WHOA

Earl Sweatshirt ist zurück bei seinem 2010 Rap Shit und mein Rücken beugt sich auf erotische Weise nach oben während ich vor Lust kreische. Was für ein Wahnsinnstyp er ist. Ich könnte auch noch viel über Odd Future generell sagen – immerhin habe ich seit knapp 2 Jahren nichts mehr über Tyler und seine Crew geschrieben, obwohl sie mich einst sehr bewegt haben – aber es reicht dabei zu verbleiben, dass ich beeindruckt bin, wie oft sie ihre Formel anwenden können ohne zu langweilen. Zumindest insofern sie souveräne Musik liefern. In diesem Fall ist das definitiv so, und ich freue mich Doris, die alte Scheisse, und alles was Earl sonst bringen mag.

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March 12th, 2013 Posted in Musik | Comments Off

CAPTAIN MURPHY // DUALITY

Anscheinend weiß immer noch keiner, wer Captain Murphy ist, aber ich schiebe es Tyler, The Creator in die Schuhe. In jedem Fall aber ist es die Odd Future Gang, niemandem sonst traue ich so viel Schabernack in einer gesunden Mischung mit Talent zu. Ich kann mir nicht vorstellen dass Earl Sweatshirt sein erstes Release nach dem Exil zu einer hypnotischen Psycho-LSD-Anleitung für Sektengründer macht. Im Übrigen meine ich den Flow identifizieren zu können, aber da lag ich schön öfter falsch, also verwettet nicht eure Organe bei einem dubiosen russischen Kartenspiel drauf.

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November 26th, 2012 Posted in Musik | 1 Comment »

OLDIE

Ich wäre gerne ein Junge und ich wäre gerne ein Rapper und ich wäre gerne bei Odd Future in der Crew weil meine eigene leider auf Wu-Tang hängen geblieben ist. Old fucks. Frank Ocean wird von mir gedanklich gerade in tausend Stücke vergewaltigt, nur, damit ihr Bescheid wisst. Tylers letzter Verse ist natürlich grandios. EARL IS BACK, motherfuckers, obwohl sein Part eher bescheiden ausfällt. Überraschung auf dem gesamten Tape: Mike G. Lieblingssong: Analog 2. Still a fan.

Hier könnt ihr das Tape kaufen.

March 20th, 2012 Posted in Musik | 5 Comments »

Cocaine

Das nicht nur Tyler, The Creator und Hodgy Beats aus der Monsterschmiede der Hip Hop Bombe ODD FUTURE WOLF GANG KILL THEM ALL produzieren und im entferntesten Sinne auch rhymen können beweist Syd Tha Kyd. Bisher ist die schmächtige 18-Jährige nur im Hintergrund als Produzentin und DJane für die Jungs aufgetreten. Mit ihrem neuen Solo-Projekt, dass sich deutlich von dem brutalen Rap-Muster der selbsternannten Wölfe abhebt, trifft sie auf jeden Fall einen gewissen Zeitgeist: sanftere Töne, dem Hip Hop entliehene Einflüsse in Kombination mit elektronischen Harmonien.

Dass sie für das Projekt den eher undurchsichtigen Namen “Internet” gewählt hat, mag zwar nervig für alle Power-Googler sein, macht aber nichts. Durch den Fame und den Hype des Rudels geht sie nicht unter. Zusammen mit dem Jet Age Of Tomorrow (auch ein OFWGKTA Projekt) Produzenten Matt Martian wurden schon einige Songs geleakt. Jetzt ist auch ein neuer Internet Track samt Video erschienen.

Ich fasse mich dazu kurz, und das fremdsprachlich, weil mir auf Deutsch leider die nötigen Vokabeln fehlen: this shit’s so awkward, it’s making me cringe. Zugegeben: der Song ist okay. Aber das Video, selbst wenn es sich nicht so haarsträubend oberflächlich eines Girl-On-Girl Szenarios bedienen würde, ist so furchtbar durch die AWKWARDNESS der Hauptdarstellerin – namentlich Syd Tha Kyd (no offense, sie steht wirklich auf Frauen, aber muss das sein, frage ich mich, MUSS DAS SEIN). Ich habe das Video nun zum zweiten Mal geguckt und bin bedient. Hoffentlich kommt das anstehende Album ohne weitere visuelle Hintergrundbemalung aus.

November 4th, 2011 Posted in Musik | Comments Off

Best of OFWGKTA

Mit jedem Moment rückt das Odd Future Konzert am nächsten Freitag in Cassiopeia verkürzt. Meine Nippel kräuseln sich nach innen vor Freude. Allerdings gibt es ein kleines Problem, dem ich abhilfe verschaffen möchte. Die meisten Leute, die das Konzert besuchen werden, kennen lediglich die größten (und umhyptesten) Hits der Crew, Yonkers und Sandwitches. Das finde ich nicht schlimm – wenn nämlich nur zwei Songs so vielversprechend sein können, dass das Konzert einer unbekannten Band schon am 3. Tag ausverkauft ist, dann steckt da viel Potenzial und Hoffnung dahinter.

Was ich aber nicht mag sind stocksteife Kartoffeldeutsche die es nicht schaffen, bei einer Liveshow mal mehr zu machen als auf ihren Handys rumzutippen und sich darüber zu beschweren dass die Schlangen an der Bar schon wieder so lang sind. Das passiert nicht, weil die Band auf der Bühne scheisse ist, sondern weil (achtung, unbestätigte Hypothese) man zu Songs abgehen soll, die man noch nie gehört hat. Ich finde das im Hip Hop problematisch. Hip Hop ist mitmachen, alter. Richtig fett mitgröhlen zu den Punchlines. Da will ich nicht erst noch krampfhaft leise und aufmerksam konzentriert zuhören müssen, was der Typ gerade eigentlich runterleiert, sondern ich will genauso reinhauen. Ich will die ganze Energie eines Songs aufsaugen und den nächsten, ungewohnten Live-Show Teil antizipieren. Und deshalb habe ich mich mit der kompletten Odd Future Diskografie vertraulich gemacht und möchte sie nun auch euch näher bringen.

Ace (Tyler, The Creator) – Dracula
Mellowhype – Fuck The Police ft. Tyler, The Creator
Frank Ocean – Novacane
Mike G – King

I’m a motherfuckin’ king, I’m a motherfuckin’ monster
Readin’ books on murder? I’m the motherfuckin’ author

Earl Sweatshirt – Orange Juice
Tyler, The Creator – Sandwitches (ft. Hodgy Beats)
Hodgy Beats – Turnt Down
Earl Sweatshirt – Drop
Tyler, The Creator – Bastard
Earl Sweatshirt – Luper

Maybe if you looked in this direction
I’d pick my heart up off the floor and put it in my chest then
Feel the fucking life, rushing through my body
But you got a guy, it’s not me, so my wrist is looking sloppy

Frank Ocean – Acura Integurl
Mike G – Stick Up ft. Earl
The Jet Age Of Tomorrow – But She’s Not My Lover
Earl – Earl

Yo, I’m a hot and bothered astronaut crashing while
Jacking off to buffering vids of Asher Roth eating apple sauce

Tyler, The Creator – Splatter
Mellowhype – BankRolls
Mike G – Moracular Word ft. Vince Staples
Tyler, The Creator – French (ft. Hodgy Beats)
Jasper – Swag Me Out (with OFWGKTA)
Earl Sweatshirt – Blade
Frank Ocean – Songs For Women
Domo Genesis – Domier
MellowHype – CocainKeys

April 29th, 2011 Posted in Musik | 8 Comments »

OFWGKTA

Ich bin ein Fan von Ideologien, so lange sie auch mit Tatenkraft umgesetzt werden (oder immerhin ein Versuch in die unmögliche Richtung gestartet wird)- Weltanschauungen, die jedem nahe gebracht werden sollen, nicht nur existieren, um zu existieren. Große Theorien, bei denen es nur um die Hypothetik aller menschlichen Möglichkeiten gibt, nerven mich. Deshalb finde ich es auch so schwer, mit Menschen über eine Verbesserung der Welt zu diskutieren. In den meisten Fällen liegt die Lösung erwiesen auf der Hand, und trotzdem reden wir, anstatt zu tun.

Umso begeisterter bin ich, wenn Leidenschaft nicht in brennenden Gedankenzügen zu bedeutungsloser Asche wird, sondern wenn so viel Energie hinter einer Idee entsteht, dass man “Los, Los!” schreit und anfängt zu machen, zu bauen, anzustiften. Leider passiert das nicht sehr oft. Wann habt ihr euch das letzte Mal gedacht: okay, ich riskiere das Leben der letzte 10-20 Jahre auf meinem Deckel um jetzt eine Revolution zu starten – so groß oder klein sie auch sein mag – und pumpe meine Zeit und meine ganze Energie in ein Projekt, das wahrscheinlich scheitern wird? Wer baut schon ein Leben auf – mit Ausbildung und Studium und Job und Wohnung und Familie und Sicherheit und Festigkeit und Perspektive und Normalität und Alltag und Rentenversicherung und Stabilität – um das dann innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen für eine dumme (oder, mit Glück, nicht dumme) Idee all das zu verlieren. Versteht nicht falsch, was ich hier andeute: ich bin kein Befürworter des Standard-Lebens, wo Sicherheit und Familie ganz oben stehen müssen. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass da menschliche Arbeit reingeflossen ist. So eine Arbeit für einen Moment wegzuschmeissen, das große Kartenhaus umpusten — wieso sich dann erst die Mühe machen aufzubauen? Nehmen wir den Satz und machen einen großen, fetten Punkt hinter “Kunst” und hinter “Nihilismus”, hinter “Bedeutungslosigkeit” und “Verzweiflung”. Und am Ende haben wir keinen Satz mehr stehen, sondern nur noch einige lose zusammenhängende Begriffe, die ein wenig darstellen, wieso “Just Do It” und “Es könnte alles so einfach sein” doch nicht so umsetzbar sind, wie man sich mit 18 und 19 vorstellt.

Als uns die Welt noch gehörte, da sahen wir alle aus wie Odd Future. Da ging es gar nicht nur um die Musik oder darum, dass wir erfolgreiche Punks sind. Es ging darum dass wir eine Idee hatten und diese auch umsetzen wollte. Wir hatten alle Zeit der Welt und wir fingen an, uns mit der Thematik zu beschäftigen. Die einen malten, die anderen skateten, einige von uns machten Musik während die anderen sich von einem Ausdauertest zum nächsten zerrten, um endlich Pilot werden zu dürfen. Wir haben nicht nur geträumt, wir haben getan. Gerade aus der Schule – was haben wir zu verlieren außer Noten, die uns noch nie etwas bedeutet haben? Wir malten uns Hakenkreuze auf den Nacken um Reaktionen zu fordern und wir haben alles und jeden ausgeschlossen, der uns ein Nein mit Ausrufezeichen auf das Antwortplakat malte. Wir zerrissen und zerstörten, was unsere Energie aufhalten wollte. Wir feierten nicht nur weil wir feiern wollten, sondern weil wir was zu feiern hatten – uns – und die ganze Welt mitbekommen sollte, dass die hochgestreckten Arme und die wilden Schreie auch nur ein Output waren um unsere Zukunft zu formen.

Das verliert sich. Das wird sich wahrscheinlich auch bei den großartigen Street-Kids von Odd Future verlieren. Das hat sich bei Britney Spears verloren, das hat sich bei unzähligen Künstlern verloren. Ich bin verlockt dazu, dass auf ausbeutendes Management und ungnädigem Publikum zu schieben, aber wir wissen alle, wie es ist: ein paar Jahre vergehen und schon hat man wieder etwas zu verlieren, das man mit viel Arbeit aufgebaut hat. Das ändert alles.

Egal, ob ihr auf OFWGKTA steht, oder ob ihr die provozierenden Texte viel zu Anti findet, ob euch das überhaupt nicht schockiert und ihr das für einen Hype abstempelt; das mag alles sein. Alles, was ich sehe, ist ein großer, fetter Erinnerungsstempel, dass ich zwar für viel gearbeitet habe, meine Kartenhäuschen aber fein säuberlich wieder mit eigenen zitternden Fingern abgebaut habe. Da ist nichts, was verloren gehen kann, was zerstört wird, oder was ich riskieren könnte. Es ist wieder Zeit für eine neue Ideologie.

April 24th, 2011 Posted in (Pop)Kultur, Gangster, Musik | 3 Comments »