"Girl gone wide."


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Posts tagged metadiskussion

Lieblingsblogger Jeriko hat ein Stück Blog-History in einem unglaublich schicken PDF konserviert. Es nennt sich “Ausdruck“, und ich erwähne es hier nicht nur, weil auch ein Beitrag von mir drin ist, den ich nicht mehr auf Rechtschreibung und Grammatik überprüfen durfte.

Nicht nur wegen mir, aber hauptsächlich, wohlgemerkt.

Vielen Dank, Jeriko, dass ich ein Teil davon sein sollte. An alle anderen: reinziehen und das letzte bisschen Blogkultur noch miterleben, bevor Twitter die Weltherrschaft übernimmt. Übrigens melde ich mich hiermit als Interessent für eine Printausgabe und bin dafür, dass du eine PayPal-Spendenbox aufmachst.

by yeahs in (Pop)Kultur


Ihr denkt, ich stünde hier alleine auf weiter Flur mit meinen weltenzerstörenden Gedanken und mit dem epischen Kopfkino. Ihr denkt, ihr könntet das aus der Distanz beobachten und einfach behaupten: S, du hast ne große Klappe, und deine Welt ist so bizarr wie ein Heavy Metal Orchester beim Weltfriedensbankett! Ihr denkt, dass sich das Abseits der Normalität befindet, Sperrmüll des Internets, nichts besonderes, und doch kommt ihr immer wieder her und schaut angeblich gähnend zu, wie hier etwas in die Luft fliegt… und ihr habt recht. Hier geht bald was hoch.

Wir sind jetzt nämlich zu zweit.

S&B

B. Der Typ, der seinen Saft an der Bettkante abwischt, bevor sie es merkt. Der Typ, der nackt mit einem Laserschwert bewaffnet auf einer Balkan Beats Party seinen Puller kreisen lässt. Der Typ, der genau dann auf’s Maul fliegt, wenn das glorreichste Tor aller Zeiten geschossen wird.

B. Eine Inspiration, ein Gerücht, eine Legende, eine Saufmaschine und ein Kettenraucher. B, der Typ, der euch damals schon den Schädel zerbombt hat, mit seinen Texten, mit seinen Lügen, mit seiner Hardcore-Awesomeness.

Zusammen sind wir S&B , und zu einem dragstripGirl kommt noch ein dragstripDude dazu, so, wie es sich gehört. B, mein Sidekick, mein Fight Club und mein Popstar. Damn B, lass mal hier was abbrennen und so.

by yeahs in Ohne Worte


Nach einigen Tagen der fleißigen Posts über nichtige und wichtige Dinge, die meinen Alltag berühren, will ich kurz rekapitulieren, kurz durchatmen. Das, was bei septemberRAVE.com zurückgelassen wird, ist nicht vorbei. Das war auch nicht der Grundgedanke dahinter, die Seite zu schließen.

S.

Im Gegenteil. In meiner Welt mögen Tugenden wie Ehrlichkeit, Geduld und Großzügigkeit zwar tendenziell vorkommen, aber viel schöner sind die Worte, die all das umgeben. Dinge, Zustände, Gefühle, Momente beschreiben- das ist all das, was mich befreit, von genau dem Alltag, den ich so willkürlich hier Preis gebe. Es gibt so eine Unmengen an schöner, faszinierender und bewegender Literatur, die mich jeden Tag auf’s Neue bannt. Ich wüsste nicht, was ich ohne Worte machen sollte. Manchmal glaube ich, dass ich tatsächlich stumm bin, und meine Stimme lediglich ein Mittel ist, um meine Bedürfnisse zu äußern. Das Schreiben nimmt diese Stummheit von mir. Es sind nicht mehr (ausschließlich) Bedürfnisse, die herausfließen, es sind die Grundzüge einer Persönlichkeit.

In gewisser Art und Weise war das alles mit gewisser Distanz und Kühlheit betrachtet. Das, was man auf einem Blog postet, hat nichts mit persönlichen Erlebnissen zu tun. Im Gegenteil; eigentlich ist das hier, dieses kleine Projekt, so viel intimer, weil es tatsächlich das betrifft, was ich jeden Tag sehe und höre und denke. Weil all das zu dem summiert wird, was letztendlich in meinem Kopf explodiert und aus meinen Fingern blutet: Worte, die beschreiben, was diese Dinge eigentlich in mir anrichten.

Ich will nicht, dass sich das verändert. Das könnte ich auch nicht. Andererseits möchte ich gleichzeitig einen Weg finden, eben diese Distanz wirklich sichtbar aufrecht zu erhalten. Ich will nicht, dass man ein etwas abstrakteres, nunja, “Werk” liest, und dann mit dem Finger auf mich zeigt und sagt: “Hey S., das bist du. Ich weiß, wie du tickst, ich weiß, was du fühlst”. Denn so ist es nicht. Es sind Geschichten, die erzählt werden, ganz kleine Momentaufnahmen aus einer lebhaften Fantasie.

Wenn man nur darüber denkt, wie viele intelligente und scharf denkende Leute mich durch meine Zeit bei septemberRAVE hinweg begleitet haben! Speziell BastiH, dem ich so viel zu verdanken habe – so viel Einsicht, so viele großartige Texte, so viele hilfreiche, amüsante oder einfach nur gute Kommentare. Oder Sven, der immer wieder mit seinem Zeug schockt. Es gibt noch so viele Leute, die ich hier aufzählen könnte, aber es reicht einfach nicht, das alles hinter mir zu lassen. Was man manchmal braucht, wenn man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht: einen Abschluss. Ein Resumé, “was bisher geschah”.

septemberRAVE, bzw. der Vorgänger, der damals noch auf wordpress.com lag, ist in einer Phase meines Lebens entstanden, wo nichts klar war. Ein Chaos, ein innerer Tumult. Langsam hat sich etwas entwickelt, mit dem ich mich gar nicht mehr identifizieren wollte: septemberRAVE wurde zu einer Flucht für all das, was ich nicht aussprechen konnte. Das war auch vollkommen okay so, aber jetzt muss ich diese Konfrontation auch in mein Leben bringen, und nicht nur in einem anonymen (oder mehr oder weniger anonymen) Raum offen diskutiert werden lassen.

Zwei Dinge werden passieren: 1. Ich werde die Dinge, die ich sonst immer aus mir “herausgeschrieben” habe, nicht nur herausschreiben, sondern tatsächlich bewältigen. 2. Ich werde das, was daraus resultiert, die Kreativität, die dabei ausbricht, in echte Texte umwandeln.

Ich will einen Teil, den (überheblich genannten) “literarischen” Teil, hier fest integrieren. Aber diesmal richtig, diesmal mit Distanz. Mit etwas mehr Horizont. Ein Schritt, der erstmal unmöglich erscheint, wenn man den Raum bedenkt, wenn man den Zustand dieser Seite bedenkt… aber ich glaube, ich kann das sogar hinkriegen. Auch das ist etwas, was ich brauche, um mich nicht selbst hängen zu lassen.

So, und wenn das jetzt verwirrend war, dann solltet ihr öfter mal meinen Hirngespinsten hallo sagen.

by yeahs in Ohne Worte


Ich bin mir ziemlich sicher, es gibt einen Grund für diese Blogarmut. Anfangs hatte ich ja noch die Theorie, dass es sich dabei um die unmittelbaren Konsequenzen der Finanzkrise handelt. Arbeitnehmer, die vor einigen Monaten noch mit konsequentem Halbwissen an ihrem Arbeitsplatz trumpfen konnten, hatten ja auch mehr Zeit, ihre Gedanken in die Netzwelt herauszuschreien, während der Chef mit der Sekretärin den nächsten Abstecher in die Karibik plante (“kurzfristiger Auftrag, Schatz!”). Tja, und jetzt, wo die Sekretärin gekündigt ist und die spontanen Kurztrips aus offensichtlichem Mangel ausfallen, hat auch der Chef nichts mehr zum schreiben.

Auch bei mir ist eine gewisse Blogfaulheit eingetreten, obwohl es dem Schreiben selbst keinen Abbruch tut. Das liegt zum größten Teil dann wohl an Alice.

© kowitz

© kowitz

Alice ist weder eine neue Katze, eine neue beste Freundin noch der Spitzname meiner linken Brust. Alice ist das Unternehmen, von dem wir Internet zapfen… moment, falsch. Von dem wir Internet zapfen sollten. Denn bisher ist nicht viel vom virtuellen Lebenssaft bei mir angekommen. Alle drei Sekunden bricht die Leitung komplett zusammen. Man möchte meinen, ich bin verantwortlich für jeden hochgeladenen Torrent der letzten drei Jahre, so belastend, wie sich meine Google-Suche hier anstellt. Aber nein, es ist durchaus Alice.

… wo wir wieder bei der Finanzkrise wären. Sicher, denen ist jetzt bestimmt das Internetbenzin ausgegangen, und wer muss mal wieder darunter leiden! Aha, genau, die Steuerzahler. Die sind völlig empört über Geschwindigkeit, Zensur und Demokratie und rächen sich spätestens zu den Bundestagswahlen bei Zensursula und Co. Bei so viel Wut und Unverständnis bleibt eben keine Zeit mehr zum bloggen. Da wird maximal getwittert und Verschwörung geschrien. Und jeder kocht sich sein eigenes kleines Süppchen auf dem Krisenherd.

Worum es bei diesem Beitrag geht? Eigentlich ganz einfach: Darum, dass es tatsächlich einer Aktion braucht, um wieder mehr als 140 Zeichen auf die Tasten zu bringen. Für dragstripgirl.de soll es gar keine Ansprüche geben, was das betrifft. Das hier, das ist gar kein Blog. Das ist auch kein Magazin. Es ist vielmehr eine Sammlung an denkwürdigen Dingen, und das hier, das war womöglich der längste (halbwegs) zusammenhängende Text, der hier stehen wird. Ohne die Metadiskussion würde das Internet, und das Bloggen selbst, auch wenig Sinn machen.

by yeahs in Ohne Worte


DragstripGirl hat absolut keine Bedeutung. Auf der Suche nach einem wahllosen Domainnamen bin ich über einen ziemlich eintönigen, aber trotzdem ohrwurmigen Song gestoßen. Dragstrip Girl. Dabei hat dieser Blog gar nichts mit einem Girl zu tun oder mit einem Dragstrip. Vielmehr mit einer gewissen Schnelligkeit und Brisanz an Neuigkeiten und Dingen, die irgendwie, irgendwo, irgendwann passiert sind oder passieren, und nicht zuletzt, noch passieren werden.

1796

Vielleicht passt es also doch. Auf dem Weg dahin werden wir entdecken, was dieses Medium eigentlich darstellen soll. Wer mitmachen möchte, ist dazu eingeladen und aufgefordert. Diese Metadiskussion ist völlig überflüssig, nun, da wir alles wissen. Later skater.

by yeahs in Musik