TOTD: Play By Play

TOTD: Play By Play

Der Produzentenwahn nimmt kein Ende. Allerdings sind die Talente an den Reglern nicht in der Lage dazu, ohne Vocals poppigen Post-Dubstep zu machen, der tatsächlich erfolgreich sein kann (oder zumindest: selten). Deshalb – ganz klar empirisch erforscht – gibt es ja auch so einen Remix-Wahn. Autre Ne Veut ist gewöhnlicherweise das nervigste hohe C seit Mariah Carey, aber er sei dank Jacques Greene entschuldigt.

Play by Play begleitet einen Take Off im Flugzeug übrigens so wunderbar wie der empfohlene Tropfen vom Chef zum Lammkottlett. Nussig im Abgang.

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October 17th, 2013 Posted in Track Of The Day | 1 Comment »

#YNTHT: Hintergrundmusik

#YNTHT: Hintergrundmusik

Noisey hat sich, trotz meines verzweifelten Kampf dagegen (don’t ask) zum Geschmacksverstärker in Sachen guter Musik gemausert. Der YouTube-Channel ist eine Goldgrube für Jäger der neuen – und vor allem guten – Musik. Ich gebe zu: die Specials interessieren mich selten, aber die Video-Releases und Playlisten sind meistens der Knaller. Es braucht Zurückhaltung, nicht jeden Song in meinen Facebook-Stream zu posten. Mein Favorit der letzten Woche:

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August 17th, 2013 Posted in Musik | 1 Comment »

Grimes vs Boiler Room

Grimes vs Boiler Room

Das Wort “Troll” stammt aus dem Internet und bedeutet so viel wie: jemand, der den anderen einfach nur auf den Sack gehen will. Umso witziger, dass Grimes sich gegen die Anschuldigungen, den Boiler Room getrollt zu haben, nun wehrt: Nichts, was sie macht, sei jemals ironisch.

Im Garten des TechHouse-Riesen Richie Hawtin höchstpersönlich wurde auf Ibiza eine kleine andächtige Feier zu Ehren der elektronischen Musik gefeiert. Zusammen mit Nina Kraviz, Hawtin Höchstpersönlich und Azari & III durfte Grimes in ihrer Special-Editions Plattensammlung stöbern und exklusive/seltene Fundstücke herzaubern. Denn der Boiler Room ist in der Szene der Tanzmusik zum besten Ort des Schwanzvergleiches geworden.

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August 15th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 3 Comments »

Beyoncé / Bow Down / I Been On


Hit-Boys Beats dominieren vor allem da, wo sie unerwartet sind. Als Producer schafft er es problemlos, gute Rapper – oder gute Musiker – zu besseren zu machen, sie an ihren Schwächen herauszufordern und bei ihren Stärken zu schmeicheln. So gab er – in seiner göttlichen Funktion erinnert er geradezu an Kanye West – Beyoncé für dieses zerstörerische Gerät viel mehr Edge, als sie tragen kann, ohne ihre Stimme oder mit ihrer Attitüde zu brechen. Ich hoffe, da kommt noch mehr; das Schicksalskind könnte als Midlife-Crisis-Mutti mit neuer Subversität und Rebellion gegen die Hausfrau-Schiene mit den Death Gripz auf Tour zurück kommen und dann wäre Popmusik auch endlich gerettet.

March 18th, 2013 Posted in Musik | Comments Off

Alabama Shakes

Saturday Night Live ist – Hulu sei Dank – mein neuestes Fenster in eine Fernsehwelt, die uns in der BRD spätestens seit dem Ende von Viva+ verwehrt bleibt. SNL ist ein Einblick in die Bewältigung des amerikanischen Medienalltag mit Humor, der funktioniert.

Die letzte Folge war vor allem deshalb viral angehaucht, weil Christoph Walz – der erste “German speaking SNL-host” – die ganze Sendung mit Finesse und Albernheit moderierte. Viel intensiver gefühlt als Walz (Django immer noch nicht geguckt, manchmal muss man sich ja Filme auch aufheben) habe ich allerdings die Band, die zu Gast war.

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February 18th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | Comments Off

Cyril Hahn Guest Mix For Rob Da Bank

BBCs Radio 1 setzt die Messlatte für gute Musiksendungen im öffentlichen britischen Radio – oder generell überall – ziemlich hoch. Immer wieder holen sich die Moderatoren für ihre Sendungen die angesagtesten und heißesten DJs ins Studio, die ihre raffinierten Tanzmusik-Selektionen für die Ohren ungeschulter auflegen. Ich bin ein großer Fan vieler dieser Mixe – man erinnere sich an James Blake, Jamie XX und viele andere Sendungen, die es regelmäßig in den Umlauf schaffen.

Für Radio 1s Rob Da Bank durfte nun Cyril Hahn seine Kunst zum Besten geben. Eine halbe Stunde gut komponierte House-Exzellenz! Whoop Whoop! House hat sowieso derzeit sein großes Comeback. Man denke da an Bicep, die mit ihren 90er Jahre Synth wieder ein bisschen die Stimmung aufpeppen. Cyril Hahn bleibt allerdings klassisch ruhig und gewohnt uneklektisch: stringente Beats und magische Vocals.

Cyril Hahn hat mit seinem Destinys Child Bootleg “Say My Name” vor einigen Wochen einen Monster-Hit für alle House-Besessenen erschaffen. Immer häufiger werden die klassischen R&B- & Popsongs der frühen 2000er gesampelt, sodass der Erinnerungswert, Mitsinggehalt und Eingängigkeit der bereits erfolgreichen Stücke in das House-Genre transportiert werden. Cyril Hahn perfektioniert dieses Anliegen, und sein neuester Mix kann sich – überraschenderweise ohne die kontemporäre EDM-Trap-Bass-HipHop Schiene zu fahren – voll und ganz sehen lassen. Schade, dass die meisten Club DJs nicht so richtig wissen, wie man abwechslungsreiche und spaßbringende House-Musik auflegt. Ich wäre mit Sicherheit wieder öfter beim Tanzen zu finden.

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January 7th, 2013 Posted in Musik | Comments Off

Jessie Ware & BenZel // If You Love Me

Jessie Ware. Diese Frau hat es geschafft, Pferde in meinem Herzen zum Gallopieren zu bringen. Sie laufen in ihrer wilden Schönheit durch Wüsten und Wälder und wirbeln einiges an Staub und Emotionen auf. Ihre Stimme kommt im Gesamtpaket mit einem wunderbar kontemporären Pop-Konzept, dass sich aus der üppigen Schatzkiste der englischen Tanzmusik bedient.

Jessie Ware wird auch bald in Berlin auftreten- im Rahmen der Konzertserie “Introducing“. Dort kann man sich auch noch für die Gästeliste eintragen. Am 19.11. wird sie im Bi “schlechtester Clubname ever” Nuu am Schlesischen Tor zu besten geben und selten habe ich mich so sehr auf einen Pop-Gig gefreut.

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November 7th, 2012 Posted in (Pop)Kultur, Berlin, Musik | Comments Off

Petite Noir // Südafrika

Die Südafrikaner stehen ganz hoch im Kurs der kontemporären Pop-Musik. Im Hip Hop haben sich schon einige kleine Sternchen am Himmel zeigen können. Mit Acts wie Die Antwoord hat sich zudem auch eine kulturelle Annäherung eingeschlichen. Plötzlich ist es irgendwie auch selbstverständlich, neue Bands zu entdecken, die weder britisch noch US-amerikanisch sind, aber mindestens genauso dasselbe Level an Innovation und Sleekness in der Produktion aufweisen können. Das alles trotzdem ohne auf eine gewisse, womöglich heimatverbundene Persönlichkeit zu verzichten, die die Südafrikaner ganz eigenständig mitbringen.

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October 28th, 2012 Posted in Musik | Comments Off

Forever <36

Ich stehe auf diese Mädchen und ihre Sommer-Songs. Auch die Prinzessin vom Block muss mal ihren Schlagring zur Seite legen und einen Mopswelpen streicheln und dabei ein bisschen weinen. Der Move: wenn man es zulässt, werden die doofen Phasen kürzer und die guten wieder intensiver. Dann macht das Spucken in hässliche Gesichter dummer Menschen auch endlich wieder Spaß.

June 12th, 2012 Posted in Musik | 1 Comment »

Return of the Mack

Etwas passierte mit ihr, als Morrissons nölige Stimme aus den verstaubten Boxen ertönte. Als hätte ihr ganzer Körper auf diesen Song gewartet, zuckten und zappelten ihre Gliedmaßen mit Gewalt. Sie wollten tanzen, also tanzten sie. Ihre Seele schmollte beleidigt in der Ecke, aber nach einigen Tagen des absoluten Return Of the Mack Overkill ließ sie sich auch auffordern, wenn auch nur, um endlich wieder Kontrolle über diesen nutzlosen Körper zu erlangen und einen anderen Song aufzulegen. Schließlich machte aber auch ihre Seele die Augen zu und hörte auf die weisen Worte englischer One Hit Wonder der 90er Jahre. Ihr Herz tanzte sie aus einer bisher unentdeckten Tür hinaus auf die Tanzfläche zu all den anderen, ihre Seele und ihr Körper gaben sich die Hand und Return Of The Mack wurde für etwas coolere Musik ersetzt, aber sie wusste, ganz tief drinnen, dass es dieser Song war, der sie gerettet hatte. Sie hatte es immer gewusst.

March 1st, 2012 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 1 Comment »