dsG:reloaded

Veröffentlicht December 18, 2009

Sozusagen mein eigenes kleines Weihnachtsgeschenk: ein neues Theme für mich. Und für B. natürlich, aber den habe ich gar nicht gefragt (was mehr oder weniger an dem spontanen Wunsch lag, endlich mal diese Rotze vom Screen zu hauen). Nicht, dass es tatsächlich ein neues “Theme” wäre. Wie man sehen kann, bin ich beim Back To The Future Theme geblieben.. und so schnell kommt das auch nicht mehr hier weg. Es ist nur eine Art Fortsetzung davon, was vorher hier war. Äh, whatever.

backtothefuture

Ein bisschen bunter ist es geworden. Ich kann mir vorstellen, wie viele Menschen auf dem Minimal-Trip das jetzt furchtbar finden, aber dafür gibt es den Google Reader. Für Interaktivität bleibt ja heutzutage eh kaum noch der Nerv.

Es handelt sich bei diesem Theme übrigens um ein Premium Theme (für 14 €, also durchaus erträglich) von Zidalgo. Ich hab ein bisschen daran gefurwerkelt, bin mir ziemlich sicher, dass hier noch einiges ruckelt und mich das alles noch in den Wahnsinn treiben wird.

Aber morgen ist auch noch ein Tag. Falls euch bis dahin etwas noch Nervigeres auffällt als das Layout selbst, sagt es in den Kommentaren. Peace. Out.

dsG:reloaded · Kategorien: Netzwelt · 16 Kommentare
 
 

Ausdruck Lesung

Veröffentlicht December 16, 2009

Neben unzähligen Weihnachtsfeiern, auf denen ich zu 90% am Ende nackt auf irgendeinem Tisch den Polka tanzte, ungewollten Zahnarztbesuchen die mir das letzte Geld aus der Tasche ziehen, einer Adoptivkatze für die einsamen Feiertage und dem unerträglichen Nasenschleim, der sich nun in den Nebenhöhlen eingenistet hat, passiert eigentlich sonst nicht viel. Das merkt man daran, dass nichts passiert. Und B? Der scheint das Wochenende (vielmehr seinen Geburtstag) nicht überlebt zu haben.

Bevor hier eine Pandemie der Entzugserscheinungen ausbricht: heute gibt’s mich aber trotzdem. In Farbe. Und bunt. Wieso? Weil mein Manager sagt, dass man sich auch mal auf ein Level mit den Fans begeben muss. Ihr wisst schon, die Nähe zu den Fans, dann denken die dass man selbst ja auch ganz normal und bodenständig ist. Die Deppen.

interconnectica

Also. Ihr erinnert euch sicher, Ausdruck, das war das Magazin das Christoph vor Kurzem durch die Blogosphäre geschleudert hat. Es war vor allem konzipiert worden, um meine Großartigkeit zu demonstrieren (die anderen Texte sind nur Lückenfüller und Teaser). Mein Beitrag, Interconnectica, den ich mir übrigens auch nicht aussuchen durfte, ist schlecht vorzulesen und beinhaltet viele Fehler, die unerträglich ist. Deshalb macht es wahrscheinlich umso mehr Spaß, den heute Abend vorzutragen.

“Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist S und ich schwitze gerade mächtig zwischen den Arschbacken.”

Wer also zum kollektiven Live-Durchfall antreten möchte, sei herzlich zu den Festivitäten eingeladen. Hier die Infos:

Mittwoch 16.12. Einlass 20:00 Uhr, Start 20:30
Yuma-Bar
Reuterstraße 63, Berlin

Eintritt frei, Spenden gern gesehen
Weitere Lesegäste: Johnny Haeusler, Herm, Stephie, Marcel Winatschek und Max Winde

Christoph: Ich brauche dir ja nicht das Magazin zuschicken, oder? Ich geb’s dir einfach persönlich.
S: Yo ne is klar, dann bring mal irgendwann vor der Lesung mit.
… das hat ja dann wohl eher nicht funktioniert. ;)

 
 

Sexismus, Bitch.

Veröffentlicht December 11, 2009

1. Shit happens

Im Internet ist es sehr leicht, schnell ein Urteil über andere Menschen zu fällen, weil sie sich virtuell auf eine bestimmte Art und Weise geben. In der Realität ist es dann aber anders: da würde ich den meisten Leuten zwar gerne eine Ohrfeige verpassen – für Sexismus, Rassismus oder was es auch heute wieder ist – aber ich nicke es mit einem traurigen Lächeln ab, “irgendwie können die nichts dafür, es ist das System”. Welchen unterschwelligen Denkfehler hinter Worten stecken, und welche Urteile wir deshalb bilden, das sind alles Themen, die mich zwar betreffen, über die ich aber nicht mein Leben lang nachdenken kann, diese Bürde überlasse ich anderen. Jeder Mensch sollte den Anspruch haben, sich nach seinen eigenen Maßstäben weiterzuentwickeln, in Sachen Charakterstärke, Bildung, Zwischenmenschlichkeit. Jeder lernt im Laufe der Zeit für sich selbst, was richtig und was falsch ist, so auch ich. Ich mache Fehler und sehe Fehler in anderen, ich werde aber niemanden verurteilen, solange ich es nicht verstehe und solange ich keine Lösung sehe. Vielleicht ist das Ignoranz. Aber so ist es halt.

riot

Es ist nicht meine Aufgabe, Superheld zu sein. Und wenn sich Leute über offensichtlich nicht ernsthafte Themen ernsthaft echauffieren, dann mache ich mich – normalerweise – über sie lustig, in dem ich nackt auf ihren Tischen tanze und Holla die Waldfee rülpse.

So ist das in meiner eigenen kleinen, bescheidenen Welt. Und der will ich manchmal schlicht und einfach entkommen: in eine Welt, in der es einfach nur lustig ist, Kommentare zu schreiben, die sinnlos und wertlos sind. In eine Welt, wo nicht jedes Wort nach seiner Ernsthaftigkeit gemessen wird, sondern nach seinem unterhaltungswert. Ist es amüsant, sexistisch oder rassistisch zu sein? Lasst uns alle kurz die Luft anhalten: ja, manchmal ist es das. Nicht, weil die jeweilige Zielgruppe es verdient hat, dass man sich über sie lustig macht, sondern weil man konkret Vorurteile und Klischees bedient, die veraltet und surreal sind und eine Karikatur dessen, was wir in Arroganz gerne mal vorführen möchten. Die meiste Zeit machen wir uns dabei über uns und unsere eigenen Makel lustig. Ich will es anders ausdrücken: dragstripGirl.de, genauso wie alle anderen Blogs die ich davor patroullierte, erhebt keinen Anspruch auf Political Correctness für dumme Menschen. Und wenn wir ernsthafte Kolumnen schreiben wollen, machen wir ein Voluntariat bei der FAZ. Entweder man kann halt darüber lachen, weil man verstanden hat, worum es hier geht, wie es gemeint und dass The Onion keine echte Zeitung ist, oder man findet den Humor dahinter überhaupt nicht gut.

a) Trotzdem kann man uns den Humor nicht absprechen.
b) Trotzdem heisst das nicht, dass man uns – als Menschen – auf unsere Texte reduzieren könnte.
c) Trotzdem lassen wir uns gerne auf Kritik ein, und wollen versuchen, bei all dem klar zu vermitteln, dass wir absichtlich übertreiben, polarisieren und provozieren, um gewisse Reaktionen zu erhalten.

2. Shit happened

Here’s the thing: B. hat vor kurzem einen Beitrag über “lesbische Liebe” veröffentlicht und das hat, naja, ein bisschen Aufsehen auf feministisch positionierten Blogs erregt. Seht ihr, wenn es nur darum ginge: kein Problem. Wir kommen mit Kritik klar. Aber ich bin mega enttäuscht von dem, was es eigentlich war: nämlich ausschließlich Hetzerei. B wollte zwischenzeitlich den Beitrag runternehmen, dann hat er ihn passwortgeschützt, und das alles hat mich einfach echt wütend gemacht: wo sind wir denn hier? Ja, wir haben darum gebeten, dass die Posts über Bs Beitrag doch bitte runtergenommen werden. Aber nicht wegen der angeblichen Kritik, sondern weil wir keinen Bock, keine Zeit und keine Energie haben uns mit männerfeindlichen und völlig taktlosen, manchmal geradezu aggressiven und beleidigenden Kommentare & E-Mails zu beschäftigen. Dieser vemeintlich kritische Beitrag ist nun auch wieder online, samt Link zu uns. Wisst ihr was? Ich spare mir einen Link zu euch, ich brauch keine wütende Horde auf euch zu hetzen. Ihr könnt schon stolz drauf sein, dass ihr hier überhaupt eine Reaktion provoziert habt. Und das hauptsächlich, weil ich mich für euch schäme.

Aber ich bin nicht nur wütend, ich bin auch verunsichert. Weil ich nicht weiß, wie ich reagiert hätte, wenn der Beitrag irgendwo anders erschienen wäre. Weil ich nicht weiß, ob die Kritik nicht doch irgendwo Hand und Fuß hat und ich B. jetzt vielleicht selbst kritisieren muss– es nur nicht tue, weil ich ihn kenne. Und weil ich selbst darüber gelacht habe. Darüber gelacht. Als Frau. Als Frau, die durchaus für das Thema Sexismus sensibilisiert ist. Als Frau, die selbst das Kotzen bekommt, wenn irgendwelche dummen Kühe mitten auf einer Party stehen und sich gegenseitig den Rachen klären, damit sie am Ende des Abends den richtigen Macho mit nach Hause nehmen können (wobei ich  als unmündiges Wesen ja nur wütend werde, weil die besten Typen ja dann weg sind. Wo ist eigentlich mein Zuhälter?).

Ja, ich sehe es ein: Der Beitrag kann voll missverstanden werden, weil er pauschalisiert und damit in ein sexistisches Licht rückt. Aber: Der Text entwertet, egal wie man es dreht und wendet, nicht den sexuellen Akt zweier Frauen. Im Text wird auch nicht behauptet, dass lesbischer Sex nur da ist, um Männerfantasien zu beglücken, sondern dass Männer manchmal Idioten sind, weil sie ihren sexuellen Fantasien so nachhängen  (und da frage ich mich, aha, es ist also sexistisch, wenn man sich zwei Frauen beim Sex vorstellt, aber es ist wohl nicht sexistisch, wenn man einen Mann dafür verurteilt?).

Und jetzt ist da diese Allround-Entschuldigung: war ja nur Spaß. Und die wird natürlich nicht angenommen, weil wir wissen, dass solche Späße sich durch unsere Gesellschaft ziehen und in Generationen voller emotionaler Flachwichser enden, die Frauen wie Dreck behandeln– und nicht zu vergessen in Generationen von Frauen, die sich mit Stolz und Ehre auch wie Dreck behandeln lassen. Aber hier noch mal, damit ihr versteht, wieso diese Entschuldigung trotzdem stehen bleibt: weil wir hier keine zwölfjährigen Machos erziehen, sondern unsere Leser für intelligent genug halten, Fakt und Fiktion unterscheiden zu können. Das sind dieselben Leute, die sich kritisch mit Journalismus, Politik und Wirtschaft auseinandersetzen können. Und die, die es nicht können, die sich denken: “uhu, die sind voll sexistisch, das ist genau meine Liga”? Die wollen wir weder als Leser, noch als Kommentatoren, noch als Freunde. Und WIR können ihnen auch nicht mehr helfen.

Man, stellt euch mal vor, ihr hättet diese Kritik einfach mal anständig und ohne die Gewalt in den Wörtern geäußert– ich hätte mich darüber gefreut, und hätte entsprechend reagiert. Ich hätte mich so gerne auf eine Diskussion darüber eingelassen, wie sehr man sich mit der Kunst aus dem Fenster lehnen kann, wie dehnbar der Begriff des Humors ist und ob wir hier eine gesellschaftliche Verantwortung tragen, mit der wir umgehen müssen. Diese Diskussion führe ich stattdessen jetzt hier alleine, wütend und enttäuscht. Und wenn B. sagt, ok, lasst uns doch einfach einen Austausch führen, ich telefonier auch mit euch, ich mail euch meine Ansicht und lasse mich eines besseren belehren, aber verdammt, REDET EINFACH MIT MIR BEVOR IHR MICH SO RUNTERBUTTERT, dann wird das komplett abgeschmettert: nee, mit so einem wie dir reden wir nicht.

Ich fühle mich ja schon als Frau absolut von euch angegriffen, da frage ich mich, wie sich B. jetzt fühlt? Ein Typ, einer von sehr wenigen, der jeden Menschen, egal ob schwul, lesbisch, Mann, Frau, Furry oder Australier, in erster Linie als Mensch sieht, und nicht aufhören kann, das in jeder Situation des Lebens zu zeigen und zu betonen?

Ja, stimmt, woher sollt ihr das wissen? Ihr kennt ihn ja nicht. Und trotzdem habt ihr ihn eingehend als schlechten, sexistischen Typen beschrieben, weil er sich einmal über seine eigenen idiotischen Gedanken lustig gemacht hat, weil er ausgesprochen hat, was viele Typen denken und auch DAS als idiotisch darstellen konnte (und im Prinzip damit auf der Seite einer jeden Frau steht, die sich davon angegriffen oder beleidigt fühlen könnte).

3. Yeah, whatever

Also, wir fassen zusammen: ja, man konnte den Beitrag falsch verstehen. Und der Beitrag liefert genug Munition, um kritisiert zu werden. Ich kann aber nur nochmal betonen: das wurde er nicht. Er wurde nicht kritisiert. Es wurde einfach damit abgehakt, dass man sagte, ok, der B, der muss Sexist sein, und das ist ja abartig.

Merkt ihr was? Merkt ihr, dass ihr gerade etwas kritisiert, was ihr selbst nicht besser macht? Ihr verurteilt UNSERE Verurteilung auf derselben non-basis, mit dem selben Fehler, den wir angeblich gemacht haben! Und der wesentliche Unterschied? EURE Plattformen, Magazine, Blogs, whatever, HABEN TATSÄCHLICH DEN ANSPRUCH ERNST GENOMMEN ZU WERDEN.

… können wir das kurz einsacken lassen, ja? Wir haben mit dragstripGirl.de einen Blog aufgezogen, der manchmal ernste, manchmal intelligente, manchmal saudumme und meistens einfach völlig belanglose Themen behandelt, aber niemals, kein einziges Mal haben wir den Anspruch erhoben ernst genommen zu werden. Wir haben uns diese Verantwortung NIEMALS aufgebürgt, niemals. Aber ihr bezeichnet euch als Informanten, als starke, intelligente Frauen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen und sich Moral auf die Fahne geschrieben haben. Ihr habt ganz andere Leser als wir, und ihr werdet auch ganz anders wahrgenommen. Das ist auch verdammt gut so, und wir wollen euch eure Autorität da keinesfalls absprechen.

Ich habe nichts dagegen, wenn man uns scheisse findet, dass ist das gute Recht eines jeden. Ich lasse da auch gerne mit mir reden, und wenn ich merke, okay, ich habe hier meine eigenen Prinzipien über Bord geworfen und einen Fehler gemacht, dann stehe ich auch dazu und versuche das zu korrigieren. Zum Beitrag selbst kann ich nur nochmals betonen: ja, kritikwürdig. Nein, er wurde nicht angemessen kritisiert. Aber: Wisst ihr, was hier für Hatemail und obszöne Kommentare angekommen sind? Und ihr beschwert euch über UNSERE Kommentatoren? Nein, das hat nichts mit Zensur zu tun, das hat was mit einer gewissen Etikette zu tun, und ich lasse mich von niemandem beleidigen oder anschreien, der nicht verstanden hat, worum es geht.

Nochmal: der nicht verstanden hat, worum es geht.

Der nicht verstanden hat, worum es geht.

Worum es geht.

 
 

Corporate Blog

Veröffentlicht December 3, 2009

Es gibt einige Dinge im Leben, die ignoriert man so lange, bis sie einfach im Nebel der Nichtigkeiten verschwinden: Kummer. Depressionen. Herpes. Ihr wisst, was ich meine. Auch ich, trotz meiner unverkennbaren Genialität und umwerfenden Schönheit, habe da ein paar Anliegen in letzter Zeit verdrängt: Die Mitesser auf meiner Nase. Die Mitesser in meiner WG. Meinen Chef. Ihr wisst schon.

Und dann ist da noch das Thema “Blogs”, vielleicht auch “BlogBlues“, oder “Metadiskussion zu Blogs”. Und das Thema “Arbeit”, auch genannt “Sklaverei”, vielleicht auch vielmehr “Prostitution”. Die Leute kommen und fragen, “Hey S, was machst du eigentlich den ganzen Tag, und wieso verbringst du so viel Zeit im Internet? Hast du etwa kein Leben? Trägst du Kopftuch oder so? Bist du zu fett um aus dem Haus zu gehen?” Und jedesmal muss ich verschämt zur Seite blicken und leise murmelnd antworten: “Nein man.. ich bin… ich arbeite im Online-Marketing”. Bäm.

working-lady

Eine Frau fällt in Ohnmacht, nachdem sie einen lauten Schrei des Entsetzen ausstößt. Die anderen treten einen Schritt zurück, irgendwie wissen sie nicht, was sie mit dieser Ansage anfangen sollten. Einige beginnen zu tuscheln, andere lachen. Alles in allem wenden sie sich ab, und meine Erklärungsversuche gehen unter. Ja, ich wäre auch lieber wieder fett. Ich schäme mich. Wie kann ich nur meine Internetkenntnisse, die mir Pro-Bono von anderen Bloggern und der ganzen Community so warmherzig und selbstlos beigebracht wurden, einfach so verkaufen? A fucking sell-out, that’s what it is.
[Weiterlesen]

 
 

Ausdruck

Veröffentlicht November 4, 2009

Lieblingsblogger Jeriko hat ein Stück Blog-History in einem unglaublich schicken PDF konserviert. Es nennt sich “Ausdruck“, und ich erwähne es hier nicht nur, weil auch ein Beitrag von mir drin ist, den ich nicht mehr auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen durfte.

Nicht nur wegen mir, aber hauptsächlich, wohlgemerkt.

Vielen Dank, Jeriko, dass ich ein Teil davon sein sollte. An alle anderen: reinziehen und das letzte bisschen Blogkultur noch miterleben, bevor Twitter die Weltherrschaft übernimmt. Übrigens melde ich mich hiermit als Interessent für eine Printausgabe und bin dafür, dass du eine PayPal-Spendenbox aufmachst.

 
 

B’s Got Back

Veröffentlicht October 13, 2009

Ihr denkt, ich stünde hier alleine auf weiter Flur mit meinen weltenzerstörenden Gedanken und mit dem epischen Kopfkino. Ihr denkt, ihr könntet das aus der Distanz beobachten und einfach behaupten: S, du hast ne große Klappe, und deine Welt ist so bizarr wie ein Heavy Metal Orchester beim Weltfriedensbankett! Ihr denkt, dass sich das Abseits der Normalität befindet, Sperrmüll des Internets, nichts besonderes, und doch kommt ihr immer wieder her und schaut angeblich gähnend zu, wie hier etwas in die Luft fliegt… und ihr habt recht. Hier geht bald was hoch.

Wir sind jetzt nämlich zu zweit.

S&B

B. Der Typ, der seinen Saft an der Bettkante abwischt, bevor sie es merkt. Der Typ, der nackt mit einem Laserschwert bewaffnet auf einer Balkan Beats Party seinen Puller kreisen lässt. Der Typ, der genau dann auf’s Maul fliegt, wenn das glorreichste Tor aller Zeiten geschossen wird.

B. Eine Inspiration, ein Gerücht, eine Legende, eine Saufmaschine und ein Kettenraucher. B, der Typ, der euch damals schon den Schädel zerbombt hat, mit seinen Texten, mit seinen Lügen, mit seiner Hardcore-Awesomeness.

Zusammen sind wir S&B , und zu einem dragstripGirl kommt noch ein dragstripDude dazu, so, wie es sich gehört. B, mein Sidekick, mein Fight Club und mein Popstar. Damn B, lass mal hier was abbrennen und so.

 
 

dragstripGirl meets septemberRAVE

Veröffentlicht August 26, 2009

Nach einigen Tagen der fleißigen Posts über nichtige und wichtige Dinge, die meinen Alltag berühren, will ich kurz rekapitulieren, kurz durchatmen. Das, was bei septemberRAVE.com zurückgelassen wird, ist nicht vorbei. Das war auch nicht der Grundgedanke dahinter, die Seite zu schließen.

S.

Im Gegenteil. In meiner Welt mögen Tugenden wie Ehrlichkeit, Geduld und Großzügigkeit zwar tendenziell vorkommen, aber viel schöner sind die Worte, die all das umgeben. Dinge, Zustände, Gefühle, Momente beschreiben- das ist all das, was mich befreit, von genau dem Alltag, den ich so willkürlich hier Preis gebe. Es gibt so eine Unmengen an schöner, faszinierender und bewegender Literatur, die mich jeden Tag auf’s Neue bannt. Ich wüsste nicht, was ich ohne Worte machen sollte. Manchmal glaube ich, dass ich tatsächlich stumm bin, und meine Stimme lediglich ein Mittel ist, um meine Bedürfnisse zu äußern. Das Schreiben nimmt diese Stummheit von mir. Es sind nicht mehr (ausschließlich) Bedürfnisse, die herausfließen, es sind die Grundzüge einer Persönlichkeit.

In gewisser Art und Weise war das alles mit gewisser Distanz und Kühlheit betrachtet. Das, was man auf einem Blog postet, hat nichts mit persönlichen Erlebnissen zu tun. Im Gegenteil; eigentlich ist das hier, dieses kleine Projekt, so viel intimer, weil es tatsächlich das betrifft, was ich jeden Tag sehe und höre und denke. Weil all das zu dem summiert wird, was letztendlich in meinem Kopf explodiert und aus meinen Fingern blutet: Worte, die beschreiben, was diese Dinge eigentlich in mir anrichten.

Ich will nicht, dass sich das verändert. Das könnte ich auch nicht. Andererseits möchte ich gleichzeitig einen Weg finden, eben diese Distanz wirklich sichtbar aufrecht zu erhalten. Ich will nicht, dass man ein etwas abstrakteres, nunja, “Werk” liest, und dann mit dem Finger auf mich zeigt und sagt: “Hey S., das bist du. Ich weiß, wie du tickst, ich weiß, was du fühlst”. Denn so ist es nicht. Es sind Geschichten, die erzählt werden, ganz kleine Momentaufnahmen aus einer lebhaften Fantasie.

Wenn man nur darüber denkt, wie viele intelligente und scharf denkende Leute mich durch meine Zeit bei septemberRAVE hinweg begleitet haben! Speziell BastiH, dem ich so viel zu verdanken habe – so viel Einsicht, so viele großartige Texte, so viele hilfreiche, amüsante oder einfach nur gute Kommentare. Oder Sven, der immer wieder mit seinem Zeug schockt. Es gibt noch so viele Leute, die ich hier aufzählen könnte, aber es reicht einfach nicht, das alles hinter mir zu lassen. Was man manchmal braucht, wenn man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht: einen Abschluss. Ein Resumé, “was bisher geschah”.

septemberRAVE, bzw. der Vorgänger, der damals noch auf wordpress.com lag, ist in einer Phase meines Lebens entstanden, wo nichts klar war. Ein Chaos, ein innerer Tumult. Langsam hat sich etwas entwickelt, mit dem ich mich gar nicht mehr identifizieren wollte: septemberRAVE wurde zu einer Flucht für all das, was ich nicht aussprechen konnte. Das war auch vollkommen okay so, aber jetzt muss ich diese Konfrontation auch in mein Leben bringen, und nicht nur in einem anonymen (oder mehr oder weniger anonymen) Raum offen diskutiert werden lassen.

Zwei Dinge werden passieren: 1. Ich werde die Dinge, die ich sonst immer aus mir “herausgeschrieben” habe, nicht nur herausschreiben, sondern tatsächlich bewältigen. 2. Ich werde das, was daraus resultiert, die Kreativität, die dabei ausbricht, in echte Texte umwandeln.

Ich will einen Teil, den (überheblich genannten) “literarischen” Teil, hier fest integrieren. Aber diesmal richtig, diesmal mit Distanz. Mit etwas mehr Horizont. Ein Schritt, der erstmal unmöglich erscheint, wenn man den Raum bedenkt, wenn man den Zustand dieser Seite bedenkt… aber ich glaube, ich kann das sogar hinkriegen. Auch das ist etwas, was ich brauche, um mich nicht selbst hängen zu lassen.

So, und wenn das jetzt verwirrend war, dann solltet ihr öfter mal meinen Hirngespinsten hallo sagen.

 
 

Introducing

Veröffentlicht August 18, 2009

Ich bin mir ziemlich sicher, es gibt einen Grund für diese Blogarmut. Anfangs hatte ich ja noch die Theorie, dass es sich dabei um die unmittelbaren Konsequenzen der Finanzkrise handelt. Arbeitnehmer, die vor einigen Monaten noch mit konsequentem Halbwissen an ihrem Arbeitsplatz trumpfen konnten, hatten ja auch mehr Zeit, ihre Gedanken in die Netzwelt herauszuschreien, während der Chef mit der Sekretärin den nächsten Abstecher in die Karibik plante (“kurzfristiger Auftrag, Schatz!”). Tja, und jetzt, wo die Sekretärin gekündigt ist und die spontanen Kurztrips aus offensichtlichem Mangel ausfallen, hat auch der Chef nichts mehr zum schreiben.

Auch bei mir ist eine gewisse Blogfaulheit eingetreten, obwohl es dem Schreiben selbst keinen Abbruch tut. Das liegt zum größten Teil dann wohl an Alice.

© kowitz

© kowitz

Alice ist weder eine neue Katze, eine neue beste Freundin noch der Spitzname meiner linken Brust. Alice ist das Unternehmen, von dem wir Internet zapfen… moment, falsch. Von dem wir Internet zapfen sollten. Denn bisher ist nicht viel vom virtuellen Lebenssaft bei mir angekommen. Alle drei Sekunden bricht die Leitung komplett zusammen. Man möchte meinen, ich bin verantwortlich für jeden hochgeladenen Torrent der letzten drei Jahre, so belastend, wie sich meine Google-Suche hier anstellt. Aber nein, es ist durchaus Alice.

… wo wir wieder bei der Finanzkrise wären. Sicher, denen ist jetzt bestimmt das Internetbenzin ausgegangen, und wer muss mal wieder darunter leiden! Aha, genau, die Steuerzahler. Die sind völlig empört über Geschwindigkeit, Zensur und Demokratie und rächen sich spätestens zu den Bundestagswahlen bei Zensursula und Co. Bei so viel Wut und Unverständnis bleibt eben keine Zeit mehr zum bloggen. Da wird maximal getwittert und Verschwörung geschrien. Und jeder kocht sich sein eigenes kleines Süppchen auf dem Krisenherd.

Worum es bei diesem Beitrag geht? Eigentlich ganz einfach: Darum, dass es tatsächlich einer Aktion braucht, um wieder mehr als 140 Zeichen auf die Tasten zu bringen. Für dragstripgirl.de soll es gar keine Ansprüche geben, was das betrifft. Das hier, das ist gar kein Blog. Das ist auch kein Magazin. Es ist vielmehr eine Sammlung an denkwürdigen Dingen, und das hier, das war womöglich der längste (halbwegs) zusammenhängende Text, der hier stehen wird. Ohne die Metadiskussion würde das Internet, und das Bloggen selbst, auch wenig Sinn machen.

Introducing · Kategorien: Ohne Worte · 3 Kommentare
 
 

dragstripGirl

Veröffentlicht August 17, 2009

DragstripGirl hat absolut keine Bedeutung. Auf der Suche nach einem wahllosen Domainnamen bin ich über einen ziemlich eintönigen, aber trotzdem ohrwurmigen Song gestoßen. Dragstrip Girl. Dabei hat dieser Blog gar nichts mit einem Girl zu tun oder mit einem Dragstrip. Vielmehr mit einer gewissen Schnelligkeit und Brisanz an Neuigkeiten und Dingen, die irgendwie, irgendwo, irgendwann passiert sind oder passieren, und nicht zuletzt, noch passieren werden.

1796

Vielleicht passt es also doch. Auf dem Weg dahin werden wir entdecken, was dieses Medium eigentlich darstellen soll. Wer mitmachen möchte, ist dazu eingeladen und aufgefordert. Diese Metadiskussion ist völlig überflüssig, nun, da wir alles wissen. Later skater.

dragstripGirl · Kategorien: Musik · Ein Kommentar
 
 
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