Pause Da 90s

Liebe 90er. Ich vermisse euch. Ich vermisse den Samstagmorgen, an dem ich mich schon ganz früh aus dem kuscheligen Bett schäle um früher im Wohnzimmer zu sein als meine Brüder, um die ultimative Macht – die Fernbedienung – für mich zu haben. Ich vermisse es, dass meine Mutter schon freitags die Cornflakes und die Milch so hinstellt, dass ich auch ran komme. Ich vermisse die Pyjamas, in denen ich mich auf den Teppich gesetzt habe, mit perfekt eingeweichten aber noch knusprigen, bunten Cornflakes, den Fernseher einschaltete und mich stundenlang von den schönsten Fantasiewelten Nickelodeons berieseln ließ.

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October 29th, 2012 Posted in (Pop)Kultur | 5 Comments »

The National

Das Faszinierende an einer so großartigen Band wie The National ist nicht die Konsistenz in der (überragenden!) Qualität, sondern wie sie es schaffen, eigentlich immer den gleichen, post-pubertär melancholischen Song zu schreiben, der mich in Gänsehaut einwickelt und von in Sepia gefärbten Vergangenheiten träumen lässt, die es gar nicht gab. Das ist Bewältigung von intensiven Gefühlsmomenten, die ich heute, so nach Jahren der Abstumpfung, vermisse. Nach all der Zeit, in der eintrainiert wurde, die Contenance zu behalten und sich auch mal zusammenreissen zu können, ist es schön, wenn The National Klänge einen gewissen Kontrollverlust einläuten können.

April 1st, 2011 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 1 Comment »

Ya Time’s Up

What? Was geht ab? Wieso ist auf einmal so viel Hip Hop am Start, wo kommt dieser Oldskool Flash her, wieso finde ich echt jeden Track gut, der mir von It’s Rap durchgefiltert wird? Fragen über Fragen.

Aber irgendwie hat guter Hip Hop für mich mehr als ein Techno Track. Ich hab maximal eine handvoll elektronischer Songs, zu denen richtige Erinnerungen hoch kommen. Aber Hip Hop… das ist Skate Park, das ist Graffiti, das ist Kernasi-Abriss-Party, das sind alte Filme, runtergerauchte Blunts, Kindheit meets Erwachsenwerden und bis heute gibt’s nur Gänsehaut bei so viel Kunst und Gefühlsexplosion.

Schön zu sehen, dass die Gegenwart mithalten kann.

August 17th, 2010 Posted in Musik | 2 Comments »

N2Gether Now

Shut The Fuck Up. Limp Bizkit, posen, blenden, Skate Parks, mit Headphones am Coolsten durch die Straßen laufen (im kleinen Dorf, versteht sich), und sich über diese Wörter freuen, die man gar nicht sagen durfte (wegen den Eltern und so). Musik, die von der eigenen Generation geprägt wurde. Ein erster Schritt Richtung Erwachsensein. Ein Step. Beats. Smoke. Hoodies. Tips. Pizza. Der Bass im ersten Auto (wobei, das kam so unendlich viel später, eigentlich waren es die Autos von den älteren Kernasi-Freunden, die man sich angelacht hatte, um DRIN zu sein).

Und dann die Spiele, die wir damals gezockt haben – Dimensionen und Welten der unendlichen Langweile haben wir durchbrochen – Snake, Pacman, Minesweeper – auf dem Klo haben wir unsere eigenen Rekorde gebrochen und für anhaltende Probleme mit Hämorrhoiden gesorgt.

Ich habe diesen Song einfach so abgöttisch geliebt. So oft mit dem Kopf dazu genickt. Mit meinem klobigen Skaterschuhen und der ausgeleierten BRAUNEN CORD HOSE (!!!), und dem Edding in der Hand, und den aufgemalten Körpertattoos, die dann in der Sonne auf der Haut geschmolzen sind. Einfach nur Asi-Feierei. Morgens an der Trinkhalle Besoffene ärgern. Ich habe mich so bad ass gefühlt. Wenn ich so ein Kid heute sehe, dann überlege ich immer hin zu gehen und zu fragen, ob er schon mal ein Foto von seiner Coolness gemacht hat- man muss es eigentlich aufheben, und sich immer an diese fantastisch-düster-distanziert-kalte und gleichzeitig so zerbrechliche Zeit erinnern. Und außerdem würde ich gerne wissen, was da für ein Sound aus seinen Ohren dröhnt, und schlage ihn zusammen, weil cool sein heute wohl irgendwas mit Revolverheld zu tun hat, und das kann ich nicht tolerieren, da muss ich einfach dick drauf schlagen. Und dafür zieh ich mir auch gerne wieder die hässlich-traumatisierenden Cordhosen und die Buffallo-Plateau-Absätze an.

Fred Durst ist aber auch einfach so ein behinderter Vollspast, wenn man den nicht zum Vorbild hatte, dann weiß ich auch nicht. Aber ‘ne schöne Jugend war das dann nicht.

August 6th, 2010 Posted in Musik | 9 Comments »

Endboss

Alter. Ich komm überhaupt nicht klar auf Materia. Wo kommt der her, wieso kannte ich den vorher nicht? Und die wichtigste Frage: wird er mich heiraten?

August 1st, 2010 Posted in Musik | 18 Comments »

Karate Fu Kid

Es war ein bisschen so, als wäre ich selber in einem Film gewesen. Ich hätte gerne gesagt: “Du hast die Augen deines Vaters. Er wäre stolz auf dich gewesen”. Dann hätte ich mein Schwert rausgenommen und ihn zum Ritter geschlagen.

Jaden Smith wird mal ganz groß. Dafür hat er das Aussehen und auch das Talent und diese typische Will Smith Mimik, die mich immer an die seltsam-peinlichen Momente aus The Fresh Prince erinnern; an den Stellen, wo eine Lektion erteilt werden soll (ihm und dem Zuschauer), die dann aber eher unangenehm überzogen wird.

Der Film kann für mich natürlich nicht an das Original kommen. Zu viele Erinnerungen bleiben haften. Die Leichtigkeit dieser TV-Ära, die ich als Kind (und Jugendliche) später verspürte: kaum auszudenken, wenn sie jetzt von der Generation Massenfertigung abgelöst werden sollen. Pah. Ich weigere mich, meine Feel-Good Momente vor dem Fernseher gegen die Zukunft einzutauschen und werde auch meinen Kindern verbieten, sich an der heutigen Medienwelt zu ergötzen. Da wird es nur Karate Kid, Star Wars, Back To The Future und maximal auch noch Alf geben, aber das war’s dann.

(Weird, wie dieser Ikonenstatus aus eigentlich relativ unblockbusterigen Filmen entsprungen ist; die damaligen Underdogs mit ihrem Charme, die nicht aufgrund ihrer cinematischen Fähigkeiten überzeugen, sondern weil sie auch über ihre Zeit definiert werden. Und das war meine Kindheit. Und alles, was während dieser Kindheit entstanden ist, ist für mich kultig. Ja, auch Hulk Hogan. Und Fleshlights.)

Übrigens auch eine ganz interessante Frage: wie sieht der Rückblick eines Fünfzehnjährigen diesbezüglich im Jahre 2030 aus? Wird er sich auch daran zurückerinnern, Karate Kid (also den jetzigen) ständig im Fernsehen gesehen zu haben, als “trashige” Wiederholung?

Anyway. Kein schlechter Film – fantastische Visualisierung – grotesk-schlechter Soundtrack – souveräne Schauspieler – etwas klischeebefreitere Story, aber trotzdem voll mit amerikanischem Drama – und überraschenderweise immer noch sehr, sehr nah an der eigentlichen Geschichte (bis auf den offensichtlichen Karate/Kung-Fu Faux Pas, der aber immerhin im Film spielerisch mit integriert ist). Ich kam dann letztendlich aber doch nicht zufrieden und glücklich und voller sprudelnder Popcornhormone aus dem Kino, nein, denn ich war sogar tatsächlich, ja, verstört.

Dieser Junge wiegt dreißig Kilo und ist zwölf Jahre alt- wir entfernen uns von der HALBWEGS realistischen Hau-Drauf Pubertäts-Aggressionen der Über-Fünfzehnjährigen, wir entfernen uns von der mentalen wie auch der physischen Leistung, und stattdessen müssen wir uns eine absurde Form von kruder Kindergewalt antun. Der Junge ist zwölf, und seine Rivalen anscheinend brutale kleine Mutantenchinesen, die schon im Säuglingsalter Ketamine und Amphetamine nuckeln durften. Im ersten Drittel des Filmes wird auch nicht an der Demonstration dieser übermenschlichen Kräfte (ZWÖLF!!) gespart, unser Außenseiter, unser China-Neuling (ja, auch der Umzug des Protagonisten verlief dramatischer als in den ursprünglichen Teilen) wird stundenlang verdrescht.

Aus einem kleinen Jungen, der seine Stärken findet, wird so ein… Mannkind, ein überzogenes Bild von einem Mini-Helden, das für mich genauso wie die Übersexualisierung von Mädchen bizarr wirkt. Ich will kein zwölfjähriges Kind mit Sixpack sehen, das fast abgemagert wirkt ((mir ist bewusst, dass das nötig war, um Jaden Smith die Hauptrolle zu geben; leider tut das dem Film nicht so gut)).

Vielleicht werde ich wirklich alt. Wie Jackie Chan. Der macht das aber immerhin mit Würde.

(Übrigens gibt es da für mich keine Frage. Ein Martial Arts Film, in dem Jean Claude Van Damm nicht mitspielt, ist für mich kein würdiger Film. Hier also mein All-Time Top Favorite, mit dem ich gerne dreitürigen Geschlechtsverkehr praktizieren möchte.

Und dann immer diese mit dramatisch-motivierender Musik unterlegten Final-Trainings-Szenen, richtige Medleys. Das waren die schönsten Stellen des Films, wenn man bei den Vorbereitungen von Niemand zu Held zuschauen konnte. Hach. Und dann auch noch der Quotenschwarze mit der MJ-Friese.)

July 25th, 2010 Posted in Uncategorized | 5 Comments »

Clarissa

Ich habe heute einen guten Tag, wie ihr seht, und der wird jetzt mit Erinnerungen belohnt.

(Manche Erinnerungen machen mich einfach fertig – zu wissen, dass ich das nie wieder haben werde, nie wieder Cornflakes Samstagmorgens und mich von der Welt der Fiktion berühren lassen, nie wieder diese Unbefangenheit und dieses mollige Gefühl im Bauch, wenn Mama und Papa noch oben im Bett liegen und wir uns runterschleichen und Nick anmachen und uns zusammenkuscheln und einfach beim fernsehen wieder einschlafen, so mit der Schüssel in der Hand und mit den Cerealien an der Backe kleben. Und sowas wie Clarissa, sowas machen die heute ja auch gar nicht mehr.)

July 20th, 2010 Posted in Uncategorized | 5 Comments »

The Original Hipster

Fickt euch, meine Mutter hat mich damals schon zum Trendsetter gemacht. Ich hab MJ aufgelegt und die Leute tanzen lassen. Man, ohne mich wär Berlin heute nicht das, was es ist. REPRESENT.

Und JA, verdammt, DAS IST EIN TURTLES T-SHIRT!

(Nein, ich habe keine Erklärung dafür, wieso meine Mom mich damals so geil angezogen hatte. Ich weiß auch nicht, was die Schminke soll, und wieso ich so kurze Haare hatte, und nicht so fett war, wie ich immer dachte, das ich fett war (ich glaube, ich bin erst später fett geworden). Wie dem auch sei: es ist awesome. Und ich hoffe, eines Tages wieder zurück zu meinem Style zu finden. Alter. Meine Kinder werden so leiden.)

July 1st, 2010 Posted in Uncategorized | 23 Comments »

Karate Kids

Auch wenn ihm ein großer Teil meines Kinderherzens gehört: Karate Kid war nicht der beste Kampfsport-Film seiner Zeit, HURR! Allerdings ist er durchaus ein Teil der Top 3 der trashigen Jean Claude Van Damme Filme (ich weiß, der spielt nur in Karate Tiger mit, aber das tut nichts zur Sache, in meinem Kopf ist er in allen drei Filmen dabei und teilt schön in die Fresse aus).

Also aus gegebenem Anlass (dieses Wochenende durfte ich nochmal jung sein), und weil ich bald hoffentlich auf den Bauchmuskeln bekannter Blogger Trampolin springen darf (eine Aussage, die ausnahmsweise nicht sexuell gemeint ist), hier also ein kleines Stück “Papa darf ich bitte bitte länger aufbleiben” Erinnerung:

Karate Tiger, 1986

Karate Kid, 1984

American Shaolin, 1991

Wer diese Filme nicht kennt hat keine schöne Kindheit gehabt. Diese Filme und die Ninja Turtles und Cornflakes Samstagsmorgens und Nutella auf Fladenbrot. Hah.

January 17th, 2010 Posted in Uncategorized | 9 Comments »

United Lamer Kids

Es gibt Dinge, die kann man nicht in Worte fassen. Alt werden, zum Beispiel. Da kleben noch so viele Erinnerungen an verbappten Nintendo-Controllern, zwischen vergilbten Schulheften und in Mamas alten Fotoalben: ich wüsste nicht schon nach zwanzig Jahren nicht mehr, wo ich mit meiner Geschichte eigentlich anfangen müsste.

Scheisse, wir waren damals Badass. Wir waren zwar nur kleine Kids, aber wir wussten, wie man in Bäumen rumturnt und aus Pappmaché nutzloses Zeug bastelten. Und jetzt ist das alles vorbei, für ein bisschen Kohle und Sicherheit, die wir nie gebraucht haben. Jetzt bin ich ein Lamer, ein Niemand. Jemand den niemand kennt, jemand, der nichts mehr ansagt. Als Kind war das ganz anders. Als Teenager hatte ich meine Crew. Und als Erwachsene? Da habe ich ein Lamer-Leben.

Will ich schon wieder in der Vergangenheit rumpulen? Will ich schon wieder erwähnen, dass ich die tollen Fußballstars vermisse, und dass ich will, dass meine Mama nachts in mein Zimmer kommt, um mir nochmal einen Kuss auf die Stirn zu geben? Will ich schon wieder Dinge aufzählen, die mich in eine andere Zeit katapultieren? Näh, echt nicht. Das werden wir noch in unzähligen anderen Postings abhandeln. Ich liege morgens um vier im Bett – seit drei Stunden – weil ich es auf eine der angesagtesten Partys in Berlin nicht länger als fünfundvierzig Minuten ausgehalten habe, und lese mir Nachrichten durch und schaue mir jahrzehnte alte Musikvideos an. Man, ich habe als Teenager so ziemlich jede Phase der Rebellion durchlebt. Ich finde, bis zur nächsten Midlife Crisis habe ich mir eine Pause verdient.

Die Hipster gehen tanzen, und ich chill zu Hause, mit meinem Kopf, einem Zettel und einem Bleistift, und hier bastel ich mir meine eigene Party zusammen. Ich chill hier, weil ich als Säugling fett war und ausgesehen habe wie Wolfgang Petry. Das hat mir beigebracht, einfach die besten Partys zu feiern ((Kausalitäten werden an dieser Stelle außer Acht gelassen)). Ich schlaf gleich ein, während andere gerade den neuen Trend kreieren, den ich in 3-4 Monaten dann für mich entdecke. Ich habe mir die Fingernägel rot lackiert, weil ich es tatsächlich gut finde, und ich habe mich dazu entschlossen, morgen mal einen Putztag einzuräumen, obwohl ein echt guter Rave stattfindet. Ich habe ausgedient, und das mit Recht.

Ich bin ein Lamer, weil ich als Kind ein Badass war.
badass kids

September 13th, 2009 Posted in Uncategorized | 2 Comments »