MALEDIVEN PANORAMA

Ich liebe das neue iPhone Panorama Update. Damit sehen alle irgendwie auch dicker aus als ich, das finde ich gut. An dieser Stelle möchte ich noch mal jedem Anwesenden (McWinkel, Norman, Virgina, Mia & Carina) auf dem Malediventrip ein kleines Schoko-Herz schenken. Ihr wart eine Bereicherung für meine Seele, und ich hoffe ihr habt einen schmerzfreien Aufprall in der bewölkten Realität gehabt.

Mehr zu den Malediven dann, wenn ich mein post-traumatisches Stress-Syndrom vom Flug vernichtet habe.

October 13th, 2012 Posted in Urlaub | 3 Comments »

Rembrandt BKK

Es ist für einen Backpacker reine Demütigung, in ein etwas gehobeneres Hotel einzuchecken, nicht, weil er vergammelt eintritt und den Gestank einer 24-Stunden-Reise in die überkitschige Thai-Lobby einführt, nicht, weil er einen Rucksack umgeschnallt hat und die Portiers ihm die Tasche nur mit Fingerspitzen abnehmen, nicht, weil die anderen 0815 Touristen sich über diese Störung in ihrem idealen Traumstrandurlaubsposter gestört fühlen, nein; Demütigung, weil der Backpacker auf alles verzichten muss, was ihm sonst so gnädig und convenient nachgeworfen wird, für viel weniger Geld und in viel besserer Qualität als in einem Fünf Sterne Hotel mit Swimming Pool.

Zurückgespult bedeutet dies in etwa so viel wie: unsere letzten zwei Tage in Thailand, besser Bangkok, wollten wir nicht mit einer weiteren Sauf-und-Party-und-Shopping Odyssee auf der Khao San beenden, sondern lieber ein letztes Mal die günstigen Verhältnisse zwischen Euro und Thai Baht nutzen und in ein echtes, ein wahres, Hotel einchecken, eins mit Skyline View und Lobby und Bettlandschaften und Pornos, wenn man denn so will, und einem echten Bad, eines, wo die Dusche vom Klo abgetrennt ist (auch wenn ich es natürlich vermisse, beim Scheissen zu duschen, habe total unterschätzt, was für einen Zeitvorteil das gibt), eins, wo es so kleine Shampoos und Zahnpastas gibt und Room Service und jeden morgen neue Bettwäsche und hach riecht das Shampoo gut UND MAN KANN DIE KLIMAANLAGE PER KNOPFDRUCK STEUERN WIE GEIL IST DAS DENN. Dafür bezahlt man in vielen anderen Ländern gut und gerne mal mehr als Hundert Euro pro Person pro Nacht, in Bangkok eher so zwanzig. Nur um das mal in Relation zu bringen: unser übliches Budget für ein nettes Guesthouse liegt bei 8 Euro.

Aber here’s the deal: zwei Nächte in einem “OMG ES IST SO AWESOME” Hotel wo man sich in die übliche weiße Bettlandschaft verzieht und sich die Birne mit Thaisticks vollballert und dann gibt man nicht nur zwanzig Tacken aus, nein, denn dieses Hotel erwartet für alles und nichts noch mal ein bisschen extra Kleingeld. Beispielsweise für’s Wifi, zwei Tage für zehn Euro. In Relation: unserer letztes Guesthouse in Chiang Mai hat 2,50 für ein Bett und eine Dusche und ner Standleitung in die glorreichen Weiten des Internets gekostet. Zwei Euro Fünfzig, ihr Ficker. Für 1 Kilo Wäsche (5 Stunden bis zur Abholung) noch mal einen Euro. Für eine warme (großartige, fantastische) Mahlzeit noch mal zwei Euro. Sogar Torrents konnte ich mir laden, TORRENTS. Fünf Sterne und ich bezahle zehn Euro dafür dass Skype regelmäßig abkackt. Herzlichen Glückwunsch. Ein Film im Fernsehen kaufen kostet 4 Euro, eine Pizza bestellen 10, eine Thai Massage, die man auf der Khao San in ähnlicher Qualität für 2,50 bekommt kriegt man hier bereits für 30 Euro, SONDERPREIS! Und wenn ich was waschen möchte, wasche ich nicht per Kilo, sondern per Stück, 10 Euro für ein T-Shirt (aber gebügelt wird’s auch, immerhin) und Lieferung am nächsten Tag. Von der Khao San bis zum Flughafen kostet es 4 Euro, von hier kostet es 20 Euro. Ich meine, versteht mich nicht falsch, ich will mich nicht beschweren, viel zu sehr genieße ich das großartige Bett und das gut riechende Shampoo, das meine ich nicht; natürlich bezahle ich mehr für die kleinen Extras im Leben in einem viel zu teuren Zimmer. Natürlich.

Mich wundert eher der wirtschaftliche Aspekt dahinter. Als Backpacker hat man eine ganze Nische, die sich dem günstigen Leben widmet, aber nicht nur in Sachen Preis sondern auch Convenience und das ist das, was ich hier so sehr vermisse. Ich bin mitten im nirgendwo, meine einzige Oase der Pool voller russischer Prostituierten (oder zumindest blonder Uschis, die sich nur auf der richtigen Seite von Prostitution befindenn) und ihrer kleinen Plagegeister, die sich einkacken. Wie ist das so mit den Leuten, die Geld haben, also viel Geld, und drei Wochen Urlaub in Schmockibangkocki machen, die jedes Mal, wenn sie einen Film gucken möchten, 10 Euro verballern, und jedes Mal, wenn sie gut essen möchten, 50 Tacken verpulvern? Wie fühlen die sich? Wissen die, dass es jenseits von teuer und nervig auch noch so etwas wie billig und gut gibt? Oder ist das eine generelle Attitüde, dieses “ich habe viel Geld und kenne deshalb kein Limit nach oben”, also “wenn ich schon 25 Tacken für ein Zimmer ausgebe dann kann ich noch mal dieselbe Summe ausgeben um Internet und ‘ne Pizza zu haben”, ist das so, ja? Oder sind die verständnisvoll, “irgendwie muss dieser Luxus sich ja lohnen, Wi-Fi für 28 Stockwerke zu warten kostet ja viel Geld, das ist so, das muss man verstehen” — oh Gott, viel Geld zu haben muss so schwierig sein. Mental, meine ich.

Ich finde, alle Hotels dieser Welt gehören nuklear zerbombt, inklusive aller russischen Prostituierten, inklusive ihrer Kackplagegeister, inklusive kleiner Shampoos und gute Betten und viel zu teurer Pornos und schlechtem Wi-Fi, zerbombt und vergast und abgeschafft, wir müssen lernen unseren reichen Eltern beizubringen wie viel schöner es ist, per Kilo zu bezahlen. PER KILO, nicht per Hemd und Schuh, nicht per Pizza, per Kilo. Was bringen dem koreanischen Investor 28 leere Stockwerke und eine Preisliste, die nicht stimmt? Genau, nichts, außer widerlicher Pädos mit Koksgewohnheiten (letzteres natürlich nicht gegen meinen Willen, niemals, KOKST SO VIEL IHR KÖNNT, IHR ALTEN AASGEIER). Lasst uns die Minibars zerstören, Freunde, und für immer im schönen, rückenbrechenden Guesthouse schlafen, wo wir Torrents ziehen, Menschen kennen lernen und uns zum Kiffen noch hinten im Garten verstecken müssen.

Meine Kinder werden keinen Spaß im Urlaub haben, ich sag’s euch.

December 19th, 2010 Posted in Urlaub | Comments Off