When Thugs Cry <36

Die realsten Motherfucker im Game schmeissen ein nettes Ghettogether. Während die Haters also noch Gentrifizierungs-Prügelei androhen, haben wir uns schon längst die Schlagringe in Gold als Accessoires geschmiedet und bereiten uns für eine übertighte Shituation vor. Im Prinzessin Charlotte geht es am Donnerstag nur um in Skinny Jeans gepresste Eier. No one one the corner got swagga like thugs. Be there or be hindert.

Krass: Kill & Grill, Afrika Lambaada & Opfertanz

Als wir gehört haben, Gangster-Rap ist das neue Ding nach Pandababys und Karottenhosen, haben wir uns zwei Mal in der Cypher gedreht und vor lauter Realness unsere Baggy-Pants verschluckt. Der KPTN spricht seitdem kein Word mehr mit uns und hat uns gezwungen, solange aus purer Demut Kappen mit ulkig-glitzernden Stickern anzuziehen, bis wir ihn mit einer Champus Invasion überraschen, die seit 3 Cribwalks nicht mehr beim Wet-T-Shirt-Contest war.

Weil wir seit Jahren nur noch Hummer fahren und die Straße ausschließlich von Google Maps kennen, haben wir extra für euch unsere Bloods Messer-Benno und Backstreet-Gerald gebeten, ein freundschaftliches Ghettogether in unseren 36 Chambers im Prince Charles zu schmeißen und alle in ihre Crib einzuladen, für die Geld keine Rolex spielt.

Wir haben nicht die geringste Ahnung, was sich die Jungs ausgedacht haben, aber es gibt wohl eine Indoor-Outdoor Summer Jam, ein Kill & Grill BBQ mit Beef. Weißbroten und Kartoffeln von Smiggy Balls (LA/NY), Baggy Bounce – Sackhüpfen mit King Kalamar, eine gefährliche Schießwand, krampfhaft unangepasste Sprüche, eine lustige Logowand und DJ-Sets der unberechenbarsten DJs im Game.

Um den Bogen zu überspannen, haben sie die völlig überschätzen Emo-Krawall-Rapper von Proberaum Antifreshness eingeladen, die ihre Hits “Ich weine, wenn ich komme”, “Sie schlägt mich”, “Du hast eine Meinung” und “Geheim 1&2″ spielen. Natürlich nicht ohne Lil’ Biggie Nirddy, den emotionalen Rapper im Bademantel.

Wir sind verstört und ängstlich. Kommt alle und zeigt dem KPTN, dass ihr ohne ihn nicht heben könnt. Sonst ist er swag und wir sind wieder allein, allein.

Wir freuen uns dumm und dusselig!

Come in and Drive-By,

Muschi < $

July 16th, 2012 Posted in Berlin, Gangster, Konsumbehindert, Musik | Comments Off

White Girl & Lunice

Es ist einer dieser Abende, an dem man weiß, was man will: Pause. Nach getaner Arbeit und im Wissen um den Stress am nächsten Tag gibt es nur noch die absolute Knalltüte in Form von MDMate und reichlich klarem Blutverdünner. Ob es um Geld geht oder nicht – wir müssen ja ständig in Bewegung bleiben, um nicht in unsere Leerlauf-Löcher zu fallen, die uns die Seele zerreissen. Bis die Birne platzt, gerne auch bei 13 Grad und Nieselregen. Und dann strotzt man gerade so vor Abenteuerlust und weiß ganz genau dass es diesmal nicht so wird wie beim letzten oder vorletzten Mal im Prince Charles. Und dann wird alles so perfekt wie man es sich vorstellen kann: latent angetüdelt mit dem Fahrrad fast die O-Straße am Asphalt abknutschen, von den Türstehern an der Schlange vorbeigewunken werden und durch Zufall auf der Gästeliste stehen. Und wir sind jetzt schon total high und übermütig. Pünktlich zum Setbeginn durch die Meute kämpfen und direkt am DJ-Pult zwei Stunden lang in Schweiß und freudigen Tränen baden. Ballin’, Banger, Boom. Und wir leben und atmen, trotz der schlechten Luft und dem Rauch. So ein Workout kann auch das Studio nicht aus mir rauskitzeln. Zwei Stunden lang pure Klangextase. Nukleare Ansteckungsgefahr, Ellenbogen an Kopf, so hoch springen wie man kann, völlig ignorieren, wie bescheuert die weißen Kids beim abgehen eigentlich aussehen. Egal, wir sind Pretty Flackos. Und Lunice, der für mein herzsprengendes Hiroshima sorgt, der mich für immer in sein Herz geschlossen hat, ist einfach nur ein Kid wie wir alle und springt am höchsten zu seinen Tönen. Der freut sich, und ich freue mich, dass er sich freut. Wir zerstören den Club, aber nur innerlich, also uns, unsere Gehirne und vor allem unsere Ohren. Who cares. Überall bunte Laser und so ein Scheiss. Und dann ist alles so schnell vorbei wie es angefangen hat und wir kriegen das organische Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern geritzt, ist aber egal, weil morgen geht es nämlich weiter mit dem Nachdenken und dem Philosophieren und der Unikram und die Arbeit und die ganzen ernsten Dinge, um die man sich kümmern muss. Hey Lunice, woher kennen wir uns eigentlich nicht? Aber zwei Stunden lang habe ich zu den sinnlos herumfliegenden Molekülen gehört, die nach ihrem Gegenpol suchen, mit ihren Freunden keine Fragen stellen, ohne wirklich aktiv zu sein. Und für das Herzrasen und die Umarmungen und das gemeinsame Abschwitzen und Mitgröhlen hat es sich gelohnt, auch wenn es sich wie ein hocherotischer Moment der akustischen Illusion anfühlt. Wenn der Sommer dann endlich kommt, ergibt sich für die Zukunft nur eine logische Möglichkeit: rumfahren und Drogen nehmen. Für den Hustle und den Flow.

May 13th, 2012 Posted in Berlin, Musik | Comments Off