Dass ich meine Best of 2011 Liste noch nicht fertig habe ist vielleicht der glücklichste Umstand des Jahres, denn er erlaubt mir, auch das letzte Mixtape von The Weeknd in meinem Jahresabschluss zu berücksichtigen. Und irgendwie ist das auch der entsprechend perfekte Ausklang für 2011, wo das Jahr doch mit so viel Liebe zu House of Balloons startete und bei Thursday einen kleinen Knick nach unten hatte. Nachdem ich das Mixtape auf einer vierstündigen Zugfahrt mal um mal hören konnte, ohne dass mir ein einziges Mal langweilig wurde oder ich mich ärgern musste, wird klar: The Weeknd ist nicht nur ein großartiger Meister des R&B, er ist auch mein persönlicher Künstler des Jahres. Love, Love, Love. Zum Download.
Zwischen dem ganzen überwältigenden Kram, der im Jahre 2011 veröffentlicht wurde, finden sich auch immer wieder Neuentdeckungen alter Zeiten. Darunter Dinge, die untergegangen sind, oder Klassiker, die alle Jahre wieder aufleben. Einige dieser Songs habe ich dieses Jahr öfter gehört als je zuvor, und bevor sie untergehen: hier meine kleine Top 10 aller Songs, die ich dieses Jahr am liebsten gehört habe, obwohl sie nicht dieses Jahr erschienen sind.
(Und by the way lässt sich ja auch ganz gut das allzu wunderbare “everyone’s mixtape” ausprobieren. Es ist ein Segen und ich wünsche den Erfindern unendliche Simultanorgasmen.)
Wie ich letztens schon erwähnte, war ich eines Abends sehr kurz davor, einen bahnbrechenden Erfolg des musikalischen Zusammenspiels hinzulegen. Die Epiphanie kam zwar und manifestierte sich so, dass ich sie nicht mehr los wurde, doch leider waren meine tatsächlichen Fähigkeiten zu eingeschränkt um den Ansprüchen meines inneren Genies zu genügen.
Dennoch wollte ich der Welt nicht vorenthalten, was sich an diesem Abend in meiner Seele zusammenbraute. Ich hatte ständig das Bild (und, zugegeben, den Geruch) einer Rauchwolke vor mir – eine, die so dick ist, dass man sich reinlegen kann. Eine, die zum schweben einlädt, wo die Füße anfangen zu kribbeln und der Bauch so tut, als hätte man gerade eine Dauerkarte zum Achterbahnfahren gelöst. Dieses Gefühl, vom ersten Zug bis zum letzten Versuch, seine Sinne zu ordnen, wenn plötzlich die Synapsen durchpeitschen und Dinge sogleich klar und verworren sind und die Augen auf Halbmast hängen; das ist das Gefühl, welches nach einem entsprechenden Soundtrack verlangt.
Im ersten Akt ist ein grinsender Protagonist zu beobachten. Man ist mit einer entspannten, geradezu schleichenden Aufregung erfüllt. Vorfreude. Eine gewisse Leichtigkeit. Der zweite Akt erzählt schon klar und deutlich die Geschichte, auf die man sich gefreut hat. Der erste Kontakt mit dem Gefühl, dass der Kopf langsamer wird, die Muskeln ihre Steifheit verlieren und das Kopfkino sich einschaltet. Der dritte Akt taucht die Wolke in ein dunkles schwarz, eine düstere Atmosphäre sozusagen, die die Stimmung dieses besonderen Augenblicks wieder geben soll. Das hier, das weiß man jetzt, ist keine Fressattacke, keine freundschaftliche Kommunikation, keine Lust auf Aktivität- das ist jetzt Lähmung. Im vierten Akt sind wir am Höhepunkt unserer Gedanken angekommen, wo alles ineinander verschwimmt, die Zeit stehen bleibt und die Sekunden sich wie Kaugummi in die Unendlichkeit strecken. Im fünften und sechsten Akt kommen wir langsam zurück, diese beiden Akte sind untrennbar, müssen sozusagen fließend ineinander übergehen, um einen Rückfall oder negative Rückschlüsse auf den kleinen Flug auszuschließen. Am Ende des sechsten Aktes sehen wir uns blinzelnd um, und fragen uns, was eigentlich in den letzten Stunden passiert ist.
Im Übrigen ist der thematische Zusammenhang kein besonderer; er dient vor allem der Repräsentation meines derzeitigen Lieblingssounds, der vor allem von einer gewissen Atmosphäre bestimmt wird und genreübergreifend wie ein Virus durch das Internet-Land zieht.
PS: das Grooveshark Widget ist ja mal richtig, richtig mies. Falls jemand eine Alternative zum Einbetten kennt, holla at your girl.
Ich weiß es, ich hatte etwas negatives über das jüngst erschienene A$AP Rocky Mixtape gesagt, hatte es abgewertet, weil ich ungeduldig war. Weil ich schnell schnell schnell noch mehr von dem Pe$o Shit haben wollte, mehr von den Klassikern, die direkt reingehen und sitzen bleiben und sich manifestieren. Die unmittelbaren Banger, sozusagen. Was ich aber noch lernen muss (und was mir LiveLoveA$AP innerhalb weniger Tage beibringen konnte): Geduld in zweierlei Anliegen.
Geduld 1: Manche Tracks müssen sich entfalten. Sie müssen aufmerksam studiert werden, sie müssen zum richtigen Augenblick einsetzen, sie müssen auch mal an einen Punkt kommen, wo sie ihre Stärke beweisen können. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, und es ist auch Geschmackssache. Aber es ist möglich, dass ich diesen Teil gerne zugunsten der Exzellenz fallen lassen. Exzellenz relativiert – Pe$o ist exzellent. Das heisst aber nicht, das der Rest nicht gut ist.
Geduld 2: LiveLoveA$AP ist ein Mixtape. Das bedeutet: die ersten Tracks, die je aus der Schmiede von A$AP Rocky und seinem Mob gekommen sind. Das heisst: hier feiert der Hype des Internets wieder irgendwas, was noch nicht mal genau definiert ist. Das könnte auch schnell ein J.Cole werden (um Himmels willen), jemand, der absolutes Potenzial bis zum ersten Album verschenkt, abhebt und denkt, er wäre THE SHIT, jeden einzelnen seiner Beat für die LP SELBST produziert und am Ende kläglich versagt. Es ist ein Mixtape. Es darf fehlerhaft sein, solange die Exzellenz für das fertige Album aufgespart wird.
Das Mixtape mit all seinen Schwächen und Stärken hat vor allem vier Songs, die mich an meiner Zurechnungsfähigkeit zweifeln lassen: Peso (eindeutig), Trilla, Palace und Wassup. Noch besser, aber nicht auf dem Mixtape, sind nur die Tracks “Been Around The World” und “Take 1″, den er mit Main Attraktionz gemacht hat. Wenn ich euch einen Song ans Herz legen müsste, dann würde ich euch auf jeden Fall die Fresse vor Ignoranz einschlagen wollen. Trotzdem: Palace, produced by Clams Casino, strotzt nur so vor Dramatik und Höhenflügen. Das muss man gehört haben.
8. Trilla (ft ASAP Twelvy & ASAP Nast) – Ayo I still cant really tell none of these ASAP niggas apart like that namsayin…but this joint is my favorite shit on this muthafucka so far son. I played this shit 5 times in a row jus now yo. Word is bond…that beat is a menace my nigga. This like some shit where you jus be picturin yaself ridin across the desert in one of those Mad Max type joints wit the armor plates n the big ass wheels n shit n you got like 2 broads rockin black leather bikinis wit some furry thigh high boots on n fly ass blowout afros n these vultures is circlin above yall while the sun is settin n the sky be lookin all orange n burgundy n shit namsayin……..n you got like gargoyles on Harley Davidson’s shootin ya whip up so you gotta like start doin donuts n shit to make big ass clouds of smoke n dust start appearin so you can park ya shit n hop out n start blammin em muthafuckas n throwin grenades or whatever nahmean…but suddenly the ground starts to shake n cracks open n you start seein the core of the earth n some dragons made outta fire start to emerge from the flames n be swoopin over you n shit so you gotta look to the clouds n summon the angels from the heavens to come help you handle these niggas but then you see like a sorcerer who got lightning comin outta they eyes n shit he be strikin the angels wit the lightning from his eyes n so you start thinkin bout how can you approach the nigga from behind (pause) n strangle the muthafucka nahmean…so you be doin like somersaults n rollin across the ground to camouflage yaself wit the earth as you approach the sorcerer n he aint noticin you so you spring up n try to yoke the nigga n he fightin back n now lightnin bolts is shootin out the niggas hands n he tryin to maneuver outta the choke hold so you gotta like flip the muthafucka in the air n he go flyin n then he lands on top of one of those pointy ass rocks that look like upside down icicles n shit…n he explodes n all the gargoyles n dragons n shit start freezin while they fightin against the angels n then they turn to like black ashy statues n crumble or whatever…n then the two broads start dancin on top of the hood of the car n they start doin lesbian shit nahmean. Word yo.
Insgesamt möchte ich aber sagen, dass es mir Leid tut: dass ich A$AP Rockys Mixtape nach all dem Hype nur eine geringfügige Chance gab und direkt zu einem Urteil sprang. Denn nur wenige Tage später, als ich die Hoffnung nicht aufgab und wieder reinhörte stellte ich fest, dass ich hier ein Top Werk der Hip Hop Branche genießen durfte. Nicht nur, dass es die Entwicklung von Rap Musik endlich, endlich eine neue Sphäre begeht (Harlem Trill!), die die exquisite und noch nie zuvor gebrachte Mischung von East Coast Twist mit Dirty South und Sizzurp mischt, nein! Es ist auch der Flow, der so auf Unterhaltung zielt, ohne gleich den üblichen Pop-Patterns zu Opfer zu fallen. Es ist auch sehr stilistisch: Tumblr-Ästhetik, Schnelllebigkeit und charismatischen Charaktären.
WAS IST LOS MIT MIR! Ich kriege keinen koherenten Satz vor Feuchtigkeit raus! LiveLoveA$AP ist eines der besten Mixtapes diesen Jahres und packt sowohl J.Coles als auch Aubreys zweites Album in die Tasche, MAN! Durch die grandiose (ICH MEINE GRANDIOS!) Arbeit von Producer Clams Casino und den wunderbar neurotischen Hip Hop Referenzen, dank der hypnotisierenden Atmosphäre und den epischen Momenten darf ich wieder Hoffnung schöpfen. A$AP Rocky is bringing New York back to the table – aber diesmal ganz anders als es Jay-Z je getan hätte. Und jetzt warte ich nur darauf, dass auch Dipset bald wieder zurück kommen UND DANN GEHT DIE PARTY LOS HIER!
Mit jedem Moment rückt das Odd Future Konzert am nächsten Freitag in Cassiopeia verkürzt. Meine Nippel kräuseln sich nach innen vor Freude. Allerdings gibt es ein kleines Problem, dem ich abhilfe verschaffen möchte. Die meisten Leute, die das Konzert besuchen werden, kennen lediglich die größten (und umhyptesten) Hits der Crew, Yonkers und Sandwitches. Das finde ich nicht schlimm – wenn nämlich nur zwei Songs so vielversprechend sein können, dass das Konzert einer unbekannten Band schon am 3. Tag ausverkauft ist, dann steckt da viel Potenzial und Hoffnung dahinter.
Was ich aber nicht mag sind stocksteife Kartoffeldeutsche die es nicht schaffen, bei einer Liveshow mal mehr zu machen als auf ihren Handys rumzutippen und sich darüber zu beschweren dass die Schlangen an der Bar schon wieder so lang sind. Das passiert nicht, weil die Band auf der Bühne scheisse ist, sondern weil (achtung, unbestätigte Hypothese) man zu Songs abgehen soll, die man noch nie gehört hat. Ich finde das im Hip Hop problematisch. Hip Hop ist mitmachen, alter. Richtig fett mitgröhlen zu den Punchlines. Da will ich nicht erst noch krampfhaft leise und aufmerksam konzentriert zuhören müssen, was der Typ gerade eigentlich runterleiert, sondern ich will genauso reinhauen. Ich will die ganze Energie eines Songs aufsaugen und den nächsten, ungewohnten Live-Show Teil antizipieren. Und deshalb habe ich mich mit der kompletten Odd Future Diskografie vertraulich gemacht und möchte sie nun auch euch näher bringen.
Ace (Tyler, The Creator) – Dracula
Mellowhype – Fuck The Police ft. Tyler, The Creator
Frank Ocean – Novacane
Mike G – King
I’m a motherfuckin’ king, I’m a motherfuckin’ monster Readin’ books on murder? I’m the motherfuckin’ author
Earl Sweatshirt – Orange Juice
Tyler, The Creator – Sandwitches (ft. Hodgy Beats)
Hodgy Beats – Turnt Down
Earl Sweatshirt – Drop
Tyler, The Creator – Bastard
Earl Sweatshirt – Luper
Maybe if you looked in this direction
I’d pick my heart up off the floor and put it in my chest then
Feel the fucking life, rushing through my body
But you got a guy, it’s not me, so my wrist is looking sloppy
Frank Ocean – Acura Integurl
Mike G – Stick Up ft. Earl
The Jet Age Of Tomorrow – But She’s Not My Lover
Earl – Earl
Yo, I’m a hot and bothered astronaut crashing while
Jacking off to buffering vids of Asher Roth eating apple sauce
Tyler, The Creator – Splatter
Mellowhype – BankRolls
Mike G – Moracular Word ft. Vince Staples
Tyler, The Creator – French (ft. Hodgy Beats)
Jasper – Swag Me Out (with OFWGKTA)
Earl Sweatshirt – Blade
Frank Ocean – Songs For Women
Domo Genesis – Domier
MellowHype – CocainKeys
Ich würde gerne davon berichten, wir wir heute tuben waren, uns danach Joints und Happy Shakes rektal einführten und glücklich im Sonnenlicht dem Hedonismus fröhnten um dann im Siffwasser von Vang Vieng mit fremden Menschen Liebe zu machen. Stattdessen berichte ich euch lieber davon, wie es mir geht. Man kann es mit einem “mittel bis DU VERDAMMTER HURENSOHN VON KÖRPER” zusammenfassen. Seit gestern tun mir die Glieder furchtbar weh, und ich empfinde nichts außer Übelkeit. Ich kann mich kaum bewegen, aber schlafen kann ich auch nicht. Wir liegen hier in der Chill-Out Area unseres Guesthouse und lassen uns mit Family Guy berieseln, und immer, wenn der Fleischgeruch der gegenüberliegenden Ad-Hoc Grillerei rübergeweht wird, muss ich würgen.
In Chiang Mai haben wir einen Hund erbrechen sehen. Er lief neben uns her, machte langsam halt, und ließ weißen Schaum aus seinem Mund hinauslaufen. Kein großes Würgen, kein Maulen, nichts. Ich habe noch nie in meinem Leben – weder Mensch noch Tier – jemanden so resigniert kotzen sehen. Und so weit ist es jetzt auch mit mir. Ich würde wohl glücklich und zufrieden in meiner eigenen, breiigen Lache vor mich hin zittern.
Jedenfalls ist Vang Vieng wohl von Satan höchstpersönlich geschaffen worden. Hier vegetieren alle Touristen zombiemäßig in den Lobbies ihrer Gästehäuser, wo nur Family Guy oder Friends läuft, rauchen ihr Weed oder Opium und lassen es sich gut gehen. Viele müssen leider aber auch ihr Leben hier lassen, weil sie so bescheuert sind, volldruff oder druckbetankt in den Sifffluss zu springen. Traurig, traurig. Wir haben, während wir rumleichen, nicht viele Touristen getroffen, deshalb kann ich mich noch nicht zu sehr über diese mallorcaartigen Zustände beschweren. Aber glaubt mir, die Motzerei wird noch kommen (aber erst nach der Party, mich endlich wieder herablassend über polohemdentragende Spastitouristen aus England und Amerika zu beschweren lasse ich mir hier mit sicherheit nicht entgehen).
In der Zwischenzeit bin ich ja glücklicherweise nicht alleine. Mein Mitreisender, JJ, hat seit gestern Denguefieber-Symptome. Wir waren im Krankenhaus und haben ihn durchchecken lassen, aber es wäre wohl noch zu früh, um hektisch nach Bangkok abzureisen. Deshalb werden wir heute noch abwarten, was sein Fieber so zu berichten hat. Allerdings wird mit Sicherheit keiner von uns Vang Vieng verlassen, denn wenn wir wirklich wegen ihm nach BKK zurück müssen, bringe ich ihn einfach um und mache weiter.
Für so viel Partystimmung habe ich sogar auf der Horrorbusfahrt von Chiang Khong nach Luang Prabang (kommt noch) ein passendes Mixtape zusammengestellt. Mal sehen, wann ich das endlich auspacken darf. Und wer die Songs dazu online findet bzw. die entsprechenden YouTube Videos, darf sie gerne in den Kommentaren posten, ich kann hier nämlich nada hochladen und YouTube reagiert hier fast nicht..
3 6 Mafia – I’d Rather (Arthur King Remix)
Prince – Erotic City (Morsy Mix)
Telephoned – Pop Champagne
Major Lazer – Keep It Going Louder
Gucci Mane – Break Yourself (Diplo Remix)
Too Short – Blow The Whistle
The Dream – I Luv Your Girl (Morsy Mix)
M.I.A. – U.R.A.Q.T (Konrad Remix)
M.I.A. – Death To The Throne
Cidinho e Doca – Cidade de Deus
Laura Branigan – Self Control
Shannon – Let The Music Play
Oh Snap! – I’m Too Fat To Be A Hipster
Spank Rock – Loose (ft. Amanda Blank)
Ach ja, und Fotos gibt es auch nicht. Suck on it, faggot.
We all knew that this was special. The time was magic. We lived a dream. We knew that this will finish. We knew that we have to move on. What lasts are our memories on that summer 2010 in Berlin. We were there, together. These moments got part of our lives, you got part of me. Thank you for that. This is for the Crew.
Hip Hop beschäftigt mich gerade von Geschichte über Sounds über Raps über Lines über Battles über Beefs über East zu West Coast zu Graffiti zu Attitüde zu Kriminalität zu Skateboarding zu Beatboxing zu Scratching zu allem, was in meinem Leben so irgendwie Einfluss hatte. Man, jeder Film, jeder Soundtrack, jeder Spruch: potenziell der Hip Hop Kultur entsprungen, aber was weiß ich schon darüber, ich bin eh viel zu jung. Für mich ist das – wie beim Graffiti schon – immer ein Ding der Selbstverständlichkeit gewesen. Wie laut wir die Boxen aufgedreht haben, damals, und es war völlig okay, das war Popmusik, man.
Lange habe ich überlegt, wie mein ultimatives Rap/Hip Hop Mixtape aussehen würde: chronologisch? Nach Phasen geordnet? Best Of Everything? Die Geschichte des Hip Hops begleitend? Nur Gangster, nur East, nur West, ich habe noch nie so lange für ein Mixtape gebraucht und ich habe auch noch nie ein Mixtape gebastelt das so umfangreich war wie dieses. Aber scheiss drauf: mein Mixtape würde aus den Tracks bestehen, die mich in meinem Leben begleitet haben, völlig egal ob die Songs selbst irgendeinen kulturellen Wert oder Durchbruch für Hip Hop bedeutet haben, ob sie bekannt, alt oder neu sind (wobei es sich durchaus eher um die Classics handelt und nicht um das was den letzten 5 Jahren entsprungen ist, Outkast vielleicht als Ausnahme).
Die letzten paar Jahre habe ich sowieso gut ausgesetzt; nie vollständig, aber immer distanziert genug. Dem Techno verschrieben habe ich mich, davor der Rockmusik, aber es kommt immer wieder hoch, diese Vergangenheit, vielleicht speziell jetzt weil Hip Hop wieder einen kleinen Turn Richtung Flow und Style und Conscious Rap gemacht hat anstelle dieses ganzen Gangster Bling Bling Quatsches.
Mein erster Walkman, gut durchgenommen, tausend Kopfhörer, im Wohnzimmer mit den Brüdern abspasten, oh man, 93 til infinity war schon längst tot als wir es entdeckt haben, und auf VH1 druff, und irgendwann Dosenbier und Aggro Berlin auf dem Skatepark– this is how we chill…
Mixtape: 93 til infinity
Souls of Mischief – 93′ til infinity Mobb Deep – Survival Of The Fittest Raekwon – Ice Cream (ft. Ghostface Killah & Method Man) Eric B & Rakim – Eric B. Is President Nas – NY State Of Mind (Pt. 2) The Pharcyde – Runnin’ The Roots – You Got Me (Erykah Badu) Mary J Blige – You’re All I Need (ft. Method Man) Luniz – I Got 5 On It Wu-Tang Clan – Wu-Tang Clan Ain’t Nothing Ta Fuck Wit Mos Def – Travelin’ Man Bizzy Bone – On The Freeway Blackstreet – No Diggity ft Dr. Dre N.W.A. – Express Yourself Run DMC – It’s Like That Afrika Bambata – Planet Rock Skee Low – I Wish I Was A Baller Outkast – ATLiens Warren G – Regulate ft. Nate Dogg LL Cool J – Doin It Ice Cube – It Was A Good Day The Roots – What They Do Lil 1/2 Dead – Had To Be A Hustla Dr. Dre – Nothing But A G Thang (ft. Snoop Dogg)
If I wasn’t ah, eight figure nigga by the name of Jigga
would you come around me or would you clown me?
If I couldn’t flow futuristic would ya
put your two lips on my wood and kiss it – could ya
see yourself with a nigga workin harder than 9 to 5
then 10 to 6, two jobs to survive, or
do you need a BALLA? So you can shop and tear the MALL UP?
Puff Daddy – Can’t Nobody Hold Me Down (ft. Ma$e) 2 Pac – California Love Jay Z – Big Pimpin’ ft. UGK B Real, Busta Rhymes, Coolio, LL Cool J, Method Man – Hit Em High Pharoahe Monch – Simon Says Wutang Clan – Gravel Pit Dead Prez – Hip Hop A Tribe Called Quest – Hot Sex On A Platter The Roots – The Seed Dr. Dre – Still Dre (ft. Snoop Dogg) Jay-Z – 99 Problems Outkast – BOB Chamillionaire – Hip Hop Police 2Pac – Hit Em Up LL Cool J – Momma Said Knock You Out Wu Tang Clan – Protect Ya Neck Nas – Made You Look Jay Z – Can I Get A … KRS-One – Sound Of Da Police A Tribe Called Quest – Scenario 8ball & Mig – Thank God LL Cool J – The Ripper Strikes Back
You soft as a newborn baby takin a nap
Make my dick hard with that bitch ass track
Where you at? Smokin in some one room flat
Suckin on Clef’s dick hopin to come back
Never that, nigga my size is unlimited
Yours is prohibited, of course that’s contributed
To not knowin ya limits and who you need to test
When you step into the house of the Lord and get blessed
Mobb Deep – Shook Ones pt 2 The Notorious BIG – Biggie (ft Junior MAFIA) Brandy – Top Of The World (ft. Ma$e) Outkast – Ms Jackson Dr. Dre – The Next Episode Jay-Z – Hard Knock Life Lauren Hill – Everything Is Everything Field Mob – Cut Loose Missy Elliot – Sock It 2 Me Outkast – Rosa Parks Bone ThugsNHarmony – Thuggish Ruggish Bone Mobb Deep – Hey Luv (ft. 112) LL Cool J – Hey Lover Nas – One Mic Missy Elliot – The Rain (Supa Dupa Fly) The Notorious BIG – Mo Money Mo Problems Jay-Z – Money Ain’t A Thang (ft. Jermaine Dupri) Nappy Roots – Hustla LL Cool J – Phenomenon Puff Daddy – Been Around The World (ft. Notorious BIG & Ma$e)
Ich musste mich auch echt zurückhalten, einfach nur die Jay Z Diskografie zu posten. Playlist bei Grooveshark.
Zigarette nach Zigarette, ein Joint, ein Vodka zwischendurch, das Kratzen an der Haut. Tränen, Dreck unter den Fingernägeln, Sperma, Blut von den Lippen, vermischt zu einem erhitzten—
Jede Berührung zerflossen, jedes Wort geflüstert. Bisse, Tritte, veredelte Vampiraugen, ein widerlicher Geschmack im Mund. Mit Fingernägeln aufgeritzte Hautstellen, herunterhängende Fetzen, getrocknetes Blut. Traum und Realität. Ein drogenangereichertes Delirium. Musik. Dröhnung. Verstrahlung. Leblose Augen… Sonnenaufgang.
Wer hätte es gedacht – der Frühling wurde vom Winter einfach plattgewälzt und ich hab mir vom Zittern einen halben Zahn abgeschlagen. Nun ist der Sommer aber eingekracht. Von null auf fünfundzwanzig Grad in zwei Tagen. Wie gut, dass mir das nächstes Jahr erspart bleibt, wenn alle wieder frierend warten. Ich lache dann ein bisschen hämisch, während ich in Australien meinen Hautkrebs nähre. Ihr werdet mich hören.
Es war eine bittersüße Freude, den unfassbar kalten März mit Mayer Hawthorne in den Ohrstöpseln zu verbringen; erwärmt wurde leider lediglich das naive Gehirn und das strunzdumme Herz, umso weniger dafür die Zehen, der Speckmantel um die Hüfte und die Nasenspitze, die dafür nach dem ersten leichten Sonnenbrand im Juni gut kross durchgebraten daherkommt. Scheiss drauf: hurra, der Sommer ist da, und mit ihm kommen auch wieder die Beats, die Muse, der Rhythmus und die Fußballweltmeisterschaft. Normal, dass ich da etwas für euch vorbereite. Alles sehr, sehr mellow, so wie dieser Sommer hoffentlich wird. Ein Sommer mit Höhenflügen, hoffe ich. Unspektakulär und klein glitzernd zwischen frischen grünen Grashalmen durch lunsen wir dann bei diesen Sounds heraus; kriechen über taufeuchten Böden, lassen unsere Rücken und Hände warm werden und spüren das Kitzeln der Ameisen an unseren Füßen. Wir sammeln dann das minimale Lachen, das die Sonne uns beschert, in unseren Herzen, wo es dann bis in den nächsten Winter hoffentlich noch hineinstrahlt.
Macht die Augen zu, lasst euch bestrahlen, freut euch, dass die Winterdepression vorbei ist.. und feiert jeden Tag, an dem es nicht kalt ist. Wenn uns der letzte Winter eines beigebracht hat, dann wohl das unsere Natur nicht nach Uhrwerk funktioniert und nicht selbstverständlich ist. Geht im Meer baden, so lange wir es noch nicht eigenhändig zerstört haben. Geht auf Festivals, so lange wir noch in unserer freien Landluft atmen können. Feiert den Tag, wer weiß, wie lange es ihn noch gibt…
Hash: #mt09laidbacksummer
Tracklist, diesmal in audiovisuellem Format:
Mac Miller – Nikes On My Feet
Der erste Track, der mir von Mac Miller in die Ohren kam, war Snap Back. Oh, war das Sample übel. Furchtbar. Aber der Flow stimmt. Es ist ein bisschen so, als hätte er in seinem Leben ausschließlich im Sommer gechillt, an dicken Dübeln gezogen und ohne jegliche Hektik oder Aggression Wörter zu Reimen umgestaltet. Es hört sich auch wirklich wie typisch Kiffer an: die Wörter fallen regelrecht aus seinem Mund, als ob sein Kiefer zu entspannt wäre, richtige Konsonanten zu formen; man hat das Gefühl, er sammelt den Speichel irgendwo und er müsste gleich spucken, und was er spuckt, ist absolut fantastisch. Nikes on My Feet ist für mich der absolute Killersong für diesen Sommer mit einem bombastischen, schrägen IDM-Beat der an Flying Lotus oder Nosaj Thing erinnert (die ja sehr stark an Hip Hop orientierten Beats angelehnt arbeiten). Zwar nicht auf A Laid Back Summer, aber auch unfassbar sommerlich, ist sein Track “The Finer Things” aus dem Mac Miller “The High Life” Mixtape, was ich euch nur ans Herz legen kann – genauso wie sein anderer Phat-Track Live Free. Wenn das nicht ein einziger Sommer ist, dann weiß ich auch nicht ((und da wir das Thema Weiße Rapper erst letztens hatten: ich sehe schon eine MGK/MM Kollabo voraus. Wait for it!))