"Girl gone wide."


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“GIRLS” ist eine TV-Komödie für weiße Menschen die aus einer weißen Mittelklasse kommen. Sie dreht sich nicht um alle Mädchen dieser Welt (sondern nur um einige Patienten aus New York) und zeigt eben nicht – auf revolutionäre Art und Weise – erwachsen gewordene Emanzipation und starke Frauen, sondern letztlich genau das Gegenteil davon, eingekleidet in Hyperbeln. Für Amerikaner mag das tatsächlich einer Revolution entsprechen eine unschick aussehende Protagonistin mit all ihren kleinen Speckfältchen und ihren Geschmacksverirrungen zu zeigen. Aber diese Frau als Arschloch, als völlig verblendete, überhobene, total bescheuerte Frau darzustellen ist ein Problem.

Produzentin und Schauspielerin Lena Dunham ist eine talentierte Frau. Ihr eigener Anspruch – wie sie ja selber sagte – war es, ihr Leben autobiografisch in einer humorvollen Reproduktion für die ganze Welt wieder zu geben. Damit habe ich kein Problem. Ich habe auch kein Problem damit, dass nicht eine Bandbreite an Frauen gezeigt wird, sondern eben nur die Priviligierten. Ich rege mich zwar darüber auf, dass gängige “Hipster” Klischees (der Kokain-Trip, der schwule Freund, der gefühlslose Sex, die Geschmacksverirrungen, das Künstlerdasein, yadda yadda) nicht nur aufgegriffen sondern regelrecht dem Zuschauer eingepfercht werden, aber das trägt seinen Teil zum Humor der Sendung bei.

HANNAH

Typisch 21. Jahrhundert: bloß nicht mit den Protagonisten sympathisieren. Bei dem Versuch, alles und jeden so realistisch und ehrlich wie möglich darzustellen, mit jedem Fehler und jeder noch so kleinen Gesichtsfurche, ergibt sich im Prinzip das Äquivalent zur Reality-TV Show, so maskiert und eingehüllt in vermeintlicher Fiktion, dass man sich aber auch intellektuell gesehen nicht schlecht fühlen muss ein Fan von GIRLS zu sein. Ganz besonders dann, wenn man selbst ein “GIRL” ist, am besten eines wie Hannah – zwar nicht den optischen Ansprüchen entsprechend, aber festgebissen und stark und selbstbewusst. Aber ist das so? Will man sich mit Hannah gleichsetzen – oder doch lieber mit den anderen GIRLS der Serie, die die ganze “Revolution” von Hannahs Charakter wieder so weit relativieren, dass sie schließlich irgendwo in Nicht-Bedeutung endet?

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by yeahs in (Pop)Kultur


Dass es in Deutschland immer noch kein vernünftiges Online-Entertainment Angebot gibt lässt mich gerade hart verzweifeln. Ich habe keinen Bock auf die Scheisse im Fernsehen – sorry, Dschungelcamp, Deutschlands größte Muchte, copy/paste Konzepte, Reality TV für Dumme und Arme die davon noch dümmer werden, selbst für ein Opfer wie mich gibt’s einen gesunden Anspruch -, ich habe keinen Bock immer die todesernsten, biederen oder staubtrockenen Inhalte der Öffentlichen zu schauen – auch wenn ich denen ab sofort fast nen Zwanni in die Kimme schieben muss- und ich werde ganz bestimmt nicht für viele Millionen Teuros eine Sky-Box aufstellen, auf der dann keiner hier Fußball gucken möchte.

Ich hätte gerne die Möglichkeit, gute Filme und Serien in Originalverfassung zu streamen. Online. Nein, ich möchte keine DVD-Boxen, nein, ich möchte nicht wochenlang auf den Release warten, nein, verdammte scheisse, die LoveFilm-Fotzerei kann doch einfach nicht wahr sein. Erstmal ist das eine Online-Videothek von Amazon die “Lovefilm” heißt, ich scheiss mich ein. Die Filme kann man sich für ‘nen guten Abo-Preis nach Hause liefern lassen, aber dann die Überraschung beim On-Demand Versuch (weil hey, wieso drei Tage auf nen bekloppten Film warten wenn man ihn JETZT DIREKT GUCKEN KÖNNTE): ist die Scheisse wieder absynchronisiert. Wir leben im 21. Jahrhundert, niemand kann auch nur einen Atemzug nehmen ohne Englisch zu sprechen, aber Hauptsache die Sowjetunion besteht gedanklich in ihrem Synchronisierungsdrang weiter und weiter. FICKT EUCH IHR KULTURPISSER, dafür bezahle ich überhaupt nichts.

Und nur dass das klar ist: ich bezahle sehr gerne für das Angebot meiner Träume. Ich würde mindestens 25 Euro im Monat dafür latzen, dass ich Serien, Filme und was weiß ich nicht on-time, on-demand, in HD (und von mir aus auch nicht, fickt euch), im direkten Stream, legal gucken könnte. IN ORIGINAL TON. Es geht nicht um Geld, es geht um Convenience.

Also habe ich mich auf ein Abenteuer eingelassen: Netflix und Hulu. Mit der Chrome Extension Mediahint kann man die exklusiven US-Angebote auch hierzulande “testen”. Keine Ahnung und null Garantie, wie lange diese Extension überlebt – aber einen Versuch ist es wert. Siehe da: läuft flüssig und problemlos. Anders als bei anderen Proxys (HotSpot Shield, etc) wird aus irgendwelchen magischen Geek-Gründen die Geschwindigkeit nicht gedrosselt. Wenn man eine Kreditkarte hat, kann man sich problemlos bei Netflix anmelden. Da dann die erste Negativ-Peitsche: übersichtlich ist was anderes. Die zweite: was ist das für ein lausiges Angebot? Nach ein paar Tagen des Rumstöberns musste ich enttäuscht feststellen, dass mich die virtuelle Videothek nicht reizt. Carl Sagans “Cosmos” ist zwar das schönste, was mir seit langem passiert ist – aber da werde ich mir in absehbarer Zeit sowieso die DVDs bestellen.

Offensichtlich besteht Netflix derzeit nur aus “Straight To DVD”-Releases mit Hits wie “The Switch” und “Failure To Launch”. Fairerweise ist das Serienangebot aber sehr umfangreich: Heroes, Lost, Breaking Bad, Weeds, etcetera und hätte ich die nicht alle schon gesehen wäre das definitiv seine Sache wert. Ich werde es wahrscheinlich fortan so machen: wenn ich Bock auf eine Serie habe, melde ich mich bei Netflix an und gucke mir die Serie an. Für 6 Dollar im Monat ist das wirklich okay, billiger als die DVD-Kollektionen die dann bei mir verstauben. Vielleicht bin ich auch ein bisschen zu hart mit Netflix, am Ende sind hier auch einige Klassiker und Blockbuster zu finden – aber aufgrund der mangelnden Übersicht bin ich schon so genervt, dass ich nach 10 Minuten Suche nach Empfehlungen irgendwie die Luft und die Lust verliere.

Auf Hulu kann man sich auch ohne Bezahlung an einem umfangreichen Serien- und Film-Repertoire bedienen. Das ist erstmal schön. Dann merkt man aber: scheisse, die gute Arthouse-Film Kollektion kriegt man nur mit Hulu Plus (dafür aber die letzten Folgen von 30 Rock, Modern Family, SNL und so weiter auch ohne). Aber da kann man sich nicht so problemlos anmelden. Es werden nämlich nur Kreditkarten akzeptiert, die mit einer US-amerikanischen Adresse angemeldet sind (und die entsprechenden US Pay Pal-Accounts). Aber auch das Problem lässt sich lösen: auf Entropy  kann man sich eine virtuelle Kreditkarte erstellen lassen (die man mit seiner deutschen Kreditkarte auflädt), mit welcher man sich auf PayPal dann einen amerikanischen PayPal-Account machen kann. Wichtig: für den PayPal-Account sollte man sich eine amerikanische Adresse heraussuchen. Ich wohne im Weißen Haus, bitches.

Das dauert ein paar Minuten, aber für umgerechnet 5 Euro im Monat ist das Angebot auch okay. Die Film-Kollektion und die Dokus und Reportagen sowie ALLE Saturday Night Live, Jimmy Kimmel und Fallon Shows sind extrem unterhaltsam und toll. Aber auch Hulu Plus nervt irgendwie: bei 30 Rock gibt es tatsächlich NUR die letzten 5 Folgen. What the fuck? Ich kann mir nicht die GANZEN Staffeln ansehen? Könnt ihr das bitte auf die Reihe kriegen? Und dann… die Werbung. Egal wie viel Geld ich dem Gerät in den Rachen werfen: Werbung, immer, ständig, überall. Für mich hat die amerikanische Werbung immerhin noch einen Freak-Faktor, aber an und für sich ist das Ganze super anstrengend. Die Film-Auswahl tut es mir hier – wie gesagt – eher an als Netflix. Die Serien sind aktueller, wenn auch die Auswahl nicht ganz so groß ist. Eine Mischung aus beidem wäre natürlich perfekt, aber man kann ja nicht alles haben bei großen konkurrierenden amerikanischen Unternehmen. Das ist in etwa so wie mit Google+ und Facebook: irgendwann muss man sich ja doch entscheiden (die Entscheidung war hier wie da sehr einfach).

Bei Netflix bin ich mittlerweile abgemeldet, Hulu Plus werde ich für einen Monat weiter testen um dann zu entscheiden, ob sich das lohnt. Zu meinem Leid wurde die Mediathek App – eine Übersicht über alle öffentlichen Programme – abgeschafft, sodass mein Fernseh-Leben nur noch aus Hulu, einige Serien und arte +7 Trial & Error besteht. Wie kann es sein – wie KANN es sein – dass ein so lukratives Geschäft so viele Hürden a la GEMA & YouTube hat, heute, im Jahr 2013, und der Endkonsument zu absolut radikalen und semi-legalen Maßnahmen greifen “muss” um am kulturellen Leben teilhaben zu können (und jetzt können wir natürlich darüber streiten, wie kulturell hochwertig die Inhalte im amerikanischen Fernsehen sind, ABER WENIGSTENS DIE MÖGLICHKEIT hätte ich gerne!). Wer beschwert sich noch mal darüber, dass illegale Downloads blah blah blah? FICKT EUCH. Den ganzen Tag könnte ich politischen, bürokratischen und unflexiblen Bremshubbeln auf den digitalen Straßen ins Gesicht kotzen. Das Internet national aufteilen, ich bitte euch, da fängt doch schon jedes Problem an.

Ihr düft mich gerne eine besseren belehren. Ich hoffe inständig ich habe irgendeine Entwicklung hierzulande komplett verpasst und mich völlig umsonst aufgeregt.

by yeahs in (Pop)Kultur


Serien-Tipp à la carte. Newsroom. Catchy und funky. Nicht unbedingt das beste, was ich je gesehen habe, aber gut genug um derzeit meinen Nummer 1 Spot zu belegen. Nachdem ich jetzt genug Serien über Mädchen und Mädchenprobleme gesoffen habe, reicht es mal damit. Newsroom kommt mit charmantem Cast, spannenden Stories und einer gewissen amerikanischen Aufarbeitung der Nachrichten der letzten zwei Jahre. Aaron Sorkin hat da was Feines rausgehauen. Und wieder einmal hänge ich wöchentlich jeden Montag-Abend am Netz, um auf dem Laufenden zu sein. Good lifing.

(Auch gut: Girls, 30 Rock, New Girl, 2 Broke Girls)

by yeahs in (Pop)Kultur


Eigentlich soll man vor dem Schlafen gehen ja lesen. Aber wie viele einsame Menschen wissen, ist ein bisschen freundschaftliches Kuscheln und die Interaktion mit Menschen, die man irgendwie gerne hat, die bessere Alternative dazu (nicht etwa, das lesen keine Option wäre; allerdings ist das langsame Hinwegschlummern um einiges leichter, wenn man sich dabei nicht konzentrieren muss. Lesen wird dann bei vollem Bewusstsein genossen. So viel Wichtigkeit darf man dem ja noch zusprechen dürfen). Und ständig verliebt man sich in neue Freundeskreise. Spätestens seitdem Friends abgesetzt wurde und jede Folge zum fünfundvierzigsten Mal abgelacht ist, bin ich immer auf der Suche nach einem neuen Friends. How I Met Your Mother ist nicht so mein Fall, irgendwie komme ich nicht auf den Punkt, wo man es für lustig hält.

Dafür haben sich einige ganz andere, teilweise katastrophale Charaktäre in mein Leben geschlichen. Wer mehr davon liefern kann sei herzlich dazu aufgefordert. Ich kann diese Serien nur wärmstens empfehlen. Für ein gesundes Lachen vor dem Schlafen gehen, und für neue (unsichtbare) Freunde. Vor allem aber ist es besser als das dröge deutsche Fernsehen. Seit Arte +7 verpasst man da ja sowieso nichts mehr. Ich liebe euch.

by yeahs in (Pop)Kultur


Das Ding ist doch, dass nicht am Ende jeder Folge einer Serie sich das liebende Paar in überzogener Romantik über Berge und Täler und im regnerischem Sturm in die Arme läuft. Man muss immer so geduldig sein, die Spannung zu ertragen und die Geschichte auszuformulieren. Es gibt kein “sofort”, wenn man Unterhaltung will. Es gibt nur Staffelenden, die mit einem riesigen Cliffhanger antizipieren lassen, was als nächstes geschieht – nämlich in sechs Monaten oder in gar 12, wenn die nächsten Episoden abgedreht sind und endlich den Zuschauern vorgeführt werden können. Zeit und Liebe nähren sich voneinander, und genauso gehen beide Konzepte zu Grunde, wenn man ihnen eine Sache vorenthält. Was wir jetzt brauchen: mehr Zeit, um die Liebe zu vergessen. Was dann kommt: Liebe, die die Zeit vorbei rasen lässt. Lass uns die Akkus aufladen und den Platz für neue Geschichten schaffen, neue Folgen mit neuen Darstellern und Höhepunkten und Wendungen, die keiner erwartet hätte, weil die Writer mal wieder extrem verrückte Dinge geplant haben.

Auch wenn die Spannung uns fast zerreisst: wir müssen dran bleiben.

 

by yeahs in Gangster Ohne Worte


Wir befinden uns im Jahre 2010. Millionen von Kids verblöden sabbernd auf den Sofas ihrer Wohnzimmer vor ihren Fernsehern; es laufen Datingshows auf MTV und voyeuristische Trash-Reportagen über die soziale Unterschicht auf Pro 7. Schule ist schon lange aus, Mutti bügelt die Wäsche. Tick. Tock.

Wir sind medial und vor allem musikalisch stecken geblieben, so war zumindest das Gefühl — bis dann plötzlich etwas aus der “elitären” Hipster-Szene entsteht, dass zumindest die virtuelle Generation ein bisschen wachrüttelt: eine Mischung aus Rapmusik mit Qualität, die sich von genrefremden Einflüssen inspirieren lässt. Kann es sein? Ist es so weit? Entwickelt sich auch Sprechgesang jetzt endlich weiter?

Kid Cudi

Es könnte tatsächlich die Zeit gekommen sein. Introducing Hipster Hop: endlich nicht mehr für Hip Hop schämen müssen. Pharrell machte den Anfang als konsequenter Superproduzent, indem er Elemente aus Fashion, Indie und Rap zu einem unkonventionellen Stück Kunst verwandelt, und das fast immer, wenn er an einem Projekt beteiligt ist. Aber Skateboard-P hat fette Unterstützung im Nacken- im Netz entwickelt sich dagegen gerade etwas, dass keine große Unterstützung braucht, um hochzukochen.

Es ist wichtig, Genres jenseits der Stereotypen und endlose Listen von Klischees, über die sie bekannt geworden sind zu erweitern. Hip Hops klimatische Abwandlung und der Attitude-Shift, der damit einher geht, ist definitiv gesund – Künstler agieren aus dem Underground heraus und würfeln Möglichkeiten zusammen, die tatsächlich auch im Mainstream ankommen. Sie hören nebenbei einen Mix über Last.FM während sie party poker spielen und lassen sich von den medialen Weiten inspirieren. Es ist eine interessante Zeit für den Hip Hop und diese Genre-Mixe, sowohl für Produzenten als auch für Künstler.

Mixtapes im ursprünglichen Sinne sind wieder angesagt, es gibt keine Namen im Biz wenn der Flow nicht stimmt, es wird gedroppt und gesaugt in ehrenhafter Low-Budget Produktion, “Living The Dream”: so haben Hipster Hop Vorreiter KiD CuDi und mein persönlicher Favourite, Lupe Fiasco, den größten Teil ihres Fames und schließlich einen Deal gewonnen ((offiziell bezieht sich Hipster Hop ausschließlich auf die Musik, also Rap mit vielen Synth-Einlagen und Typen, die eben wie Hipster aussehen und nicht wie Rapper– für mich ist der Begriff etwas weitläufiger, eher ein “Alternative Rap” Synonym, dass eben in der Ära der Hipster entstanden ist)). Poser und Flasher? Shit yeah, das hat echter Rap so in sich, aber nein, kein Ghetto, keine Waffen, und wenn es um Drogen geht– die haben ehrlich gesagt noch in keinem Genre gestört. Eine Revolution, die sich vielleicht auch im Mainstream durchsetzen wird (wenn es nicht bereits schon so ist–  wer weiß schon noch, was Mainstream ist und was nicht, selbst MTV ist tot. Und ob das gut oder schlecht ist, lasse ich mal so stehen).

Hipster Hop ist gut, weil er der Sprechgesangsfanseele gut tut. Nicht nur, weil er sich vor allem elektronischer Elemente bedient und damit den Inzest in der ganzen Branche bricht (man hat sich ja gefühlt wie bei den Amish im Hip Hop), sondern weil er es erlaubt, “Multikulti” eine ganz neue Bedeutung zu verpassen.

Ich will es so ausdrücken: Hipster Hop ist Symbolbild für eine Wandlung, die sich langsam aber sicher eingeschlichen hat- sicher, keine große Überraschung, kennen wir schon seit dem Erfolg der Arctic Monkeys, das Erbe des Internets ist auch gleichzeitig der Aufstieg der Underdogs. Es gibt keine zentrale Anlaufsstelle mehr für die Verteilung von guter Musik, es sind die Votes der Menschen, die zählen.

Aber ich glaube einfach nicht daran, dass es nur daran liegt. Ich glaube, das Internet liefert die Distributionsmittel und die Möglichkeit der Änderungen, eine Voraussetzung, aber das führt nicht zum zwanghaften Wandel. Man könnte sich weiterhin zurücklehnen und die Medien spielen lassen, doch stattdessen findet man sich in einer Welt voller no-name, no-show Mixtapes wieder, ein Wunderland der Auswahl. Plötzlich findet man sich selbst an einem Mikrofon, will Wellen der Begeisterung auslösen und das schöne ist: man weiß, dass man es kann.

Plötzlich können auch mittelbürgerliche KiDs aus Oklahoma ihre Kunst herausposaunen, herauspoesieren- und eine Fanbase finden. Buenos Aires. Bangkok. Berlin.

Ich glaube fest daran, dass nach all dem Überfluss an stupidem Bullshit, der aus allen Genitalen dieser Welt herausfließt, die Qualität am Ende überleben wird. Weil es nicht anders geht. Das hier ist nicht Idiocracy. Wenn wir uns an Verdummung und Monotonie vollgefressen haben, und wenn wir nur noch mit unzureichender Kulturzufuhr vor uns hinvegetieren, wird sich etwas ändern. Dafür sorg ich schon. Ich und meine Shotgun.

Es kommen Mixtapes, netzweite Distributionsmöglichkeiten und schließlich: die Befreiung. Hipster Hop.

Eigentlich wollte ich nur auf “How To Make It in America” hinweisen, einer neuen HBO-Produktion von Mark Wahlberg, in der KiD CuDi die Hauptrolle spielen soll. HBO + Mark Wahlberg = Entourage, wie ihr sicherlich wisst. Es kann also nur gut sein. Kann man sich bestimmt auch jetzt schon in der BRD anschauen, ich gebe mich vorerst noch mit dem dazugehörigen Mixtape von Kid & DJ Green Lantern zufrieden, eine der besten Compilations, die ich seit langem gehört habe.

Der wohl schönste Track aus dem Tape ist der Titeltrack der Serie selbst, “I Need A Dollar” von Aloe Blacc. Unfassbar, endlich wieder gute Musik. Check it Out:

05 I Need A Dollar

Download: Mixtape How To Make It In America

by yeahs in (Pop)Kultur


Die Leute kommen und sagen “S, du füllst deinen Kopf nur mit Scheisse”, und ich sage: Yo, hat sich also nichts geändert in meiner Welt! Ein Ed Hardy Fachidiot, ein oberflächlicher Weiberheld ohne nennenswerte Talente, ein kleinwüchsiger Besserwisser, ein kiffender Fatboy, ein größenwahnsinniger Egomane und ein schwules Prinzesschen mit Migrantenhintergrund.

Entourage

Ah, es lebe meine Lieblingsserie. Fetter Hip Hop Soundtrack, leichte Tussis und ein wirklich liebloses Abbild der Hollywood-Szene. Ist aber nicht schlimm, angeblich geht es hier nämlich um Männerfreundschaften. Und weil es sich hier um amerikanisches Fernsehen handelt, ist die härteste Droge, die in der Show vorkommt, Gras. Die Reichen und Schönen würden ja auch niemals direkt vom Kilo ziehen. Niemals.

Aber es geht gar nicht um den Aston Martin, das dicke Haus oder den Beziehungsstress der Hauptdarsteller. Nein. Es geht darum, dass ich auf Turtle abfahre und damit gleichzeitig zugebe, dass ich noch nicht mal mehr in meinen Vorstellungen hohe Ansprüche an Typen stelle. Es geht um Ari Gold,  dem bösen Dr. Cox.  Ari Gold, Father I’d Like To.. Meet. And shake hands with. Und so. Gott, ist diese Serie gut.

Ari Gold Quote

Anyway: ich habe es mal wieder geschafft, trotz meiner drölfmillionen-Stunden-Woche sechs Staffeln in zwei Monaten aufzusaugen. Entsprechend niedrig sind also meine sozialen Interaktionen ausgefallen. Über meine Abwesenheit hat sich keiner beschwert. Zeit, dass ich mir mal wieder die Unterarme aufritze.

Mit dem bisherigen Ende von Entourage ist bei mir mal wieder ein Time-Slot mehr freigeworden (und nein, ich setze keine Hoffnung mehr in meinen sozialen Status, bis das antarktische Klima  nachlässt und die Berliner Straßen wieder auftauen werde ich nur noch das Haus verlassen, um hässlichen Kindern die Asia-Nudeln wegzunehmen), und ich bin noch unsicher, wie dieser gefüllt werden soll. Ich warte auf eure Vorschläge. Eigentlich warte ich nur auf seine Vorschläge, der Rest macht ja nie mit.

Leute fragen mich: “S., wieso ziehst du dir diesen Scheiss rein?”, und ich sage: “Lasst mich in Ruhe, das ist der Hammer”, und plötzlich wenden sie sich alle von mir ab und glauben, ich sei ein Loser, ein Feiergeier, ein hirnloses Stück Fleisch, dass vor sich hinvegetiert, und ja, das trifft manchmal sogar zu, aber fuck yeah das tut gut.

Gossip Girl Rolling Stone

Man, ja, ich stehe auf Muschi-Serien, Dramen, und wenn ich es mir leisten könnte würde ich mir auch diese Sülz-Romane aus dem Supermarkt kaufen. Die, die Sabine und Michaela nach der zweiten Scheidung und dem dritten Kind kaufen, wenn backen und Sekretärin sein irgendwann keinen Spaß mehr macht ((Was? Guckt mich nicht so an, ich hab nicht gesagt, dass mit diesem Blog auch meine Vorurteile oder meine Arroganz ausgeschaltet werden! Und ich hab ja persönlich nichts gegen Sabine und Michaela, und ich werde euch auch nicht verurteilen, wenn ihr so heißt, aber ihr habt halt die Arschkarte gezogen und das muss jetzt mal so festgehalten werden!)). Ich bin genau so. Ach was, ich bin noch viel schlimmer, weil ich mir kein Kitschpapier kaufe, sondern das noch mit einer gewissen “angesagten” Coolness retuschiere. Immerhin ist es ja schon wieder in-style, wenn man auf uncoole Sachen steht. Quasi-Soaps gehören dazu, auch wenn es sich auf einem anderen Niveau als GZSZ begibt (aber auch nur grenzwertig).

Ich rede vor allem über meine aktuelle Obsession über Gossip Girl (und den sechstausend anderen Serien, die noch darauf warten, gesehen zu werden, jetzt, wo die Season wieder angefangen hat). Ich war ja noch nie ein besonders großer Fan von Snob-Portraits, soetwas wie O.C. California oder ähnliches kam mir nicht in die Glotze, weil ich immer lieber arm als reich war, also gab es ein Identifikationsproblem (lieber arm als reich heißt lieber heisst im Prinzip nur, dass ich Reiche dafür verurteilt habe, dass sie reich sind, und mich selbst gerne bemitleidet habe, weil das eben so ist und ich natürlich die Faust Satans in aller Macht seiner Ungerechtigkeit spüren konnte, blah blah blah. Oh man, Teenager sein hat echt Spaß gemacht). Aber jetzt, wo es sowieso nur noch darum geht, nach der Arbeit ein bisschen Eye Candy abzubekommen und meine Freunde keine aufregenden Bettgeschichten zu erzählen haben, ja jetzt will ich mir nur noch anschauen, wie sich andere junge Menschen die Birne zukoksen und ein viel aufregenderes Leben führen als ich.

Nate Archibald

Ich bin nicht die einzige Frau, die das emotionale Gefühlschaos so fest in sich verankert. Und viele, viele Typen stehen erstmal mit einem Fragezeichen in der Fresse rum, verstehen nicht, warum ihre Weiber so abdrehen. Ich sage dann immer: Jungs, dieses Drama– das ist nichts anderes als unsere Form von Porno. Im Porno lebt ihr eine animalische Fantasie aus (die wir durchaus auch teilen können, wenn wir vorher genug mit Drama gefüttert wurden), und wer süchtig danach ist, kann am besten nachvollziehen, warum Frauen auf Soaps und diese Dramas stehen. Es ist Gefühlsporno. Eine Fantasie. Prince Charming? Wir wissen, dass es den nicht gibt, genauso wenig wie es eine vollbusige Blondine gibt, die euch zum Dank für die spontane Autoreparatur eine Extra-Massage verpasst.

Alter, wenn ich ‘ne Uschi am Start hätte, die den ganzen Tag irgendwelchen Romeo-Idealen hinterherhechelt- ich würde sie direkt in die Therapie schicken, genauso, wie jede Frau einen Pornojunkie schnell abtreten würde. Das sind keine gesunden Beziehungen und auch keine gesunde Einstellung.

Leighton Meester

Das Leben ist nicht so wie in diesen Dramen. Das Leben ist einfach. Es gibt hier und da ein paar Ausschläge, negativ wie positiv, die aber nie deutlich von der geraden Linie in den Tod abweichen. Ganz einfach, ganz simpel. Aber irgendwann hat uns Disney erzählt, wie es eigentlich zu sein hat, und seitdem? Boom, eine Millionen Frauen sind unglücklich in ihren Beziehungen weil Typ nicht den Anforderungen einer Mädchenfantasie entspricht, und Typ klickt sich durch Fetischpornos durch, weil er genau weiß, dass er das niemals haben kann. Das hat Kurt Vonnegut wohl am besten erklärt.

Ein Drama ist der Geschmacksverstärker für’s Leben, die älteste Form des menschlichen Highs, Smack für die Seele, ein Arschtritt für einen sonst eher nichtsaussagenden Alltag. Uh, ich liebe Dramen. Mir braucht auch keiner zu erzählen, “S, fuck, geh mal raus, du verpasst das ganze Leben“, weil nö, is halt nicht so. Wenn sich jemand ‘ne Tüte dreht sagt doch auch keiner “Man du erlebst ja gar nichts”, stattdessen erzählt man ihm dass er mal ein bisschen langsamer machen soll mit der Sucht und den Nebenwirkungen. Bei Seelenporno denkt da aber wieder niemand dran.

Dan Humphrey

Und schiebt es jetzt nicht auf die Fernsehverblödung, das hat es nur noch leichter gemacht, uns eine Flucht zu bieten.

by yeahs in Gangster