"Girl gone wide."


Info

Posts tagged mp3

Noch ein Killer, und wieder einmal von Wonderboy Diplo produziert (diesmal leider ohne visuelle Unterstützung): Paper Route Gangstaz, Stop N Go

Download bei OnSmash!

by yeahs in Musik

SXSW. Ich werde es wohl nie dort in schaffen. Jedes Frühjahr tröste ich mich dann aber immerhin am SXSW-Showcasing zum völlig kostenlosen und legalen Download. Dieses Jahr gab es fast 6 GB (unbekannter) Songs die durchzukämpfen waren. Ich hab’s mal gemacht, das erste und das letzte Mal. Kein Wunder, dass Musikjournalismus den Bach runtergeht, für sowas will nicht mal meine würdelose Wenigkeit sich bezahlen lassen ((Das ist gelogen. Wenn ihr mir Geld geben wollt, lasst euch nicht aufhalten.))

Denn die Hälfte der Musik war nicht nur absolut nicht mein Fall, sondern auch noch grottenschlecht. Es war die größte Qual, etwas Gutes herauszusortieren, immerhin ist es ja auch schwer, Songs nach einmaligem Anhören zu bewerten. Die, die mir also auf Anhieb gefielen, kamen in eine bestimmte Liste, welche ich aussortierte, welche ich widerrum aussortierte, welche.. und irgendwann war ich dann hier gelandet. Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich The Next Best Thing dabei entdeckt habe, außer vielleicht Electric President, aber die kannte ich schon vorher, also auch nicht sehr aussagekräftig. Anyway: have fun.

(more…)

by yeahs in Musik


Nosaj Thing, der versprochene Killerabend, es kostet mich meine ganze Kraft das zu sagen: ausgefallen. Wir haben den Abend noch recht erfolgreich verbracht, ja, aber nichts konnte die Vorfreude kompensieren, nichts die bittere Enttäuschung ruhig stimmen. Als die Sonne aufging prasselte es Regen auf unsere Clubköpfe hinab, frei nach dem Motto: es ist noch nicht so weit, der Sommer ist noch nicht da, der Rave noch nicht ready.

Aus Last Night The DJ Saved My Life wird “Oh DJ, Where Art Thou?” und einem großen Wochenende, welches den Händen und Köpfen der elektronischen Musikmachern gewidmet war, wurde ein Stück Belanglosigkeit, von kleinen Wassertropfen des Hauptstadtfrühlings weggeschwemmt…

(more…)

by yeahs in Berlin Musik

Eben schien die Sonne hier rein, und plötzlich war es März 2009. Ich bin gerade in das hintere Zimmer mit Bad gezogen, da, wo die Sonne so gut wie nie reinschein. Das Zimmer war leer und weiß und wunderschön still, und ich lag auf meiner Matratze und ließ den Frühling auf mein Gesicht strahlen, wenn es dann doch mal wieder so weit war.

Im Hintergrund sang Nottee mir das schwedische Paradis vor, bis in den schönsten Berliner Sommer hinein, so war das mit ihr.

Und wenn mir für fünf Minuten an einem Tag im Jahre 2010 doch noch der Himmel meine Laune erhellt, während Orkane irgendwo anders Bäume umfegen, dann hör ich plötzlich Young Modern Life in meinem Kopf, und alles ist, wenn nicht wenigstens gut, dann immerhin erträglich..

Nottee – Young Modern Life

by yeahs in Musik


Nach vielen Versuchen, die alle in meinem kläglichen Versagen und unausgesprochen großer Unzufriedenheit resultierten, fiel mir gestern auf dem Weg nach Hause plötzlich auf, dass ich eigentlich gar nicht das perfekte Love-Mixtape brauche. Also hörte ich auf, nach den perfekten Songs zu suchen.

In den letzten Tagen hatte ich meine eigene Herausforderung angenommen, endlich das zu tun, was jeder 12-Jährige 1985 schon tat: ein Mixtape für das Herz zusammenbasteln. Ich wollte es niemandem schenken, also kein klassisches Give-Away-Mixtape machen (das dauert auch wesentlich länger als nur ein paar Tage), sondern eins machen, dass irgendwie den Moment, in dem ich mich gerade befindet, festhält. Nicht, dass ich mich je wieder so wirklich an diese völlig hirnrissigen Stimmungsschwankungen erinnern möchte. Aber ok.

Tatsächlich besitze ich für jeden Menschen und für jeden Moment in meinem Leben den passenden Soundtrack- nur das Thema Liebe, Herzschmerz, Sehnsucht, Yadda Yadda Bang Bang, das habe ich bisher gepflegt und großzügig ignoriert, vielleicht, um es aufzuheben. Für dann, wenn ich die perfekte Sammlung habe. Oder für dann, wenn ich es wirklich empfinde.

Ich dachte, das wäre jetzt- aber es stimmt nicht, es gibt keine Liebe, und es gibt auch keine perfekte Sammlung, sonst würde es mir nicht so schwer fallen. Meine gescheiterten Versuche beweisen mir, dass es nicht die Zeit dafür ist. Es ist nicht das, was ich suche. Es geht nicht um Love & Heartbreak. Es geht um viel weniger: etwas, dass dieses zerbrechliche Thema am Rand ankratzt, berührt, etwas, dass davor passiert (oder auch nicht passiert) und endet, ehe man sich versieht. Dinge, die man nicht mehr mit Worten erklären kann (weshalb man zur Musik greifen muss), Situationen und Momente, die zu schnell vorbeirauschen und nur eine Staubwolke von Verwirrung und Wehmut zurücklassen. Es geht um Abschiede, verpasste Gelegenheiten, die What-Ifs und all das, was man mit Sicherheit nicht in einem Mixtape über die Liebe finden wird.

Das hier ist nicht Time After Time von Cyndie Lauper, man. Aber es hat lange genug gedauert, das herauszufinden.

(more…)

by yeahs in Musik


Ich kann wieder schlafen. Rein theoretisch kann ich wieder schlafen, zur Zeit sind meine Atemwege ja noch von bakteriellem Schleim befallen. Ich kann nicht sehr gut schlafen, ich wache immer noch sehr oft auf, ich bin tagsüber immer noch sehr müde. Aber: es sind mehr als 2 Stunden pro Nacht. Ich verdanke dieses Seelenheil wohl dem Urlaub und den guten Tagen. Und meiner Playlist.

Meine Playlist ist unendlich lang, das würde den Rahmen meiner Geduld und Leidenschaft für lange Blogposts auf jeden Fall sprengen, deshalb gibt es nur eine Auswahl. Es wechselt sich eine beruhigende Mischung aus Elektro, Minimal, Dubstep mit Indie, Folksy und klassischer Musik, wobei ich die Klassik mal rausgelassen habe (weil unbetitelt und nicht zuzuordnen; danke übrigens an alle meine Follower für die Tipps zur klassischen Musik, ich werde mich die nächsten Wochen wohl mit einem neuen Genre herumschlagen, und die unendlichen Tiefen der beruhigenden Klänge erforschen).

Wenn ich schlafen gehe, und die ersten Melodien erklingen, dann ist das wie in eine andere Welt einzutauchen, in der Träume real sind, greifbar. Gute-Nacht-Lieder, die sich mit den schlafenden Gedanken vereinen und die irrsten Momente auslösen. Dieser Zustand, in dem man noch wach ist und nachdenkt, und plötzlich in einen witzigen Wahnsinn abdriftet? “Steuerklärung machen, ich muss die Steuerklärung auf einem fliegenden pinken Elefanten machen und dann die Post von dem großen Dinosaurier abholen“.

  1. Cave Singers – Beach House (Download via Stereogum)
  2. The XX – Basic Space
  3. Burial – Shell Of Light
  4. Burial & Four Tet – Moth
  5. Kinnie Star – Alright
  6. Booka Shade – Outskirts (Trentemoller Remix)
  7. The Six Parts Seven – Saving Words For Making Sense
  8. Wild Strawberries – Blunt
  9. Cat Power – Keep On Running
  10. El Perro Del Mar – From The Valley To The Stars
  11. Pantha Du Prince – Asha
  12. Sia – Breathe Me
  13. Stateless – Bloodstream
  14. Craig Armstrong – This Love (ft. Elizabeth Fraser)
  15. Grizzly Bear – Slow Life (with Vectoria Legrand)
  16. Fink  - Sort Of Revolution
  17. Junior Boys – Dull To Pause
  18. Iron & Wine – Cinder and Smoke
  19. The Perishers – Weekends
  20. The Whitest Boy Alive – Rollercoaster Ride
  21. Fleet Foxes – Blue Ridge Mountains
  22. Massive Attack – Teardrop (Mad Professional Remix)
  23. The XX – Islands
  24. Boards Of Canada – Dayvan Cowboy
  25. Imogen Heap – Hide and Seek
  26. Bersarin Quartett – Und die Welt steht still
  27. Trentemoller – Miss You
  28. Bon Iver & St Vincent – Roslyn
  29. Fulton Lights – Breathe In, Breathe Out

Playlist gibt es wie immer bei Grooveshark (Grooveshark hat das Internet gewonnen), in der gibt es sogar noch einige mehr Songs (sozusagen als Bonus) als in dieser Liste. Gute Nacht! (Für das .zip File gibt’s mal wieder einen Hash-Tag, #mt06insomniacsdreams).

by yeahs in Musik


Uh, es ist mal wieder so weit: meine Temporäre Favorite Tracks Playlist (die ich in iTunes mit dem spirituellen Namen “Momentum” belegt habe) beinhaltet mehr als (nur) irgendwelche R&B-Rotze, die mir immer im Gehör kleben bleibt. Anders ausgedrückt: eine Version der Favorites, die mir nicht (nur) peinlich ist. Die Songs, die ich finden konnte, habe ich bei Grooveshark in die Playlist gehauenLet it roll, baby.

(more…)

by yeahs in Musik


Ich bin ja ein bisschen stolz darauf, anscheinend die einzige “Frau” ((die Anführungszeichen stehen nicht für den Zweifel an meiner Weiblichkeit, sondern für meinen Hass an das Wort “Frau”)) im deutschen Internet zu sein (weil, wer “deutsches Internet” sagt, muss auch “rechtsfreier Raum” sagen!), die auf wahllosen, frauenfeindlichen, amerikanischen Ghetto-Rap steht.

Posner

Daher möchte ich euch Mike Posner vorstellen, auch bekannt als der Typ mit der Raspelstimme, der sich immer die lustigsten Rapper schnappt und sie auf seine Mixtapes verbannt. Ok, es ist kein Ghetto Rap, es ist Hipster Hop, aber trotzdem: Ich liebe Mike Posner. Und ihr kennt ihn bestimmt, diese Stimme wird man ja dann auch nicht mehr los, sobald sie einmal erklungen ist. Eigentlich ist das ja jetzt auch noch nicht mal richtiger Hipster Hop; jedenfalls nicht das, was er persönlich macht.  Es hat vielmehr etwas von der Snap!-/La Bouche-Ära, wo ein Pop-Beat aufgelegt wird, irgendeine Muschi im Vordergrund energisch rumstöhnt und nach 2 Minuten ein Schwarzer mit Sprechgesang loslegt. Aus dem Grund ist Mike Posner auch sehr Anti-Rap-freundlich. Für die Metal-Fans unter uns, sozusagen.

Die Mixtapes gibt’s umsonst, die Tracks sind der Hammer ((kennt ihr dieses Gefühl: ihr wollt euren Freunden euren Lieblingsfilm oder eure Lieblingsband vorführen, und ihr seid so überzeugt davon, und habt irgendwie schon wochenlang davon geschwärmt, und alle freuen sich drauf, weil der Enthusiasmus so groß war, und während ihr es vorspielt merkt ihr, dass die das gar nicht gut finden und euch für den letzten Vollidioten halten? Ja, so geht’s mir meistens.)). Meine persönlichen Faves gibt’s mal als Kostprobe:

Aus “A Matter Of Time“:

a-matter-of-time

Mike Posner & The Brain Trust – Smoke & Drive Remix ft. Big Sean, Donnis & Jackie Chain

Smoke & Drive

Mike Posner & The Brain Trust – Cooler Than Me ft. Big Sean

Cooler Than Me

Mike Posner & The Brain Trust - Drug Dealer Girl

Drug Dealer Girl

Aus “One Foot Out the Door“:

one-foot-out-the-door

Mike Posner – I Don’t Trust Myself

I Don’t Trust Myself

Mike Posner – Mirror’s Edge ft. Bun B, GLC & XV

Mirror’s Edge ft. Bun B, GLC, and

by yeahs in Musik


Die 200 besten Songs aus 10 Jahren. 200 in 2000. Es ist ein Monster geworden. Ich weiß auch immer noch nicht, wieso ich es getan habe. Ich hab mir auch nicht besonders viel Mühe mit den Platzierungen gegeben. Es ist halt alles subjektiv, und die besten 200 Songs sind eben die, die mich die letzten 10 Jahre begleitet haben. Nicht die tatsächlich besten. Man könnte diese Liste auch “wahllose Liste an Musiktiteln” nennen, es würde den selben Anspruch haben.

200in2000

Das zumindest aus meiner unbelehrten, nichts-bedeutenden Laien-Perspektive. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die ganzen Magazine – Pitchfork beispielsweise – ein Dutzend Journalisten und Musikexperten aus dem Krieg geholt haben, um ausführliche Kritiken zu schreiben. Ich habe nur verfasst, was mich selbst betrifft. Die meisten Platzierungen wird keiner nachvollziehen können. Und das Fehlen einiger namenhafter Bands wird viele verbittern (wenn sie denn überhaupt so weit kommen, sich das alles mal anzuschauen). Aber für mich geht es nicht unbedingt um die Platzierungen; das ist nur der Rahmen. Es geht um die Geschichte, um meinen Soundtrack. Scheisse, die letzten 10 Jahre habe ich mit dem Eintritt und den Ausbruch aus der Pubertät verbracht (und ich bezweifle stark, dass ich letzteres schon unverletzt überstanden habe).

Es sind meine 10 Jahre mit der Leidenschaft, die mich und andere ein bisschen glücklicher macht im Leben. Alles andere ist nebensächlich.

Kurz nochmal zum Beitrag: Ich bin kein Hulk, deshalb gibt es die Kommentare erst ab Platz 50. Und außerdem kommen folgende Bands in meiner Liste nicht vor: Animal Collective, Vampire Weekend, Fleet Foxes, Panda Bear, Washed Out, The XX. Ich werde mich nicht rechtfertigen, ich find die alle nur extrem unspektakulär. Vielleicht nächstes Jahr.

Die meistens der 200 Songs (es gab eine handvoll Ausnahmen) habe ich in einer Grooveshark Playlist zusammengestellt: 200 in 2000. Sie dürften auch in etwa in der Reihenfolge sein, wie sie hier aufgelistet werden. Ansonsten verlinken die ersten 150 Songs auf YouTube Videos, die letzten haben sowieso einen Player bekommen. Let’s Go.

Update: So Boys & Girls, das hat alles viel Spaß gemacht, allerdings musste ich den Beitrag nach zwei Wochen mal multimedial ausdünnen, sonst ruft das wieder die Kopierpolizei auf den Plan.. und ich hab besseres zu tun, als denen noch Geld in den Rachen zu stecken. Ich hoffe auf euer Verständnis und danke allen für ihre Hinweise auf mögliche rechtliche Probleme (die aber meistens sowieso nur kommerzielle Angebote treffen, als Privatmensch hat man immer noch ne Woche länger Zeit ;).

(more…)

by yeahs in Musik


Es kostet $26000 einen 160 GB iPod legal mit Musik zu füllen (via).

Ein bisschen reißerisch, so eine Headline. Man geht davon aus, dass ein Song bei iTunes $0.99 kostet, ein Song circa 6 MB groß ist und dass es tatsächlich Menschen auf diesem Planeten gibt, die einen 160 GB iPod ausschließlich mit Musik füllen können. Auf meinen 30 GB iPod passen circa. 5200 Songs (und die sind auch drauf). Im iTunes Store kostet ein Song €0.99 ((Zeit, mir eine Kreditkarte anzuschaffen und die Tracks per Dollar zu kaufen)). Das heisst, ich bin knapp 5200 € los, wenn mein iPod voll mit Musik laufen soll (was ich hier nicht berücksichtigt habe: ein Album mit 10 Songs ist durchaus günstiger als 10 einzelne Tracks. Ich kaufe mir aber grundsätzlich keine Alben, und höre mir Musik auch nicht in Alben an, deshalb will ich diesen Fall hier ausschließen).

Young Music

Ich bin jetzt 21 Jahre alt. Ich würde sagen, ich habe ganz bewusst angefangen, mich für Musik zu interessieren (und auch Geld dafür auszugeben), als ich dreizehn wurde. Das sind also 8 Jahre. Angenommen, ich hätte acht Jahre lang jeden Monat 30 € für Musik ausgeben können (was gänzlich unrealistisch ist, weil ich bis ich 16 wurde noch nicht mal über Taschengeld verfügte): Dann hätte ich heute 2909 Songs. Und ich würde noch die nächsten 6 Jahre und vier Monate brauchen, um auf die 5200 zu kommen.

Das ist natürlich alles sehr überspitzt, vor allem aber auch Sache der eigenen Nachfrage. Wie wichtig ist mir denn die Musik, dass ich wirklich so viel Geld reinstecken muss? Wo liegen meine Opportunitätskosten? Es gibt immerhin auch noch Radio, TV, Last.FM, YouTube, Spotify– angenommen, ich würde mir nicht jeden Song direkt “besorgen”, sobald jemand ihn erwähnt. Angenommen, ich würde erst einige Male streamen und im Radio darauf warten, dass dieser Song läuft, ihn genau anhören, um mich dann entscheiden zu müssen, etwa wie bei einem Klamottenkauf: vielleicht würde ich den Song dann mehr zu schätzen lernen. Wenn ich tatsächlich einen Euro investieren muss, ändert sich mein Konsumverhalten gegenüber der Musik dramatisch, zum Besseren oder zum Schlechteren sei mal dahingestellt.

Man, Musik ist Kunst. Und in Kunst musste man früher Zeit investieren, Geduld, Mühe! Nicht jeder CD-Laden hatte genau das, wonach man gesucht hat, und es war umso schwieriger, etwas Neues zu finden, das gefiel. Ich bin 21 Jahre alt, und ich bin mir ziemlich sicher, ich habe bisher schon mehr Musik gehört, verinnertlich und gelebt als die meisten 40-Jährigen da draußen. Ich bin auch noch lange nicht durch, denn die letzten 7 Jahre habe ich damit verbracht, in der Gegenwart an aktueller Musik mitzuhalten, genauso wie die Kunst aus den letzten 50 Jahren nachzuholen. Wenn ich mich mit Menschen anderer Generationen über Musik unterhalte, bemerke ich, wie krass unterschiedlich die Auffassungen sind. Während für viele Musik auf verschiedene Lieblingsbands aufgeteilt ist, die man von Konzert zu Konzert verfolgt hat und deren komplette Diskographie wie ein Heiligtum aufbewahrt wird, ist für mich der Künstler und die Performance in erster Linie völlig uninteressant.

Ja, am Ende des Tages gehe ich auf das Konzert, wenn mich die Musik wirklich beeindruckt. Dann bin ich auch voll bereit dazu, mehr zu investieren, das Album in hochwertiger Qualität zu kaufen und Merchandise zu beschaffen, koste es was es wolle. Aber es interessiert mich im seltensten Fall, was Bob Dylan überhaupt für ein Typ war. Ich höre seine Musik, das ist das wichtige. Seine Songs bedeuten etwas für mich, egal, ob ich viel zu jung bin, um das Gefühl von damals zu verstehen. Ich hänge mir auch keine Poster auf (um nicht zu sagen, dass ich das früher nicht gemacht hätte; mit irgendetwas muss man sich als Teenager ja beschäftigen), ich sammel keine Zeitungsausschnitte, ich lese keine Interviews, es interessiert mich keine Interpretation des Albums und auch keine Kritiken. Gott, die meiste Zeit kenne ich nicht mal die Musikvideos der Bands, die Geschichten oder die Gesichter dahinter, geschweige denn die Namen.

Here’s the thing: Ich würde mir Alben kaufen, weil es auf Dauer günstiger wäre. Ich würde mich wieder für die Künstler interessieren, genauso, wie ich mich dafür interessiere, ob ich meinen Pullover jetzt bei 40 oder 60 Grad wasche, immerhin habe ich dafür viel Geld bezahlt. Ich würde mehr Zeit investieren, weil das Geld es so diktiert. Gleichzeitig würde ich definitiv weniger Musik kennen, weniger Künstler vergangener Tage, weniger Eindrücke sammeln, weniger Inspiration, wüsste jetzt nicht so gut, was ich eigentlich hören will, wenn ich etwas höre, und wäre wahrscheinlich weniger offen für neue Dinge, weil mich das nur verbittern würde in Anbetracht meiner finanziellen Lage (die ja nicht immer gut oder komfortabel sein muss).

Ich war mir beim Schreiben dieser Gedanken die ganze Zeit unsicher, ob ich überhaupt das illegale Beschaffen und die Piraterie von Musik ansprechen soll, aber vielleicht eine Randbemerkung: Es ist eine Definitionssache, eine Rechtsangelegenheit. Das Urheberrecht ist nicht nur in Bezug auf die Musik veraltet, so sehe ich das zumindest. Dass man deshalb Kunst und Kultur mit einem fetten Copyright-Stempel ausbeutet, das kann nicht sein, und schadet nur dem Künstler. Wie das jeder für sich persönlich nun abhandelt– eben, das ist eine persönliche Sache.

Aber das hat nichts mit der Allgegenwärtigkeit von losen MP3s zu tun, die man entweder im iTunes Store, bei Amazon oder eben über eine illegale Plattform schnell finden kann. Das hat etwas damit zu tun, dass man Musik in seiner Form anders wahrnehmen kann. Die technischen Einschränkungen, wie etwa bei Vinyl oder CD, sind nicht mehr vorhanden, die Beschaffung der Artikel geht innerhalb weniger Klicks, genauso wie das Entfernen. Die Produktionsverfahren haben sich geändert, der Vertrieb findet hauptsächlich virtuell statt, das Marketing geschieht auf einem ganz anderen Level.

Was genau definiert heute den Erfolg eines Musikers, ab wann ist man ein Fan, oder fehlt mir einfach nur die Loyalität? Ist das wie mit einem Fußballteam, in das man viel Schweiß, Liebe und Hoffnung setzt, und auch zehn Jahre später nicht verlässt, weil man schon so viel investiert hat– egal wie schlecht die Mannschaft ist? Oder ist das völlig legitim, Wegwerf-Musik, Einmal-Songs, Listen and Ditch immediately, wie ein schnelles High, bis das nächste in Form eines anderen Tracks daherkommt?

crowd

Eine Frage, die ich am Anfang des Beitrages gestellt habe: Wie wichtig ist es mir überhaupt, dass ich so viel Geld in Musik investiere? An diesem Punkt meines Lebens würde ich behaupten, dass ich fast 500 € im Monat – locker – für Musik ausgeben könnte und wahrscheinlich sogar würde. Davon wären dann 50 Tracks tatsächlich auch sticky in meiner Bibliothek, davon widerrum ungefähr 10, die ich auch so gut finde, dass ich sie in meine “Faves” Playlist verschiebe. Vielleicht sollte ich mich aber was ganz anderes fragen: wäre es mir jemals so wichtig gewesen, wenn ich nicht irgendwann mit 12 oder 13 Napster entdeckt hätte?

Ich weiß nicht, wie es je anders hätte sein können als so. Ich habe es ja nie anders kennen gelernt.

by yeahs in Musik