Outtakes / Drafts

Outtakes / Drafts

Jeder Monat ein neuer See von Treibsand, der in die Schuldenfalle zieht. Mehr Essen, weniger Taxi, mehr elektronisches Zeug, weil einiges verloren/kaputt gegangen/geklaut wurde, weniger Kino, mehr “hey, das geht auf mich”, warum auch nicht. Weniger Schuhe. Definitiv weniger Schuhe, und mit denen, die ich noch habe (alle 2012 ordentlich gesammelt und geschnorrt), viel gelaufen. Der Druffi-Zyklus: Freitag feiern, Samstag feiern, Sonntag feiern, Montag Kater, Dienstag Bio-Essen und McFit-Besuch, Mittwoch “du musst dein Leben verändern”, Donnerstag in ‘ner Bar abhängen, Freitag feiern, Samstag feiern, Sonntag feiern. An Sport hat’s jedenfalls nicht gemangelt. Es gab sogar Phasen, in denen geschwommen wurde, obwohl das Fahrrad (in Antizipation auf das schlechte Wetter) schon seit August im Keller steht, ist ja immerhin eins mit dünnen Reifen, da darf man nichts riskieren (wahrscheinlich ist es längst geklaut worden).

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February 7th, 2014 Posted in Crystal Meth | Comments Off

Looks Like It’s Going To Rain

Looks Like It’s Going To Rain

Ich hab euch so viel zu erzählen. Über das Jahr 2013, über das Erwachsen werden, über Freundschaft, Liebe, Zuneigung, Verantwortung, Mittelmaß und innere Widersprüchlichkeiten. Über Loslassen, über Soundtracks, über Langstreckenflüge, über Großstädte, über Familie und über den sinnlichen Genuss. Ich habe viel gelernt: über die Akademie, über die Klassengesellschaft, über Schmerz, Bürokratie und Sturheit. Die Menschen haben mich inspiriert, verletzt und geliebt. Und ich habe sie berührt, gehört und verloren.

Es gab Unfälle! Wahnsinnige Storys! Verrückte Situationen, schwierige Angelegenheiten, unerwartete Extremzustände! Das gab’s alles. Und ich werde euch das alles erzählen, wenn es so weit ist. Bis dahin spiele ich Musik vor, die das Jahr 2013 für mich in einem Aufwasch zusammen fasst. Der neueste Mix von DJ Koze nämlich bringt die Vielseitigkeit der elektronischen Musik, die ich persönlich dieses Jahr erlebt habe, auf einen konzentrierten Punkt. Man hört, dass es nicht nur um die einzelnen Songs geht, die unter Umständen gar nicht zusammen passen, sondern um das Gefühl, die Kompositionen und das Ganzheitliche, bei der nicht die Technik, sondern das Gehör gefordert wird.

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December 16th, 2013 Posted in Crystal Meth, Musik | 1 Comment »

Fatty Camp

Ich hatte kurz überlegt, ob ich einen Blogbeitrag zum Thema “Fett werden ab 25″ schreiben soll. Ich wollte ihn damit beginnen, dass ich normalerweise eine “bessere” Frau bin, das bedeutet: keine die sich für solch Oberflächlichkeiten interessiert, sondern eine, die sich mit Foucault, Reifen wechseln und qualitativ hochwertigen Inhalten auskennt.

Dann dachte ich: lass es lieber. Es gibt nichts was nicht längst über Diäten und den Frust beim Abnehmen gesagt wurde. Hier einige Auszüge der mythenreichen Abnehmwelt:

“Essig verbrennt die Kalorien im Magen!”
“Abends keine Kohlenhydrate und ansonsten kannst du alles wie gewohnt essen!”
“Drei Wochen sollte man nur Spinat essen!”
“Am besten nur Eiweiß essen!”
“Am besten kein Eiweiß essen!”

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January 9th, 2013 Posted in Gangster, Konsumbehindert | 6 Comments »

Creepy 2012, Crispy 2013

Dinge, die ich Ende 2012 nicht gemacht habe: Jahresrückblicke, wildes Feiern, im Schnee ersticken. Das hat sich zur Abwechslung mal gut angefühlt. Diesmal machen wir nämlich folgendes: Jahresvorblicke. Stimmt einen ja auch positiver. Die meisten Leute unterschätzen ja, wie sehr sie sich in der Zukunft verändern. You Won’t Be The Person You Expect To Be. Das ist der Wahnsinn, Leute: wir denken, nur weil wir aus der Vergangenheit “gelernt” haben oder mit einem nostalgischen Schmunzeln zurückblicken können, können wir unser Selbst in die Zukunft transportieren.

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January 7th, 2013 Posted in Crystal Meth | 5 Comments »

The Art of Year Pressure

Wenn man sich durch die Archive windet, stellt man schnell fest, dass die epochale Zeit linear, die alltägliche Zeit zirkulierend und die biografische Zeit redundant ist. Phasen mit sich immer wiederholenden Kleinigkeiten wiederholen sich. Die Endlichkeit ist unendlich weit weg, und trotzdem pocht der Gedanke wie ein Schlaghammer auf dem Asphalt der Sinnsuche: wo geht es hin, wie lange brauche ich bis ich da bin und wann weiß ich, dass ich es weiß?

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November 14th, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 2 Comments »

Wildest Moments

Wildest Moments

Fotoalben sind ganz und gar nicht überbewertet. Sie sind die haptische Manifestation eines Lebensabschnittes, und wenn man die Seiten durchblättert, dann fasst man das Papier quasi mit den Augen an und spürt dabei die Vergangenheit im Herzen. So viele emotionale Impulse müssen können auch durch keinen noch so guten elektronischen Bilderrahmen ersetzt werden, oder vielleicht doch, und manche Menschen – so wie ich – sind einfach zu stur, um das einzusehen.

Wie dem auch sei: das Gefüge kommt zusammen, und schließlich bin ich jetzt in ein Alter gekommen, wo ich mehr Fotos als Cent oder/und Verstand besitze. Und sie alle sprechen nur davon, wie es so war, als ich gelebt habe. Vielmehr aber auch: wie es so mit den Menschen war, die um mich herum gelebt haben und die mein Leben in diesen Abschnitten prägten. Eines Tages wird ein noch ungeborener Mensch auf einem Trödelmarkt eine Kiste voller Fotos finden, gelangweilt darin herum wühlen, das ein oder andere nur halb-interessiert betrachten und schließlich doch nichts kaufen. Und das passiert dann so lange, bis der Besitzer sie genervt wegschmeisst und sie für immer zerstört werden. Das ist dann aber auch okay so, hoffe ich.

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October 23rd, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 1 Comment »

Fetzen des Marx-Wedding-Platzes

An der Osloer Straße würde man nicht denken, dass Unterschicht und Übergewicht zusammehängende Phänomene sind. Hier laufen die Jungs in Jogginghose und mit diesdas-Sporttaschen in der Hand durch die Gegend als wäre das olympische Dorf im Wedding stationiert worden.

Ihr Isogetränk scheint die Capri-Sonne zu sein. Zwanzig Prozent Fruchtsaft für zwanzig Prozent Kindheitsgefühle. Die dunkelhäutigen Männer in Jogginghosen saugen mit grimmigen Blick an den Strohhalmen. Stehen vor den Internetcafés und Friseurshops und Wettbüros und pressen die Verpackungen wie Hantelbänke. Ich hoffe dass niemals jemand auf die Idee kommt ihnen zu sagen, dass sie extrem unschuldig und süß aussehen, so, wie sie diese Trinkpäckchen konzentriert in ihren Händen quetschen um den letzten Rest auch noch aufzusagen.

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October 18th, 2012 Posted in Berlin, Crystal Meth, Gangster | 3 Comments »

german wasted lebenszeit

Der Look von Billig-Supermärkten sagt eigentlich schon alles, was man über unsere wirtschaftlich getriebene Gesellschaft wissen muss. Am schlimmsten sind diese verkürzten Kassen, an denen es keine Ablage mehr für die Einkäufe gibt. Wenn man Pech hat, dann landen die Eier und Colaflaschen einfach auf dem Boden. Wer nicht zügig mit dem Einkaufswagen oder dem Jutebeutel auffängt, hat verloren. Wer Geduld von der Kassiererin beim Einpack-Tetris fordert, wird mit Todesblicken gestraft. Wer sein Geld nicht passend in den Händen hält, der muss sich per Körpersprache den anderen Anstehenden gegenüber rechtfertigen. Man hastet dann mit roten Backen und riesigen Schweißflecken unter den Achseln aus dem Supermarkt raus, man möchte ja niemanden aufhalten, allen voran sich selbst nicht. Blasse, anonyme Gesichter, die sich für das Verplempern von Zeit schämen müssen. Das System der verkürzten Kassenlaufbänder ist der Krebs, der sich ausbreitet. Burn Out vom Laufbandsport. Post-traumatisches Stresssyndrom, weil man seinen Geldbeutel versehentlich im Auto vergessen hatte und fast gehängt wurde. Depressionen, Panikattacken, Peer Pressure, Zeitdruck. Time is Money.

September 25th, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 2 Comments »

Doja / Whatever Happened

Manchmal habe ich das Gefühl, ich bräuchte ein offensichtlich ausführliches “Was bisher geschah…”. Ich wünsche mir jemand, der objektiv alles zusammenfasst. Seit damals. Seit ich wieder “da” bin, was auch immer das physisch bedeutet. Ich verliere den Überblick darüber, was eigentlich passiert ist und wieso jetzt alles so ist, wie es ist.

Ich denke wieder öfter daran, wie das war – damals – als ich dachte, ich hätte “Rock Bottom” erreicht und mich dann ein Typ aus Zimbabwe mit den Worten “Why aren’t you just happy” rettete. Ich denke daran, was es heute brauchen würde, um wieder gerettet zu werden. Ich denke mir dann einfach: “why aren’t you just happy”, aber sie erklären einem ja auch nicht, dass es manchmal mehr gibt als nur “Gründe dafür, warum es mir schlecht geht, 1-20″. Es gibt manchmal auch so etwas wie kaputte Chemie im Herzen und Chemie, die es wieder richten muss. Und vielleicht gibt es auch, ganz tief versteckt, einen Haufen “gar nichts”, an den man nicht gedacht hat, und den man 20 Jahre nicht auffüllen konnte, weil man das ja nicht wusste. Dass da nichts ist, wo etwas sein sollte.

Früher war das so, dass wir immer Fernsehen geguckt haben. In jedem Zimmer gab es einen, immer auf halber Lautstärke. Beim Abendessen und beim Gebet und beim Hausaufgaben machen und vor dem Einschlafen und wenn Besuch da war. Das war eben so, es motivierte uns in der Familie zu neuen Gesprächen. Und wenn es nichts zu bereden gab, konnte uns das Rauschen von Außen darüber hinwegtrösten, dass wir uns nichts zu sagen hatten und mit der Zeit immer weniger sagen wollten. Mein eigener Fernseher lief über Jahre hinweg mit, und jetzt, wo er kaputt gegangen ist, gibt es eben nichts mehr, was über die Leere und Stille hinweg täuscht. Es ist nicht so, als wäre ich ein unbeschriebenes Blatt. Es ist vielmehr so, dass ich gerne ein neues hätte, ich aber überhaupt nicht weiß, was ich als nächstes drauf schreiben würde. You feel me? Was kommt als nächstes, und wieso verschwende ich so viel Energie daran, an das “nächste” zu denken?

Damals (TM), als ich gerettet wurde, rettete ich mich selber. Und diesmal werde ich das auch wieder hinbekommen, die Frage ist nur wann, wie, wo und ob ich es überhaupt bemerken werde, wenn es passiert. Das war nämlich ein schönes Gefühl: zurück zu kommen und zu merken, dass man zurück ist. Leider und glücklicherweise (diese zwei Worte passen so schön zu einander) passierte dann etwas, das keiner erwartet hatte: es wurde so viel besser, besser als es jemals war. So gut, dass JETZT im Vergleich eben ziemlich scheisse ist.

Zusammengefasst kann man sagen: ich will etwas hinterlassen, ich weiß nicht was. Ich will jemand sein, ich weiß nicht wer. Ich möchte gerne Urlaub machen, ich weiß nicht wo. Ich würde gerne mein Studium gut abschließen, ich weiß nicht warum. Ich wäre gerne wieder verliebt, aber ich weiß nicht in wen. Ich hätte gerne weniger Angst davor, alleine zu sein, aber ich weiß nicht wie. Und ich suche ständig neue Musik, aber ich weiß nicht, was ich gerne höre. Ich habe Hunger auf Leben, auf Wohlfühlen, auf Glücklich sein, auf neue Menschen, neue Eindrücke, aber was bleibt davon übrig? Was ist aus den letzten drei Jahren übrig geblieben, wenn nicht lediglich ein “Was bisher geschah…” in kurzen Anekdoten zusammengefasst und keinerlei Überblick darüber, was es eigentlich für heute bedeutet.

July 23rd, 2012 Posted in Crystal Meth, Musik | 2 Comments »

Lucky Charmed

A Dream Come True (auch wenn es zeitweilig ein einsamer ist): kein Tag wie der andere. Raus aus der Routine und noch ein paar Jahre Jugend genießen. Zeit zum Lesen und Serien gucken, für Filme und für Löcher in die Luft starren. Für Freunde und für entspannte Abende, für Ausflüge und für die Verwirklichung von kleinen Träumchen. All das zum Preis für die Unsicherheit. Offiziell Studentin, inoffiziell Herumtreibende. Wieder einmal prägt sich nur ein einziges Gefühl mit Gänsehaut ein: ich habe keine Ahnung, wo es hingeht. Ob es mich beunruhigt? Mit Sicherheit. Aber es ist eine gute Unruhe. Und wie, um das alles noch mal zu untermalen, ist auch bald schon wieder der 1. Mai, der Marker für den Sommer, für wochenlange Spannung und unglaublich viele unvorhergesehene Momente. Ich liebe das. Neue Menschen ins Herz lassen und alte Menschen noch fester halten. Und nebenbei auf dem Plan: Selbstdisziplin, autodidaktisches Lernen und größere Träume planen, um irgendwann wieder einen Masterplan zu haben. Eines Tages vielleicht von all diesem hier verabschieden und etwas ganz anderes machen. Eines Tages die Welt bewegen.

Aber bis dahin habe ich hoffentlich noch ein paar Jahre.

April 11th, 2012 Posted in Gangster | 2 Comments »