SKATEISTAN

Es gibt Menschen, und ich lüge nicht wenn ich behaupte, dass es meistens Australier sind, die haben keinen Kummer in der Welt. Sie haben nur unendlich viel Energie und den Drang, etwas zu tun. Ob es sinnvoll ist, ob es überhaupt funktioniert: völlig egal. Und die ganze Zeit hat man das Gefühl, dass sie es eigentlich nur so machen, weil es gerade eben aktuell ist. Wer scheitert, zieht weiter – too easy, mate. Meine Zeit in Australien hat mich auf jeden Fall einiges gelehrt, in Bezug auf das Leben. Auch da gibt es Spießbürgertum, auch da gibt es Ottonormalverbraucher. Aber seltsamerweise herrscht in diesem Volk so eine grundlegende Entspannung den Dingen gegenüber, die keine systematische Sicherheit dir geben kann. Ich mache dafür die Distanz und die unglaubliche Natur verantwortlich. Im Zweifelsfall können die auf ihre Bretter steigen und die Wellen surfen. Im Zweifelsfall können sie das ganze Jahr im Zelt schlafen, denn kalt wird es eh nicht. Ich habe keine Ahnung, wieso ich hier so hart über Australien und Australier philosophiere, aber es ist schon interessant zu sehen, dass die Macher von Skateistan Australier sind, und mit welchem Mindset sie an diese “Arbeit” gehen.

Skateistan, das ist ein Projekt, das Kindern in Afghanistan Skateboards näher bringen soll. So weit, so bizarr. In einem Land, das bis auf sein Mark erschüttert wurde, mit so unglaublich vielen kulturellen Hürden für Außenstehende, sollen nun Boards und Wheels die Kids begeistern? Auf verstaubten, bröckelnden Straßen, mit erschreckender Politik. Skateistan, der Film, dokumentiert die Reise der Macher und ihre Idee, einen Skatepark und eine Skateschule für die Kinder zu errichten. Gestern lief der Film in Berlin, und obwohl er keinen allzu großen Unterhaltungswert mit sich bringt, ist er sehr berührend. Er ist ein Einblick in die afghanische Geschichte, in die Kultur und auch ein bisschen in die Zukunft.

“Why Skateboarding? Because it works!” … der wichtigste Satz im Film, aber auch darüber hinaus. Diesen Kids könnte man alles beibringen, und jegliche Möglichkeiten geben, sie würden sie mindestens genauso enthusiastisch greifen. Wenn man nichts hat, nimmt man alles, was man kriegen kann. Und hier kommt vielleicht auch der altruistische, verrückte Australier ins Spiel, für den das Skaten so wichtig ist, dass er es weitertragen will. Mit Spaß und mit Lust. Und wer diese Kids dann beobachtet, der weiß: das ist richtig so, und es ist fantastisch.

February 24th, 2012 Posted in (Pop)Kultur, Gangster | Comments Off

Girls On Tour

Auch wenn ich glaube dass Jungs beim Skaten cooler aussehen und weniger Verletzungsgefahr bergen: Flowerpower!!

July 30th, 2010 Posted in Uncategorized | 7 Comments »