Waze & Odyssey BBC 1XTRA Mix

Waze & Odyssey BBC 1XTRA Mix

Hat jemand House gesagt? Für den Fall, dass ich es nicht erwähnt habe: in meiner einwöchigen Silvester-Feier, in der bestimmt 30 Stunden insgesamt in der Panoramabar war, habe ich es geschafft Waze & Odyssey zu verpassen. Der einzige Grund warum ich überhaupt das Ticket gekauft habe. Jetzt, wo ich mir sicher sein kann, dass alle Erinnerungen weg sind und nie wieder kommen werde, muss ich mich also mit meiner Idiotie auseinandersetzen.

Glücklicherweise posten die Jungs jeden Tag einen Track aus ihrem Silvester-Set (ein Messer bohrt sich tief durch mein Fleisch bei jedem Update), sodass ich überhaupt nicht das Gefühl habe, etwas zu verpassen*. *Es wird Zeit, dass wir Emojis auch in WordPress-Beiträgen benutzen können.

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January 16th, 2014 Posted in Musik | Comments Off

Akute Lebensmittelvergiftung 2012

Das Leben rauscht an mir wie ein D-Zug vorbei, aber zur Silvesternacht hatte ich die einmalige Gelegenheit, einmal in Ruhe durchzuatmen und meine konstruierte Welt von oben zu betrachten. Genauer gesagt: ich saß auf einem Bett im Urbankrankenhaus vor dem Panoramaausblick und starrte auf den Himmel von Schöneberg, während die Stadt in einem tosenden Feuerwerksinferno erleuchtet wurde. Es war ein sehr fightclubesquer Moment. Das war so ein Augenblick, bei dem ich immer von dieser Überzeugung eingeholt werde, dass er von besonderem symbolischen Wert sein muss, ich diesen symbolischen Wert aber noch nicht so richtig erkannt habe. Trotzdem: in dieser kurzen Minute der totalen Hingebung für Zeit und Raum sauge ich die Bilder und Geräusche auf wie ein ausgedörrter Schwamm und setze die interpretativen Teile für mich später zusammen. Bisher hatte ich mit dieser Strategie noch nie Erfolg, denn auch in Retrospektive sind meine persönlichen, bedeutungstragenden Momente nie so richtig transparent.

Schon wieder war alles anders gekommen als gedacht. Schon wieder hatte ich Pläne, das Leben, sogar meine zukünftigen Gedanken und Taten in Stein gemeißelt und wurde anschließend von der Realitätsdampfwalze eingeholt: dein Leben kann nicht nur aus To-Do Listen bestehen, aus sorgfältig gepflegten Kalendereinträgen, aus unvergessenen Geburtstagen, aus behutsam ausgewählten Argumenten, aus rationalen Überlegungen und vernünftigen Entscheidungen. Die Realität will nämlich Platz, der nicht von dem strukturierten Netz der Sicherheit eingenommen werden sollte, sonst wird dieses Netz nämlich trotz aller Mühe beim Aufbau gnadenlos zerrissen und Realität macht es sich sowieso bequem. Ich kann also machen, was ich will: nicht das Unerwartete ist das Problem, sondern mein Umgang mit dem Unerwarteten. Mein Gesicht kann sich keine Stresspickel mehr leisten. Ich kann mir keine Versicherungen mehr leisten. Ich kann es mir nicht mehr leisten, mich an den weltlichen Aufgaben des Erwachsenwerdens zu zermürben. Jedes Mal, wenn es so weit war, habe ich Entschlüsse gefasst, die doofen Sachen alle abzubrechen “und endlich das zu tun, was ich wirklich tun will”, sprich: Job kündigen, Weltreise machen. Oder Job kündigen, Studium aufnehmen. Und dann noch mal kleinteiliger. Aber am Ende des Tages komme ich trotzdem an den Punkt der Überforderung, an dem ich mich frage:

Warum habe ich so viel Angst davor, zu schnell in die Kurve zu gehen in der Autobahnauffahrt, und was ist bitte so schlimm daran, wenn ein Plan nicht aufgeht? Sicherheiten sind Trugschlüsse. 2012 muss ich hart auf die Fresse fallen, um vielleicht endlich zu verstehen, dass es nicht so schlimm ist, wie ich dachte.

January 4th, 2012 Posted in Gangster | 2 Comments »

Sydneysiders

Es ist der 1. Januar 2011, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es schwierig wird, das letzte Jahr zu überbieten. Berlin, die Crew, die Familie, die Reise. Ich. Das kann man nicht überbieten, dieses unschlagbare Gefühl von “seinen Platz im Leben einnehmen, obwohl man ihn gar nicht gefunden hat”. Planlosigkeit und Langweile richtig schön genießen, aber niemals alleine, sondern immer umgeben von Menschen die eine bedeutsame Rolle in der eigenen persönlichen Entwicklung spielen. Wenn man das Entwicklung nennen kann.

Die Orte ändern sich, aber mein Gefühl ändert sich nie: ich habe letztes Jahr irgendwie alles richtig gemacht, auch wenn es sich nicht immer richtig angefühlt hat. Ich schreibe euch Feiernden (und Frierenden) aus der Zukunft, der 1. Januar aus der prallen Sonne, und alles fühlt sich okay an. Natürlich. So als ob man nur so, und niemals anders, irgendwie Silvester gefeiert hätte. Am Wasser mit einem riesigen Feuerwerk, auf das man 12 Stunden lang dank Sandwichversorgung gewartet hat.

Aber so einfach ist das natürlich auch wieder nicht. Im Gegensatz zu den anderen Profi-Deutschen habe ich es nämlich noch nicht geschafft, mir einen Kopf darüber zu machen, wie es weitergeht. Und obwohl ich es auch gar nicht wirklich möchte, hat das fehlende Geld mir einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Mein Flug nach Melbourne geht am 11. Januar, bis dahin sitze ich in Sydney fest. Oder: ich quetsche mich in einen Van mit MRTNKU und seinem Bruder und wir bieten unseren Leuten zu Hause von Küste zu Küste die Auslandsaußenstelle Berlins an, immer da, wenn die Wellen da sind, und niemals haben wir es eilig. Egal wie, das Geld spricht. Soll ich arbeiten? Werde ich hier einen Job finden, der mich nicht in den Wahnsinn treibt (in den wirtschaftlichen Wahnsinn, weil arbeiten in Australien zwar lukrativ ist, aber nicht arbeiten in Deutschland und arbeitslosengeldberechtigt sein auch nicht so schlecht ist), oder werde ich innerhalb der nächsten 1,5 Monate wieder meine Sachen packen und nach Hause fliegen, weil ich in Asien wirklich alles kaufen musste, was es auf den Straßen zu kaufen gab (no regrets, aber Asien hätte nach Australien sicher besser geklappt)?

Ich weiß das nicht. Ich weiß gar nichts gerade. Ich weiß, dass ich ab dem 3. Januar kein Hostel mehr habe und mich deshalb jetzt bei Couchsurfing anmelde. Ich weiß, dass ich in Melbourne für die ersten Tage einen Schlafplatz habe und dann wieder weiterziehen muss. Ich weiß, dass ich Lust habe, nicht nachzudenken, aber tatsächlich wieder den gleichen bürokratischen Stress erlebe, wie ich ihn zu Hause auch hätte. Tax File Number, Bank Account, Job finden, Kleinanzeigen, für eine Couch bewerben. Es könnte alles so einfach sein, und für viele Leute ist es das auch. Nur ich, ich habe darauf nicht wirklich Lust gerade. Und es stellt sich die Frage, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für 2011 ist.

January 1st, 2011 Posted in Urlaub | Comments Off