"Girl gone wide."


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Manchmal wenn es Nacht ist, drehen wir uns beide langsamer. Diese Entschleunigung führt zu der totalen Schlaflosigkeit. Ich liege alleine in meinem Bett und alles mit uns macht Sinn. Nicht-euklidische Bewegungen in deinem Orbit und das Greifen nach den Farben deiner Welt. Jeder Berührung folgen Ahnungen darüber, wie es ohne dich hätte sein können. In genau diesen Momenten fühle ich sowas wie Frieden in mir. Ich greife dann manchmal zum Telefon und verschweige dir alles, das meinem Flug in deinem Leben den Auftrieb nimmt. Denn es sind nur noch ungezeichnete Bilder von einem Leben, das ich nicht will.

Wir haben uns richtig entschieden.

(© 2010, Nicola Serra)

Niemand ist warm und schlummert.“

Ich höre wie du dir die Augen reibst, die Nacht für einen kurzen Augenblick abstreifst.

Bin klein, verschlummert an Ort und Stelle“, sagst du. Deine Stimme ist schlafgetränkt und leise.

Ich weiß nicht was ich sagen soll“, sage ich.

Ich weiß.“

Ich muss kurz lächeln. Wir beide haben komische Zeiten hinter uns gebracht. Wir haben überlegt. Und haben uns dafür entschieden. Immer wieder. Wir gehen ins Kino, lesen Bücher, schauen doofe Serien, reden über das Heldenlabor und finden es gut, wenn ich dich hochhebe, so dass du piepst, weil du einfach einen guten Moment hattest und hochgehoben werden willst. Wir bewegen uns, wenn sich unsere Gesichter berühren. Du musst auf deinen Zehenspitzen stehen, um mich zu küssen. Und wenn irgendwas nicht gut war, dann habe ich dich gehalten. Immer.

Mein Leben ist mit Mitte Zwanzig so geregelt. Mein Beruf, meine Freizeit. Dass ich im letzten Jahr nicht untergegangen bin, liegt daran, dass du es warst, der mir immer wieder das Gefühl gegeben hat, jemand Besonderes zu sein, der was Besonderes macht. Ich habe im letzten Jahr so sehr für dieses Leben gekämpft und bin oft hingefallen.

Das macht so viel Sinn… dass du in meinem Leben bist“, sage ich und verschweige alles, was meinem Flug in deiner Welt den Auftrieb nimmt.

Weißt du, ich versinke in zu vielen Bettdecken hier“, sagst du.

Es ist spät, es ist dunkel, es ist Nacht. Ich sitze auf meinem Fahrrad mit meinem zerknitterten Superhelden-Cape und bin glücklich dein Held zu sein. Und fahre zu dir.

Als ich bei dir ankomme und Bettwärme bekomme, weiß ich wieder, dass wir beide immer wieder richtig entscheiden werden und kämpfen. Gegen die ganzen Schwierigkeiten.

Und gegen das Vergessen.

by B in Crystal Meth State of Mind


Manchmal müssen wir uns vom Glauben an eine vorbestimmte Konvergenz, zwischen einem selbst und einer anderen Person, verabschieden. Der Zeitpunkt, der so kleine Veränderungen in der Liebe radikal verdreht, aus Plus ein Minus macht und so, der schleicht auf leisen Sohlen. Und schnell ist er auch, denn wenn man sich Hand in Hand gehend schnell umdreht um zu schauen, dass bisher alles okay und cool gewesen war, dann verschwindet dieser Zeitpunkt ratzefatz hinter einem Gebüsch und lacht sich ins Fäustchen: „Tanzt ihr Marionetten, tanzt!“.

Man dreht sich wieder um und ist stolz darauf, dass man von der Glückskeks-Weisheit nicht enttäuscht wurde: Liebe bedeutet nicht, sich gegenseitig mit rosaroter Brille anzuschauen. Es bedeutet in dieselbe Richtung zu blicken. Hand in Hand. Weisheiten, die von Liebe handeln, wurden von einsamen und ungeliebten Menschen geschrieben, die ihre innersten Sehnsüchte aufs Papier bringen mussten. Fickt euch.

[via bferry]

Und so sitzen wir beide wieder einmal beim Chinesen an der Ecke, essen Xiang Cai und Dim Sum, Nr. 27 und 54, zum hundertsten Mal und füllen das Schweigen mit Lächeln und vereinzelten Gedankenfetzen, die nicht zusammenhängen. Zwei Wochen und vier chinesische Gerichte später eröffnest du mir, dass du keine Perspektive mehr in unserer Beziehung siehst, dass du Angst hast, dass das schon alles gewesen sein soll. Wir beide wissen, dass du keine Angst davor hast, sondern dass du das alles schon irreversibel gegenwärtig siehst. „Ich habe Angst vor…“ – das ist der Code. Den habe ich des Öfteren schon gehört und immer war ein paar Atemzüge später Finito mit uns und den gemeinsamen drei oder mehr Jahren, in denen es uns gut ging, auch beim Chinesen an der Ecke.

Für mich ist das besonders schwierig, dieses Intro, weil ich das nicht kann, was so viele machen: Einfach mal testen, ob das mit dem anderen klappt und dann hat man die Freiheit nach ein paar Wochen zu sagen „Uh, das mit uns beiden klappt nicht, wir sind einfach nicht füreinander gemacht“. Bämm. Nach zehn solchen Versuchen ist dann mal Einer oder Eine dabei, mit dem oder der es klappt. Dann kommt der Chinese an der Ecke, Gericht Nr. 27 und 54, und dann hat das auch ein Ende. Nein, ich brauch ein Gefühl, das mir sagt „Das klappt mit derjenigen“, und keine Tests. So bin ich eben. Deswegen habe ich erst drei Beziehungen geführt, jede mehr als drei Jahre, bis das Mindesthaltbarkeitsdatum ablief. Die ganzen Frauen, die dazwischen in meinem Leben oder in meinem Bett waren, da war es entweder Trieb oder verschiedene Vorstellungen von einem „Gemeinsam“. Oder eben Ängste vor Zuständen, für die man sich noch nicht bereit gefühlt hat. Da kann ich dann denken: “Willst du nicht hübsche Kinder mit mir machen?” Nein? Gut, ich auch nicht (mehr). Hach, sind diese Gedanken großartig.

Was mache ich innerlich beim Chinesen und danach, wenn man Hand und Hand nach Hause geht? Ich schaue mich um und wiege mich in Sicherheit. Du bist dann bei mir, auch wenn du innerlich woanders bist, bei deinen „Ängsten“. Dass du bei mir bist finde ich gut und deswegen tue ich so, als könnte es für immer so sein. So im Nachhinein wünschte ich mir, du hättest auch so getan, als ob.

Wenn ich dich dann ein paar Wochen später mit einem anderen Kerl animalisch-anmutender Natur sehe, dann bin ich traurig, weil er dich ein paar Wochen jeden Tag ordentlich ficken wird, dir leere Hüllen von Perspektiven zeigt und dich ahnungslos bestätigt, dass das Aus mit uns richtig war. Das ist mir in der Tat mal so passiert und das beschissene Gefühl, das ich da hatte, war wie das eigene Gehirn in den Regen zu halten. Und ordentlich Tritte in den Bauch.

Du kannst dich auch nicht dafür schämen, dass du auch viele Jahre später noch in meinen Gedanken auftauchst. Das ist wohl normal so. Denn man vergleicht immer und im besten Fall ist es hinterher irgendwie besser – oder treffender: anders.

Ich konnte dir nie sagen, dass ich beim Chinesen bei Essen Nr. 27 damit beschäftigt war, dass mit uns toll zu finden. Ich war froh und glücklich jemanden in meinem Leben zu haben, der verstanden hat, dass es völlig unwichtig ist ein aufregender oder besonderer Mensch zu sein. Jemand kann so „unbesonders“ sein und ist für irgendwen so wichtig. So habe ich das immer gesehen. Das aufregend ist irgendwann immer weg. Immer. Ja, der animalische Typ mit Drei-Tage-bart und dem Riesenpimmel, der ist aufregender für dich als ich nach dem hundertsten chinesischen Essen. Ja, es spielt für dich keine Rolle, ob ich am Tisch auf dich warte – zwar nicht mehr aufgeregt, aber verdammt zufrieden – oder ob du eine neue Welt, einen neuen Mann und neuen Schwanz kennen lernen kannst. Wenn du hier bereits in einer Zwickmühle steckst, dann ist es vorbei. Dafür kannst du nichts. Aber was viel wichtiger ist: Ich auch nicht. Ich hasse die “neuen” Typen, die ersetzen einen ja oft schneller, als es einem lieb ist. Die können nichts dafür, ich weiß. Vielleicht ist es auch nur der Neid, dass die jetzt etwas tun können, das einem ganz allein gehört hat. Das schmerzt.

Und zwischen den ganzen Schmerzen danach und der jahrelangen Reflektion, habe ich viel mitgenommen. Und ich hoffe bei jedem Neuanfang mit jemanden, dass man ein paar Jahre später beim Chinesen dieselben Gedanken hat: „Es ist nicht mehr so aufregend, aber es ist toll, dass da jemand ist, der bleibt, einem zuhört, einem aufrichtig zur Seite steht, einen liebt, einem nicht gleich wegläuft wenn Ängste kommen, ehrlich ist und der bereit ist auch an sich zu denken, einen zwar nicht mehr täglich, aber regelmäßig fickt“.

Hand aufs Herz, das kann nicht nur Theorie sein, das kann auch verdammt echt und erfüllend sein. Und diese Hoffnung, diesen andauernden Kampf, sollte man nicht verlieren, nicht aufgeben und nicht unterschätzen, wenn man am Ende bezahlt.

„Die Rechnung, bitte“, sage ich zu dem lustig dreinblickenden chinesischem Kellner. „Nr. 27… das macht 16,99 Euro“, sagt er. Ich bezahle, puste die Kerze aus, verlasse dieses Mal alleine das Restaurant und halte meine eigene Hand.

by B in Crystal Meth State of Mind Ohne Worte


In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen Protagonisten eines anderen Lebens (anderer Welten, Dimensonen, Zeiten und Gesellschaftsformen) ihre Gedanken, Erlebnisse und Traumata hier. Manche sind Alter Egos ihrer selbst, einige gibt es wirklich, doch die meisten haben nie existiert. In einem Zustand des Nicht-Da-Seins finden sie ihren Frieden darin, in die Außenwelt zu schreien, was sie nicht mehr in sich tragen können. Um ihre Anonymität zu wahren, werden nur ihre Pseudonyme preisgegeben. Willkommen in der Restrealität…

Alle mögen Björn. Auch Katharina, die alle Kathi nannten, außer er. Jeder Name hat es verdient komplett zu sein, sagte Björn immer, für ihn war es ein Zeichen des Respekts.

Seit ihrem ersten Treffen hatte es ein Jahr, elf Monate und neunzehn Tage gedauert, bevor Katharina langsam herausfand dass Björn sie belog. Drei Monate und vier Tage später stritten sie sich zum letzten Mal. Es war kein Hollywood-Streit, statt Tellern flogen Anschuldigungen, Schimpfworte und Tränen. Alles Dinge, die mehr wehtun als zerbrochenes, mit Blumen bemaltes Porzellan. Sie wollte sich nicht von ihm trennen, doch schlussendlich hatte sie begriffen dass sie nicht ihn liebte, sondern den Traumprinzen den er für sie erschaffen hatte. Ihr schien als seien die letzten beiden Jahre mit ihm nie da gewesen, als würde sie plötzlich einem völlig fremden Menschen gegenüber stehen, der äußerlich nach dem aussah wonach sich ihr Herz sehnte, innerlich jedoch ein ganz anderer war, und während das anderswo nur eine Metapher ist, so entsprach es hier der Wahrheit. Björn wollte sich auch nicht von ihr trennen, obwohl er es hatte kommen sehen war sie immernoch diejenige bei der er sich selbst seine Liebe fast abgenommen hatte. Fast, und so verlor Katharina die Schlacht, Björn aber den Krieg, in dem er selbst sein größter Feind war. Doch er blieb gelassen.

Für Björn gibt es keine Freiheit. Freiheit bedeutet, der zu sein der man ist. Freiheit bedeutet Ehrlichkeit, sich selbst und anderen gegenüber, etwas was wohl nicht auf der Liste der Dinge steht die Björn ausmachen. Es fing ganz klein an, eine kleine Bemerkung, eine Meinung, ein einziges Wort, und schon begann der Baum der Lügen zu wachsen, zog seine Wurzeln durch ihre Beziehung und zeigte an der Krone das Bild eines Menschen der nur noch wenig mit dem tatsächlichen Menschen zu tun hat. Björn war ein toller Mensch, respektvoll, tolerant, liebevoll und schwer nicht zu mögen, ein stiller Begleiter, zufälligerweise genau der Mensch nach dem sie gesucht hatte, ihr Traumprinz, nach dem sie lange gesucht hatte. Ihm war es nicht so wichtig ob sie religiös war oder nicht, obwohl er selbst an keinen Gott glaubte tat er ihren Glauben nie als Humbug ab, oder versuchte sie davon abzubringen. Ihm machte es nichts aus dass ihr Sex größtenteils aus Blümchen bestand, obwohl er das Kama-Sutra bei sich im Schrank stehen hatte verlangte er von ihr nie mehr als sie wollte. Mit Katharinas besten Freundin, der Kuh mit dem übergroßen Ego, verstand Björn sich immer blendend, ihm machte es mehr Spaß in der Scheißkälte Schlittschuh laufen zu gehen anstatt den ganzen Tag im Bett zu liegen und sich Filme reinzuziehen, und sie war für ihn immer die Nummer 1. Björn war immer wie sie es sich wünschte, nur er selbst, der war selten.

Anfangs wusste sie das noch nicht. Anfangs weiß es niemand, manche wussten es nie, wissen es bis heute nicht, aber für Björn war da immer ein kleiner Schatten, tief in seinem Innern begraben, der mit der Zeit zwar kleiner und kleiner wurde, doch immer da war. Immer. Früher war es sein größter Wunsch gewesen möglichst gelassen zu sein, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, für die durch Emotionen angetriebenen Ausbrüche seiner Mitmenschen hatte er stets nur Verachtung übrig. Doch dann, eines Tages, merkte er dass ihr Preis teurer war als das was er durch sie gewonnen hatte. Der Fluch der Gelassenheit kostete Björn seine Liebe, seinen Hass und seine Trauer. Er hatte es erreicht, kaum mehr etwas konnte die Mauer um seine Gefühle durchbrechen, und plötzlich fehlte im etwas. Ihm wurde klar, Katharina hatte ihn nie geliebt, sie hatte ihn nicht mal gekannt, sie hatte sich in das verliebt was aus ihm geworden war, das was er für sie geworden war, und er hatte sie nie geliebt, er mochte nur die Vorstellung von wahrer Liebe, von einem Topf und einem Deckel die aufeinander passen, einer Scheinwelt, die er erschaffen hatte.

Der Übergang hat gedauert, verlief schleichend, und heute weiß Björn nicht einmal mehr womit, oder warum es damals begonnen hat. Aus dummer, naiver, aber echter Wahrheit wurde Schweigen, ein großes Schweigen, dass keinem zustimmt, aber auch nie anderer Meinung ist. Lieber ließ er andere im Glauben Recht zu haben, anstatt einen Keil zwischen die Beziehung zu stampfen, so dachte er anfangs. Die Taktik funktionierte gut, alle mochten ihn, und mit seiner Moral kam er in Einklang indem er sich immer wieder sagte er habe seine Prinzipien nicht verraten, er könne nichts dafür wie andere sein Schweigen interpretieren. Das Argument eines Kindes, des Kindes das er damals war. Er unterdrückte sein Ich, und gaukelte seinen Mitmenschen damit Toleranz und Gleichgesinntheit vor. Doch irgendwann reichte ihm das nicht mehr aus, irgendwann merkte er wie leicht es war zu sehen wonach sich andere sehnen. Er fing klein an, er veränderte seine Vergangenheit, er erzählte Geschichten anders und gab Entscheidungen anders wieder, er pflanzte seine Wurzeln um, für sie, oder ihn, oder sie. Er merkte wie leicht es ihm fiel, und so kamen die Lügen in der Gegenwart an, bekamen Hand und Fuß, aus Björn wurde ein anderer Mensch, und der Baum wuchs. Er hatte Erfolg mit dem was er tat, die Leute mochten ihn, manche liebten ihn, und er bekam immer mehr Übung darin jedem ein anderes, passendes Bild von sich zu zeigen, Gefühle vorzutäuschen und die Wahrheit immer weiter zu vergraben. Es war kein Spiel mehr, sein Leben war zu einer großen Lüge, zu einer großen Täuschung geworden, was gerade die Menschen betraf die ihm am nähsten standen. Die, die ihn am allermeisten liebten, bekamen die größten Lügen aufgetischt, denn sie waren es deren Verlust er am meisten zu verhindern versuchte, sie waren es für die er sich komplett aufgab.

Doch das war nicht das Ende, den letzten Schritt auf seinem Weg ging er ohne es zu wissen. Björn war 21, als ihm eines Tages bewusst wurde dass er angefangen hatte seinen eigenen Lügen zu glauben, dass er nicht mehr wusste was er fühlte, dass er im Grunde gar nichts mehr fühlte, nur noch zeigte was von ihm erwartet wurde, dass er zig verschiedene Menschen war. Irgendwo zwischen all den Lügen hatte er sich selbst verloren, er konnte graben so tief er wollte, die Gedanken und Emotionen die er fand waren nur Bruchstücke von dem was er wirklich war, und nicht mal bei ihnen wusste er ob sie wirklich wahr waren. Plötzlich war aus dem Baum ein Wald geworden, und er fand nicht mehr heraus. Plötzlich war das Schweigen kein Mittel zum Zweck mehr, sondern das einzige was er noch tun konnte ohne sich selbst zu fragen ob er es war, oder jemand anderes, den er irgendwann mal für einen Freund, seinen Vater oder eine Freundin erschaffen hatte. Sein Geist hatte die Lügen legitimiert, indem er die Wahrheit sterben ließ.

Es war die Zeit der großen Entscheidungen, als Björn klar wurde, dass die Mauern die er erbaut hatte ihn nun selbst ausschlossen, dass er weder Ja noch Nein sagen konnte. Ihm wurde bewusst dass jeder, der sich selbst für jemand anderen aufgibt, und sei der Gedanke dahinter auch noch so nobel, aufhört zu existieren, und damit die Liebe zu Grabe trägt. Er stand vor einem großen Fragezeichen, er wusste nicht wie weit er seinen eigenen Gedanken trauen konnte, er wusste nicht mehr was er wollte oder wohin ihn sein Leben führen sollte. Alles was er wusste war dass er sein halbes Leben damit verbracht hatte nicht zu lieben, nicht zu trauern, nicht zu weinen, nicht zu lachen und nicht zu hassen, dass alles nur ein einziges großes Schauspiel gewesen war, und dass es das war, wonach er sich jetzt am allermeisten sehnte, zu lachen und zu weinen, alles, bloß keine Gelassenheit. Er fühlte sich leer, so verdammt leer, ohne auch nur grob seine Zukunft vor Augen, ohne Menschen die ihn wirklich kannten, und fing an zu kämpfen, die unangenehme Wahrheit der angenehmen Lüge vorzuziehen, immer ein kleines bisschen mehr, immer weiter zu sich selbst, Menschen verlieren, Wahrheit gewinnen.

Nach Zwei Jahren, zwei Monaten und 23 Tagen mit Katharina hatte Björn eine weitere Schlacht im Krieg gegen sich selbst verloren. Heute bin ich 24 und kämpfe immernoch.

“Lieber als Liebe, als Geld, als Ruhm, gebt mir Wahrheit.”

- Chris McCandless

Danke Björn. Foto

by yeahs in Restrealität