BEST TRACKS OF 2013: POPPED A MOLLY

BEST TRACKS OF 2013: POPPED A MOLLY

Dieses Jahr machen wir es ein bisschen anders. Es gibt meine 100 Top Tracks of 2013 schön abgepackt in 10 Playlisten: Heartbreak Songs, Feel Good Bounce, Take Off Tracks, In My Classy Bedroom, Lost In A Moment, Mindfucked By Music, Popped A Molly, Pimping, Moodswings und Serious Dance Lessons in The Club.

Die nächsten drei Kategorien des Jahres-Best Of sind meine Lieblingskategorien, denn 2013 war das Jahr, als mir elektronische Tanzmusik (wieder, auf eine gewisse Art und Weise) näher gekommen ist. Ich hätte alle Songs auch in eine Kategorie packen und die Top 30 der besten House/Techno Tracks nennen können, aber ganz so einfach ist es nicht. Es gibt die feinen Unterschiede, und in der ersten Kategorie bestimmt ein gewisser Kitsch die Auswahl mit. Das sind Songs, die ich ganz sicher nicht als einzige großartig fand, und die jeden Dancefloor zum Ausrasten gebracht haben. Und weil “Popped A Molly” auch so ein 2013er Ding ist, tun wir einfach so, als hätten wir die folgenden Tracks hauptsächlich druff genossen.

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January 6th, 2014 Posted in Musik | Comments Off

Dominator Festival 2013

Dominator Festival 2013

Leider nicht so fleissig, wie ich gerne wäre (bezogen auf die Top 100). Wie machen wir das dieses Jahr eigentlich? Darf ich auch Songs reinbringen, die nicht 2013 veröffentlicht wurden, die dieses Jahr aber erst relevant für mich waren? Interessiert das eigentlich irgendjemanden, wenn die Songs älter sind? Wir sind immerhin nicht bei Pitchfork oder irgendeinem totalitären Magazin. Hier mache ich (hauptsächlich) die Regeln!

So oder so hat es mich in die Vergangenheit katapultiert, als man mir das Dominator 2013 Afterparty Video zeigte. Das Dominator Festival ist ein Hardcore Techno Festival, das vor allem in seiner Größe fasziniert. Man denkt, so überheblich wie man ist, man hätte in Berlin schon jegliche Berührungspunkte zu “neuen” oder “andersartigen” Subkulturen (gerade in der Musik) gehabt, aber dann kommt so eine ausgestorben geglaubte Nummer in den Niederlanden und zerfetzt jegliche Vorstellungskraft, die ich hatte.

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December 10th, 2013 Posted in (Pop)Kultur, Musik | 3 Comments »

TOTD: SATISFY

TOTD: SATISFY

Früher hatte ich Lieblingsbands, heute habe ich Bicep. Jeder Song aus der Diskografie, jede EP, jeder Trailer wurde von mir aufgesogen. Wenn man sich so intensiv auf die Entwicklung eines Sounds konzentriert, dann verliebt man sich immer mehr in die Künstler und in das Projekt. Die Leidenschaft muss aber auch erst geweckt werden. Feel My Bicep, die Stash EP – das war alle schon extrem überzeugend. Aber dass es besser wird, das ist quasi ein unerwartetes Geschenk der Musikgötter.

Nach der flüssigen Buttermelodie von Sacrifice bringen Bicep also jetzt den nächsten, absoluten System-Overload Killerbombentrack raus. Auf der Satisfy EP haben sie es diesmal mit klassischem Italo-House aufgenommen, aber schön gepimpt mit so einem gänsehauterzeugendem Beverly Hills Cop Soundtrack. Kann sein, dass das kitschig ist. Aber es ist auch erwachsen, smooth und düster. Oh, die Melancholie in meinem Herzen, auf dem Dancefloor, mit Tränen in den AUgen,.. ich möchte mich hinlegen vor Freude.

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November 29th, 2013 Posted in Track Of The Day | Comments Off

TOTD: Take It Down

TOTD: Take It Down

Ich hatte mir immer geschworen, dass ich niemals die Musik verliere. Ich würde immer die neueste Musik kennen und nicht irgendwann aus Verzweiflung einfach – wie alle anderen – Robbie Williams CD’s kaufen. Aber jetzt ist es so weit: seit einigen Wochen schon hat sich meine Playlist nicht mehr aktualisiert. Ich habe zeitweise Radio gehört und mich nicht dafür fast aufgehängt.

Das geht so nicht. Ich werde nicht erwachsen. Ich zwinge mich jetzt einfach. Passend zur Stimmung und zu einer gewissen Ratlosigkeit bezüglich dieses Blogs (siehe: wie ich eine Abmahnung bekommen habe für einen Blog auf dem hauptsächlich lyrische Texte und richtig dumme Witze erscheinen, aber Megan Fox ist Schuld und mein Leben ist ein bisschen doof gerade) führe ich nun eine neue Kategorie ein, die mich zum Arbeiten zwingen muss. Ich werde jeden Tag einen Track posten und behalte mir vor, euch eine Geschichte dazu zu erzählen. Oder eben auch nicht. Wer Empfehlungen, Ideen oder Inspiration verbreiten will, sollte nicht zögern die Kommentare zu verwenden.

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October 16th, 2013 Posted in Track Of The Day | 1 Comment »

Rihannas “We Found Love”

Alleine die erste Singleauskopplung des neuen Rihanna Albums zu hören war schon eine kleine, nun ja, bedeutsame Epiphanie (wenn auch nicht unbedingt eine positive). Ich denke, “We Found Love” ist im Lichte aller US-amerikanischer Musikentwicklung der letzten Monate ein perfektes Beispiel für den seelenlosen Untergang der letzten vertrauenswürdigen Bastion: Pop.

Ich habe meinen größten Spaß daran zu beobachten, wie sich Untergrund-Elemente der Musik plötzlich in den Mainstream schleichen, von talentierten Produzenten benutzt und ausgeschlachtet werden und inflationär in jeden (Pop) Song gepackt werden, der sich anbietet. Letztendlich ist vielleicht genau diese Methodik die richtige, um eine Entwicklung (egal ob in Form eines Revivals der 90s oder einer kontemporären Dubstep-Formel) voranzutreiben. Nur: was passiert, wenn auf einmal nicht nur musikalische Elemente des Kompositions-Bausatz ausgetauscht werden, sondern ein ganzer Lifestyle herum konstruiert wird?

Genauer gesagt werden gerade Kulturen auf ganz neuen Ebenen vermischt, die dann von der Musik repräsentiert werden. Wieder würde ich das Internet als Kommunikations- und Ideenkanal dafür beschuldigen, aber das tut jetzt nichts zur Sache. Vielmehr steht eine ganz gewaltige und unüberwindbare Frage in meinem Kopfraum: Was zur Hölle machen die Amerikaner da?

Calvin Harris produziert einen Song von Rihanna, die in ihrer Person zumindest bis dato für eine Neu-Erfindung der Popmusik stand. Songs wie Pon De Replay oder Umbrella waren unverkennbar Pop und gleichzeitig in ihrer Finesse neu und erfrischend; “We Found Love” hingegen ist – und wir haben hier nicht mal im Ansatz angefangen, über das Video zu reden – vielmehr einer untersten europäischen Schublade entliehen. Die seichten Lyrics waren für einen kitschigen Einstieg in die Gute Laune irgendwie zu erwarten. Alles andere erinnert weniger an einen (und das war ja scheinbar das auditive Ziel) Warehouse Rave als an die Hintergrundbeschallung einer Dorfkirmes, Hauptattraktion “Breakdancer”, der mit “WOLLT IHR NOCH MAL SCHNELL-EEEEEEEEEEEER?” kommentiert wird.

(Das Video ist in Deutschland nicht verfügbar, falls also der Vimeo-Upload bald nicht mehr funktioniert, müsst ihr mal selbst danach googeln)

Nachdem die USA in den letzten Jahren mit all ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fehlbarkeiten sich selbst gegeißelt haben und von Europa, dem Mittleren Osten und gar China und Russland als “der kränkelnde Rechthaber” verurteilt wurden, blieb ihnen ja nichts anderes übrig und unter der schweren Last der Wahrheit zusammenzubrechen: wir sind ein Volk ohne Werte, ohne Charme, ohne Stil und ohne Geschmack, alles, was wir können ist Dinge groß ziehen, Sachen kopieren und sie so lange aussaugen bis wir nur noch einen leeren Corpus zurücklassen. Und so schaute man plötzlich nach Europa rüber, um sich inspirieren zu lassen. Der Hipster, der selbst ernannte König aller Kultureliten, reicht in den USA aber leider nicht an die Fähigkeiten eines Franzosen oder eines Engländers heran, denn Kultur, so Leid es mir tut, kann man sich nicht klauen. Man kann sie in einem abgespeckten Paket kaufen und sich dann darin suhlen.. das hat sich auch Rihanna gedacht.

Vintagebriese und Konfettistimmung: “We Found Love” hätte auch mit einem Dubstep-Edit von Skrillex nicht punktueller sein für die zeitgenössische Art, sich an der europäischen Elektro-Dance-Techno Szene zu orientieren. Leider wirkt das Ergebnis für alle (außer für die anscheinend weltfremden Amerikaner) eher befremdlich. Wenn Rihanna, eine der (international) erfolgreichsten Künstlerinnen der Pop Musik, sich an Produktionen herantraut, für die sogar Blümchen sich schämen würde, was passiert dann folglich mit uns? Waren es nicht sogar bisher die Deutschen, die sich hauptsächlich in ihren Charts an die Auswahl des Billboard Magazines gerichtet haben? Wird das jetzt ein Teufelskreis? Wird der “Trancey Keyboard Stargate” Rave wieder zu uns zurückkommen, weil die Popmaschinerie über dem Atlantik es für sich “neu erfunden” hat?

Ich frage mich, ob die Teenager aus NYC und LA verstehen, dass der Rave in Rihannas Video so nicht stattfindet. Man kotzt von einer Überdosis leider keine lustigen Zirkusfarben und man sieht nach dem Feiern leider nicht so gut aus. Die Spielautomaten klingeln dann nicht nach und die Zigaretten schmecken auch nicht gut. Muss ich mir Gedanken darüber machen, dass das Video an Requiem For A Dream angelehnt ist? Muss ich mich ärgern, dass die Kids leider wahrscheinlich nicht verstehen werden, dass es sich hier nicht um ein harmloses Trainspotting handelt? Ist die Ästhetik im Film nicht eigentlich auch schon vier Jahre alt und was ist das jetzt, ein Werk mit FFFFOUND-Ästhetik, oder eines, das für den überheblichen, elitären Europäer eine schlechte Kopie einer von Anfang an schlechten Idee war? Ist das jetzt noch Retro-Pop, oder ist das außerordentlich bescheuert? Sind Festivals in den USA jetzt in? Will man sich jetzt MDMA und Speed schmeißen, um wie in den Londoner Clubs abzugehen?

Irgendwo in mir brodelt die Hoffnung, dass die USA schon bald wieder ihre Souveränität auf dem internationalen Politikparkett wiederfinden, um vielleicht auch ihr popkulturelles Selbstbewusstsein wieder anzustacheln. Mehr Hip Hop aus Compton, bitte, mehr Indie Rock aus Seattle und mehr Popmusik aus Miami, aber eine ganze Zielgruppe zu entwickeln, die sich gehirnlos in nicht-existierende Kulturen verliebt, das ist nicht nachhaltig. Und nur weil sich die Inspirationswege verkürzt haben, heißt das ja nicht, dass man jetzt auch alles machen muss, was die anderen machen. Das soll mal weiterhin den Deutschen überlassen werden.

October 21st, 2011 Posted in Musik | 2 Comments »