The Art of Year Pressure

Wenn man sich durch die Archive windet, stellt man schnell fest, dass die epochale Zeit linear, die alltägliche Zeit zirkulierend und die biografische Zeit redundant ist. Phasen mit sich immer wiederholenden Kleinigkeiten wiederholen sich. Die Endlichkeit ist unendlich weit weg, und trotzdem pocht der Gedanke wie ein Schlaghammer auf dem Asphalt der Sinnsuche: wo geht es hin, wie lange brauche ich bis ich da bin und wann weiß ich, dass ich es weiß?

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November 14th, 2012 Posted in Crystal Meth, Gangster | 2 Comments »

Spiderwebbed

Spiderwebbed ist ein fantastisches Album, das zu diese Jahreszeit einlädt wie kein anderes. Die Sonne schneidet mit ihrem Licht durch den Atemfrost. Es entsteht eine emotionale Dichotomie. Will ich raus, und den letzten Strahl abbekommen, oder bleibe ich liegen, vor Angst ich könnte frieren? So ist dieses Album. Will ich die zwischendurch ertönende Aufregung nutzem, um zu tanzen, oder widme ich mich voll und ganz der stillen Atmosphäre, die um die Songs herum entsteht?

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October 29th, 2012 Posted in Crystal Meth, Musik | 2 Comments »

A MILLION // The Encore

Es ist wieder so weit. Wir laden ein zur regulären Abschuss-Nacht im Luzia-Lab, der darkste Room von allen. Wir knechten euch und uns mit richtig schlechtem Sound und es gibt nichts umsonst auf dieser Party, schon gar nicht die Drinks und mit größter Selbstverständlichkeit auch keine T-Shirts. Wir wollen gemeinsam um den Verlust guter Musik weinen und spielen nur Fidget und Jungle.

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October 24th, 2012 Posted in Berlin, Musik | 2 Comments »

panorama vs ideologie: bergnein

Rückwärts rausgefallen aus der Legende über die sich Journalisten gerne die Zunge staubig reden, obwohl es doch gar nicht SO viel zu sagen gibt. Ein bisschen gibt es was: darüber schreiben sie aber nicht, dass die Abläufe hier anders, irgendwie aus der Realität ent-rückt sind. Anstatt Sonntags nach Hause zu gehen, gehen wir erst hin. Draußen ist es noch hell, doch wenn innen die Jalousien hochgezogen werden, ist es plötzlich dunkel und die Mondsichel strahlt in die hochkonzentrierten und doch völlig entspannten Gesichter derjenigen, die ihren Tatort-Abend gegen einen Tatort der Musik eintauschen.

Ich finde aber, dass das Berghain und die Panoramabar als Gesamtkonzept überbewertet sind, genauso wie Berlin und jegliche Liebe zur elektronischen Musik. Ich liebe es auch, und ich liebe es mehr als viele andere Dinge und das ist keineswegs zynisch gemeint. Ich meine nur, es ist überbewertet, weil man es entweder zerreisst oder hoch lobt oder ein Geheimrezept finden will, aber keiner sich einfach damit zufrieden gibt dass es wunderbar funktioniert und das Leben nun mal so ist. Manchmal funktioniert es. Nur ist die Legende nicht so überragend, wenn man sie mal nüchtern betrachtet (was man vielleicht gar nicht sollte, oder zumindest nicht, wenn man vor hat sich wirklich dem Kontrollverlust hinzugeben).

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October 22nd, 2012 Posted in Berlin, Gangster, Musik | 2 Comments »

A’MILLION LABEL PARTY 28.09.2012

Verkackte Übergänge, schlechter Sound, MP3s in mieser Qualität, keine Free Drinks, hässliche Menschen, gegen den Takt klatschende Rentner im Erdgeschoss von Einkaufshallen, überteuerte Prostituierte am Straßenrand, generell also ein ziemlich schlechter Abend für alle Beteiligten, die aus Frust um Mitternacht schon im Bett liegen und wütend masturbieren. Wenn euch die Vorstellung an so viel dämonischer Anti-Party anmacht, seid ihr genau richtig am Freitag in der breitbeinigen Luzia, wo wir Leitungswasser in die Menge spritzen werden, weil wir uns keinen Sekt leisten können. A’MILLION.

Für Boobies gibt’s T-Shirts. Für Ballers gibt’s Faust in Gesicht. Grind on me, bitches, und bringt Schlagsahne mit. Wenn wir bis Freitag genug Geld mit unseren Crack-Geschäften gespart haben, dann gibt’s vielleicht auch professionelle Hoes.

September 25th, 2012 Posted in Berlin, Musik | Comments Off

20 YEARS OVERKILL x NIKE FAVES

Die Mutter meines Crackdealers feiert heute Geburtstag und lädt zu einer ordentlichen Orgie ein. Im Café Wendel inmitten der touristischen Hochburgs Berlin werden sich Schlagringe und Bullterrier zu Mobb Deep paaren und kleine aggressive Hentai-Hybride zeugen. 20 Jahre Overkill – so alt bin ja ich noch nicht mal.

Aus diesem Anlass – einfach so – hier noch die schönsten Schuhe der Saison, die ich mir nicht leisten kann.

September 15th, 2012 Posted in Berlin, Konsumbehindert | Comments Off

White Girl & Lunice

Es ist einer dieser Abende, an dem man weiß, was man will: Pause. Nach getaner Arbeit und im Wissen um den Stress am nächsten Tag gibt es nur noch die absolute Knalltüte in Form von MDMate und reichlich klarem Blutverdünner. Ob es um Geld geht oder nicht – wir müssen ja ständig in Bewegung bleiben, um nicht in unsere Leerlauf-Löcher zu fallen, die uns die Seele zerreissen. Bis die Birne platzt, gerne auch bei 13 Grad und Nieselregen. Und dann strotzt man gerade so vor Abenteuerlust und weiß ganz genau dass es diesmal nicht so wird wie beim letzten oder vorletzten Mal im Prince Charles. Und dann wird alles so perfekt wie man es sich vorstellen kann: latent angetüdelt mit dem Fahrrad fast die O-Straße am Asphalt abknutschen, von den Türstehern an der Schlange vorbeigewunken werden und durch Zufall auf der Gästeliste stehen. Und wir sind jetzt schon total high und übermütig. Pünktlich zum Setbeginn durch die Meute kämpfen und direkt am DJ-Pult zwei Stunden lang in Schweiß und freudigen Tränen baden. Ballin’, Banger, Boom. Und wir leben und atmen, trotz der schlechten Luft und dem Rauch. So ein Workout kann auch das Studio nicht aus mir rauskitzeln. Zwei Stunden lang pure Klangextase. Nukleare Ansteckungsgefahr, Ellenbogen an Kopf, so hoch springen wie man kann, völlig ignorieren, wie bescheuert die weißen Kids beim abgehen eigentlich aussehen. Egal, wir sind Pretty Flackos. Und Lunice, der für mein herzsprengendes Hiroshima sorgt, der mich für immer in sein Herz geschlossen hat, ist einfach nur ein Kid wie wir alle und springt am höchsten zu seinen Tönen. Der freut sich, und ich freue mich, dass er sich freut. Wir zerstören den Club, aber nur innerlich, also uns, unsere Gehirne und vor allem unsere Ohren. Who cares. Überall bunte Laser und so ein Scheiss. Und dann ist alles so schnell vorbei wie es angefangen hat und wir kriegen das organische Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern geritzt, ist aber egal, weil morgen geht es nämlich weiter mit dem Nachdenken und dem Philosophieren und der Unikram und die Arbeit und die ganzen ernsten Dinge, um die man sich kümmern muss. Hey Lunice, woher kennen wir uns eigentlich nicht? Aber zwei Stunden lang habe ich zu den sinnlos herumfliegenden Molekülen gehört, die nach ihrem Gegenpol suchen, mit ihren Freunden keine Fragen stellen, ohne wirklich aktiv zu sein. Und für das Herzrasen und die Umarmungen und das gemeinsame Abschwitzen und Mitgröhlen hat es sich gelohnt, auch wenn es sich wie ein hocherotischer Moment der akustischen Illusion anfühlt. Wenn der Sommer dann endlich kommt, ergibt sich für die Zukunft nur eine logische Möglichkeit: rumfahren und Drogen nehmen. Für den Hustle und den Flow.

May 13th, 2012 Posted in Berlin, Musik | Comments Off

FindingBerlin.com Relaunch Hangout

Kinder, ich bin ja sonst nicht so, dass ich in eigener Sache viel Werbung mache. Das liegt daran, dass ich mich für die meisten meiner Projekte auch latent schäme. Macht aber nichts, denn dieses kleine Ding hier hat mich glücklicher gemacht als die perfekte Milch/Cornflakes Ratio oder eine frisch geerntete THC-Pflanze: FindingBerlin.com. Bald wird auch endlich das Chaos beseitigt und ein neues Layout aufgesetzt. Zu diesem Anlass freue ich mich, wenn ihr – solltet ihr in Berlin sein – vorbei kommt. Es wird bestimmt total schlecht, aber bestimmt auch total schön, weil wir alle da sind und Molotow-Cocktails schmeissen und Autos anzünden und uns die Haare gegenseitig färben.

April 17th, 2012 Posted in Berlin | 4 Comments »