlich ein bisschen an die vorletzte Folge Gossip Girl- aber oh so glaubt mir doch. Ich habe (bildlich) meine Sachen gepackt, bin in meinen Mustang gestiegen, habe dem Himmel einen Fickfinger entgegengeschleudert und fuhr mit Arsch aus dem Fenster gen Sonnenuntergang am Wüstenhorizont.

Band of Skulls – Friends

Not really.

Denn dann kam die Einsamkeit, und die Panik: Oh Gott, was mache ich jetzt? Versteht ihr, eine beste Freundin kann man nicht ersetzen. Erst recht nicht, wenn man im Arbeitsleben steckt (das fast ausschließlich aus Typen besteht). Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass ich ja nicht irgendeine beste Freundin will.

Ich will eine, die genauso war wie meine alte beste Freundin. Eine, die mich keuchend vor Lachen anruft und erzählt, dass sie gerade von ihrem eigenen Furz würgen musste. Eine, die Gänsehaut vor Fremdschämen bekommt, wenn sie sich Talkshows anguckt. Eine, die am liebsten den ganzen Tag zu Hause schimmelt und gute Filme guckt. Eine, die sechs Stunden im Club Spastis beim Tanzen nachmacht. Eine, die so ein Lebensmittel-Nazi ist, dass ich automatisch mehr Spaß am Essen habe, wenn sie dabei ist. Eine, die im Auto lauthals zu The Cure mitgröhlt und dabei fast gegen einen Baum fährt. Eine, die sich die ganze Nacht in Bars vergnügen kann, ohne einen Cent für ihre Getränke zu zahlen oder sich dafür prostituieren zu müssen. Eine, die so hysterisch wird, wenn man sich streitet, dass man sich selbst den Bauch halten muss vor Lachen. Eine, die sich von mir Mixtapes machen lässt und diese großartig findet. Eine, die mich die ganze Zeit wie ein Idiot behandelt und auslacht. Eine, die meinen Geburtstag vergisst. Eine, der es egal ist, ob ich da bin oder nicht. Eine, die mich im Regen stehen lässt, wenn ich sie brauche. Eine, die sich alle sechs Wochen meldet, um mir zu erzählen, wie beschissen es ihr geht. Eine, die mich geradeheraus anlügt. Eine, mit der ich immer im Wettbewerb stehe, wer cooler und stolzer sein kann. Eine, die ich irgendwann so hasse, dass ich sie am liebsten mit bloßen Händen erwürgen würde. Eine, die es nicht verdient hat, mit mir befreundet zu sein. Eine, die nicht dankbar ist für all das, was ich für sie getan habe. Eine, für die ich alle meine Ansprüche und Erwartungen herunterschraube, und trotzdem noch enttäuscht bin.

Ach, scheisse.

 
 

Kids Flicks

Veröffentlicht October 26, 2009

70er, 80er, 90er, und ich rede hier nicht von gutem Wein sondern abgefahrenen Filmen, die mich, mein Leben, meinen Style und meine Platte so krass beeinflusst haben, wie es keine andere Zeit schaffen kann… was vor allem daran liegt, dass ich in keiner anderen Zeit aufgewachsen bin. Hah. Aber lassen wir die Korinthenkackerei und kommen zu dem, was Spaß macht: Filme. Meine Filme, die besten Filme, damals noch auf VHS, heute in meinen Schädel eingebrannt.

Hier also die liebsten Filme aus meiner Kindheit- oder besser gesagt, die Filme aus der Kindheit einer ganzen Generation: unsere Generation. Und was eigentlich eine harmlose Liste von Filmen werden sollte, die mich irgendwie an meine Kindheit erinnern, ist nun eine ausgewachsene Liste an Erinnerungen geworden, die mich um Jahre zurückwirft.

Ohne Reihenfolge und ohne jegliche Beurteilung der Qualität dieser Filme: Filme aus der Kindheit.

Forever Young

Forever Young

Das waren damals noch Abenteuerfilme, damals, als Kids noch draußen spielen durften und es Gameboys noch nicht gab. Außerdem war ich als Kind immer nur verbittert darüber, dass ich als Mädchen nicht im Matsch spielen durfte. Dafür heute umso öfter. Höhöhö.

Star Wars ((bei mehrteiligen Filmserien zählen hier alle Sequels mit; außer die schlechten natürlich))

star-wars

Yeah, als ob ich dazu noch was sagen muss.

KIDS ((Falls ihr euch wundern solltet, was ich wohl für barbarische Eltern hatte, die mich gewalttätige, trashige und pornografische Filme gucken ließen: Aus mir ist trotzdem was geworden und außerdem war ich ein zufriedenes, fettes Speckbaby. Ich gründe außerdem hiermit die Killerkind-Initative für mehr Gewalt- und Pornofilme für drei- bis achtjährige Kinder.))

kids

Ok, ich habe diesen Film das erste Mal mit zwölf oder dreizehn Jahren gesehen, und ich erinnere mich nur noch daran, dass ich nicht wirklich schockiert oder berührt war. Das widerrum schockiert und berührt mich im Nachhinein. Kann man nach so einem Film überhaupt noch Kind sein?

Forrest Gump

Forrest Gump

ET

ET

Meine Mutter hat mir vor kurzem erst erzählt, wie sehr ich diesen Film geliebt habe als Kind, und wie sehr ich mir immer die Augen ausgeheult habe, und mich nachts mit Whiskey betäuben musste, weil E.T. dann weg musste.

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Kids Flicks · Kategorien: Uncategorized · 21 Kommentare
 
 

3 Minuten Jugend

Veröffentlicht October 9, 2009

Die Leute kommen zu mir und fragen mich, warum ich nicht mitgehen will- zur dicksten Party aller Zeiten, wie jedes Wochenende. “Hey S, das ist die dickste Party aller Zeiten!“, und ich denk mir nur, “Jaja, die dicksten Partys hab ich schon gesehen”. Mit einundzwanzig Jahren und gefühlten 500 Stunden Arbeit die Woche hat man für solche Kinkerlitzchen eben keine Zeit mehr, und ganz ehrlich? Ich komm vom Dorf. Wir haben noch im Krankenhaus Party gemacht, weil es nichts anderes zu machen gab.

Eine ganze Jugend im Zeitraffer, gefilmt von den grandiosen RADIO ACTIVE Kids. Alles echt, nix gestellt. Grandioses visuelles Kurzpanorama des IST-Zustandes. Das haben American Apparel, die Vice, die Medien, das billige Bier, die vielen Kippen, die gute Musik und unsere Eltern nun aus uns gemacht. So schaut das aus.

Meine Zeit ist definitiv noch nicht vorbei, aber ich lege gerade eine kleine Verschnaufpause ein. Die ganzen schäbigen Studenten können es sich vielleicht leisten, von flüssig Brot zu leben und tagsüber zu schlafen- aber solange ich hier noch einen Job habe, gibt’s für mich nur Gähnorgien und eine kleine Erinnerung an das, was noch bis vor kurzem auf dem Tagesprogramm stand. Prinz Pi und die RADIO ACTIVE Kids haben es echt geschafft, mich in eine Zeitmaschine zu setzen.

Fuck, wir sind schon echt abartig.

 
 
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