Macadelic

Nach “Nikes On My Feet“, meinem foreverandever-chillngrill superdope kiffSong, nach dem Song kam nicht mehr viel von McMiller, was ich feierte. Geschätzt siebentausend Mixtapes später schmeisst er dann etwas in meine Fresse, was mich von vorne bis hinten umballert, aber auch beruhigt und meinen derzeitigen Nerv trifft. Entspannt, verkopft, unaufgeregt, dankbar und gleichzeitig kritisch. Man merkt bei diesem Mixtape – Macadelic – , dass er aufwächst, sich den riesigen Aufgaben seines Lebens stellt. Und wenn es nicht das ist, was gerade bei mir passiert, dann weiß ich es auch nicht. Die Zeit rennt mir weg, fast kann ich sie dabei haptisch greifen, wie Sand, der mir zwischen den Fingern verrinnt, und jeder Tag birgt neue Aufgaben und Verpflichtungen, aber auch lautes Lachen und heimliche Tränen. So leise kann ein Menschenleben stattfinden, dass man manchmal auch mal ein bisschen den Bass aufdrehen muss um auf sich Aufmerksam zu machen. In Mac Millers Fall war es genau das Gegenteil davon: er hat mal kurz leiser gedreht und dabei ist etwas durch und durch durchdachtes herausgekommen, komplex und doch einfach zu verstehen.
Eingängig und tiefgehend und steckenbleibend. Beste Songs sind natürlich auch durch die herausragenden Features gegeben: The Question. ft. Lil Wayne und Fight The Feeling ft. Kendrick Lamar.

Es ist durchaus möglich, dass Mac Miller sich Herz damit singt, festrappt und für immer seine Nikes dort sporten darf. Immerhin war er Live ja auch eine Bombe. Damit wächst meine Liste an “to watch” wieder um einen mehr: A$AP, Odd Future, Black Hippy, Most Dope. Ich wünschte, ich wäre ein schwarzer Dude der Rappen könnte.
(Mir ist übrigens bewusst, dass das Mixtape schon zwei Monate online ist. Aber es hat auch ungefähr genau so lange gebraucht, bis ich es fühlen konnte. Don’t force the music.)

May 8th, 2012 Posted in (Pop)Kultur, Musik | Comments Off