KAMPF DER BAKTERIELLEN KULTUREN TEIL 2

Ich bin überraschenderweise immer noch nicht an meiner inneren Zersetzung erstickt und kann deshalb wider Hoffnungen meiner “Hater” den zweiten Teil der Anleitung gegen die Bakterien schreiben. Leider ist das Fieber abgeklungen und mein Witz scheinbar auch. Alle folgenden Ausführungen sind ohne Garantie, Haftung, Gewähr oder Empfehlung sondern lediglich zur Veranschaulichung meines traurigen Lebens im Kampf gegen zu enge Organe und Eiter. Zudem möchte ich mich bei Hec bedanken, der eigentlich alles an diesem Pamphlets dirigiert und mit seinem persönlichen Wortwitz unterlegt hat. Ich widme es meinem kleinen Matze, der leider den Schmerzen erlag und deshalb keinen geschenkten Langstreckenflug wahrnehmen konnte. Kleines armes Grumpy Cat.

Mit so viel schlechter Laune präsentiere ich euch die erste Version des Beipackzettels. Menschen, die noch nie eine Nasennebenhöhlenentzündung hatten, können das getrost ignorieren. Ihr könntet aber einen wichtigen Teil meiner Persönlichkeit verpassen.

Beipackzettel zum Kampf gegen die Nasennebenhölenentzündung

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January 22nd, 2013 Posted in Crystal Meth | 7 Comments »

KAMPF DER BAKTERIELLEN KULTUREN TEIL 1

KAMPF DER BAKTERIELLEN KULTUREN TEIL 1

sinusitiskranke haben ihre eigenen gangsigns

Mein Körper: Katastrophengebiet. Meine Verdauung ist bipolar – zwischen Durchfall und Verstopfung gibt es nicht viel. Wenn man meine Lungen extrahieren, zerstampfen und ausarbeiten würde, könnte man mit dem Ergebnis drei Kilometer Asphalt legen. Atmen: mein Extremsport. Dank meiner angeborenen Koordinationsstörung, im Volksmund auch “GUCK WO DU HINLÄUFST, DU SPAST” genannt, ist meine Haut übersäht von hässlichen Brand- und Schürfnarben. Wie oft ich im Krankenhaus war? NICHT OFT GENUG.

Ich bin die Art von Mensch, die sich beim Lachen eine zweite Scheide in die Lippen reisst, einen Wirbel rausbricht und dabei noch einen ohrenbetäubenden, nach Schwefel riechenden Furz rauslässt. Ich bin eine Frau ohne Körperkontrolle. Stellt euch die eleganteste, atemberaubend schönste Dame der Welt in einem grazilen Abendkleid vor. ICH bin die Alte, die im Hintergrund in Jogginghose, mit verwachsenen Augenbrauen und Zahnpastaflecken auf der Jacke die Treppe herunterstolpert und dabei einen Kellner mit Sektgläsern umwirft, weil ich mich verirrte und dachte, das sei der Weg zum nächsten KIK. Ich bin das Meme, über das sich dreizehnjährige Chinesen auf 9Gag lustig machen. ICH BIN GENAU DAS GEGENTEIL VON IGNANT.

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January 18th, 2013 Posted in Crystal Meth | 6 Comments »

Krankheitsbedingt

Ich belästige ich euch ab sofort nicht mehr mit ätzenden Luxusproblemen. Nach gefühlten acht Nahtoderlebnissen in nur weniger als zwei Monaten habe ich nun genug Grund um mich den echten Issues unserer Gesellschaft zu widmen; ein Zeichen Gottes, sozusagen, mich nicht mehr mit perfiden Steuererklärungen oder Wohnungssuche zu beschäftigen. Ich sollte lieber ein Manifest schreiben, eines, dass die Welt verändert, mich auf die Straße stellen und dort meine Ansage machen. Denn ich habe sie überlebt, die Apokalypse der Nasennebenhöhlenentzündung. Ich habe überlebt und stehe, zwar noch geschwächt, wieder fest auf beiden Beinen, während ich gerade noch die letzten, scharlachrotwabbelnden Schleimbrocken aus meinem Gesicht presse.

Die Nasennebenhöhlenentzündung aus der Hölle, sage ich euch. Ich habe den Scheiss ja chronisch, ungefähr einmal im Monat sucht mich das Heim, wobei das selten länger als vier bis fünf Tage nervt. Man kennt sich ja dann auch aus: Sinupret forte, Gelo Myrtol forte, Eukalyptusinhalation, viel Tee trinken, nicht rauchen, Nasennspülung, ohne Druck schneuzen, Nasenspray mit Kortison für die Entzündung und Nasenspray mit purem Gift für das Abschwellen der Nasenmuscheln. Ich kenn das. Seit zehn Jahren kenne ich das, und drei Nasen-OPs, Entfernung der Polypen und Verkleinerung der Muscheln konnten mir nicht dabei helfen. Die Ärzte gaben auf, und ich auch. Wenn nichts mehr geht, geht nur noch Antibiotika, und so achte ich alle zwei Monate mal darauf es auch ohne auszuhalten. Es sind nicht die Bakterien, die mir das Leben schwer machen, sondern meine schief liegende Nasenscheidewand (ja, wurde auch schon operiert). Wenn ich zum HNO gehe macht der erst mal sechs Stunden Allergietests mit mir und verschreibt mir hoffnungslos achselzuckend ein besseres Nasenspray. Ins Gesicht scheissen könnte ich denen, aber was soll’s, bisher konnte ich mir auch ganz gut selber helfen.

Ey, nicht diesmal. Diesmal hat mich die rechte Klitschkos ins Jenseits der Larifari-Krankheiten gebumst. Da lag ich, röchelnd, unfähig überhaupt irgendwas durch meine Nase zu kriegen. Alle (!) Nebenhöhlen waren betroffen (okay, die wichtigen waren betroffen). Ich hörte nur noch Dumpf. Schleimkonsi: gelblich dick, aber mit viel Wasser dazwischen. Alles juckte. Es juckte. Das ist kein typisches Sinusitis Symptom. Als würde jemand meine Gesichtshaut von innen mit einem Staubfeger streicheln. Mein Kopf pochte, meine Zahnwurzeln bohrten sich in meinen Kiefer, mein Blut fühlte sich dickflüssig an und bei jeder Bewegung blubberte der Eiter in meiner Stirn. Ich weiß, das wollt ihr nicht wissen, aber das ist Post-Traumatisches Stress Syndrom, ich muss das bewältigen. Ich muss damit klar kommen, dass ich seit Samstagabend keinerlei Erinnerungen mehr an mein Leben habe, dass ich seitdem nur noch durch den Rachen atme und die kalte Luft meine Röhren verätzt hat, die Sabber meine Kissen und Handtücher und T-Shirts zerstört.

Und da lag ich auf der Couch, mit einem Kochtopf, aus dem ich (erfolglos) inhalieren zu versuchte, im Dunkeln, seit zwei Tagen hatte ich schon nicht mehr das Tageslicht gesehen. Meine Augen so angeschwollen, dass ich sie kaum noch bewegen konnte, meine Finger so lahm, meine Nase am laufen, mein Gehirn so träge. Und ich fing an zu weinen, weil ich mir sicher war, dass das das schlimmste sein musste, was mir je passiert war. Noch nie – ich betone – noch nie hat es mir so an Lebens- und Willenskraft gefehlt, dass ich nicht aufstehen und aufs Klo gehen konnte, und doch hatte ich Montag Angst, ich könnte mir in die Hose pinkeln weil ich es nicht rechtzeitig aus meinem paralysierten Zustand schaffe.

Am Dienstag weinte ich wenigstens kein Blut mehr, und ich hatte tatsächlich einige Stunden geschlafen. Es ging, trotz Fieberbläschen, dramatischen Morddrohungen in Delirium-Träume und röchelndem Zynismus irgendwie bergauf. Heute fühle ich mich wieder so, wie bei einer normalen Erkältung: angeschlagen, müde, aber nicht suizidgefährdet.

Nein, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unrealistisch schlecht es mir ging. So schlecht, dass ich nicht weiß, was überhaupt passiert ist in der Zwischenzeit. So schlecht, dass ich nicht mal mehr Mitleid mit Katastrophenopfern hatte. So schlecht, ich musste mit sogar GEGEN ESSEN entscheiden, denn Atmen war wichtiger. So schlecht, ich rief meine Mutter an und erzählte es ihr und obwohl sie nicht den Anschein machte überhaupt zuzuhören rief mein Vater immerhin zwei Tage später an um zu fragen ob es mir besser ginge und ob ich schon Fotos von irgendeiner Kirche in Spandau gemacht hätte die eine halbsterbende Klientin von ihm gerne aus nostalgischen Gründen sehen würde.

Nach drei Rollen Klopapier und sechs Familienpackungen Tempo bin ich aber wieder fit und freue mich des Lebens. Es juckt immer noch, im Gaumen, in den Ohren, hinter der Nase, aber ich hoffe einfach dass ich eines Tages einen positiven Allergietest mache und mit dieser Scheisse durch bin. Bis dahin, Jungs und Mädels: Kokain immer schön in Wasser/Vodka auflösen und durch einen Nasenspraybehälter reinballern, so kann man der Sinusitis auf jeden Fall vorbeugen! Und danke noch mal an HecPac, der mir die absolute Killer-Grundlage für den ultimativen NNH-Beipackzettel lieferte, ohne den ich schon längst tot wäre. Das mit dem Kokain war ein Scherz, ich schieß es mir lieber in den Arm.

March 24th, 2011 Posted in Gangster | 12 Comments »

Vang Vieng – My Party

Ich würde gerne davon berichten, wir wir heute tuben waren, uns danach Joints und Happy Shakes rektal einführten und glücklich im Sonnenlicht dem Hedonismus fröhnten um dann im Siffwasser von Vang Vieng mit fremden Menschen Liebe zu machen. Stattdessen berichte ich euch lieber davon, wie es mir geht. Man kann es mit einem “mittel bis DU VERDAMMTER HURENSOHN VON KÖRPER” zusammenfassen. Seit gestern tun mir die Glieder furchtbar weh, und ich empfinde nichts außer Übelkeit. Ich kann mich kaum bewegen, aber schlafen kann ich auch nicht. Wir liegen hier in der Chill-Out Area unseres Guesthouse und lassen uns mit Family Guy berieseln, und immer, wenn der Fleischgeruch der gegenüberliegenden Ad-Hoc Grillerei rübergeweht wird, muss ich würgen.

In Chiang Mai haben wir einen Hund erbrechen sehen. Er lief neben uns her, machte langsam halt, und ließ weißen Schaum aus seinem Mund hinauslaufen. Kein großes Würgen, kein Maulen, nichts. Ich habe noch nie in meinem Leben – weder Mensch noch Tier – jemanden so resigniert kotzen sehen. Und so weit ist es jetzt auch mit mir. Ich würde wohl glücklich und zufrieden in meiner eigenen, breiigen Lache vor mich hin zittern.

Jedenfalls ist Vang Vieng wohl von Satan höchstpersönlich geschaffen worden. Hier vegetieren alle Touristen zombiemäßig in den Lobbies ihrer Gästehäuser, wo nur Family Guy oder Friends läuft, rauchen ihr Weed oder Opium und lassen es sich gut gehen. Viele müssen leider aber auch ihr Leben hier lassen, weil sie so bescheuert sind, volldruff oder druckbetankt in den Sifffluss zu springen. Traurig, traurig. Wir haben, während wir rumleichen, nicht viele Touristen getroffen, deshalb kann ich mich noch nicht zu sehr über diese mallorcaartigen Zustände beschweren. Aber glaubt mir, die Motzerei wird noch kommen (aber erst nach der Party, mich endlich wieder herablassend über polohemdentragende Spastitouristen aus England und Amerika zu beschweren lasse ich mir hier mit sicherheit nicht entgehen).

In der Zwischenzeit bin ich ja glücklicherweise nicht alleine. Mein Mitreisender, JJ, hat seit gestern Denguefieber-Symptome. Wir waren im Krankenhaus und haben ihn durchchecken lassen, aber es wäre wohl noch zu früh, um hektisch nach Bangkok abzureisen. Deshalb werden wir heute noch abwarten, was sein Fieber so zu berichten hat. Allerdings wird mit Sicherheit keiner von uns Vang Vieng verlassen, denn wenn wir wirklich wegen ihm nach BKK zurück müssen, bringe ich ihn einfach um und mache weiter.

Für so viel Partystimmung habe ich sogar auf der Horrorbusfahrt von Chiang Khong nach Luang Prabang (kommt noch) ein passendes Mixtape zusammengestellt. Mal sehen, wann ich das endlich auspacken darf. Und wer die Songs dazu online findet bzw. die entsprechenden YouTube Videos, darf sie gerne in den Kommentaren posten, ich kann hier nämlich nada hochladen und YouTube reagiert hier fast nicht..

3 6 Mafia – I’d Rather (Arthur King Remix)
Prince – Erotic City (Morsy Mix)
Telephoned – Pop Champagne
Major Lazer – Keep It Going Louder
Gucci Mane – Break Yourself (Diplo Remix)
Too Short – Blow The Whistle
The Dream – I Luv Your Girl (Morsy Mix)
M.I.A. – U.R.A.Q.T (Konrad Remix)
M.I.A. – Death To The Throne
Cidinho e Doca – Cidade de Deus
Laura Branigan – Self Control
Shannon – Let The Music Play
Oh Snap! – I’m Too Fat To Be A Hipster
Spank Rock – Loose (ft. Amanda Blank)

Ach ja, und Fotos gibt es auch nicht. Suck on it, faggot.

October 23rd, 2010 Posted in Urlaub | 2 Comments »